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10.12.1893 Viertes Blatt
 
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Viertes Blatt. Sonntag den 10. December_____________________

Gießener Anzeiger

Keneral-Mnzeiger.

1898

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Durch die Post de^aG« 2 Mark 50

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I«»ah ne von Anzeigen zu der Nachmittags für den telßmden Tag erscheinmden Nummer bis vorm. 10 Uhr.

chratisßeilage: Hießener Kamitienbtätter.

Alle Annoncen-Vureaux de« In« und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Feuilleton.

> n bet Winternscht.

Eine Erzählung aus dem Walddorf.

Von Otto Fr. Koch.

(Schluß.)

Spät Abends tm Winter, wenn das Mondlicht über der verschneiten Dorfstraße flirrte, genau so wie jetzt, dann ver­nahm ick Deinen schweren Schritt im knirschenden Schnee. Dann pochte es wohl auch gegen den geschlossenen Laden, ich fuhr vom Buch auf und sprang zum Fenster.Seid Ihrs, Jochen Klaus?" Du standest vor mir im Hellen Schein, wie ein Kämpe aus grauer, sagenumwobener Ritterzeit, über der Schulter die alte verrostete Hellebarde, die ich oft mit scheuem Blick streifte, wenn ste im Winkel Deiner dunklen Kammer lehnte, in der Rechten hieltest Du das mächtige Horn, Dir zur Seite stand der große zottige Schäferhund. Warum schläfst Du noch nicht?" fragtest Du.Ich laS die Geschichte vom Robinson, der allein auf einer Insel im Meere war und gegen die Menschenfresier kämpfte. Wollt Ihr mich mitnehmen, Jochen, ich hole meine Flinte und helfe Euch gegen die Räuber, wenn sie auS dem Walde kommen." Da fährt ein Lächeln über Dein breites Gesicht:Leg Dich jetzt lieber in Dein warmeS Bett, Kleiner, und zieh die Decke über die Ohren. Es ist bitterkalt und die Räuber bleiben heute Nacht im tiefen Walde, weil sie frieren. Schlaf wohl!" So steht Dein Bild vor meiner Seele, Jochen Klaus, fo will ich's im Gedächtniß treu bewahren und seine Reinheit soll kein Flecken trüben, auch nicht Deines Lebens Schuld!

Die Leute im Walddorfe wußten nicht viel von seinem früheren Leben, denn er war wortkarg gegen die meisten, abweisend bis zur Schroffheit gegen zudringliche Frager. Eine längst bertoittroete Schwester des für die Dorfbewohner anfänglich höchst merkwürdigen Mannes besaß hier ein kleines Anwesen, sie starb und hinterließ nach der Meinung der Dorfleute keine Erben. Ihre Hinterlaffenschaft, die in zwei Ziegen, einigenLappen" mageren Landes oben am Wald- rain und einem ärmlichen Häuschen bestand, wurde amtlich

in der Zeitung mit dem Bemerken bekannt gegeben, daß sich etwa noch vorhandene Erben bei Meldung des Verlustes ihrer Ansprüche bis zu einem näher bezeichneten Termine anzumelden hätten. Da war an einem stürmischen November­tage Jochen Klaus aus dem Walde geschritten, hatte nach der Bürgermeisterei gefragt und nachgewiesen, daß er der einzige Bruder der Verstorbenen sei, die vor vielen Jahren aus einem Fischerdorf an der Nordsee zu uns gekommen war als die Gattin eines von Amerika zurückgekehrten Bauers.

-Jochen Klaus blieb also im Dorfe und da der alte Nachtwächter eben gestorben war, der zugleich das Amt deS Gemeindeschäfers versah, so übernahm Jochen Klaus die beiden Aemter, die seine wenigen Habseligkeiten durch Schäfer­schleuder. Hellebarde und Horn mehrten,- den Ziegen im Stalle gesellte sich der zottige Schäferhund zu.

