Ausgabe 
13.8.1893 Erstes Blatt
 
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führung der Arbeitsruhe am 1. Mai zu unterstützen. Bebel fand damit nicht einmal die Zustimmung aller Deutschen. Mit 13 gegen 4 Stimmen wurde der Antrag der Commission angenommen. Um die Niederlage abzuschwächen, erklärte Singer, sie könnten den Commissionsantrag wohl in der englischen Fassung annehmen; der deutsche jedoch sei ungenau übertragen. Doch der Präsident erklärte, der französische Text sei maßgebend, und mit diesem stimme der deutsche Text überein. Darauf enthielten sich die Deutschen her Abstimmung über den ganzen CommissionLbeschluß.

Zurich, 11. August. Die Nachmittagssitzung war der Berathung über den Schutz der Arbeiterinnen ge- widmet. ES sprachen lediglich Frauen für einen erweiterten Arbeitsschutz der Frauen, ohne daß prinzipielle Gegensätze hervorgetreien wären. Schließlich wurde der auf den Ausbau des Arbeiterschutzes lautende CommissionSantrag angenommen mit einem Zusatz der Russin Kulischoff, welcher gleichen Lohn für Männer und Frauen verlangt, wenn sie gleiche Arbeit verrichten. Gegen Schluß der Sitzung wurde die Berathung über die parlamentarische Taktik eröffnet.

Nerieste Nachrichten.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 11. August. Sicherem Vernehmen nach schifft sich Prinz Heinrich von Preußen in Spezzia, nicht in Neapel zu den großen italienischen Marinemanövern voraus­sichtlich am 16. September ein.

Berlin, 11. August. Meldungen aus Danzig zufolge werden Pläne ausgearbeitet, dort großartige Anlagen für einen Freihafen zu schaffen, welcher allerdings große Summen in Anspruch nehmen, dafür aber wesentlichen Einfluß auf die Leitung deS Handelsverkehrs auSüben werde.

Berlin, 11. August. Wie dieKreuzzeitung" auS Wien meldet, wird der Handelsvertrag mit Spanien dem­nächst abgeschlossen.

Prag, 11. August. Nachdem der Gemeinderath trotz deS Verbotes der Statthalterei fortfährt, Straßentafeln mit czechifchen Namen anzubringen, steht deffen behörd­liche Auflösung bevor.

London', 11. August. Aus allen Theilen Englands werden große Verheerungen gemeldet, welche das gestrige Gewitter durch Blitz und Hagelschlag anrichtete.

New Castle, 11. August. Hiesige Blätter berechnen die wöchentlichen Verluste der Arbeiter und Bergwerks­besitzer auf 37 Vr Millionen.

Malta, 11. August. An Bord des DampfersFischer" wurden drei Fälle von Cholera constatirt.

Newyork, 11. August. Im Gefängniß zu Frankfurt (Kentucky) versuchten mehrere Gefangene, die Gebäude zu sprengen. Bis jetzt konnte nicht ermittelt werden, wie die Sträflinge zu den Sprengstoffen kamen.

RemhardSbruun, 12. August. Nach heutigem Bulletin über das Befinden des Herzogs von Coburg über den gestrigen Tag und die vergangene Nacht verliefen diese zwar ungestört, jedoch läßt sich infolge der geringen Nahrungs­aufnahme ein Nachlaffen der Körperkräfte nicht verkennen.

25. Sitzung des hessischen Eisenbahn- Beiraths.

Darmstadt, 10. August 1893.

