Sonntag den 15. Januar
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1893
«r. 13 Drittes Blatt
Meßmer Anzeig er
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Kenerat-Mnzeiger
Zlittts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gissten
Amtlicher Tbeil
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Feuilleton
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wässeriger", lachte der Rekrut Fischer.
sind, Sie Jrünschnabel.
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mit den
»«nähme 80« ««zeige« zu der Nachmittag» für de»
Mgenbra lag erscheinenden Nummer bil vorne. 10 Uhr.
Adresse angegeben wird.
Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:
a. Geburtszeugniß;
b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit,
Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein-
c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist-
d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf.
Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs - Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Heffen seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
Die Zulasiung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen.
Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere
Die Gießener
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»öchentlich dreimal
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Der $t«fte«er >«ieig<e erscheint täglich, «tl Ausnahme bei Montag»
einem Fragezeichen. Schließlich wurde Fräulein gezeigt. Die junge Dame hatte gefunden- erröthend bat sie den Papa, Port au Prince ebenfalls per Kabel ein graphiren, aber anstatt des Fragezeichens
leine ist-
Literatur und Kunft
— Die Redactton der „Jugend'Garterilaube" (Bei lag der Kinder-Gartenlaube in iNürnver«) setzt für 1893 als Preise 1000 Mark, 600 Mark und 400 Mark für die besten, der Zagend am meisten angemessenen Erzählungen aus. Die Eizählung soll nicht mebr als 120 Druckseiten der Jagend-Gartentaube (43 Zeilen L 18 Silben) und nicht weniger als 80 umfassen und für Knaben und Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren geeignet fein. Nur Or'ginalarbeiten sind zulässig. Bis zum 31. Juli 1893, Abends 7 Uhr, sind Manuscripte nach Nürnberg an die Redactlon der Jugend-Gartenlaube etnzusenden; bis 1. October 1893 findet Kundgebung des Schiedsspruches statt. Das Pretsrichteramt haben übernommen die Herren N. Fries, 'Armin Stein (H. Nietschmann) und Julius Sturm. Die näheren Bedingungen für die Bewerbung versendet die Redaction der Jugend Gartenlaube in Nürnberg auf Wunsch franco.
Die Verlobung per Kabel.
In einem Wiener Blatte ist folgendes zu lesen: In einer Zeit, in der eine Anzahl Männer den Muth haben, durch Gründung eines Junggesellen-Vereins, wie dies kürzlich in Wien geschehen ist, der jungen Damenwelt den Fehdehandschuh hinzuwerfen, wird die nachstehende Thatsache kaum verfehlen, die begreiflicherweise etwas aufgeregten Gemüther der Damen Wiens einigermaßen zu beschwichtigen. Es gibt noch junge Wiener vom alten Schlage, die es vorziehen, ihr Lebensschifflein in den stillen Hafen der Ehe gleiten zu (affen und nicht ziellos auf den bewegten Wellen des Junggesellen- thums treiben wollen. Ein junger Ingenieur, der nach Absolvierung seiner Studien in Wien nach Paris ging und dort bei einer Bauunternehmung Stellung fand, bietet einen hell- leuchtenden Beweis dafür, daß das Holz, aus dem man brave Ehemänner schnitzt, Gott sei Dank, noch nicht ganz verdorrt ist. Er nahm im vorigen Jahre den Posten eines Directors einer Eisfabrik in Port au Prince an. Port au Prince in der Republik Hayti liegt ziemlich weit von Wien entfernt- nicht weniger als zwanzig Tage lang dauert die Reise von Port au Prince hierher, aber welcher Wiener kann selbst in weitester Ferne seine Heimathstadt und jene Mädchenblumen vergessen, die das Ufer der blauen Donau so duftreich und farbenprangend schmücken? Als er vor zwei Jahren eine
— Für Haus und Küche. Schon seit längeren Jahren hat sich die Sitte eingebürgert und greift in weiterem Umfange zu, daß große Geschäftshäuser, Fabrikanten rt. zum Jahreswechsel ihrer Kundschaft eine Aufmerksamkeit überweisen, die je nach Geschmack und praktischen Sinn des -Spenders die mannigfachste Gestalt anntmmt. Neben ganz hervorragenden Leistungen an Kunstblättern ernsten und heiteren Genres, kleinen Luxusgegenständen, find es vorwiegend die verschiedenen Kalenderarten, vom einfachen Comtoir- und Wandkalender bis zu dem in seinen Abarten wie Pilze Alles überwuchernden Abreißkalender — mit und ohne geschichtliche Daten, mit und ohne Lehr- und Stnnsprüchletn u. s. w. — die sich besonders bemerkbar machen. Eine Vertiefung in dieses Gebiet ergtebt ganz amüsante Studien. Während der Herr und Gebieter zunächst eine Vorliebe für den kleinen und bequem unterzubringend,n Portemonnatekalender an den Tag legt, sieht die Hausfrau, die sorgliche, von ihrem Standpunkt wieder auf ganz andere Attribute, sei es, daß des Kalenders Anordnung ihr die Eintragung allerlei kleiner Notizen, wie Geburtstage 2c., fürs Jahr gestattet, sei es, daß er ihr Beiträge der hauSfiäu- ltchen Wissenschaften bringt.
