Veschwerlen sich angeblich über die deutschen Ankömmlinge, weil diese sich für das geringe Honorar von 50 Dollars monatlich verpflichtet hatten, und forderten, daß ihnen die Einwanderung nach dem Contractarbeitergesetz verboten werde. Der Leiter der Capelle erklärte dagegen, daß seine Musiker den harten Bestimmungen dieses Gesetzes nicht unterworfen wären, weil sie nicht mechanische Arbeiter, sondern Künstler seien. Wer ist aber Künstler? Um diese Frage zu entscheiden, lud der Einwanderungscommisiar Dr. Senner vier musikalische Sachverständige aus Ellis-Eiland ein, woselbst die deutschen Militärmusikanten ein Probe-Concert vor dem Etowanderungs-Commissar und seinen Experten veranstalteten. Den Herren scheint die deutsche Militärmusik gut gefallen zu haben: Denn nachdem die Capelle nach eigener Wahl das Finale aus „Rienzt" und die Ouvertüre zu „Wilhelm Tell", sowie einige ihnen von Seiten ihrer New-f)orker Eollegen und Gegner vorgelegten Stücke vom Blatt gespielt hatten, wurden sie von den Sachverständigen aufgefordert, noch die Ouvertüre zu „Rienzi", die „Cavallerie - Parade" und eine Phantasie aus dem „Propheten" vorzutragen. Dann endlich gaben die Sachverständigen ihr Gutachten ab, daß die Neuangekommenen als eine Militärmusik ersten Ranges zu betrachten seien. Nichtsdestoweniger fiel die Entscheidung
Senners ein wenig salomonisch aus. Er sagte: Da die Musiker zur Weltausstellung kommen, könne er ihnen den Eintritt ins Land nicht verwehren. Denn bekanntlich ist das 'Contractarbeiter-Gesetz für alle an der Weltausstellung Be- theiligten ausgehoben. Für das aber, was sie in der Zwischenzeit thäten, sei er nicht verantwortlich. Das jedoch — die Eoncerte in New-Aort — war gerade der Stein des Anstoßes für die New - Docker Collegen gewesen. So sind nun die deutschen Militärmusiker, um eine sonderbare Erfahrung reicher, inS Land eingezogen. — Eine ähnlich Prüfung hatten, wie die ,/Frkf. Ztg." meldet, auch drei algerische Tänzerinnen zu bestehen, welche für das algerische Dors zur Ausstellung reisen. Auch sie wurden auf Ellis Eiland abgesetzt und hatten dort die Prüfung auf ihren Künftlercharacter zu bestehen. Sie hatten dem Dr. Senner etwas vorzutanzen, doch diesmal ohne Zuziehung von Sachverständigen. Im Balletfach scheint Dr. Senner sich selbst für „sachverständig" genug zu halten.
* Großer Käse auf der Weltausstellung in Chicago. Verschiedene Zeitungen brachten vor Kurzem schon eine Notiz iiber einen Riesen käse, welchen die kanadische Regierung 3ur Weltausstellung nach Chicago sandte. Das Patent- und technische Bureau von Richard Lüders in Görlitz ist nun in der Lage, Genaues über dies Product der kanadischen Milchwirth- schäft zu geben. Das Gewicht desselben beträgt nicht weniger wie 12 Tonnen (240 Gentner) und waren zu seiner Herstellung ein Milchquantum von 112,000 Litern nöthig, welches 20,150 SHifje lieferten, wenn man annimmt, daß die Milch, sämmtlich an einem Tage gemolken wurde. Trotzdem ist das Volumen des Riesenkäses kein allzu großes, nämlich eine Kugel von etwa drei Metern Durchmesser. Der Käse hat sogar schon einen Käufer gefunden, ehe er nach Chicago kam. Um richtig weich und schmackhaft zu werden, sowie das rich- tige Aroma zu bekommen, gewährt ihm die Darier der Welt- ausstellung gewiß die genügende Zeit.
