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— Das Großherzogliche Ministerium des Innern und oer Justiz hat, wie die „Darmst. Ztg." meldet, den Rector der Landesuniversität davon in Kenntniß gesetzt, daß in Zukunft nur noch solche Candidateu der Rechtswissenschaft zur Ablegung des Accesses für den höheren Staats- und Verwaltungsdienst zugelassen werden sollen, die ihre Fakultätsprüfung vor der Prüfungscommission der Landesuniversität in Gießen abgelegt haben. Candidate, die auf anderen Universitäten examiniert worden sind, dürfen dagegen m Zukunft weder zur Ablegung des Accesses noch der eigentlichen Staatsprüfung, mit der die Erwerbung des Assestor- grades verbunden ist, zugelassen werden. Dieser Erlaß ist den Studierenden durch öffentlichen Anschlag am schwarzen Brett bekannt gemacht worden. — Im chemischen Laboratorium sind die durch den letzten Brand angerichteten Schäden schon wieder soweit repariert, daß seit mehreren Tagen von den Studierenden wieder experimentiert werden kann. Dies ist nicht allein für die Studirenden der Chemie, sondern auch für die Mediziner, die in den nächsten Tagen ihr Vorexamen abzulegcn haben, von der größten Bedeutung. Auch Candidaten des höheren Lehramtes, von der naturwissenschaftlichen Abtheilung, sind im chemischen Laboratorium beschäftigt.
— Der „Franks. Ztg." wird aus Darmstadt geschrieben: Die in den letzten Jahren abgehaltenen Staats- Prüfungen der Gerichts Accesfisten (Referendare) in Hessen haben ergeben, daß die derzeit bestehende Regelung des juristischen Vorbereitungsdienstes einer durchgreifenden Aende- rung bedarf. Wie man hört, sind sowohl die Staatsregierung wie auch der Vorstand der Anwaltskammer derzeit mit Ausarbeitung bezüglicher Verbefferungsvorschläge beschäftigt. Insbesondere sollte die Ausbildung und Ueberwachung der Accessiften bei den Landgerichten planmäßiger betrieben werden, wie es andererseits als ein Mißstand erscheint, daß die Herren allzu sehr in den öffentlichen Sitzungen der Amtsgerichte als Gerichtsschreiber auSgenützt würden.
— Herr Akademie-Director Skworzow aus Njeshin, der im Auftrag der russischen Regierung ausländische Schulen besucht, weilte vergangene und diese Woche hier, um die Einrichtungen des pädagogischen Seminars kennen zu lernen. Gestern ist er nach Paris weitergereist.
Grünberg, 9. Februar. Nächsten Sonntag feiert unser Mitbürger Herr Johannes Giller, welcher lange Jahre das Amt eines Gemeinderaths und städtischen Controleurs begleitete, mit seiner Ehefrau das seltene Fest der „Goldenen Hochzeit." *
+ Schotten, 10. Februar. Morgen, den 11. Februar, feiert Herr Bezirksfeldwebel Pfeiffer dahier sein 25jähr. Dienstjubiläum als solcher.
ch Kefenrod, 9. Februar. Bei der gestern dahier vorgenommenen (zweiten) Bürgermeisterwahl wurde der Landwirth Konrad Eckert mit 57 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat/ der scilherige Bürgermeister Reutzel, j erhielt nur 46 Stimmen.
