tagt
1 evglts-tt. Ä x ^btn, »benburg ^5»
>L« Äfe®*. ! ltt^en Ganzen Fabrüaty, ,Eh d°» 180 W „„ ' » 240 an' ' '• 350 * " i»** «ch»4,
billig a^ngtbtn -M ‘**18!;*
er Dove!
» ersten HM„ w e ” Hnnigen Mhl- der 6eiben M
et sich anschlichen
M. vor der Wahl zu hen jreisinnigen Votts- ereinigung anjchlichen bestimmte, unzweideutige Ihrer Wahl der Pattk, rts beitreten?
rre W ähler, i MerKq. hmit 3.: iaufenhetg.
2 Uhr 5 Mm.
ctunbe }iwor am $at)nW
W5
’scfce
M-Wstalt.
reit für die Schuljugend tags von 10-12 Uhr und diesen Ztuudeu wird gute ß die verchrlicheu Eltern können. ...
n Morgens 6 M -'s c Vormittags von 6 b,s ein und bewerte, r aeß.EinpchE W > Äs* *’*
@rabiM « " jggibungm 3rS-*‘t3 ^^JetoeNieae-l'? Tstf""98we,,,e
Nr. 135
•rr
rd^rbll täglich
-* Ininntim« bH Mrmlag«
Ob,
brwt •nfctyt
. -^-Arttch br«l eil
Drittes Blatt. Sonntag den 11. Juni 1893
Gießener Anzeiger
Kmerat-Mnzeiger.
Mmnmfijitri*
2 ttart 90 Pf,. tM Vringkrlohn
Durch die Post bqtf»
4 Mark 50 Vf,
RrMrtiaa, snb fcrudrrd;
»ch.lß '
Aer«1prrch«r U
Aints- und Anzeigeblntt füv den Kveb Gietzen.
Ieee|e« le|ti,re |» 5er We^eüte^l für bca Mf<nbm Tag rrldjetnmbm fhnmacr btl Bona. 10 Uhr. yBBWWWMWMWW———WWPWR»
Hratisbeikage: Kießener KamitienKtätter.
IBc Ineoatrx-Buttatn bd In. trab KafUatal u|m lajtigrn für b<n „® lt j«a«r r* tnlyya.
"■BRSRHfffSMMHHnHB1.
Zlnrtlicher Theil.
Gießen, am 29. Mai 1893.
Betreffend: Die Ausstellung von Ursprungszeugnissen für die nach der Schweiz auszuführenden deutschen Maaren.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an Grotzh. Polizeiamt Gietzen, sowie die Groffh.
Bürgermeistereien des KreifeS Gießen.
In dcr zweiten Beilage zum Deutschen Reichsanzeiger oom 28. Februar d. I. Nr. 51 ist ein Verzeichniß derjenigen Maaren veröffentlicht worden, bei deren Einfuhr nach l»er Schweiz die Vorlegung von Ursprungszeugnissen verlangt wird.
Zur Ausstellung der Ursprungszeugniffe sind nach dem nachstehend abgedruckten durch Bekanntmachung d S Bundes- raths der Schweizerischen Eidgenoffenschaft vom 14. Februar d. I sestgestellten Formulare u. a. auch die Orts- und Poli- jeibehörden befugt. Indem wir ferner noch darauf aufmerk- sam machen, daß nach einem in der ersten Beilage zum Deutschen Reichsanzeiger vom 12. d. Mrs. (Rr. 112) ver- -ffenllickten neueren Beschlüsse des Schweizerischen Bundes- raths eine Einschränkung der ursprünglichen Forderung von IlrlprungSziU.niss n für die Einfuhr von Maaren nach der Schwei; stattgesunden hat, setzen wir Sie von Vorstehendem m Kenntniß.
v. Gagern.
Formular der Ursprungszeugnisse für die Schweiz.
D . . Unterzeichnetel).........
bescheinigt aus Grund zuverlässiger Nachweisungen der Firma ............. in.....
Amtlicher Stempel. Unterschrift
bafo die von dieser letzteren unter der Adresse.....
nach der Schweiz versandten Maaren, nämlich:
Zeichen und Nummer.
Art der Verpackung.
Tarifgemäße Maaren- bezeichnung.
Nettogewicht.
Brutto gewicht.