* Thüringer Gewerbe, und Industrie-Ausstellung in Erfurt 1894. Die Platzfrage für die im Jahre 1894 in Erfurt stattfindende, vom dortigen Gewerbeverein geleitete Thüringer Gewerbe- und Industrie Ausstellung findet in einer für das groß veranlagte Unternehmen ungemein günstigen Weise ihre Erledigung. Es ist die im Besitz der Stadt befindliche, un« mittelbar dem mit einem Kostenaufwande von 7 Millionen
Ausnahme des für Fischerei. Der Gesammtwerth der deutschen AusstellungSobjecte repräsentirt riesige Summen, mehr als zehn Millionen Dollars, welcher Betrag allein schon in genügender Weise für die Bedeutung der deutschen Ausstellung spricht. Die aus Deutschland herübergebrachten Kunstwerke werden auf eine bis anderthalb Millionen Dollars geschätzt. Ebenso- hoch ist der Werth der AuSstellungsobjecte deS Kanonenkönigs Krupp. Baron Stumm, der bekannte rheinische Eifenindustrielle, hat es sich Dollar 100 000 kosten lassen, um seineAuSstellungs- objecte würdig repräsentirt zu sehen. Andere Industrielle Deutschlands, z. B. die allgemeine ElectricitätS-Getellschaft von Berlin, Siemens L Halske von ebendaselbst, haben nicht viel weniger auf ihre Abtheiluugcn verwendet. Man dürfte kaum übertreiben, wenn man sagt, daß die Kosten der deutschen Ausstellung, eingeschlossen die der Regierung, sich auf fünf Millionen Dollars belaufen werden.
In so srenndschastlicher und liberaler Weise gegen die Vcr. Staaten ging die deutsche Regierung vor, daß sie nicht zögerte, einige ihrer werthvollsten Kleinodien und Kunstschätze herüberzuschicken. Unter diesen wäre vor Allem die Statne der Germania hervorzuhcben, welche das neue ReichstagS- gebäude in Berlin nach seiner Vollendung im nächsten Jahre zieren soll. Der Kaiser hat gestattet, daß daS große Kunst- werk nach Chicago gebracht und hier während der Weltausstellung zur Schau gestellt werden soll. Dieses freundliche Entgegenkommen wissen die AnSstellungSdirectionen auch zu würdigen, denn sie räumen der Germania einen Ehrenplatz ein; auf dem größten aller Gebäude, auf dem Jndustriepalast, wird sie thronen und von dort anS ihren Landsleuten und den fremden Völkern ihren Gruß entbieten. DaS Reichs- tagSgebändc wird übrigens auch auf der Weltausstellung ver- treten fein. Ein Gipsmodell deS GebändeS von ein Fünf- undzwanzigstel der wirklichen Größe, eine möglichst genaue Nachbildung, die alles bisher an ähnlichen Arbeiten Geleistete an Vollendung übertreffen dürfte, hergestellt durch den Stuckateur und Bildhauer R. Berber, der feit mehreren Jahren bereits beim ReichStagSbau thätig ist, wird hierher- geschickt. Die Kosten, in Höhe von 20,000 Mark, werden von der ReichSkaffe getragen. Don welcher Dimension dieses Modell ist, kann man aus folgenden Zahlen entnehmen: Länge 5,60, Tiefe 4,45 und Höhe bis zur Spitze der Kuppel- laterne 3,0 Meter. Die folgenden Ehrengeschenke, die der
neuerbauten, großartigen Bahnhof gegenüber gelegene „Daber- städter Schanze", ein mit hübschem Baumbestände versehener Theil der früheren Festungswerke, nebst den umliegenden weit ausgedehnten Grundflächen, in Aussicht genommen. Dem Gelingen des Unternehmens, welches von allen Seiten die lebhafteste Förderung findet, ist durch die ungemein günstige, für den Beiuch sehr förderliche Lage deS AuSstellungSplatzeS eine weitere Sicherheit gegeben. Den Ausstellern wird durch die Lage der Ausstellung an einem der belebtesten Bahnhöfe Deutschlands eine weitgehende Bürgschaft für den Erfolg ihrer Betheiligung geboten. Die Ausstellung soll so zeitig fertig gestellt werden, daß sie bereits zu Pfingsten deS nächsten Jahres, also zu einer Zeit, die eine große Besucherzahl nach Thüringen bringt, eröffnet werden kann. Der Schluß ist für Ende August in Aussicht genommen.