Wenige Jahre vorher war Jochen ein anderer Mensch und in anderen Verhältnissen gewesen. Auf seinen Matrosen, sahnen hatte er sich eine Summe Geldes erspart, die, als ihm bei einem Seesturm ein stürzender Balken schwere Ver­letzungen zufügte, von denen er erst nach langem Kranken­lager genas, völlig ausreichte, Jochen Klaus in den Besitz eines sauberen Häuschens in einem Nordseefischerdorfe zu setzen. Er verheiraihete sich und begann einen Handel mit allerlei Gegenständen, die auch für das rauhe und wenig Bedürfniffe kennende Leben des Fischervolkes unentbehrlich sind, und sichibar gedieh sein Wohlstand. Jahre zogen da. hin und Lina, das einzige Kind Jochens, war zur schmucken Jungfrau erblüht, als ihre Mutter starb. Zu Jochens Schmerz über den Verlust der treuen Lebensgefährtin gesellte sich bald die Sorge um sein Kind, das sich einem armen, aber fleißigen und rechtschaffenen Fischer versprochen hatte, während Jochen Klaus sich mit weit hochfliegenden Plänen für seine schöne Tochter trug, denn ein wohlhabender Kauf­mann aus der benachbarten Badestadt, der das Mädchen im Hause Jochens häufig sah, begehrte von diesem ihre Hand. Es kam zu erregten ©eenen zwischen Vater und Tochter, die damit endeten, daß Jochen mit zornigen Worten dem jungen Fischer verbot, jemals wieder seine Schwelle zu betreten. Vorstellungen und Einwendungen wohlmeinender Nachbarn und Freunde des Alten blieben wirkungslos. Der junge

Fischer gerieth schließlich in schlechte Gesellschaft, wurde auS Unmuth über das Scheitern seiner Hoffnungen zum Raufbold und Trinker und verlor fein Leben bei einer blutigen Schlägerei in einer Matrosenkneipe. Die blonde Lina aber zogen zum Strande gehende Fischer an demselben Tage auS den hochgehenden Wellen des Meeres, der von Jochen zu ihrer Verlobung mit dem Kausmanne bestimmt worden war. Seit dieser unheilvollen Stunde brütete er im dumpfen Schmerz und in nagender Reue dahin. Seine früheren Freunde zogen sich vor ihm zurück, er verlor seine Kund- schäft, erlitt Verlust auf Verlust und bitteres Elend bedrohte den alternden Mann, als ihm der Zufall jenes Zeitungsblatt in die Hände spielte, welches ihm den Tod seiner in unserem Walddorfe wohnenden Schwester kündete. Jochen folgte dem Ruf und kam zu uns in die Einöde des Waldes.

*

Bis dahin reichen die Aufzeichnungen der vergilbten Blätter, die Du für mich niedergeschrieben hast, lieber Freund meiner Kinderzeit, auf daß ich einstens erfahren möge, was Dich viele Jahre hindurch bedrückte und um welche Schuld Du auf den Knieen schluchzend um Vergebung rangst, als ich einmal leise zu Dir schlich in Deine Kammer. Blatt um Blatt sinkt leise raschelnd aus meiner Hand, die Erinne­rung an das letzte Capitel im Buche Deines Lebens, daS vor mir aufgeschlagen liegt, fluthet hell herauf. Es war in bitterkalter Winrernacht, als ein Auflauf der Dorfleute entstand, dicht vor meinem Fenster. Da lagst Du in tiefem Schnee, Dein liebes altes Gesicht sah aus, wie das eines friedlich Schlummernden. Fest hieltest Du in den erkalteten Händen Hellebarde und Horn, an Deiner Seite stand winselnd der Hund. Ein Herzschlag hatte Dich schmerzlos abgerufen aus den freudelosen Jahren Deines Alters. Dann trugen sie Dich in langem Zuge hinaus,- auch ich folgte dem Sarge und während sie den Hügel über Dir wölbten, sprach der greise Dorspfarrer von Denen,die da friedlich schlummern im Herrn, denn sie werden Verzeihung ihrer Sünden finden, und das Himmelreich harret ihrer".

Schlaf wohl, alter Kamerad, bald wehen die lauen Winde, es schmilzt der Schnee und auch auf dem Grabhügel läuten Schneeglöckchen den jungen Frühling ein und es blühen daneben die blauen Veilchen.

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