1893
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Amts- unb Anzeig-blatt für den Arei* Gietzen.
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Hungen, den 12. September 1893. Grobherzogliche Bürgermeisterei Hungen.
I. 93. :
Jokel, Beigeordneter.
lerial.Lieferung), sollen Samstag den 16. d. M., Vorm. 10 Uhr. auf dem Rathhaufe dahier un öffentlichen Ausgcbot vergeben werden.
Lollar, am 11. Septbr. 1893.
Grobh. Bürgermeisterei Lollar.
C. Geißler. 7729
Marktanzeiche.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Hungen als erloschen erllärt wurde, wird der auf den 18. September d. I. anberaumte
Rindvieh-, Schweine- und Krämermarkt • verbunden mit der Körung der angetriebenen Fafeln durch die Grobherzog- liche Kör-Commission
nunmehr doch au besagtem Tage abgehalten.
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>r] tr» .Rebstock", zu haben. [7715] Neuenweg 33.
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^t. 216 Zweites Blatt. Donnerstag den 14. September
herzliches Lachen ihres Verlobten unterbrochen, der dann, noch immer lachend, auSrief:
„Ah, ah, das geschieht mir eigentlich ganz recht, jetzt begreife ich Freund Bremmelberger erst richtig! Doch ich bitte um Verzeihung," fuhr der Affeffor fort, als er die erstaunten Blicke bemerkte, welche die beiden Damen auf ihn hefteten, „ich werde sofort auch meinerseits den Damen eine kleine Beichte ablegen, sobald Julie mit ihrem Bericht sertig sein wird. Also bitte, theure Julie, erzähle weiter!"
Julie sah ein wenig pikirt aus, als sie aufs Neue begann:
„ES kam mir nun vor, als ob Du für die erwähnte Statuette, die ich übrigens ja auch reizend finde, ein besonderes Jntereffe hegtest, obwohl Du nachher mit mir auffallend schnell das betreffende Zimmer verließest. Ich merkte mir also die Catalognummer der kleinen Gruppe und erzählte dann Mama meinen Entschluß, die Statuette durch eine dritte Person auf der Auction erstehen zu lassen und sie Dir nachher zu übersenden. Dieser Mittelsmann war in der Person des Tapezierers Klebmann, der neulich die Neutapezieruug unserer Wohnung besorgt hat und welchen Mama als einen sehr zuverlässigen Mann schilderte, bald gesunden, nur handelte es sich jetzt noch um die Frage, wie hoch wohl bu Statuette in der Auction zu stehen kommen würde. Ich habe in solchen Dingen leider nicht die geringste Erfahrung, Mama besitzt wohl auch keine und Herr Klebmann erst recht nicht. Nun, und darum — " c ,
„Deßhalb nahm ich Mcksprache mit dem alten Hofrath Dünckelberg," fiel jetzt Mama Voübrecht ein, „der, wie Sie wissen, lieber Fritz, die Parterrewohnung hier im Hause inne hat; der Herr Hosrath war so gefällig, sich die Indianer- statuette in den Benshausen'schen Sammlungen ebenfalls anzusehen und meinte er dann zu mir, daß dieselbe nach seinem Urtheile einen gar nicht so unbedeutenden Werth repräsenure. Nun, um die Sache kurz zu machen, Klebmann wurde mit den nöthigen Anweisungen und entsprechender Kasse versehen und das Resultat seiner Bemühungen war, datz er wirklich die marmorne Gruppe nach Besiegung eines scharfen Mitbewerbers erstand, worauf ich die Statuette im Namen Juliens durch Klebmann sofort in Ihre Wohnung senden ließ. Nun, Julie hat also ihren Willen gehabt — aber Sie, Fritz, scheinen mit der Ihnen bereiteten Ueberraschung nicht ganz einverstanden zu sein, wenigstens setzen Sie eine eigen- thümliche Miene auf."
„O, was Sie denken, Mama!" Der Assessor schnellte bei diesen Worten von seinem Sitze empor und erschöpfte
sich den beiden Damen gegenüber in feurigen Dankes- betheueruugen. . m .
„Aber bitte, Fritz," unterbrach Julie jetzt den Rede- ström ihres Verlobten, „was wolltest Du denn eigentlich für eine Beichte ablegen, Du ließest doch vorhin eine derartige Bemerkung fallen?"
„Ach ja, hm," entgegnete der Affessor, lernen blonden Schnurrbart mit der Rechten unbarmherzig drehend, „eS ist eine merkwürdige Geschichte, wie sie eben nur bei einer solchen gegenseitigen Geheimnißkrämerei herauskommen kann."
