Ausgabe 
10.10.1893 Erstes Blatt
 
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Freiherrn von Gemmingen-Homberg zum Ralh bei der Provinzial-Direction Starkenburg und zum 2. Beamten bei dem KreiSamt Darmstadt, der Strcidamtmann Franz Neff zu Lauterbach zum KreiSarnttnann bei dem KreiSarnte Darmstadt, der Kreisamtmann Dr. Ferdinand Rohde zu Schotten zum Kreisamtmann bei dem Kreisamte Heppen­heim, der Regierungsassessor Dr. Otto Heinrichs auS Schotten zum KreiSamtmann, der Regierungsassessor Franz Hölzinger aus BenSheim zum Kreisamtmann und der RegierungSaflesior Franz Merck auS Darmstadt zum Kreis- amtmann- der Kreisamtmann Dr. Otto Heinrichs auS Schotten wurde mit der Versetzung der^Stelle eines Kreisamt- manneS bei dem Kreisamr Lauterbach, der Kreisamtmann Franz Hölzinger auS BenSheim mit der Bersehung der Stelle eines Kreisamtmannes bei dem KreiSamte Offenbach und der KreiSarntmann Franz Merck auS Darmstadt mit der Versetzung der Stelle eines KreiSamtmanneS bei dem Kreis- amte Büdingen beauftragt.

** Ernannt wurden die Mintfterialräthe Michell, Krug von Nidda und Muhl, sowie der ordentliche Pro­fessor an der Technischen Hochschule Reichel in Darmstadt zu Mitgliedern der PrllfungScommissson für daS Finanz- und technische Fach.

** Ans dem Zustizdienst. Ernannt wurden: Der Land- gerichtSrath bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr. Karl Pre etoriuS zum Ersten Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, der LandgerichtSrath bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Karl Pückel zum Landgerichtsrath bet dem Landgericht der Provinz Starkenburg, der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Alten- stadt Hermann Hellwig zum Landgerichtsrath bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Beerfelden Julius Zipp zum Ober- amtsrichter bei dem Amtsgericht Hirschhorn, der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II Dr. Albrecht Weiß zum Oberamtsrichter bet dem Amtsgericht Laubach, der Amts- richter bet dem Amtsgericht Darmstadt II Dr. Heinrich Schneider zum Oberamtsrichter bet dem Amtsgericht Langen und der Amtsrichter bet dem Amtsgericht Groß - Gerau Dr. Karl Meisel zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg.

Erledigte Stelle für Militarauwarter. Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division. Bei den Oberhess. Eisen- bahnen, Bahnwärter, 664 Mk.

** Schwurgericht. In der Strafsache gegen den Kauf­mann Aron Bachrach von Gießen wegen betrüglichen Bankrutts und Betrugs wurde, nachdem die Verhandlung bereits am 7. l. M. behufs Ergänzung des Gutachtens der Sachverständigen auf heute vertagt worden war, nochmals eine Vertagung bis zum Freitag den 13. l. M. ange­ordnet, da die Sachverständigen wegen weiterer Bemängel­ungen ihres Gutachtens Seitens des Angeklagten die Nach­prüfung seiner sämmtlichen Geschäftsbücher in Gemeinschaft mit demselben vorzunehmen haben.

** Verhaftet wurden: ein Frauenzimmer, welches von hiesiger Amtsanwaltschaft wegen Betrugs verfolgt wurde, ein junger Mensch, der in vergangener Nacht fortgesetzt Ruhe­störung verübte, und ein Bettler, der einen ganzen Strumpf voll erfochtenes Geld (87 Mk. in 10- und 5-Pfennig-Stücken) besaß. Derselbe suchte durch seinen verkrüppelten Fuß Mit­leid zu erregen und ging barfuß, während er die Schuhe im Ranzen trug.

6. B. Die Gießener Freiwillige Feuerwehr hielt gestern ihre Schlußübung unter Anwesenheit der staatlichen und städtischen Behörden, der Freiw. Gail'schen Feuerwehr, sowie Deputationen der Feuerwehren aus Großen-Ltnden und Lollar ab. Nachdem das Corps unter Vorantritt eines Theiles der hiesigen Regimentömusik auf Oswalds Garten erschienen war, fanden zunächst Schulübungen und Besichtigung der Geräthe statt. Hierauf fand unter Heranziehung von sechs Rotten der Pflichtfeuerwehr ein Brandangriff auf denLindenhof" statt, zu welchem Zwecke der Lindenplatz sowie die Zugangs- straßen zu demselben abgesperrt wurden. Nach beendigter Hebung verweilten die Mitglieder der Feuerwehr mit ihren auswärtigen Kameraden, sowie denjenigen der Freiw. Gail- schen Feuerwehr in verschiedenen Wirtschaften, bis sich um 7Vi Uhr Abends imCas« Leib" sämmtliche Kameraden mit ihren Familien und den geladenen Gästen vereinigten. Die Feier wurde mit einigen Musikstücken eröffnet. Hierauf be­grüßte der 1. Hauptmann der Gießener Freiw. Feuerwehr, Herr Grün, die Anwesenden mit einer kernigen Ansprache, welche mit einem Hoch auf den hohen Proteetor der gesarnmten hessischen Feuerwehren, Se. Königliche Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig, schloß. Den Glanzpunkt des Abends bildete das von dem ReincrS'schen Ensemble ausgeführte Theaterstück DaS Stiftungsfest", welches den Mitgliedern des Theaters alle Ehre machte und mit großem Beifall ausgenommen wurde. Unter GesangSvorträgen des GesangSvereinS Harmonie, Coneert u. s. w. verflossen allzurasch die schönen Stunden. Zum Schluß reihte sich noch ein gemüthliches Tänzchen an, welches alle Anwesenden bis zur frühen Morgenstunde in fröhlichster Stimmung zusammenhielt.