* Vom 1. Juni ab wird aus Verordnung deS Polizeipräsidenten Freih. v. Müffling im Landkreis Frankfurt a. M. die Sonntagsruhe der Gause eingeführt, und zwar ist es bei Geldstrafen bis zu 30 Mk. verboten, an Sonn- und Feiertagen die Gänse von Beginn k>eS Vormittags- bis zum Schluß des NachmittagS-GotteSdienstes auf den Ortöftraßen umherlaufen zu lassen. Die wackeren Vögel wüffen während dieser Stunden, falls sie sich nicht außerhalb deS „OrtsberingeS" (so heißt cS im Amtsblatt) auf dem Felde rc. befinden, im Stalle behalten werden.
* Sie wollen blaß werden. In Rogowo sind kürzlich zwei junge Mädchen das Opfer ihrer Eitelkeit geworden. Schön, frisch und gesund, hielten sie es doch für unschön, — rothe Wangen zu besitzen? Die Großstädterinnen sind blaß, das sieht ladylike aus, also machten sie sich auf die Suche nach einem Mittel. Plötzlich wurden sie krank,- der Arzt kam, forschte nach der Ursache dec Krankheit, die Mädchen sagten ihm auch, was sie beabsichtigt hatten, nur das eine, was sie gegessen hatten, verschw'egen sie. Kurz vor dem Hinscheiden bekannte jedoch die zweite Tochter, daß sie bcide gewöhnliche Schreibkretde gegeben hätten. Sie habe ein halbes Psund aus einmal hinuntergeschluckt. Leider kam das Geständniß zu spät; 'der Arzt konnte nicht mehr helfen, und die trostlosen Eltern waren ihrer zwei hoffnungsvollen Kinder beraubt.
* Der französische Kriegsminister General Loizillon ist bemüht, den Offizieren seiner Armee das Erlernen be8 Radfahrens nahezulegen. Er har hierzu ein zweifellos wirksames Mittel gewählt: er geht, oder vielmehr er fährt dem Offiziercorps mit gutem Beispiel voran. So oft es feine Zeit erlaubt, fährt ec ans einem Zweirade über die Pariser Boulevards. Das gute Beispiel hat gewirkt: eine sehr große Anzahl von Offizieren der Variier Garnison betreibt bereits den Radfahrsport mit ostentativem Eifer. (Matt denke sich einen deutschen Kriegsminister als Radfabrer.)
Landwirthschaslliche Minke und Rathschlage
. △ «uS Vberhessen, Anfang Mai.
veiträge zur Bekämpfung der MatkLferplage.
In unserem vorigen Beitrage wiesen wir daraut hin, baß unser Vaterland alljährlich um einige hundert Millionen durch die Maikäfer und ihre Nachkommenschaft gezehntet wird. Da kommt uns nun soeben ein Blatt zur Hand, welches miitheilt, daß nach der Schätzung Sachverständiger die Maikäfer und ihre Abkömmlinge in Frankreich alljährlich einen Schaden von 2000 000 000, sage und schreibe Zweitausend iMilltone« Kranken, an landwirthschaftlichen Produkten vernichten. Das ist so eine Art leidiger Trost für uns in Deutschland, wo wir doch so arg noch nicht mitgenommen werden. Daß das Geschmeiß die UnterhaltungS'osten von Millionen Menschen wegsrißt, ist sicher, darum drauf und dran und alles zur Vernichtung vorbereitet.