Erzeug
mss-
inb.
*) Ortsbehörde, Handelskammer, Polizeibehörde oder schweizerisches Konsulat.
-’) Angabe des Productionslandes. Ist der Versender zugleich Erzeuger der Maare, so ist dies anzugeben.
politische Wochenschau.
Gieße«, 10. Juni 1893.
In der komme! den Woche wird die Entscheidung in Sachen der Militärvoilage gegeben werden. Wie sie auS- sallen wird, kann heute noch nicht auch nur mit annähernder Sicherheit berechnet werden. Die hochconservatioe „Kreuzztg.", die entschiedenste Befürworterin der geplanten HeereSverstär- kung, hat allerdings bereits am letzten Montag Abend die Wahlschlacht alS schon jetzt unrettbar verloren für die Anhänger der Militärvorlage bezeichnet. DaS Blatt zieht hierbei wohl in Betracht, daß es nicht ru'gesch'offen ist, daß die Conser- vativen der freisinnigen Volkspartei einige Wahlkreise abgewinnen. ES vergegenwärtigt sich indeffen auf der anderen Seite, daß da« Centrum nach Ausscheidung einer großen Zahl zumeist adeliger Freunde der Militärvorlage mit viel geschlossenerer Opposition auf dem Plane erscheinen wird. Dazu nimmt cS dann noch ein außerordentliches Anwachsen der sozialistischen Partei seit 1890 in Aussicht. Hierin hat das conservaiive Blatt unzweifelhaft Recht. Die Zunahme der Sozialdemokratie ist geradezu ein typischer Zug der gegenwärtigen Wahlbewegung. Thai sächlich sind die Sozialdemokraten schon jetzt vollkommen überzeugt, daß ihnen am Wahltage der Löwcnantheil au« der Beute zufallen wird. „.Meine Reise ist ein wahrer Triumpszug", schreibt ein sozial- d emoktatischer Agitator dem „Vorwärts". Sei dem, wie ihm wolle, jedenfalls ist schon jetzt sicher, daß die Sozialisten einen großen äußeren Erfolg erzielen und mit einer großen Stim- mienzahl paradieren werden. Dieses Ergebniß darf Niemanden Überraschen. ES beruht nicht sowohl auf einem rapiden Umsich
greifen der sozialistischen Idee, sondern in der Thatsache, daß die sozialistische Partei in so vortrefflicher Weise organisiert ist, wie es bei keiner anderen Partei der ganzen Natur der selbstständigen Anhängerschaft gemäß auch nur möglich wäre. Die Sozialdemokratie hat auf Grund ihrer durchgreifenden Centralisation in dreimal soviel Wahlkreisen (356), als die stärksten der Gegenparteien Candidaten zu nominiren vermocht. Es ist also nur ganz natürlich, wenn arch die für die Partei abgegebene Stimmenziffer beträchtlich diejenige der anderen Parteien überholt. Im Gegensätze zu der scharfen oppositionellen Stimmung der Sozialdemok.atie hat der An- t isemitismus lediglich auswahltaktischen Gründen, um bei Stichwahlen die Unterstützung der Nationalliberalen und Son« servativen zu erhalten, noch im letzten Moment eine Schwenkung nach rechts vollzogen. Noch am 6. Mai bei der Schlußabstimmung über die Militärvorlage erklärte Dr. Böckel für sich, Zimmermann und Werner wörtlich: „Er werde mit seinen Freunden gegen die Regierungsvorlage und den Antrag v. Huene stimmen und zwar wegen der traurigen wirth- schastlichen Zustände unseres Volkes." Jetzt erklärt der „Reichsherold", daß die Antisemiten selbstverständlich für die HeereSvorlage eintreten werden, wenn die Regierung vorher die Wege angiebt, auf denen die Mittel zur Deckung beschafft werden sollen. — Die Deckungsf ra ge hat überhaupt auch in der vergangenen Woche eine erhebliche Rolle gespielt. Während der „RetchSanzeiger" noch vor zehn Tagen (Ende Mai) erklärt hatte, daß die Regierung den Antrag auf höhere Besteuerung des Branntweins und der Verdoppelung der Brausteuer fallen zu lassen n i ch t beabsicht ge, schrieb kürzlich ein Blatt, das vielfach für offiziös gehalten wird, die Forderung der Verdoppelung der Brausteuer werde nicht wiederkehren. Andererseits hat eine angesehene Kölnische Zeitung kürzlich bereits einen paragraphierten Gesetzentwurf in Betreff der Einführung des Branntweinmonopols veröffentlicht. — Zum bcfferen Verständniß des künftigen Wahlergebnisses stellen wir hierunter die Wahl- re sultäte der Jahre 1887 und 1890 neben einander, nachdem wir schon neulich über die Stärke der Parteien im
letzten Reichstage daS Nöthige mitgetheilt haben:
Deutschconservative . Freiconservative. . Naiionalliberale . . Freisinnige . . .
