Ausgabe 
16.2.1893 Erstes Blatt
 
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gestrigen Fastnacht . in nichts. Das reg- ulustige wie Maskine litten; auch liegt die twas Besonderes vor- . Abstand nahm. Ein estimmten Ulks wurde i es denn auch recht

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Auf einem benachbarten Hofgute entwendete ein Knecht dem andern fünfzig Mark, welche letzterer, in Papier eingerollt, vor das Fenster der Gesindestube gelegt hatte. Der Dieb, welcher, wie verlautet, daS Geld in einem Hafer­kasten versteckt hatte, gestand erst nach vielen Ausreden und mehrmaligem Verschwören sein Vergehen.

Stadecken, 11. Februar. Vor einigen Tagen fuhr der Ackermann Reuth dahier ein fetteS Schwein nach Buben­heim. Bei der Rückfahrt von diesem Ort wurde der junge Mann von zwei Männern überfallen und derart mißhandelt, daß er für tobt liegen blieb. Aufgefunden und hierher ver­bracht, constatirte Herr Dr. Ley eine Schädelzertrümmerung, welche am Donnerstag den Tod des Aermsten zur Folge hatte. Einer der Thäter ist bereits verhaftet.

Butzbach, 11. Februar. Die Jagden in der hiesigen Umgegend, welche in den letzten Tagen verpachtet wurden, ergaben gegen seither ganz bedeutend erhöhte Pachterträge. So z. B. in Ostheim für 1975 Mk. (gegen seither 950 Mk.) an die Herren Baron von Rabenau in Gießen und Robert de Neufville in Frankfurt; in Münster für 985 Mk. (seither 352 Mk.) an Herrn R. de Neufville in Frankfurt; in Fauerbach v. d. H. für 1760 Mk. (seither 900 Mk.) an Herrn Engler in Frankfurt; in Södel für 900 Mk. (seither 300 Mk.) an Herrn Baron v. Löw zu Steinfurth. Der bedeutende Mehrerlös ist den Gemeinden sehr zu gönnen, die Jagd wird aber immer mehr zu einem höchst kostspieligen Vergnügen.

w Rieder-Gemünden, 14. Februar. Unter dem Verdacht des Kindesmordes wurde gestern hier eine Dienstmagd in Untersuchungshaft genommen. Die Magd soll bereits gestanden haben, ihr Kind kurz nach der Entbindung ins Wasser geworfen zu haben.

Alsfeld. 11. Februar. Im Laufe der letzten Woche sind auch die Landwirthe im sog. Grebenauer Gründchen zusammengetreten und haben die Gründung einer Genossen­schaftsmolkerei mit dem Sitz in Grebenau beschlossen. Ein Grundstück ist schon gekauft und soll, sobald es das Wetter erlaubt, mit dem Bau begonnen werden. Es ist dies die sechste Molkerei, die im Kreis Alsfeld seit wenigen Jahren errichtet wird. Wir haben in unserem Kreise jetzt nur noch zwei Gebiete, die solche Einrichtungen entbehren:

Die Gegend von Groß-Felda Windhausen und die Gegend um Kirtorf. D. Ztg.

Vom Vogelsberg, 14. Februar. Während im vorderen Vogelsberg starke Regengüsse niedergingen und erst gestern wieder leichter Schnee eintrat, schneite es in der letzten Nachwoche fast unaufhörlich im Hochgebirg. Stock­werkhoch thürmen sich die ungeheueren Schneemassen in den Hohlwegen, jede Passage unmöglich machend. Bis an die Neste der Bäume, ja manchmal in der Höhe der Telegraphen­stangen liegen die aufgeschippten Schneehaufen. Bei Stumperten­rod blieb eine Chaise im Schnee stecken; der Kutscher mußte dieselbe im Stich lassen und mit den Pferden allein fortzu­kommen suchen. Auch sonst werden Fälle von steckengebliebenen Fuhrwerken bekannt. Bei Rebgeshain wurden an 30 Mann zum Schneeschippen aufgeboten. Es fehlen nur noch die Wölfe, und das Sibirien wäre vorhanden.