Kaiser, Bismarck und Moltke erhalten haben, sind ebenfalls herübergebracht worden und werden in der Jndustriehalle, natürlich unter Bewachung, zur allgemeinen Ansicht ausgestellt fein: Ein goldener Humpen in getriebener Arbeit, reich besetzt mit Jcwelcn, gewidmet Kaiser Wilhelm II.; Medaille der königlichen Akademie der Künste, gewidmet Kaiser Wilhelm I.; Gratulationsadreffe der Stadt Berlin bei Gelegenheit der Rückkehr deS Königs vom Kriege im Jahre 1866; Adressen brr Provinz Schlesien und Stadt München zur goldenen Hochzeit im Jahre 1879; Glückwunschadreffen der Städte Köln, Berlin, Breslau und der Frauen von Köln zum 90jährigen Geburtstage von Kaiser Wilhelm. Kunst- gegenstände, welche Kaiser Friedrich III. gewidmet wurden: Glückwunschadreffen der Provinz Sachsen, Stadt Berlin und Nürnberg zu seiner silbernen Hochzeit irn Jahre 1883; Silberbowle, Geschenk des schleSwig-holsteinischen Adels an Prinz Heinrich von Preußen zu seiner Vermählung. Ehrengeschenke und Adreffen an Fürst BiSmork, darunter silbernes Tafelservice, Ehrenschild aus Silber, Bowle, gewidmet von deutschen Studenten, Ehrcn-Bürgerpatente der Städte Berlin, Bremen, Köln, Dresden, Duisburg, Hamburg, Hanau und Lauenburg, in prächtigster künstlerischer AuSsÜhrung. Ehren geschenke und Adreffen des verstorbenen Feldmarschalls Moltke. Sein Feldmarschallstab. Urkunden dcS Ehrenbürgerrechtes der Städte Hamburg, München und Merseburg. Die verschiedenen ErgebenheitSadreffen, welche dem Helden zu Theil wurden, ruhen in einem Schrein aus Ebenholz, reichverziert mit Silber. Zu erwähnen ist auch noch die Votivtafel, welche feine Geburtsstadt Parchim in Mecklenburg nach der Ausstellung an Moltke'S Hause anbringen läßt. Es werden ferner in dieser höchstintereffanten Abteilung allerlei Ehrenpreise, welche der deutsche Kaiser bei Wettrennen, Regattas und dergleichen vergeben bat, zu i'ehen fein, darunter silberne Humpen, eine silberne Büste Kaiser Wilhelm II., eine Silberuhr, alles Wunderwerke der Kunst. Die PortraitS des deutschen Kaisers und der Kaiserin in geschmackvollen Dronce Rahmen, werden ebenfalls vorhanden fein, sowie viele andere Gegenstände, zu zahlreich, nm hier angeführt zu werden. Welche Industriellen oder Städte sich besonders hervorragend an der Ausstellung betheiligen werden, werde ich in einem zweiten Artikel behandeln. S. K.
Verschiedene Forscher und Gekehlten, haben sich — weil der an* gerichtete Schaden doch gan» enorm ist — tn den letzten Jahren mit Erforschung der Naturee'chichte dieses Geschmeiss abgegeben. Da stellte sich nun heraus, daß wir über Manche« ganz fatsche Ansichten batten. Man glaubte seither: c6 dauert 4 Jahre, bi« au« dem 6i eine« Maikäfers wieder ein Maikäfer wird. Die neuesten Forschungen baden indessen borget fron, daß die Entwickelungszeit von dem Klima des betreffenden Landstriches abbängt. So ist diese Zeit in wärmeren rändern, wie in der Schwei, und Südftankreich eine kürzere, sie dauert nur 3 Jahre. In den milderen Gegenden Deutschland« brauch! der Käser 4 Jahre, tn Norddeulschland 5 Jahre,u seiner Entwickelung.