Die Begutachtung der vorliegenden Entwürfe des Winter­fahrplans der Main-Neckar-, Heff. LudwigSbahn und der Ober­hessischen Bahnen ergab nur sehr geringfügige Beanstandungen, welche soweit sie ausführbar und berechtigt erschienen, von den DirectionS-Vertretern zur wohlwollenden Berück­sichtigung entgegengenommen wurden. Der Vertreter der Handelskammer WormS constatirt mit Worten deS Dankes, daß in den neu vorliegenden Entwürfen früheren Anträgen nach Möglichkeit Rechnung getragen worden sei und entsprach da­mit der Auffassung sämmtlicher Collegen. Zu dem Main-Neckar- Fahrplan beantragte die Handelskammer Gießens, dem um 6 Uhr 55 Min. Abends in Frankfurt a. M. landenden Personenzug der Main-Weserbahn direkten Anschluß nach Darmstadt zu geben durch Späteriegung deS Localzugs Nr. 91 jener Bahn, waS von dem Herrn Director der Main-Neckarbahn bereitwilligst zugesagt wurde. Ein anderer Antrag von gleicher Stelle, den Localzug Nr. 95 der Main- Neckar-Bahn (vorgesehene Abfahrzeit 7 Uhr 55 Min. Abends) etwa 1 Stunde später zu legen, da der nächstfolgende Personen- zug erst 11 Uhr 5 Min. abgehe, soll in Erwägung gezogen werden. ES gewänne hierdurch der 8 Uhr 45 Min. in Frankfurt ankommende Schnellzug' der Main-Weser-Bahn Anschluß an die Nebenstationen der Strecke Frankfurt-Darm­stadt. Herr Geheimrath Michel theilte der Versammlung m,t, daß nach Einführung des StaffeltarifeS für Stationen der preußischen Staatsbahnen eine größere Anzahl von hessischen Müllerei- und Mälzerei - Betrieben nidjr mehr concurrenzsähig seien,- dieselben müßten ihr Getreide über jene Staffeltarif - Stationen beziehen, dort umkartiren lasten und von da außer der gewöhnlichen Fracht noch Expcditionögebühr entrichten. Er beantrage zum MindestenErlaß der letzteren." Die Versammlung, überwiegend auö Gegnern des StaffeltarifeS bestehend, lehnte den Antrag Mainz ab man besürchtete, daß in der Ge­währung deS ZugeständnisteS eine moralische Unterstützung des StaneltarifS erblickt werden könne. Vor Schluß der Sitzung hielt der Vertreter der Handelskammer Gießen einen auSsührlichen Vortrag über die schädigende Wirkung, welche die Umwandlung der Schnellzüge 76 und 75 der Main- Weser - Eisenbahn in Fernzüge aus die Verkehrsinteresten seiner Stadt im Gesolge habe, warm unterstützt in seiner Beschwerde durch die Herren Geheimrath Altvater und Stadtverordneten Schiele. ES entspann sich eine lebhafte DiScussion, deren Nesumv war,daß eS sich rechtfertige, bei Fernzügen, um ihnen ihren Character zu wahren, eine Platz- gebühr zu erheben, daß eS indessen eine unberechtigte Harre

sei, Zugverbindungev, welche (wie im concreten Falle) lange Jahre dem Lokalverkehre gedient, zu solchen umzuwandeln." Großh. Ministerium sagte seine Unterstützung in dieser An- gelegenheit zu.

CocaUs und provinzieller.

Gieße», 12. August 1893.

** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordueleu Montag den 14. August 18 9 3, NachmuragS 4 Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Schützenvereins Gießen um Be­lastung einer für. WinhschaftSzwecke errichteten Feschalle. 2. Decretur von Kostenrechnungen. 3. Anlegung einer 8er- bindungSstraße vom Brandplatz nach der Grünbergerstraße; hier Auffüllungskosten der Moltkestraße. 4. Bureaubedürfniste bei der Stadtkaste; hier: Versetzen deS GaSmesterS im Bürger- meistereigebaude. 5. Anbringung von Plakattafeln und An­schlagsäulen. 6. Herstellung von Einfriedigungen in den Anlagen. 7. Gesuch des W. Seuling und Genosten um Fortführung der Schottstraße. 8. Die Friedrich Bücking- Stiftung- hier: Auslegung bezw. Aenderung des § 4 der Stiftungsurkunde. 9. Uneinbringliche Posten und Nachlässe. 10. Gesuch des August Lang um Ertheilung der Concession zum Ausschank von Branntwein. 11. Sonntagsruhe im Handelsgewerbe.