A. Aus dem Hieb, 12. Februar. Ein nachahmungs- werthes Beispiel von Toleranz und Einigkeit ist von dem Musikverein in Lampertheim gegeben worden. Der Verein gab kürzlich ein Wohlthätigkeitseoncert zum Besten der Diaeonissen und barmherzigen Schwestern. Ob­gleich in der Gemeinde die Protestanten in der Mehrzahl sind und die Mitwirkenden zum größeren Theile aus Protestanten bestehen, wurde der Reinertrag doch zu gleichenTheilen an die Diaeonissen und barmherzigen Schwestern überwiesen, weil beide Anstalten gleiche christliche, menschenfreundliche Ziele erstreben. Bei uns zeigen sich bereits die ersten Frühlingsboten. Nicht blos daß Staare erscheinen, es sind auch schon lebende Maikäfer gefunden worden. Der scharfe Frost im Januar ist an den Obstbäumen ziemlich gut vorüber­gegangen. Der 1892er Sommer und der milde Herbst reifte das Tragholz so vorzüglich aus, daß es der Kälte widerstehen konnte. Es sind viele Fruchtknospen vorhanden und wenn das Frühjahr keine schädlichen Nachtfröste bringt, kann es ein gesegnetes Obstjahr geben. In den Weinbergen wird über Frostschäden geklagt.

Bingen, 14. Februar. Der Rh ein ist seit gestern früh nur noch 14 Zentimeter gestiegen und steht heute Morgen 8 Uhr 3,59 Meter am hiesigen Staatspegel. Da der Zufluß des Oberrheins nur noch langsames Steigen bewirkt, ist eine Hochwassergefahr nicht mehr zu befürchten.

Dermifcbtcs.

* Hermannstein, 14. Februar. Gestern wurde in dem hiesigen Kalksteinbruche der Arbeiter Fr. W. durch daS Herabstürzen eines BretteS dermaßen auf den Kopf ge­troffen, daß der Schädel zertrümmert wurde und er sofort besinnungslos war. Der herbeigerufene Arzt ließ ihn sofort in die Klinik nach Gießen bringen, woselbst er seinen schweren inneren Verletzungen in verfloßener Nacht erlegen ist. Der Fall ist um so bedauernswerther, da der Ver­unglückte, 35 Jahre alt, eine Wittwe mit fünf unmündigen Kindern hinterläßt.

Schiftrnachvichten.

Der PostdampferWesternland" derRed Star Line" tn Ant­werpen ist laut Telegramm am 11. Februar wohlbehalten in Newyork angekommen. ___________________________________

Wöchentliche Ukberstcht der^TodesMr in Gieße«.

6. Woche. Vom 5. Februar bis 11. Februar 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21500 (tncL 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 19,71°/« bezw.9,83 nach Ausschl. der Ortsfremden.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene:

im

vom

1. Lebensjahr:

2.15. Jahr.

Diphtherie 1 (1)

1 (1)

Lungenentzündung 2 (1) 1 (1)

1

Gehirnschlagfluß 1 1

Altersschwäche 1 1

Andere bekannte

Krankheiten 3 (2) 1 (1)

2 (1)

Summa: 8 (4) 4 (2) 3 (1) 1 (1)

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todessälle tn der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gteßm gebrachte Kranke kommen.___

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Hannover-Bberhrssischer Güterverkehr.

Um 15. d M. gelangt der Nachtrag UI zum Hannover-Oberhesfsichen Gütertarif zur Einführung.

Ueber dessen Inhalt ertheilen die Güter­abfertigungen Auskunft.

Gießen, den 10. Februar 1893.

Großh Directton [1458 der Oberhessischen Eisenbahnen.