=» Büdingen, 8. Februar. Zum Stellvertreter des ins > Landgericht Gießen beorderten Amtsrichters Seeger ist der ! Gerichtsassessor Lebrecht, seither Amtsanwalt in Friedberg, ; ernannt worden. t
nn. Darmstadt. 9. Februar. Zweite Kammer der ' Stände. Die Kammer setzt heute die Generaldebatte über das Straßenbaugesetz fort. Abg. Jöckel hält die Regierungsvorlage für unannehmbar, weil sie in keiner Weise . dem Rechnung trage, was zur Besserung der Zustände beim : Staats- und Kreisstraßenbauwesen in Hessen beitrage. Er wünscht unter allen Umständen die Selbstverwaltung und Selbstständigkeit der Kreise als einen wichtigen Factor im Staatswesen gesichert, ohne welche Nichts zu erreichen sei. Die Vorlage der Regierung zerstöre die Selbstverwaltung
und weise die Ausgabe des Kreises der Provinz zu. Ministerialrath Schäffer warnt davor, die Verwaltung der Staatsstraßen in die Hand des Kreises zu legen, weil die sich hieran knüpfenden Erwartungen hinsichtlich der zu erzielenden Ersparniffe sich nicht erfüllen würden. Jrn Gegen- theil würde es eintreten, daß bezüglich des zu verwendenden Beamtenmaterials ein viel größerer Apparat nöthig sei, als bei der Provinz. In anderen Ländern z. B. in Baden, habe man nach dieser Seite hin diese Erfahrungen gemacht. Ministerialrath Using er erklärt, die Regierung glaube, daß die Provinz dasjenige Organ sei, welches am Besten geeignet sei, wie am billigsten der gesammte Straßenbau unterhalten werde. Bei der Überweisung desselben an den Kreis seien mindestens 18 technisch und akademisch gebildete Beamte hierfür nöthig, während die Provinzen deren nur zwei bis drei bedürften. Auch die Sonder-Jntereffen würden durch den Uebergang des Straßenbaues an die Provinz vermindert und der gesammte Straßenbau in bessere Ausführung kommen. Er ersucht das Haus, den Ausschußantrag abzulehnen und für die Regierungs-Vorlage zu stimmen. Abg. Frank hält die Ausschußanträge für unannehmbar- es sei besser, man lasse es beim alten Zustand. Abg. Arnold hält die Uebertragung der Staatsstraßen an die Kreise für räthlich, unter Zuweisung eines Aufsichtsrathes bei der Provinzbehörde und Regierung und wünscht die Beibehaltung der Kreisstraßen. Abg. Berg st räßer spricht sich für Uebernahme des gesammten Straßenbauwesens auf den Staat aus. Abg. Metz-Darmstadt ist principiellerAnhänger der Uebertragung des Baues der Staatsstraßen auf die Provinz. Staatsminister Finger erklärt, daß die Regierung nicht etwa übereifrig gewesen sei in der Fertigstellung dieser Vorlage. Im Gegeutheil sei dieselbe ganz kürzlich an die Sache herangetreten. Man habe eine besondere Commission berufen, theils aus Verwaltungsbeamten, theils aus gut informirten Privatpersonen. Nach deren Urtheilsabgabe sei dann die Negierung mit ganz besonderer Vorsicht an die Ausarbeitung der Sache herangetreten. Die Regierung habe dann die wichtigsten Punkte herausgegriffen, um sie dem Hause zu unterbreiten. Sie habe aber auch keine Bedenken, wenn man die jetzigen Verhältnisse für genügende finde, es bei denselben zu belassen. Die Tendenz, welche die Regierung in der ganzen Vorlage geleitet habe, sei die gewesen, früher gemachte Fehler wieder gut zu machen. Hierbei sei auch die Uebertragung des Straßenbauwesens auf die Provinzen in erster Linie ins Auge gefaßt worden, denn der leistungsfähigste Factor sei die Provinz. Abg. Erk erklärt sich gegen die Vorlage der Regierung und des Sonder-Ausschusses. Abg. Ullrich (Soc.) hält die Anträge des Ausschusses für einen Rückschritt. Während man fast auf allen Gebieten des Staatswesens, den Eisenbahnen, den Schulen u. s. w. bestrebt sei, dem Staat die Leitung in die Hand zu geben, komme man nun auf alte Zustände wieder zurück. Er fei für Uebernahme des gesammten Straßen- und Eisenbahnwesens auf den Staat, bei dem ein besonderer Ausschuß als ! oberste Behörde zu bilden sei. Abg. Haas bedauert, daß ! eine große Zahl von Abgeordneten durch die Erklärungen '> der beiden Herren Minister, sowie durch die Rede des Abg. -Gutfleisch sich ins Schlepptau der Regierungs-Vorlage ‘ habe nehmen lassen. Werde diese, wie es scheine, ange- j nommen, so sei damit den thatsächlichen Bedürfnissen nicht > genügt. Abg. Muth spricht gegen die Regierungs-Vorlage und den Ausschußantrag. Die Debatte wird hier um Va2 * 4 * * * Uhr abgebrochen. Morgen früh 9 Uhr Fortsetzung.
Dermifcbte».