** Zu dem in unserer gestrigen Nummer enthaltenen Auszug aus dem Rechenschaftsbericht de« hiesigen Thierfchutz- vereine« betr. Mißstände undThierquälereien" im hiesigen Schlachthaus erfahren wir von zuständiger Seite, daß der Obermeister der Fleischer-Innung, Herr P i r r, welcher im Thierschutzverein für jene angeblichen Quälereien hauptsächlich das unzweckmäßige Bktäubungsmaterial verantwortlich ge­macht hat, an dem letzteren lediglich auSzusetzen hatte, daß bei der vorhandenen SchlachtmaSke für Großvieh der Schlag­bolzen etwas zu schwach und bei dem Betäubungshammer für Schweine der Kopf der Schlagfläche etwas zu groß sei. Wie­wohl beide Werkzeuge seinerzeit nach in auswärtigen Schlacht­häusern gebrauchten Mustern beschafft worden sind, so sei doch um allen Wünschen gerecht zu werden zur An­schaffung weiteren Betäubungsmateriales nach den Vorschlägen deS Obermeisters ohne Weiteres Auftrag gegeben worden. Dagegen habe von Annahme eines besonderen Schlägers Seitens der städtischen Schlachthaus - Commission abgesehen werden müssen, weil ein solcher so gut wie keine Arbeit finden würde, solange die hiesigen Metzger im Gegensatz zu anderen Städten und namentlich auch zu dem benachbarten Frankfurt es für gut finden, nahezu fämmtlicheS Horn- Vieh zu schächten und insolange die Erlernung deS Schlagens (d. h. Betäubens) von Schweinen Seitens der Metzger noch für einen, nur am lebenden Thier zu erlernenden Zweig der Ausbildung jedes angehenden Metzgers gehalten wird, (wie­wohl anderseits so z. B. Seitens des Berliner Thterschutz- Vereins dafür eingetreten wird, daß jene Uebung auch am Modell erworben werde, bezw. erworben werden könne). Diesen beiden Fragen ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden, möchte eine würdige Aufgabe ebenso der Fleischer-Innung wie des Thierschutz-Vereines sein.

** Diebstahl. In der Nacht vom 10. auf den 11. d. Mts. wurde von einem auf dem eingefriedigten und verschlossenen Burggraben" aufgestellten Kaufmannswagen ein Sack mit 50 Pfund Kaffee und ein Sack mit dürren Zwetschen ent­wendet. Der Verlust war von den Fahrknechten früh bei der Abfahrt bemerkt worden.

** Sachbeschädigung. Gestern Nachmittag d e m o l i r t e n mehrere Schuljungen unter 12 Jahren ein amHardtberg" gelegenes, unbewohntes Häuschen, indem sie Fachwerke ein­schlugen, ein Loch in die Zimmerdecke brachen, Ziegel vom Dache abdeckten und herunter warfen. Den Beschluß bildete ein Angriff auf einen Birnbaum, der denn auch richtig ge­plündert wurde.

** Anerkennung. Dem Schwimmlehrer Philipp Stein zu Mainz wurde in Anerkennung der von demselben am 2. l. M. mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung der 10 jährigen Franziska Steinborn von da vom Tode des Ertrinkens von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog eine Geldprämie verliehen.

* Da hinsichtlich der künftigen Dienstpflicht der Ersatz- reservisten vielfach irrthümliche Ansichten verbreitet sind, so sei daran erinnert, daß in der Begründung der Militär­vorlage in dieser Hinsicht folgende Ausführungen enthalten waren:Die Aushebung der Ersatzreservisten im bisherigen Sinne, welche beizubehalten bei gleichzeitiger Einführung der zweijährigen Dienstpflicht zur Unmöglichkeit wird, kommt in Fortfall. Die Einrichtung als solche und die UebungS- pflicht bleiben bestehen, da die Nothwcndigkeit vorliegt, körperlich minderwerthige Mannschaften in einigen Spezial­zweigen z. B. VerwaltungS- und Krankendienst mit beschränktem Umfang auszubilden." AuS diesen klaren Aus- sührungen ergiebt sich, daß die bisherigen Einziehungen von Ersatzreservisten auf zehn, sechs und vier Wochen zur Ausbildung mit der Waffe fortan allgemein in Wegfall kommen, daß dagegen diejenigen Gestellungspflichtigen, die künftig der Erfatzreferve zur Verwendung im 8er waltungS- ober Krankendienste überwiesen werden, in be­schränktem Umfange zur Ausbildung herangezogen werden können.

