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Gießen, den 12. December 1893.
Großherzoglichcs Kreisbauamt Gießen.
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betreffenden Depeschenrrägers vor dem Thore veranlaßt wurde, inne zu halten. Kürschner wurde loSgeschoallt und wieder abgeführt- er war zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Don Allen, die ihn bei jenem Vorgang gesehen hatten, wurde die Kaltblütigkeit und Verstocktheit geschildert, die er an den Tag gelegt hatte. Er behauptete nach wie vor unschuldig zu sein. Rach einer Reihe von Jahren machte er wieder von sich reden. Er hatte im Zuchthaus einen verwegenen Mordversuch gegen einen jetzt verstorbenen hohen AnstaltSbeamren begangen. Er hatte sich bei ihm 'melden lassen, um ihm unter vier Augen etwas zu offenbaren und bei dieser Gelegenheit hatte er plötzlich ein Dchuhmachermesser hervorgebracht und damit wie rasend nach dem Kopf und Hals jenes Beamten gestochen. Der letztere wurde schwer verletzt, kam jedoch mit dem Leben davon. ES ist selbswer- stündlich, daß man den gefährlichen Menschen nunmehr in strenger Haft gehalten und in Ketten und Banden gelegt hat. Gleichwohl lebte derselbe gesund weiter und brachte so mehr als ein Menschenalter im Zuchthause zu. Erst in letzter Zeit ist seine Straft gebrochen. Er ist siech und krank, so daß seine Auflösung in allernächster Zeit zu erwarten steht. Angesichts seines nahen Todes soll er nunmehr auch ein umfassendes Geständniß abgelegt und die Ermordung des Kaufmanns Markert unumwunden eingestanden haben. Von den vielen Tausenden, welche seit einer langen Reihe von Jahren das Zuchthaus in Waldheim bevölkert haben, ist K. sicherlich als der Gefährlichste und Verwegenste zu bezeichnen.
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ungesehener und allgemein beliebter Bürger Leipzigs, war in dem Geschäft zurückgeblieben, um noch ungestört zu arbeiten, war dann nicht nach Hause gekommen und früh bei dem Oeffnen des Geschäftes mit eingeschlagenem Schädel hinter der Ladentafel tobt aufgefunden worden. Vermißt wurden Uhr, Kette und Ring des Ermordeten, sowie über 100 Thaler Geld. Der Vorgang erregte daS größte Aufsehen, und zwar nicht blos in Leipzig, sondern im ganzen Lande. AlS der Thal verdächtig wurde bereits am folgenden Tage der ehemalige Markthelser und Schneidergeselle Kürschner verhaftet, der bei dem Ermordeten kurze Zeit in Stellung gewesen war. Die Verdachtsmomente gegen ihn häuften sich, trotzdem er aufs Frechste leugnete und für alles gewandte Ausreden bereit hatte. Schließlich wurde er vom Bezirksgericht Leipzig für überführt erachtet und zum Tode verurtheilt. Es kam dann der Krieg von 1866 dazwischen, durch den die Frage über das Schicksal deS Verbrechers auf längere Zeit vertagt wurde, bis schließlich König Johann, der bekanntlich eigentlich ein Gegner der Todesstrafe war, sich entschloß, von seinem Begnadigungsrecht nicht Gebrauch zu machen. Tag und Stunde der Hinrichtung wurde festgesetzt- ganz Leipzig befand sich in Aufregung, weil doch hier und da noch an der Schuld -Kürschners gezweifelt wurde. In jenen Tagen befand sich König Johann das erste Mal nach dem Kriege in Berlin. Dort beschloß er — wie man sich damals erzählte, aus Dankbarkeit über die herzliche Aufnahme, die er in Berlin gefunden — den Todescandidaten telegraphisch zu begnadigen. Das Telegramm blieb aus einer wohl nicht ganz aufgeklärten Ursache unterwegs lange Zeit liegen und kam erst früh ganz kurz vor dem Zeitpunkte in Leipzig an, zu welchem die Hinrichtung im Hofe des damaligen Bezirksgerichts stattfinden sollte. Kürschner lag bereits unter dem Fallbeil, als in der letzten Secunde noch der Landesscharfrichter Brandt durch daS Schreien und „Gnade"-Rufens des Publikums und des
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Es werden daher Alle, welche Ansprüche an staglichen Nachlaß zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche bmnen 14 Tagen dahier anzumelden, andernfalls sie bei Ordnung des Nachlasses Berücksichtigung nicht finden können.
Gießen, 9. December 1893.
Großherzogliches Amtsgericht.
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unb gesellschaftlichen Leben dieser Linder im Winter einen ganz spezifischen Eharocter verleiht, war bis vor Kurzem bei unS, vorn Schlittschuhlaufen abgesehen, ein allgemeiner SHebtrganfl des sportlichen Treibens die Signatur der kalten Jahreszeit. Zwar ist mit der erfolgreichen Einführung des Schneeschuhlaufens ein bedeutsamer Schritt in dieser Beziehung vorwärts gethan aber ganze Gruppen des Wintersports sind bis zur Stunde noch unbekannt oder harre» einer kräftigeren Entwicklung. Der SiegeSzua jedoch, den der Schnee- schuhsport seit seiner Einbürgerung in unserem Vaterland« nahm, hatte das Interesse am Wintersport geweckt und so ist es denn all ein überaus glücklicher Gedanke zu bezeichnen, daß die Verlagsbuchhandlung von I. I. Weber in Leipzig der Zahl ihrer rühmlichst bekannten Katechismen einen „Katechismus des Wintersports" angereiht hat, als denen Verfaffer Max Schneider erscheint, der Herausgeber deS „Tourist", welchem dal Verdienst gebührt, zuerst daS Schnee» schuhlaufen in Deutschland heimisch gemacht zu haben und welcher auch den übrigen Wintersportsarten ein eingehendes Studium qe» widmet und sie in der Praxis erprobt hat. Tatz Schneeschudlaufen nach nordischem und kanadischem Muster, der Schlittensport in seinen sämmtlichen Erscheinungsformen, daS Schnee und Eissegeln, die englischen, schottischen und amerikanischen Eisspiele werden in lebendiger Darstellung geschildert und, wie auch in dem Abriß über daS Schlittschuhlaufen, dem Leser eine genaue Kenntnitz der SvorlSgeräthe in ihren verschiedenen Formen und Typen vermittelt. Zahlreiche nach Momentphotograpbien und Originalmodellen entworfeneIlluftrationen machen eine besondere Zierde des LuchcS aus, daS für Alt und Jung eine fesselnde Lectüre ist und für den Weihnachtstisch eine gern gesehene Gabe bilden dürfte.
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