Auf der diesjährigen Neujahrskalenderbörse ist es nun unter . Anderen wieder einmal die weltbekannte Firma „Kemmerichs' Fl ei s chextrak l", welche den Vogel abgeschossen hat in ihrer reizenden, allen Hausfrauen willkommenen Gabe, mit „Kemmerichs Haus- und Küchenkalender."
In einfach vornehmer, stilvoller Ausstattung präsentirt sich der Kalender mit 24 reizenden, duftigen Rococco - Zeichnungen in gediegenem Tondruck, bei deren Betrachtung Alt und Jung Freude empfindet. Aber nicht nur dem Kunstbedürfniß ist Rechnung getragen, auch die materielle Seite des Menschlichen findet ihre Berücksichtigung durch eine Reihe vorzüglicher Kochreceple, so daß manche Hausfrau der häufigen Gelegenhettsfrage: „Was soll ich nur heute zur Abwechselung kochen?" durch einen kurzen Blick in ihren „Kemmerichs Kuchenkalender" enthoben wird. Der Präparate der „Compagnie Kemmerich", sei es das Extract oder das mehr für Kranke und Recon- valescenten bestimmte nahrhafte und kräftigende Fleischpepton, hierbei noch besonders gedenken zu wollen, erscheint bei dem weltbekannten Rufe dieser vorzüglichen Präparate mehr als überflüfsig.
ist, denn — Wat bringen Sie denn da noch an, Koniecky?" unterbrach sich der Punschbrauer. — „Js sich Cognac, was hat sich geschickt Mutter^melniges zu Christfest. Seien aber nicht mehr vieles drinn in Flaschku". — „Und bet wollen Sie wohl nu for die Alljemeinheit opfern, wie Popolski?" — /,Nein, Herr Unteruffizieher, blos for mir und meine Freund Fischer." — „Unsinn, wer wird denn solch een Ejoiste sind.
Coiicert,
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5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende gcprsift sein will.
6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugniß beizulegen.
lieber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. Novbr. 1888 — Regierungs blatt Nr. 5'von 1889) Aufschluß.
Bezüglich des Prüfungstermins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt ev. weitere Bekanntmachung- auf specielle Ladung kann nicht gerechnet werden.
Darmstadt, den 19. December 1892.
Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.
Der Vorsitzende: Dr. Zeller.
Gucken Sie mal, wat die Anderen da allens an Pfannkuchen und Fleeschsachen uffgetischt haben — und Sie wollen so jnietschig sind? Pfui! — Lassen Sie mir mal Ihren Cognac probiren, und wenn er jut is, mach ick ihm mit Ihre Je- nehmigung mit mang, ja Koniecky?" Der Pole nickte, der Unteroffizier trank, schnalzte befriedigt mit der Zunge, hielt die Flasche über den Tiegel und fragte; „Na, soll ick ihm rinthun?" — „Immer zu! — Jawoll! — Feste!" ertönte es zustimmend von allen Seiten, worauf das Gebräu dann vom Unteroffizier, von dem Gefreiten und einigen Leuten gekostet, noch etwas nachgesüßt und bann als recht süffig befunben würbe. Nachbem die Gläser gefüllt, hielt ber Corporalschaftsführer eine große Rebe, in ber er sich selbst unb allen seinen Untergebenen ein glückliches neues Jahr wünschte. Man toastete unb füllte bie Gläser von Neuem, unb als der Punschtopf leer war und die Pfannkuchen usw. so ohne „Suff" nicht recht flutschen wollten, da erboten sich bie reicheren Rekruten, sowie ber Unteroffizier, noch eine zweite Bowle zu „schmeißen".