Stangenrod, 10. August. Seit Montag Margen wird ein zwölfjähriger Junge von hier, Heinrich Wirth, vermißt. Derselbe ist anscheinend entlaufen. Es wird gebeten, denselben seiner Mutter, Elisabethe Wirth in Stangenrod, wieder zuzu­führen oder Nachricht über dessen Verbleib an dieselbe gelangen zu lassen.

Lauterbach, 11. August. Das diesjährige Hainigfest findet Sonntag, den 20. d. Mts. statt und soll vom hiesigen Turnverein arrangirt werden.

?Eugelrod, 11. August. Ein entsetzlicher Unfall

ereignete sich vorgestern auf der Straße zwischen hier tnu Lauterbach. Von dem mit Mars beladenen Fuhrwerk de» hiesigen BürgermelfterS sprang während der Fahn ein hiesiger Mann ab, um daS Hemmwerk zuzuschrauben. Hierbei glitt derselbe auS, kam unter die Räder und diese zermalmte» ihm den Kopf. Der Tod trat auf der Stelle ein.

Ällfcll, 9. August. DaS amtliche Wahlrefultat ergab Bindewald 6314, Backhaus 5358 Stimmen. Wahlberech­tigt waren 17,285, gewählt haben 11,652 Wähler, davon 25 ungiltig.

Fürth i. Odenw., 9. August. Dor dem hiesigen Schönen­gericht kam heute die Beleidigungsklage des Fabrikanten Kreuzer von Lindenfels gegen den bei der letzten ReichS- ragSwahl als Candidat der Richter'fchen Partei aufgestellte» Professor Dr. Stengel von Marburg zur Verhandlung. Gelegentlich einer Wahlversammlung zu Lindenfels kam eS in Folge von Zwischenrufen deS Herrn Kreuzer zu einem Disput, wobei Herr Stengel dem Genannten zurief.Sie sind ein infamer Mensch". Der Gerichtshof nahm an, daß der durch Rechtsanwalt GalluS von Darmstadt vertheidigte Professor Stengel gereizt worden sei und verurtheilte denselben daher nur zu einer Geldstrafe von 40 Mark, wozu allerdings noch die nicht unbeträchtlichen Kosten hinzutreten.

Mainz, 11. August. Copellmeister Kern vom 118. Inf.« Regt., der bekanntlich wegen MajestätSbeleidigung verhaftet worden war, befindet sich, wie derFrkf. Ztg." berichtet wird, wieder auf freiem Fuß. Er soll dem vernehmen nach freigesprochen sein.

Mainz, 12. August, 11 Uhr Dorm. Die Inter­nationale Bäckerei-AuSstellung wurde soeben in Anwesenheit Ihrer Großh. Hoheiten der Prinzessin Al'x, bei Prinzen von Battenberg nebst Gemahlin, Plinzessin Victoria von Hessen, sowie anberer Fürstlichkeiten seierlichst durch den Staatsminister Finger eröffnet. Ungerechnet einige Kleintg- teilen, ist die Ausstellung, welche einen prächtigen Eindruck macht, vollständig fertig.

Dmnifdttc».