* Leipzig, 9. Februar, lieber den Brand des Schäfer'- schen Restaurants auf dem Neumarkt berichtet der Generalanzeiger für Leipzig und Umgebung: Heute Nacht um 12 Uhr ist in dem Schäfer'fchen Restaurant Feuer ausgebrochen.
dem, soweit bis jetzt festgcstellt werden konnte, sechs Per sonen zum Opfer gefallen sind, darunter vier junge Männer. Ferner haben mehrere Personen zum Theil schwere Verletzungen davongetragen. Der Wirthschaftsraum ist eng und lang und hat einen schmalen Hausflur. Das Feuer entstand vermuthlich dadurch, daß in dem carnevalistisch geschmückten Raum einer der Gäste leichtfertigerweise einen Feucrwerkskörper anzündete. Dabei fingen Fichtenreiser, die sich in der Nähe befanden, Feuer, und dieses verbreitete sich so geschwind über den ganzen Raum, daß eine große Verwirrnng entstand. In dem engen Hausflur drängten sich die Gäste beim Hinausgehen so eng zusammen und der Qualm des Feuers hatte sich so rasch verbreitet, daß sechs Personen erstickten, bevor ihnen Hülfe gebracht werden konnte. — Als Urheber der in vergangener Nacht im Schäfer'fchen Restaurant durch Entzündung einer Rakete entstandenen Feuersbrunst ist ein hiesiger Weinhündler ermittelt und verhaftet worden.
* Görlitz, 5. Februar. Lieutenant Curt v. Zastrow von den 5. Cürassiren, der älteste Sohn des Rittergutsbesitzers Major a. D. v. Zastrow in dem benachbarten Schön berg, ist dieser Tage in entsetzlicher Weise verunglückt. Er ist bei einem Ausritt mit dem Pferde gestürzt, im Steigbügel mit einem Fuße hängen geblieben und so von dem rasend gewordenen Pferde zu Tode geschleift worden.
kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
, Gottesdienst.
Sonntag den 12. Februar, Estomihi.
In der Stadtktrche:
Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dingcldey. Nachmittags 5 Uhr: Professor D. Reischle. Ktnderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.
In der Friedhofscapelle:
Vormittags 10 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann-
Bibelstunde am Montag den 13. Februar, Abend? 8 Ubr. in der Kleinttnderfchule; Marcus Cap. 4, Vers 35: Jünger und Jesus im Sturm. Pfarrer Dr. Naumann.
Mittwoch den 15. Februar, Abends 6 Uhr: 1. Passion?- andacht. Pfarrer Dingeldey.
Katholische Gemeinde.
Sonntag den 12. Februar, Quinquagesima.
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. , ,
Sonntag: Vormittags von 8/<6 Uhr an Gelegenheit lur hl- Beichte; um 6 Uhr erste bl. Messe; um 7 Uhr Austheilung der bl- Communion; um 8 Uhr zweite hl. Messe: Militärgottetzdienst» Verlesung des Fastenhirtenbriefes; um 8/<10 Uhr Hochamt; Verlesung des Fastenhirtenbriefes; Nachmittags um 2 Uhr Christenlehre; darauf Andacht. , _
Anmerkung: Am Aschermittwoch wird nach der hl. Messe um 7 Uhr die geweihte Asche auSgetbeilt. — Abends um 6 Uhr ist wie an allen Mittwochen der hl. Fastenzeit Fasten-Andacht.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsyesellschast.
Freitag Abend 445 Uhr, Samstag Vormittag 83) Uhr, Samstag Nachmittag 3°° Uhr, Samstag Abend 600 Uhr.
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Bekanntwachung.
Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfernsprecheinrichtung in Giesten erforderlichen Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen bezw. Geschäftsräume rc. im Laufe dieses Jahres mit der vorbezeichneten Stadtfernsprecheinrichtung verbinden laffen wollen, ersucht, ihre Anmeldungen recht bald, spätestens bis zum 1. März d. I. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. 9?ur für die bis zu diesem Zeitpunkt cingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der An- fchlüffe für den ersten Bauabschnitt des laufenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse können erst im nächsten Bauabschnitt zur Ausführung gelangen.
Darmstadt, 2. Februar 1893.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector.
_____Clavel._______________
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Ettingshausen liegt vom 11. bis 18. d. M. incl. acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten offen.
Ettingshausen, 9. Februar 1893.
Großherzogliche Bürgermeisterei Ettingshausen.