Zeit lang ist Wien geweilt, hatte er sich in eine solche Blume verschallt. Die junge Dame, Tochter eines bekannten unb angesehenen Wiener Bürgers, erwiderte die Neigung des Ingenieurs unb Beide gelobten sich, ihr süßes Geheimniß treu zu wahren, bis seine Verhältnisse es ihm gestalten würden, um ihre Hand anzuhalten. Einsam lebte unb schaffte er in seiner etwas fern gelegenen Fabrik. „In Port au Prince" — so schrieb er einem Wiener Freunde — „sind wir, ich und mein Kakadu, die einzigen Weißen." Keine der schwarzen Töchter des Landes vermochte es, das Bild des süßen Bleichgesichtes aus seinem Herzen zu verdrängen, dessen Feuer- fluthen auch jene Eismassen nicht verlöschen konnten, die der strebsame Ingenieur Tag für Tag erzeugte. Vor einigen Tagen traf an den Vater der erwähnten Wienerin eine Kabel- depesche aus Port au Prince ein; dieselbe enthielt außer der Adresse und der Unterschrift nur noch ein einziges Wort und ein Fragezeichen: „Ja?" Was sollte das bedeuten? Der alte Herr kannte wohl den Absender- er wußte auch, daß der Kabelpreis für ein Wort von Hayti nach Wien 20 Francs betrage - der Sparsinn des jungen Ingenieurs war ihm endlich ebensowenig fremd, aber er mußte sich doch sagen, daß für eine unverständlich abgefaßte Kabcldepesche auch bie zwanzig Francs, bie ein einziges Wort kostet, hinausgeworfenes Geld seien. Er zeigte die seltsame Depesche seiner Gemahlin - auch diese blieb im Unklaren über den Zweck dieses „Ja" mit
zeichen" daran zu fügen. Dann fiel sie der Mama in die Arme, Papa zögerte nicht mit seinem Segen und einige Minuten später blitzte es per Kabel von Wien nach Hayti: „Ja!" Und nun gab es zwei Glückliche mehr in der Weitem glückliches junges Mädchen in Wien und einen glücklichen jungen Mann in Port au Prince. Bald werden sie jedoch zusammenkommen, um fortan vereint ihr Lebensglück zu genießen. Der verlobte Ingenieur gab am Neujahr feine Stellung auf und zwanzig Tage später wird er hier seine Braut begrüßen können. Tröstet Euch, Ihr mit Recht zürnenden Wienerinnen! Noch im Lause des heurigen Carne- vals — so kurz er auch ist — wird es einen Junggesellen weniger geben in Hayti und in Wien.
vierteljähriger Ako««e«e«1sprei»! 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezöget» 2 Mark 50 PfS-
Webaction, üfpcbitiep unb Druckerei:
Fern frecher 51.
Bekanntmachung, betreffend die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährigfreiwilligen Militärdienst im Frühjahr 1893.
Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich ber im Frühjahr 1893 ftattfinbenben rubr. Prüfung zu unterziehen, werben hierburch aufgeforbert, ihre beßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meldung des Ausschluffes von dieser Prüfung
spätestens bis zum 1. Februar 1893
bei ber unterzeichneten Commission einzureichen.
Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Spe- cietten das Folgende bemerkt:
Sylvester-Feier der Rekruten.
„E>err Unteroffizier, das Wasser kocht!" meldete die Stubendvjour dem Corporalschaftsführer. „Na, denn mal her mit die Jnjredienzien," befahl dieser und näherte sich dem weißgescheuerten Eß- und Putztisch, auf welchem heute zum letzten Male der bereits völlig geplünderte Weihnachtsbaum im Lichterglanz erstrahlte. „Zwee Pullen vor uns Alle! ? Kinder, bet wirb 'ne schöne Dividendentunke werben!" Damit griff ber Gestrenge nach einer mit „Rum" bezeichneten Dreiviertelliterflasche, entkorkte sie, roch baron, rümpfte bie Nase, nippte, hielt bas Getränk gegen bas Licht, nahm einen gewaltigen Kuhschluck unb sagte, sich schüttelnb: „Brrr, ber reene Fusel!" Inzwischen hatte die Stubendujour einen großen eisernen Schmortopf mit heißem Wasser herbeigeholt unb überreichte seinem Vorgesetzten eine Düte mit Zucker. „Erst wollen wir mal sehen, wie's mit bie andern Pullen bestellt is," meinte der Gewaltige und fragte: „Det is wohl Punsch Extract, wat?" „Jawohl, Herr Unteroffizier! Sollen wir ihn in den Topp thun?" bemerkte der Gefreite. „Det besorje ick allens atteen, Jeliebter. Wenn Sie sich aber an die Punschbrauerei betheiligen wollen, denn schlachten Sie mal gefälligst die Citrone ab. — So, unb nu werfen Sie vorerst mal bie Hälfte von ben Zucker in ben Tiegel." Der Gefreite that wie thm geheißen unb ber Treffenträger kostete während dieser Manipulation wiederholt den ihm weit besser mundenden Punsch-Extract. Als sich der Zucker im Wasser aufgelöst hatte unb bie in bünne Scheiben zerschnittene Citrone in die eigenartige Punschterrine versenkt war, goß der Corporalschaftsführer ben Rum ganz, ben Punsch-Extract aber nur zu zwei Drltttheilen ber Mischung zu, indem er sagte: „Den Rest behalten wir in Reserve — zur eventuellen Verstärkung." — „Aber Herr Unteroffizier, bann wirb bet Zeugs noch
die Depesche dem den Schlüssel sofort dem Ingenieur in „Ja" zurückzutele- ein „Ausrufungs-
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