Fritz erzählte nun, daß auch er mit der geheimen Absicht die Benshausen'schen Sammlungen in Augenschein gttiommen habe, in denselben vielleicht irgend einen als Geschenk sür Julie geeigneten Gegenstand ausfindig machen zu können, und wunderbarer Weise sei seine Wahl ebenfalls auf die Indianer- gruppe gefallen, mit deren Ersteigerung er den Agenten Bremmelberger beauftragt habe. Fritz Möllner konnte alsdann nicht umhin, weiter zu beichten, daß ihn ein erheblicher Lotteriegewinn in den Stand gesetzt habe, siebenhundert Mark für die Erwerbung der Statuette zu bestimmen, was aber durch die erfolgreiche Concurrenz, die der Tapezierer Kleb- mann dem Agenten gemacht, freilich nicht zu erreichen gewesen fc;. ro
Nunmehr sah sich auch Mama Vollbrecht zu näheren Er- klärungen veranlaßt, aus denen hervorging, daß sie für Julie ein ansehnliches Nadelgeld verwaltete, welches letzterer ihr Großvater väterlicherseits ausgesetzt hatte und das Julie an ihrem Hochzeitstage ausgezahlt erhalten sollte. Mit freudig gegebener Einwilligung Juliens hatte die Frau Rath von diesem Gelde die Summe von achthundert Mark hinweggenommen und sie Klebmann behufs Erstehung der Marmorstatuette eingehändigt, welcher Auftrag ja auch Pünktlich aus- geführt worden war.
An diese gegenseitigen Auseindersetzungen knüpften sich weitere Erörterungen an, wobei man übereinstimmend zu dem Beschlüsse des Bedauerns gelangte, daß die Bevollmächtigten Fritz' und Juliens einander so gesteigert hätten, da sonst die Statuette zweifellos weit billiger gekommen wäre.
„Nun," meinte Fritz endlich und küßte Julie auf die schöne klare Stirn, „dafür gehört uns jetzt die Statuette gemeinsam und wird sie in unserer künftigen „guten Stube einen Ehrenplatz einnehmen. Jedenfalls wollen wir aber, m ine theuere Julie, in unsere Ehe mit dem Vorsatze eintreten: Nur keine Ueberraschnngen mehr, wenigstens nicht mehr solche, wie wir sie soeben sertiggebracht haben!'
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Bit Utdtrrsschung.
Auch eine AuctionSgeschichte.
(Schluß.)
Schleunigst cstirte er nun mit der Klingel seine Wirthin herbei, welche auch alsbald mit dem Frühstück eintrat. Auf tie Frage deS AffessorS, wer denn die Marmorstatuette gt* * tracht habe, erhielt er indessen von Frau Gleidner nur die dürftige Auskunft, ein ihr unbekannter Mann habe ihr das kleine Kunstwerk mit der Bitte übergeben, daffelbe in der Löhnung deS Herrn Doctors an einem geeigneten Platze auf» zustellen, worauf der Mann ohne eine nähere Erklärung Bieder gegangen sei.
Jetzt beschloß der Affessor, dem Rathe Bremmelbergers -zu folgen. Hastig verzehrte er baß Frühstück, nahm Stock und Hut und suchte den Tapezierer unter der von Bremmel- berger angegebenen Adresse auf. Nach ein paar Kreuz- und Querfragen brachte nun Fritz Möllner zu seinem größten Irfcauncn auS Klebmann heraus, daß letzterer im Auftrage btr Frau Steuerrath Vollbrecht die Marmorstatuette auf der fluction erstanden und sie hierauf im ferneren Auftrage der ftriu Rath nach der Wohnung ihres künftigen Eidams ge- tracht hatte. Eine Ahnung von der wahren Sachlage stieg im Affeffor auf und spornstreichs sprach er bei der Steuer- ratfcin vor. Kaum hatte Fritz Möllner seine Schwiegermama in spe und feine Braut begrüßt, als er sofort auf die Sache, die ihn heute hergeführt, zu sprechen kam. Auf den Gesichtern beider Damen malte sich unverkennbar eine gewiffe Verlegen- hcil ab, bis sich Julie auf einen Wink ihrer Mutter ein Herz faßte und halb zu letzterer, halb zu ihrem Bräutigam ge- tveudet, äußerte:
„Du erinnerst Dich, lieber Fritz, jedenfalls, daß bei linieret gemeinsamen Besichtigung der Benshausen'schen Samm- jimy eine Statuette, einen berittenen Indianer im Kampfe mit einem Büffel darstellend, unser beiderseitiges Interesse erregte. Nun war ich" — das junge Mädchen senkte mit einem Anfluge von Verschämtheit ein wenig das reizende Köpfchen — „wie ich Dir jetzt doch gestehen muß, mit der ton Mama gebilligten geheimen Absicht zur Besichtigung der Sammlungen mitgegangen, mir einen Gegenstand aus der- (eiben herauSzusuchen, durch dessen Geschenk ich Dir vielleicht eine Ueberraschung bereiten könnte —**
Julie wurde in ihren weiteren Ausführungen durch ein
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• 25. August 1893 überreichten Festschrift.] i 3}UO0ap avvg; up uvm Ijnvz 06 Z Inhalts verzeichniss:
§ 1. Vorbemerkung: Die Grunde dci , -
j Rechtszersplitterung in Hessen. § 2. Die
i territoriale Gestaltung des Grossherzog-, thums. § 3. Die Rechtsentwickelung.
S 4. Die Verbreitung der Particularrechte. I । Ergebnisse für das geltende Recht.


