Ausgabe 
11.3.1893 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

®«ne#

2288

Kr. 60.

Her

Wk**

»Meint täglich, e* Lusnahm« brt Montag».

k Weftnn IkielMtelCIttei <rtr bttn le|dfer »Schmtlich be«i*el

Zweites Blatt.______Samstag Den 11 März_____________________

Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnznger.

1893

Viert »ltLhrigk, XleeamceUiitrtee 2 Mark 20 Pfg.

vringkrlobn.

Durch die Post dr-ag« 9 Mark 60 Wg.

«ebvtiea, tpebWee trab Druckerei:

>4eCHr«|i V» D

8mU#re*rr 61

'ustadt.

Lub.

ir statt.

nen;

1t

tahe Mit- Gattin.

8 Uhr:

Haltung

er Vorstand.

4, Seite 14, 15 bet _____MS gwein. jnds 5 Uhr:

hwesleruli»

u

4er), WW- er Harmonie-Giessen Infanterie-Regiments Hausse) undW ach.

ircinriH

»s 8'/- W, ä (M Bö1

werden-

!t Musikalienhandlung ländenplatt: ..u

'atz 70 Pfg-

»>

1,20,

Amts- und Anzeigeblutt füv den Aveis Gieszen.

,7-r ! chratisbeitage: Hießener Aamitienökätter. |

Feuilleton.

Der Fkuerwehrman«.

Hine Coulissengeschichte.

(Schluß.)

Eines Vormittags brach ein großes Dachfeuer aus und Anton, der bei demselben thätig war, erlitt gleich anderen drei Feuerwehrleuten durch Flammen unerhebliche Brand­wunden. Die allezeit geschäftige Fama, in Form von Sen- fationSberichten in den Abendblättern, bauschte den Unglücks- fall auf und stempelte die Leichtverletzten zu Märtyrern ihres Berufes. Als jedoch Anton Abends bet der Vorstellung wie gewöhnlich erschien, gab es eine große Ueberraschung und er wurde allseits dazu beglückwünscht, daß er so leichten Kaufes davongekommen.

Am nächstfolgenden Tage, da er einen seiner Leidens­gefährten, der nachtsüber noch hatte im Spital verbleiben müssen, dort besucht, erzählte ihm derselbe, daß gestern Nach­mittag eine schöne junge Dame dagewesen sei, sich nach Herrn Schreglhofer erkundigt und ihn um jeden Preis zu sehen verlangt hätte. Sie habe sich geweigert, ihren Namen anzu- geben, aber als sie sich entfernte, habe ein Lächeln der Er­leichterung ihre Lippen umspielt.

Anton sagte sich, daß diese Dame nur Agnes gewesen sein könne, und er nahm sich vor, ihr nach der Vorstellung seinen Dank für ihre Theilnahme auszusprechen und sein Herz auSzuschütten. Allein sie mied ihn an diesem Abend grslisientlich. Anton war jedoch entschlosien, der Ungewißheit eia Ende zu machen und paßte ihr deßhalb an der Bühnen- thlir auf. Es war gerade der Fünfzehnte, der Tag, an welchem die Gagen an die Mitglieder zur Auszahlung ge­langen. DaS lustige Bühnenvölklein verließ in gehobener Stimmung die Garderobe. Nur Agnes machte eine Aus-

Bekanntmachung.

In der Veterinär-Anstalt do hier sollen vergeben werden:

1) Die daselbst in der Zeit vom

1. April 1893 bis Ende März 1894 erwachsenden Pfcrde- häute an den Meistbietenden.

2) Die Abfuhr von Asche und Mulm, die Reinigung der Senkgruben und die der Oesen an den Wenigstnehmen, den vom 1. April 1893 bis Ende März 1894.

Ich ersuche die Interessenten, sich mit ihrem Angebote bis zum 26. d. Mts. an die Unterzeichnete zu wenden.

Gießen, den 7. März 1893- Die Direction der Grobherzoglichen

Veterinär-Anstalt. 2190 Prof. Dr. Pflug.

Brennholz- Versteigerung

in den

Waldungen der Sladt Lich.

Montag den20.Märzl.J. und Dienstag den 21. März L I., jedesmal Vormittags 9 Uhr anfangcnd, kommen in der Zorstwartei Hinterwald, Districten Effenkaute, Langebuchen, Mönchköpfe, Oberer- und UntererspeierlingSkopf ,ur Versteigerung:

220,8 rm Buchen-Scheiter,

40 Hainbuchen - Rundscheiter,

zu Nutzholz geeignet,

313 Buchen-, Eichen-, Nadel-

und Weichholz-Knüppel,

9145 Wellen Buchen-, Eichen-, Nadel- und Weichholz-Neistg,

194 rm Buchen-, Eichen- und Nadel- Stöcke.