1887
1 147 200
736 389
1 677 979
973 104
1890
895 103
482314
1 177 807
1 159 915
Südd. Bolkspartei .
88 818
147 570
Socialisten . . .
763 128
1 427 298
Centrum . . . .
1516222
1 342 113
Polen.....
219 973
246773
Im Ganzen betrug die
Stimmenzahl
1887: 7 540 938,
1890: 7 228 524.
Bon Begebenheiten
im AaSlande
hat besonders die
Friedenskundgebung des österreich-ungarischen Ministers des Auswärtigen Kalnoky enen tiefen Eindruck gemacht. Der Minister erklärte, daß das Gefühl der Sicherheit und die Hoffnung auf Erhaltung des Frieden« sich fortgesetzt stärkten. Eine gewiffe Gefahr liege nicht in den polnischen
Absichten der Regierung, sondern in der „militärischen Situation", d. h. in dem Bestrcben der einzelnen Mächte, die anderen immer wieder durch Krregsrüstungen zu über
bieten. Die Ordnung der Verhältnisse tu Serbien und Bulgarien involviere eine neue Garantie für den Frieden. Die größte Bedeutung in dieser Richtung komme aber der Annäherung zu, welche in der letzten Zeit zwischen Oesterreich und Rußland sta tgefunden habe. Im Hinblick auf diesen Umstand dürfe man die Hoffnung aus- sprechen, daß die Anspannung der militärischen Kräfte in naher Zukunft in Europa auf hören würde, wenn auch vorläufig an eine Abrüstung noch nicht gedacht werden könne.
Locales ttnö Provinzielles.
Gießen, 10. Juni 1893.
Sitzung de8 Schwurgerichts der Provinz Oberheffen am 9. Juni 1893. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Heinrich Muhly von Allendors a. d. Lda wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertrat der Großh. Staatsanwalt Schilling-Trygophorus, die Bertheidigung führte Rechtsanwalt Metz, als Geschworene .wurden ausgeloost die Herren: August Gros, Erich Waffersch- leben, Heinrich Hofmann VIII., Louis Hornberger, Philipp Amend HI., Georg Seum II., Johannes Carle II., Wilhelm AlthauS, Wilhelm Conrad Görlach, Wilhelm Jehner, Wilhelm Ramspeck II. und Johannes Frank II. — Die Verhandlung
gegen den erst 25jährigen, schon mehrfach vorbestraften Angeklagten fand auf Antrag der Staatsanwaltschaft unter Ausschluß der Oeffentlichkrit statt und endete, nachdem die- Geschworenen (Obmann Herr Erich Wafferschlebcn) daS „Schuldig" ausgesprochen, mit der Verurtheilung deS Angeklagten in eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren unter Aberkennung der bürgert chen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren.
** Der Getreidemarkt. Der Getreidemarkt wies in letzter Zeit mehrfache und nicht unerhebliche Preisschwankungen auf, die mit den widersprechenden Saatenstandsberichten und den von einem Tag zum andern veränderlichen Wetterprognosen zusammenhing-n. Diese Schwankungen prägten sich spectell im We'zengeschäst auS, in welchem sogar zeitweilig eine nicht unerhcb iche rückläufige Preisbewegung eintrat, eine Erscheinung, zu der allerdings die aus Nvldamerika gemeldeten niedrigeren Weizennotirungen beitrugen. Inzwischen hat sich jedech Weizen wieder ziemlich erholt, und bei Roggen, wo anfänglich auch Ermattung Platz gegriffen hatte, scheint jetzt eine feste Tendenz eintreten zu wollen. Hafer wies auf den meisten Plätzen eine recht matte Haltung bei sehr mittelmäßigen Umsätzen auf. Notirungen an der Berliner Producten- börse: Weizen per 1000 Kilogramm von 151 bis 163 Mk., Roggen von 143 bis 149 Mk., Hafer von 158 bis 172 Mk., Gerste von 123 bis 172 Mk.