Werter haben die Forschungen des Herrn Dr. Kienitz tnterriiantr Ausschlüsse über da« Leden der Engerlinge le der frX gedra^'. Man glaubte seither, ter Engerling ver,ehre nur VUee-eeWaGe, was aber nicht richtig ist. Wurzeln und Keimlinge liebt er sehr, er macht auch Unterschied unter diesen Slcsien, wie sich jeder Var b- wir'h leicht ü bei zeugen kann. So frißt die Larve mit Vorliebe die Wurzeln von Salat, Erdbeeren und alle Kohl rten. Dagegen macht er sich au« Kleewurzeln sehr wenig. Der Engerling ist aber auch ein Hleifchfreffer, denn wenn er bei seiner Wühlarbeit auf einen saftigen Wurm stößt, macht er sich darüber her, erwürgt ihn und kaut tagelang an diesem Leckerbissen. Damit ist e« aber noch nicht genug, denn der Engerling frißt avch feinesgleichen. Wenn »wei Larven in der Erbe aufeinander tieften, endigt bu Begegnung damit, daß der Stärkere den Schwächeren auffrißt. Hier hat also die Natur selbst dafür gesorgt, daß da« Ungeziefer ntcht zu 'ehr überhand nimmt. Da die älteren Generationen der Engerlinge stärker sind, al« die jüngeren, so werden die Letzteren von den Ersteren zum großen Theile vernichtet. Die Aelteren sorgen also auch bafür, baß in der Zwischenzeit keine Flugjahre, wenn auch weniger reich, entstehen können.
Nachdem wir dem sreundlichen Lesir kurz vorgeiühri haben. waS die Neuzeit über va« Leden der Engerlinge in der "rde an« r icht gesörd rt Hai, wenden wir un« iu dem Hauptpunkie Wie kann man das Ungeziefer am sichersten aus der Welt schaffens
Man hat verschiedene Mittel in Vorschlag gebracht. Versuche haben dargethan, daß bas Benzin ein autgetddmctt« Mittel zur Vernichtung der Engerlinge ist. Mit drei Gramm Benzin kann man einen Cuabratmtfer Land vollständig von Engerlingen säubern. Der Landwirthschast ist m-t dieser Entdeckung wei ig pcNent, denn der Bauer kann unmöglich seine Grurdstücke m'l Benzin tränken. Die Entdeckung bat daher für die Landwirthschast, so lange man das Benzin nicht fässerweise um einige Groschen kaufen kann, nur wisten- schafilichen Werth. Ein Ziergartenbesißer könnte aber schon.' eder eineProde machen; er könnte lieber einige Italer für Benzin tu< geben, al« s Le schönen Sträucher und Blumrn von Engerlingen zernagen lasten.
Ein anderer Gelehrte hat d.n Versuch gemach«, di« Bacterio- logie gegen die Maikäfer in« Feld zu führen, rote man die« auch bei der Mäuseplagr juroiUm mit Erfolg — hie und da auch erfolg» Io« — versucht hat. Die Gelebrten haben nämlrch gesunden, daß ein Pilz den MarkLfern sehr gefährlich ift. Dieser Pilz ist dem Traubmfchtmmel nabe verwandt; er richtet auch unter den Leidenraup n Unheil an. Die französischen Bactcriologen blschäitigen sich besonder« mit dem Matkäferpilz, der den 'Namen Botryti* Aenella erhalten hat. Man brachte z. B. 100 Stück Maikäfer in einen ver- such-kastrn und ließ etliche ii ficirle Käfer dazu. Die Wirkung war mörderisch, denn alle 100 Stück Ingen an der betoorgetuzcnen BotryliSepidemie zu Grunde. Das ist errnuthigend, abr — viel ist damit auch nicht gewonnen. Ja, wenn die gante Maikäfergefellschast in einem riesigen st asten eingciargm werden konnte, ließen sie sich leicht durch die Botrytikpest beseitigen. So aber fliegt da« Geschmeiß in b.r Luft herum und da ist mst der Seuche nicht recht beizukomuren. Don and rer Seite wurde vorge chlagen, man folle die Sporen de« BotrytiSpilze« auf Bäumen und rludnrn autfhtutn, wo sich die Käser gerne aushalten: auf Eichen, jtafianten und ionftiaen Bäumen Der Pilz schadet den übrigen Gewächsen nicht«. Besuche wurden noch nicht gemacht, vielleicht gelingen sie.