Zusammenkunft und Anfang- am ersten Tage am Nurkhardsfelder Weg

nähme. Sie kam als Letzte durch das Bühnenpförtchen, tief verschleiert, so daß man ihr Antlitz kaum zu erkennen ver­mochte. Anton folgte ihr langsam, allein ehe sich noch die Gelegenheit ergeben, sich schicklich auszusprechen, gesellte sich ihr ein Mann zu. Sie blieb stehen und sprach zu ihm mit leiser, eindringlicher Stimme. Antoi^ konnte zwar nicht ver­nehmen, was die beiden miteinander verhandelten, aber es regte sich in ihm ein jähes Gefühl der Eifersucht, das ihn am ganzen Körper erzittern machte.

Der fremde Mann langte nach einem Couvert, welches Agnes in der linken Hand hielt und in dem sich ihre Halb­monatsgage befand, und sagte in rauhem Tone:Gib das Geld her, hörst Du nicht?" Agnes machte Miene, zu ent­fliehen, aber der Fremde packte sie mit festem Griff am Arm. Da sprang Anton aus dem Hintergründe hervor, schüttelte den Unbekannten ein paar Mal derb und schleuderte ihn mit einem kräftigen Ruck zu Boden.

Halten Sie ein!" rief Agnes,halten Sie ein, er hat ein Recht auf das Geld, er ist mein Gatte."

* * *

Anton bat seinen vorgesetzten Löschmeister, vom Theater­dienste befreit zu werden, welche Bitte ihm auch erfüllt wurde. Allein auch seine jetzige Beschäftigung schien ihm nicht sonderlich zu behagen, denn er war mürrischer als je zuvor und trug seinen Collegen gegenüber ein sehr unwirsches Wesen zur Schau, so daß man sich darob allgemein ver­wunderte und hinter seinem Rücken manch abfälliges Wort über ihn fiel. Im Dienste war er der Alte geblieben. Er stellte sich mitten in den dichtesten Feuerregen, arbeitete mit dem Aufgebote aller seiner Kräfte an den gefährlichsten Punkten und versuchte sich in solchen Wagestücken, als ob er es darauf angelegt hätte, den Feuertod zu sterben. So kam es auch, daß Anton alsbald zum Löschmeister avancirte.

Der Sommer verging und der Winter kam. Auf einem

Spaziergange, den Schreglhofer an einem dienstfreien Nach­mittag machte, traf er den alten Podansky. Er wollte ihm anfänglich ausweichen, da er fürchtete, durch eine Unter­redung mit ihm an jene unglückliche Periode seiner ersten Liebe erinnert zu werden. Allein PodanSky war, sobald er Anton von ferne erblickte, auf ihn zugeeilt, erzählte ihm in seiner geschwätzigen Manier allerlei Bühnenklatsch und lud ihn schließlich ein, mit ihm einenStehseidel" zu trinken.

Anton überlegte einen Augenblick, sah aber ein, daß er es nicht gut abschlagen konnte, und so betraten sie das nächst­gelegene Gasthaus, in welchem sie bis zur Theaterzeit ver­blieben. Als sich nun Anton verabschieden wollte, sagte der Alte:

Appropos, Sie erinnern sich doch noch an unsere Agnes Lambrecht? Na, die Ihrige, Sie wiffen ja! Die war an einen Saufbold verheirathet. Vor ein paar Wochen hat er zu tief ins Glas g'schaut und ts in sein' Rausch beim Nachhausegehen in den Donaucanal gefallen- sie haben ihn todt herausgezogen."

Und sie, seine Frau?" fragte Anton in höchster Erregung.

Na, die is noch bei uns. Heute geben wir ja unser neues Stück, das sollten Sie sich anschauen! Großartige Ausstattung!"

Appropos," sagte der Director des **Theaters zum Regisseur,da bekomme ich gerade einen Brief von der Lambrecht. Sie theilt mir mit, daß sie die Bühne zu ver- laffen und sich wieder zu verheirathen gedenkt. War eine schöne Person," fügte er mit einem leichten Seufzer hinzu, mit einer ganz paffablen Stimme, aber tanzen konnte sie nicht einen Schritt."

)eim Floß, am zweiten Tage an der Nieder-Bessingener Schneise nächst der LichHattenroder Kreisftraße.

Lich, am 9. März 1893.

Großh. Bürgermeisterei Lich.

Walz. [2272

Holz-Versteigerung«

Montag den 13. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, werden in den Waldungen der Ge­meinde Londorf, Districten Katzen- geheeg, Rückenstall, Bellevue und Effelsberg versteigert:

14,52 fm Eichen-Stammholz,

91,11 Nadel-

6,13 -Derbstangen,

20,90 -Reisstangen.

Zusammenkunft und Anfang vor dem Wald am District Jungenholz im sog. Sauloch.

Londorf, den 6. März 1893.

Großh. Bürgermeisterei Londorf.

Au mann. 2205

Holzversteigerung.

