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Nr. 36. Zweites Blatt Samstag den 11. Februar
1893
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Feuilleton.
Meine erste Reise.
Humoreske von Herm. Streich.
(Nachdruck verboten.)
Zwei Jahre, schon nachdem ick meine kaufmännische Lehrzeit beendet, war ich in dem Mehl« und Getreidegeschäft von Eberhard Christoph Winkler Söhne in Mannheim als Commis thätig. Obwohl ich einen ganz angenehmen und gut bezahlten Posten inne hatte, war ich mit meiner Stellung doch nicht zufrieden. Reisender zu werden, das war das Ziel meiner Wünsche.
Ich lag daher dem Chef meines Hauses so lange mit meinen Wünschen in den Ohren, bis er, wahrscheinlich um den Quälgeist loszubekommen, mir eines Tages eröffnete, er wolle mich einmal probeweise eine Geschäftstour, und zwar gleich eine größere, machen lassen, von deren Ausfall es alsdann abhängen werde, ob er mir einen Reiseposten anvertrauen könne oder nicht.
„@8 liegt jetzt in Ihrer eigenen Hand, Herr Glöcklein," sagte mein Chef beim Abschied zu mir, „Sie können sich nun Ihre Zukunft selbst ganz nach Ihrem eigenen Wunsche gestalten."
Dann schüttelte mir der Handelsherr mit einem herzlichen Glückwünsche die Hand und wenige Minuten später raffelte ich in einem schwerfälligen Reisewagen frohen Muthes und die Brust voll Selbstvertrauen gen Süden, am Rheine hinauf. Einige Tage nachher ging es ostwärts, dem dunklen Gebirgszuge des Schwarzwaldes zu, dessen romantische Thäler damals das Dampfroß noch nicht durchjagte und dessen bewaldete Höhen noch nicht vom schrillen Pfiff einer Locomotive widerballten.
Schon in der Rheinebene hatte ich überraschend gute Geschäfte gemacht, aber im Gebirge gings noch besser, so daß mein Chef auf die Berichte über meine Erfolge mir schrieb:
„Fahren Sie so fort, wie Sie angefangen, Herr Glöcklein, dann werden wir Sie alsbald nach Ihrer Rückkehr als zweiten Reisenden anstellen und Sie können dann sofort die pfälzisch-hessische Tour antreten."
Ich war nun glücklicher wie ein König, zumal meine Geschäfte fortgesetzt den denkbar günstigsten Verlauf nahmen. Mein Bestellungsbuch füllte sich mehr und mehr mit Aufträgen von Prima-Kunden. Gleichen Schritt damit hielt der überaus glatte Eingang von Ausständen, so daß die Geldkatze, die bei meiner Abreise von Mannheim leer war wie eine russische Staatskasse, von Tag zu Tag gewaltiger anschwoll.
So war ich bis in den südlichen Schwarzwald gelangt. Eines Abends rasselte ich in meinem Wagen von St. Georgen nach Triberg hinunter, das ich eben passirte, als in den Häusern der langgestreckten einzigen Straße des Städtchens die ersten Lichter aufflammten. Doch ick wollte an jenem Abend noch Hornberg erreichen und nachdem ich kurz einen Besuch abgewickelt, trieb ich meinen Kutscher um so mehr zur Eile an, als ich schon von der Höhe der oberhalb Triberg liegenden Steige aus in der Ferne das Wetterleuchten eines näherrückenden Gewitters wahrgenommen hatte.
Wenn ich nicht schon vorher davon gehört hätte, daß mit des Geschickes Mächten kein ewiger Bund zu flechten ist, so würde ich es jetzt erfahren haben, denn kaum war mein Wagen eine Viertelstunde unterhalb des Städtchens, da kam auch schon das Gewitter mit voller Macht zum Ausbruch. In Strömen floß der Regen nieder, Blitz auf Blitz erhellte das Dunkel der Nacht und gewaltige Donnerschläge ertönten, so daß ich glaubte, die hochgethürmten Felscolosse, welche dort auf beiden Seiten die Heerstraße, umschließen, müßten sich von den Bergen loslösen und, alles zerschmetternd, die Straße bedecken.
Angstvoll rief ich dem Kutscher zu, doch nach Triberg zurückzufahren, er meinte aber, bei dem starken Gefälle der Straße würden wir viel früher zu einem Halbwegs Hornberg liegenden Gasthause kommen, als bergaufwärts nach Triberg zurück. Wohl oder übel mußte ich nachgeben.
Der Mann hatte aber recht, denn als bald nachher die Landstraße wieder eine Biegung machte, tauchten die erleuch- teten Fenster eines Wirthshauses auf. Nun waren wir geborgen.
Der Wirth schien es sich zwar etwas zu überlegen, ob er für mich und den Kutscher Nachtquartier hergeben solle, denn er musterte erst meine werthe Wenigkeit vom Kopf bis zu den Füßen. Das Resultat dieser Musterung mußte indessen zu meinen Gunsten ausgefallen fein, denn wir konnten bleiben. Mein Roffelenker legte sich, nachdem er seine Rosi- nante versorgt, sofort auf das Ohr, während ich noch einen kleinen Imbiß bestellte, den ich mir in dem geräumigen, holzgetäfelten Gastzimmer vorsetzen ließ.