"Angebote auf Lieferung von 300 cbm Chausseekleinschlag werden bis Dienstag den ÄS. l. M., Borm. IO Uhr, entgegen ge­nommen. Eopien dec Subrnissions- unterlagen werden gegen Entrichtung von 40 Pfennig portofrei übersendet. ZuschlagSfrift: 3 Wochen.

Butzbach, den 11. Februar 1893. Großherzogliche Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach.

Daudt._____1448

Holz-Versteigerung im Arnsburger Walde. Freitag den 24. Februar d. I. sollen in den Districten See- tväldchen, Lauterbachs-Wäldchen, Hain und Kreutzberg öffentlich versteigert werden:

200 rm Buchen-Scheitholz, 40 rm Buchen-, 4 rm Eichen« und 10 rm Weichholz-Prügelholz, 90 rm Buchen«, 14 rm Eichen- und 5 rm Nadelholz- Stockholz, 270 rm Buchen-, 200 rm Eichen« und 270 rm Nadelholz« und Weichholz-Neiserholz,

23 Fichten-Stämme 5,50 fm und 20 -Stangen =1,10

Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr im District Seewäldchen.

Kaufliebhaber für das Reiferholz wollen dasselbe gefl. vorher einsehen.

Arnsburg, 14. Februar 1893.

1447 Gräfliche Oberförsterei.

Freitag den 17. Februar,

Nachmittags 2 Uhr, in der Bieker'schen Hofraithe sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden:

1 Pferd, 1 Kuh, 1 Anzahl Ferkel, 1 Wagen, 1 Handwagen, 1 Cassa- schrank, 1 Velociped, 1 Parthie Wirthslische und -Stühle, Cigarren, Regulateure und Wanduhren,

3 Betten, 1 Garnitur Polstermöbel, 2 Secretäre, 1 Pianino rc. rc-

Versteigerung vorauss. theilw. bestimmt- Engel.

1467 Gerichtsvollzieher.

Ieilgeöotenes.

800] Täglich frische Schellfisch-, Ladliav. Zauder, empfiehlt

E. Dort, Walltherstraße 45.

Suppenwürze, ebenso Fleisch-Extract in einz. Porttonen ä 12 Pfp. sind frisch eingetroffen bei 1442,______________Emil Fischbach, Seltersweg.

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Aug. Gabriel jr., Giessen.

Telephonanschlüffe 84 und 88. Bahnanschluß Abendstern bei Gießen.

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Quellsalze: Emser, Karlsbader, Marienbader, Wiesbadener rc. Bade« salze, Mutterlaugen.

Pastillen: Biliner, Emfer, Hornburger, Sodener, Vichy rc.

K.rankenheiler-<|uellsalzseife: Nr 1 Jodsodaseife, Nr. 2. Jod- sodaschwefelseife, Nr 3 verstärkte Quellsalzseife. [1450

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Bilanz

am 31. December 189 2.

Activa. Mark

1) Kassenvorrath . . .1816.10

2) Ausstehende Forderungen 130.62

3) Werth des Geschäfts-

rnobilars nach Abschrei« bung von 10% . - 157.40

4) Waarenvorrath . . . 1913.98

4018.10

Passiva. Mark

1) Aufgenommene Kapi­talien ...... 1200.

2) Geschäftsguthaben der

Mitglieder .... 910. 3) Reservefond . . . . 831.65 4) Reingewinn . . . . 1076.45

4018.1h'

Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1891 . . 92

In 1892 ging durch Tod ab...... 1

Daher Stand der Mitglieder Ende 1892 ... 91

Annerod, den 28. Januar 1893. 1455

Landwirthschaftlicher Consuurverein

Eingetragene Genoffenschast mit unbeschränkter Haftpflicht.

Der Director: Der Rendant:

Dörr. Mohr.

vir, vr. 8edueiäer, Wormser Brauer - Akademie, sendet auf Wunsch Progr. dieser Anstalt. 1255