Mittwoch den 15.Märzl.J., Vormittags 9% Uhr anfangend, kommt in dem Muschenheimer Mark- und Gemeindewald folgendes Gehölz zur Versteigerung:

11 Eichenstämme 5,07 fm Inhalt 9 Buchenstämme 7,86

13 Fichtenstämme 3,04

158 Fichten-DerbstangenlO,86frnJnh. 200 -Bohnenstangen

92 rm Buchen-Scheiter

52 Eichen- u.Nadel-Knüppel

238 -Reisig

92 -Stöcke.

Anfang am Fichten-Stämme- und Stangenholz im Hinterwald, in der KüchenstatSwiese.

Muschenheim, am 3. März 1893. Großb. Bürgermeisterei-Muschenheim. 2032 Roth.

Montag den 13. März,

Nachmittags von 2 Uhr an, werden erbvertheiluugShalber Mar- bnrgerstratze 20 III die aus dem Nachlaß des Herrn Güterexpedienten Rotenberger stammenden Möbel meist­bietend versteigert:

Besonders kommt zum Ausgebot:

1 gutes Pianino,

2 LophaS, Stühle, verschiedene Tische, 1 runder von Eichenholz, mehrere Bettstellen mit Sprungieder- matratzen, 1 fast nette dretthett. Roßhaarmatratze, 1 Stehpult, 2 Commoden, 1 Console, 1 Wasch­tisch, 2 Nachttische, 2 einlhürige und 1 zweitbür. Kleiderschrank, Spiegel, Käfig, 1 Küchenschi ank mit Glasauf­satz, sämmtliches Küchengeschirr, 1 Waschtopf mit Einrichtung, 1 große eichene Bütte, 2 kleine Bütten, Waschkörbe, Züber, ca- 2 Malter Kartoffeln, 2 Uhren, 1 Rohrsessel, 1 Singer-Nähmaschine u. a- Gegen­stände-

Louis Rothenberger,

2212 Taxator.

Ladung.

1) Leonhard Pfeiffer, geb. zu Großen-Linden am 4. Februar 1864, Tischler, evangelischer Re­ligion, zuletzt wohnhaft in Gießen, und

2) David David, geb. zu Kröffel­bach bei Wetzlar am 12. August 1866, Handelsknecht, Israelit, zu­letzt wohnhaft in Lang-Göns, werden beschuldigt:

Nr. 1 als beurlaubter Reservist ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein, Nr. 2 als Ersatzreservist erster Klaffe ausgewandert zu sein, ohne von seiner bevorstehenden Auswanderung der Mi­litärbehörde Anzeige erstattet zu haben, Uebertretung gegen § 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs.

Dieselben werden auf Freitag den 19. Mai 1893, Vormittags 9 Uhr, vor das Großherzogliche Schöffengericht Gießen zur Hauptverhandlung geladen.

Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 der Strafprozeßordnung von dem Großherzoglichen Bezirks-Com- mando zu Gießen ausgestellten Er­klärung verurthellt werden.

Gießen, den 25. Februar 1893. Der Großherzogliche Amtsanwalt.

Koch. [2276

Samstag den 11. d. Bits., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz 20 dahier gegen Baarzahlung:

1) 1 Schreibsecretär, Sopha, ovalen Tisch, Nähtischchcn, Regulator, ovalen Spiegel, 2 Commoden, 3 Btlder, vollständiges Bett, gold. Medaillon mit desgl. Kette und eine Parihie wollener Spitzen;

2) 1 Drehbank, Nähmaschin.', verschie­dene Sopbas und sonstiges HauS- mobiliar. sowie verschiedene Gold- und Silberwaaren.

Versteigerung ad 1 findet bestimmt statt, ad 2 theilweise. 8otn,

2243 Gerichtsvollzieher

Gebäude-Abbruch

Mein Wohnhaus mit Laden und Nebengebäuden foll auf denAbbruch vergeben werden. Bedingungen find auf dem Bureau des Herrn Architekten L. Seuling eiuzusehcn, bei welchem auch diesbezügliche Offerten bis zum 1.5. d. M., Mittags 12 Uhr, einzureichen sind.

Gießen, den 9. März 1893.

Ph. Wagner, 2259] Neustadt 4.

Äeilgeöotenes.

Alle Artikel ! für die einfache und feinere Küche ' sind bei mir in gediegenster "Waare zu billigstem Preise vorräthig.

' 1874 Emil Fischbach.

Tapeten!

Naturell taperen von 10 Pfg. an,

Goldtapeten 20 ,

Glanztapeten 30

in den schönsten neuesten Mustern.

Mufterkarten überallhin franco. [861

Gebrüder Ziegler, Minden in Wests

1038

empfiehlt bei hochf. Ausführung

\ in kürzester Zeit .

Verlobungsanzeigen \ oehzeitseinladungen

Visitenkarten

&

1172] Ein Bauplatz an der Frank­futterstraße zu verkaufen,

Näheres in d:r Exped. d. Bl.

Unübertroffen an Nährwerth und Geschmack.

Ueberall käuflich. [1308