— Zu der in den letzten Jahren vielfach erörterten Bürgermeisterfrage im Großherzogthum tzesteu hat auch der Reiltstags-Candidat der antisemitischen Partei in unserem Wahlkreise, Gutsbesitzer Köhler in Bettenhausen Stellung genommen. Wir geben daS in Nr. 476 deS „Reichs Herold" veröffentliche Schreiben deS Herrn Köhler hier wieder, eS unseren Lesern überlastend, selbst Betrachtungen über daS darin Behauptete anzustellen. Herr Köhler schreibt nämlich. Unter Bezugnahme auf die Einsendung in Nr. 474 erlaube ich mir ganz besonders zu betonen, daß Ortsgericht, Arb eite rversicherungu. Handelsamt (soll wohl heißen Standesamt) unbedingt von der Bürgermeisterei getrennt werden sollten. Wäre dies einmal der Fall, dann wäre eS keine Kunst mehr Bürgermeister zu sein und eS könnte füglich alle drei Jahre (nach vorangegangener dreijähriger Thätigkeit als Beigeordneter) eine frische Kraft in daS Amt eintteten. Ob die alten, mitunter lebenslang amtirenfren Bürgermeister ein großer Segen für unsere Gemeinden gewesen sind, i t sehr fraglich. Ich wenigstens kenne auf Gotteserdboden nichts, waS halsstarriger, unzugänglicher, unbelehrbarer, dünkelhafter, hemmschuhartiger war, als diese alten erbeingesestenen Bürgermeister. Es giebt wohl einzelne e'^renwerthe Ausnahmen, aber sie sind an den Fingern der einen Hand abzuzählen. Drum immer frisches Blut, meine ich. Frische Besen kehren gut. Warum sollte ein Bürgermeister nicht auch eine Feldbereinigung rc. durchsetzen können, der nur auf drei Jahre gewählt ist? Ich glaube Der eher noch als so ein alter Holzkopf. Hob thn denn nicht erst die Mehrheit feiner Bürger ins Amt? und sollten die ihm so bald ihre Unterstützung versagen? Dazu braucht er keine Rücksichten weder nach oben noch nach unten zu nehmen, denn in drei Jahren wird so wie so ein anderer Bürgermeister sein. Anstatt der Erbleihe und Vetknöcherung im Sürgermeifteromt wird ein frischer Zug hinemkommen, her- borgerufen von einem edlen Wetteifer der Strebsamsten und B stgesinntesten der Gemeinde. Deutschen Gruß! Philipp Köhler-Bettenhausen.
K. Ranstadt, 8. Juni. Heute Abend hielt dahier daS freisinnige Wahlcomits eine gut besuchte Wahlversammlung ab. Der Redner, Herr Rechtsanwalt Or. Jung von Gießen, entwickelte in einfacher und klarer Weise das Programm der freisinnigen Partei und deren Stellungnahme zur Militärvorlage. D e Ausführungen wurden mit Beifall aufgenommen. Die Versammlung wurde mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland geschloffen. In dem benachbarten Dauern- heim hielten dieselben Herren den Abend noch eine Versammlung ab.
Friedberg, 9. Juni. Der hiesige Radfahrer-Verein hält am 9. Jult sein erstes großes Wett fahr en auf der neu» erbauten 500 Mir. -langen Rennbahn ab, wozu bereits mehrere berühmte Fahrer aus allen Theilen Deutschlands ihre Theil- nahme zugesagt haben. Es werden acht Rinnen abgehalten, darunter ein Niederradsahren von 10,000 Mtr., ein Hochrad-, ein Dreirad und ein Doppelsttzniederradsahren, die wohl das Interessanteste des Programms sein dürften. Dem Verein sollen bereits sechs StistungSpreise zugesprochen worden sein, auch die Damen Friedbergs sind eben eifrig bemüht, ihre Sympathie für den Radfahrsport durch Stiftung eines Preises zu zeigen, der aber nur unter den hiesigen Fahrern auszufechten ist.