Görnert. 1291
^XXKXXXXXXXXXIXAXXXXXXXX^ X Die Versteigerung des Eichenstamm- § tt Holzes 1., 2. und 3. Klage im District X £ Lappenberg wird nicht genehmigt. S X Hohensolms, 8. Februar 1893. x $ 1275 Fürstliche Oberförsterei. X
KXXXXXXXXXXXXIXXXXXXXXXX*
Holz-Versteigerung in den zur Freiherrlich von Nordeck zurRabenau'schenNachlaßverwaltung gehörigen Waldungen des Reviers Friedelhausen sollen
Mittwoch, den 15. Febr. l. I. im District Stangenwald und Spieß versteigert werden:
21 Eichen-Stämme mit 6,23 cbm, 25 Nadelholz Stämme mit 6,08 cbm, 4 Buchen-Stämme mit 2,47 cbm, 2 Pappeln-Stämme mit 3,71 cbm, 128 Fichten-Derbstangen m. 5,75cbm.
160 rm Buchen- u. Eichen-Scheit, 224 rm Buchen-, Eichen- u. Kiefern- Knüppel, 7530 Buchen-, Eichen- und Kiefern-Wellen, 68 rm Buchen- und Eichen-Stöcke.
Die Zusammenkunft findet auf dem Sichertshausen-Treifer Fußpfad am Eingang des Waldes, Vormittags 9 Uhr statt.
Friedelhausen, am 9. Februar 1893. 1288_____________Schneider.
—Versteigerung
von alten Bahnschwellen.
Montag den 13. Februar, Nachmittags 1 Uhr, sollen an dem Riegelpfad dabter 460 Stück alte zu Eisenbahnzwecken nicht mehr verwendbare Schwellen versteigert werden. Die Bedingungen werden daselbst bekannt gegeben- (1290
Gießen, den 10. Februar 1893
Großherzogliche Bahnmeisterei VII.
Holzversteigerung
Montag den 13. ds. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, kommen im Gemeindewald Nonnenroth nachstehende Holzsortimente zur Versteigerung :
1) 60 Stück Nadelstämme von 6 bis 18 m Länge und von 19 bis 33 cm Durchmesser,
2) 60 Eichen-Stämme von 5 bis
10 m Länge und von 20 bis 45 cm Durchmesser.
Das Eichen-, sowie Nadelholz eignet sich zu Schnitt-, Bau- und Schwellenholz.
Anfang der Versteigerung an der Straße nach Hungen.
Nonnenroth, den 7. Februar 1893. Großh. Bürgermeisterei Nonnenroth.
Jacob. 1233
Holzversteigerung.
Im Beuerner Gemeindewald kommt zur Versteigerung:
a. Mittwoch, den 15. Februar,
District Heegwald:
177 rm Buchen-Scheit,
34 „ Eichen- (Werkholz),
118 „ Buchen-Knüppel,
3350 „ -Wellen,
1050 Eichen- „
55 „ Buchen-Stock,
54 Eichen- „
। b. Donnerstag, den 16. Febr., District Heegwald, Nassenstrauch und Heegstrauch:
54 Eichen-Stämme von 4—11 m Länge und 20—58 cm Durchmesser, mit 48,91 krn*Jnhalt, 6 Buchen-Stämme von 4—8 m Länge und 34—37 cm Durchmesser, mit 5,87 fm Inhalt,
22 Eichen-Derbstangen mit 2,06 km Inhalt.
1116 Nadel-Derbstangen m. 74,58 km Inhalt,
280 Nadel'Neisstangen mit 4,31 fm Inhalt.
c. Dienstag, den 21. Februar, District Entenpfuhl:
14 rm Buchen-Scheit,
2 „ „ -Knüppel,
8 „ Eichen- „
192 „ Nadel-Scheit,
147 „ „ -Knüppel,
5450 „ -Wellen,
750 Eichen- „
4 „ Buchen-Stock,
26 „ Nadel- „
Die Versteigerung beginnt jedesmal Vorm. 9 Uhr und ist die Zusammenkunft oberhalb Fünfhausen.
Beuern, den 9. Februar 1893. Großh. Bürgermeisterei Beuern.
Otto. 1276
Vier Cassaschränke, zwei große feuerfeste, zweithür., und zwei kleine, eintbttr, billig a'-zugeben. (1280 W. Handwerk in Wetzlar.