Daß der Maikäfer auch einigen Nutzen dringen kann, soll doch nicht unerwähnt bleiben, denn da« G.slug'l und die Schweine stellen dem Schädling eifrig nach. Die Hühner sind ganz besonder» versessen auf die Käfer und reißen sich förmlich darum. Auch die Menschen verspeisen den Käfer, indem sie eine Luppe darau« her- stellen. Große Feinschmecker behaupten sc gar die Matkäfcrsuppe, wenn sie aus hart in Butter gerösteten Käfern mit Fleischbrühe, Küchenkräutern und Gewürzen hergerlchtet sei, überträfe die Kret suppe bet weitem. Eine Probe hat Einsender noch nicht gemach:. V Der Käser richtet große Verwüstungen an und frißt ben Men ich en Millionen vor dem Munde weg, ohne zu nützen. Darum muß Alles zur Vernichtung bereit gebalten werden. Es ist daraus hinzuwrrken, baß überall oorgegangm wird. Lassen einige Gemeinden die Lache „Huntern", bann ist der Erfolg precLr. Da« aufzuwend'nde <’vlb bleibt meisten« bi« zum letzten Piennia in den Gemeinden e« ist also gut angewandt. Vielleicht ift die Wissenschaft bi« ,um nächsten fflugjahre soweit vorangeschritten, daß wir mit Botryti«sprihen dem Geschmeiß aus den Leib rücken können. Im Jahre IH'.U bleibt nicht« andere« übrig, al« da« Ungeziefer zu sammeln und tu vernichten Im Hinblick aus die Millionen, welche gefährdet sind, geh« man recht-ktttg und gründlich zu Werk!
Literatur und ICitnfL
— Gießener Universität« Laschend«» für da« Sommer femefter 1893. Herausgegeben von Free« ä laiche, Lei ter «weg >3. Das in Taschenformat erschienene Büchelchen eriibäii »o ziemlich Alle«, wa« für den mit der Universität in irgend einer Beziehung stehenden, sei e« al« Lehrer, Student usw, zu wisten nöthig erscheint. AI« Anhang enthält da« Taschenbuch ein reiche« Verzeichnis von Werken über Staatswistenschast, Geschichte, Biographien, Memoiren, Briefwechsel, Kriegswtstmschasi, Erdbeschreibung. Länder und Völker künde, Atlanten, Karten, Encoelopädlen usw.
— Roderich Benebix: Ter mündliche Vortrag. <n Lehrbuch für Schulen und zum Selbstunterricht. Erster Theil:.Die reine und deutliche Aussprache de« Hochdeutschen. Siebente, durch- gesebene Auflage. Preis 1 Mk., gebunden 1 50 Mk. Verlag von I. I. Weder in Leipzig. Die Siothwmdigkeit, öffentlich zu sprechen, und die« gut und mit Erfolg zu können, macht sich von 7ag zu Tag mehr gellend. Schon seit geraumer Zeit wird auch In den Schulen diese Nothwendigkeit erkannt und große Aufmerksamkeit auf einen guten Vortrag verwendet. Ein Lehrbuch zu schaffen, in welchem die hierbei in Anwendung kommenden Grundsätze entwickelt und in bestimmte Regeln gebracht worden sind, war der Zweck de« hier an aekündigten Werke«. Da« erste Ersorderniß eine« guten Dorttag« ist die reine und deutliche Au«ipiache. Die erste AbtheUung unsere^ Buche« lehrt diese, indem sie die reine Aussprache der einzelnen Laute feststem, auf die Dialectanklänge und auf die am meisten ter* kommenden Fehler und Nachlässigkeiten der Aussprache aufmerksam macht und sie zu vermeiden lehrt. Durch zahlreiche Hei'pIHe wird die Hebung vorgeschrieben und erleichtert.
Wichtig für Hausfrauen.
Beruh. Cert Pee-huteln. gMteaartnfabr. In «sitzt taufen i. X*., fertigt aus Walle, alten aestrtckren. gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abfällen tzotttzare und GetzieOeue «taffe für Samen, Herrei, unb Mntzer, sowie «taffe |u «artttrtu tn M rnatzernsien «ullern Hi villi-fter Greis- stellt»»»- and schnellster vedienunM.
Annahme unb Muster lager tn Gieße« bei [1»
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