An einem Nebentische saß eine Gesellschaft von fünf vierschrötigen Gestalten, mit wetterharten, gebräunten Gesichtszügen, die das erregte Gespräch, das sie gesührt, bei meinem Eintritt sofort abbrachen und sich jetzt nur noch im leisen Flüstertöne unterhielten. Eine ganz unheimliche Gesellschaft;
Die Fünfe würden mir nun mehr wie gleichgiltig gewesen sein, wenn ich nicht plötzlich bemerkt hätte, daß sie | meiner Geldkatze, die ich leider in meinem jugendlichen Leicht
sinn mit großthuerischem Gebühren zur Schau trug, ihre ganz besondere Aufmerksamkeit zugewandt hatten, denn immer wieder schielten sie mit eigenthümlich neidischen Blicken auf das Ding herüber, daß wohlgespickt meinen Leib umspannte.
„Heiliger Gott," dachte ich, „die haben es am Ende auf mein Geld abgesehen!"
Rasch zog ich meine Weste über die Geldkatze her, um sie den gierigen Blicken der fünf Gesellen zu entziehen, aber diese Manipulation hatte nur den Erfolg, daß sie ihre Aufmerksamkeit der Geldkatze ab und in erhöhtem Grade meiner Person zuwandten, gleichzeitig wurde die Conversation lebhafter, ohne daß ich aber ein einziges Wort erhaschen konnte.
Mein Verdacht verwandelte sich zu der entsetzlichen Gewißheit, daß ich Wegelagerern, Straßenräubern von der allerschlimmsten Sorte in die Hände gelaufen.
Von Secunde zu Secunde steigerte sich meine Angst. Das unheimliche Flüstern und Raunen dauerte noch immer fort, dann und wann flog wieder ein mißtrauischer oder ein neidischer Blick zu mir herüber. Mechanisch griff ich alle Augenblicke nach meinem Glas, so daß ich meine Flasche Affenthaler ausgetrunken hatte, ohne zu wissen wie. Dagegen ließ ich das mir vorgesetzte, appetitliche Rauchfleisch unberührt stehen, ich vermochte keinen Bissen hinunterzuwürgen, so angenehm es mir auch in die Nase duftete. Mein Hunger war dahin, wie weggeflogen, meine Kehle, trotz häufiger Anfeuchtung trocken wie Wüstensand.
Jetzt riefen sie den Wirth herbei und zogen ihn auch in ihr Gespräch. Kein Zweifel, es handelte sich um mich, das konnte ich deutlich genug dem Mienenspiel des Wirths und seiner Gäste ansehen. Hilf Himmel, der Mensch steckt mit den Banditen unter einer Decke!
Nach einiger Zeit erhob sich der Wirth, ging einigemal im Zimmer auf und ab und setzte sich dann neben mich.
„Gewiß auch in Geschäften hier?" frug er.
„Ja," stieß ich in meiner Angst hervor.
Es war zwar eine Lüge, denn wie sollte ich hier, mitten in der Gebirgswildniß, Geschäfte machen, aber ich hatte nicht den Muth, ihm zu widersprechen.
Der Mensch sah übrigens ganz anständig aus, nicht die Spur eines Herbergsvaters von Räubern und Mördern. Ja, sein Gesicht zeigte sogar einen gewissen Zug von Gut- müthigkeit, doch der Teufel traue l Mich täuscht dieser Wolf im Schafsgewande nicht.
(Fortsetzung folgt.)
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Stiftung des Gemeinderathsmitglieds Friedrich Lony sen.
Die diesjährigen Zinsen aus der rubricirten Stiftung sollen an acht Arme der Stadt Gießen mit je 20 Mark vergeben werden. Bewerbungen um dieselben sind bis zum 20. dieses Monats schriftlich oder mündlich bei dem Armenamt, Zimmer Nr. 3, vorzubringen.
Gießen, den 7. Februar 1893.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth.1265
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Stiftungen der Frau Hofgerichtsrath v. Krug und ihres Sohnes des Hofgerichtsraths Dr. Karl v. Krug.
Die diesjährigen Zinsen aus den rubricirten Stiftungen sollen an 12 Arme der Stadt Gießen mit je 20 Mark vergeben werden. Bewerbungen um dieselben sind bis zum 20. dieses Monats schriftlich oder mündlich bei dem Armenamt, Zimmer Nr. 3, vorzubringen.
Gießen, den 7. Februar 1893.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth.1266
Bekanntmachung.
Die Lieferung der Stoffe zu Kleidern für arme Confirmanden auf Ostern 1893, bestehend in Knaben-Anzügen von schwarzem Tuch, in schwarzem Cachemir zu Mädchenkleidern, weißem und farbigem Flanell, soll im Submissionswege vergeben werden und sind desfallsige Offerten unter Beischluß von Mustern bis spätestens 20. d. Mts. bei Herrn Hospitalverwalter Grüneberg verschlossen abzugeben.
Gießen, den 6. Februar 1893.
Die Armendeputation der Stadt Gießen.
Gnauth. 1264
Brennholz- Versteigerung in den Waldungen der Stadt Fich. Zur Versteigerung kommen in der Forstwartei Vorderwald, Districten Plattenwald, Fichtenkopf und Reh- tränksberg:
Donnerstag, 16. Februar l.J., Vorm 9 Uhr anfangend: 105 rm Buchen-Scheiter, 229,8 rm Buchen-, Eichen- U- Nadel- Knüppel,
170 rm Buchen-, Eichen- u. Nadel- Stöcke,
6140 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Reisig.
Zusammenkunft und Anfang am Pflanzgarten am Vicinalweg Lich- Hattenrod.
Lich, 8. Februar 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich.
Walz. 1244
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