J Frankfurt a. M., 11. August. Im Zoologischen Garten gehen, wie wir heute dort sahen, die Aufräumung«- Arbeiten Hand in Hand mit den Vorbereitungen zum Sonntag, an dem bei Ermäßigung des EntrüeS auf 50 Pfg. für den ganzen Tag noch einmal eine Luftballon-Auffahrt voraussichtlich die letzte in diesem Jahre stattfinden soll. Zwei große BallonS sollen gefüllt und von erfahrenen Leuten geführt werden, während die Herren Latte mann und Alfred Mappes (aus Wiesbaden), jeder mit einem Doppel- Fallschirm, sich zum Absturz bereit halten. Man wird also diesmal das noch nicht dagewesene Schauspiel genießen, zwei BallonS von gleicher Größe aufsteigen und dann von jedem Ballon einen der kühnen Avronauten mit ^wei Fallschirmen, auS dem einen in den anderen stürzend, zur Erde zurückkehren sehen.

* Saßnitz a. Rügen, 5. August. ES wird denB. N. N." geschrieben : Während der am letzten Mittwoch abgehaltenen Schwimmstunde der älteren Matrosen, welche hier mit Sr. M. S.Moltke" vor Anker liegen, hatte der Maat Höller die Aussicht. Derselbe soll bei dem Unterricht die Leine, an welcher der Matrose Badlke angebunden war, loS- gelassen haben, so daß dieser in die Tiefe sank. Obgleich sofort einige Kameraden dem Badlke zur Hilfe in die Tiefe tauchten, war eS doch unmöglich, ihn zu retten. BIS heute ist der Leichnam, des Verunglückten noch nicht aufgefunden worden, trotzdem Taucher nach ihm gesucht haben und Schlepp­netze gezogen worden sind. Der in Stettin ansässige Vater des jungen Badlke, welcher in dem Ertrunkenen seinen einzigen Sohn verliert, begiebt sich täglich an Bord de«Moltke" und sieht jedem sich dem Schiffe nähernden Boote mit ruhe­loser Spannung entgegen, ob eS ihm nicht feinen tobten Sohn bringt.

Würzburg, 11. August. Lieutenant Hoffmeister, welcher wegen Verbachts focialistifcher Umtriebe verhaftet war, entsprang heute Mittag auS dem Militärgesängniß.

Saarlouis, 11. August. An bem Kaisermanöver werben zwölf BallonS der Berliner Luflschiffer«Abtheilung beteiligt fein.

* AuS dem Spatzeulebea. Man schreibt derFrkf. Ztg." auS Ostpreußen: In Kiereningken im nördlichen Samlanbe ist jüngst ein interessanter Vorgang auS dem Vogelleben beob­achtet worden. Unter den Dachpfannen eines Hauses hat ein SperlingSpaar sich ein Nest ausgeschlagen. Dieser Tage gerieth nun der seinen Jungen eine Mahlzeit zutragende Spatzenvater in einige vom Nest herunterhängende Fäden und verfing sich mit dem Kopf in einer Schlinge. In Todesangst zappelte er umher und stieß laute Hilferufe au«. Im N» waren etwa zehn Genossen dabei, ihm zu helfen. Doch wollte dies nicht gelingen. Einige schoben sich daher fliegend unter ihn und brachten ihn so auf die Dachpfannen, damit er feste» Boden unter sich hatte, und nun zausten sie mit den Schnäbeln so lange an den Fäden, bis diese gelöst und der Gefangene auS der Schlinge befreit war.

Eia hochherzige« Bermächtaiß hat ein Berliner Hof­lieferant seinen Arbeitern hinterlassen. Vor einiger Zeit verstarb der Hoflieferant H. Windler, Fabrikant chirurgi­scher Instrumente. Bei Oeffnung seines Testament« stellte eS sich heran«, daß der Verblichene sämmtlichen bei ihm be­schäftigten Personen größere Summen ausgesetzt hatte, und zwar sind für diejenigen Arbeiter, die 20 Jahre und länger hort,arbeiten, je 1000 Mark, und für die, welche 10 Jahre und langer in der Fabrik beschäftigt sind, je 500 Mark und für alle übrigen Arbeiter Beträge von je 100 Mark und darüber bestimmt. Die Summen sind von dem jetzigen Inhaber der Fabrik, dem Sohne deS Verstorbenen, noch an demselben Tage den Arbeitern auSgezahlt worden. Auch

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