** billige Fahrplaoanderuugeu treten am 15. October d.J. auf der Main-Weser-Bahn in Kraft. Dieselben sind aus der in vorliegender Nummer befindlichen Bekanntmachung der Kgl. Eisenbahn-Direction Hannover ersichtlich.

** «ewicht-bezeichnung. Die Mitglieder des Deutschen HandelötageS sind kürzlich durch Rundschreiben des Prä­sidiums unter Uebersendung einer Mittheilung der Normal- atchungScommtsfion ersucht worden, zu begutachten, welche der für die Bezeichnung einer Gewichtsmenge von 100 Kilogramm vorgeschlagenen Benennungen: metrischer Gentner, Quintal und Hectokilogramm die empsehlenSwertheste sei, oder andere Vorschläge zu machen. Einen solchen macht dieKölnische Zeitung", indem sie ihren früheren Vorschlag, RÜocentner, wieder ausnimmt. DieNordd. Allgem. Ztg." empfiehlt da­

gegen einfach Gentner ohne jeden Zusatz. Sobald gesetzlich festgestellt wäre, daß unter Gentner 100 Kilogramm zu ver­stehen find, würde sich die alte Bezeichnung sehr bald auf den neuen Begriff übertragen. Jedenfalls sei aber eine gesetz­liche Feststellung nöthig.

-e.- Ettingshausen, 7. October. Vorige Woche wurde der Pflasterer Johannes Schröder III. von Nieder­bessingen beim Verlassen einer Wirthschaft überfallen und derart mißhandelt, daß ärztliche Hülse in Anspruch genommen werden mußte. Dem Verletzten sind mehrere Rippen ver­staucht. Gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet.

K. Alsfeld, 8. October. Unsere Ob st - undGemüse- auSstellung wurde gestern durch Herrn KreiSrath Dr. Braden-Friedberg in Gegenwart der Herren KreiS- räthe von hier und Lauterbach, der Beamten des Obstbau­vereins von Friedberg, der Preisrichter, der hiesigen Eomitö- Mitglieder, sowie des hiesigen GemeinderathS und einer Anzahl fremder und hiesiger Besucher feierlich eröffnet. Die Aus­stellung ist so reichhaltig von hier und auswärts beschickt und bietet eine so vorzügliche Sortenwahl, daß es wahrlich der Mühe lohnt, sie zu besuchen. Man sieht, daß auch im Vogelsberg etwas geleistet werden kann und es gebührt den Bemühungen des jungen Obstbauvereins der Dank und die Anerkennung der gesammten Bevölkerung.

Darmstadt, 6. October. Nach einer in diesen Tagen erschienenen Bekanntmachung der Großh. Hessischen Staats- schulden-Commission werden von der Großh. Hauptstaatskaffe zu Darmstadt in der Zeit vom 16. bis 30. October d. I. Anmeldungen auf das neue, zur Deckung von Nebenbahn­baukosten bestimmte Hessische 3^/, procentige Anlehen ange­nommen. Es werden Stücke von 200, 500, 1000, 2000 und 5000 Mark zum Paricurs ausgegeben und dem Besteller unmittelbar gegen Bezahlung des Kaufpreises verabfolgt. Stückzinsen werden erst vorn dritten Tage nach Eintreffen der Anmeldung, Schlußnotenstempel nur zur Hälfte berechnet. Die Zinscoupons werden bei der Hauptstaatskasse und sämmt­lichen an dieselbe ablieferungspflichtigen Kassen (also u. a. bei jeder Districtseinnehmerei), sowie bei den besonders beauftragten Bankhäusern halbjährlich am 1. April und 1. October eingelöst. Die hessische Finanzverwaltung, die sich bekanntlich in der ebenso seltenen wie glücklichen Lage befindet, mit einem nur ganz geringfügigen Schuldenbetrag rechnen zu müssen und seit langer Zeit von ihrem Eredit keinen Gebrauch gemacht hat, glebt durch die neue Anleihe die gewiß Vielen erwünschte Gelegenheit zu einer unbedingt sicheren und zugleich vortheilhaften Eapitalanlage. Daß dabei zugleich, vielfach geltend gemachten Wünschen entsprechend, auch dem Publikum wiederum eine Gelegenheit geboten wird, innerhalb einer gewissen Frist Obligationen auch unmittelbar von der Hauptstaatskasse zu beziehen und dadurch unnötige Kosten ziz ersparen, wird sicherlich Zustimmung finden und vielfach gerne benutzt werden. Wenn daher die Sparkassen, Vormundschaften und größere Vermögensverwaltungen durch die neue Anleihe eine willkommene Gelegenheit zur Anlage größerer Baarbestände finden, so ist ebenso auch Denjenigen, die nur kleine Beträge zur Verfügung haben, die Möglichkeit zu einer bequemen und günstigen Capitalanlage geboten. Für die Berücksichtigung der Anmeldungen entscheidet, wie in der Bekanntmachung ausdrücklich betont wird, nur die Zeit des Eintreffens der Bestellung, nicht bereit Umfang, eine Bevor­zugung nach irgend welcher Seite hin ist also unbedingt ausgeschlossen. Eine möglichst umfangreiche Betheiligung an der Nebenbahnanleihe aus allen Shreifen des Landes ist nicht nur im Interesse des Staates zu wünschen, sondern kann auch vom rein geschäftlichen Gesichtspunkt aus nur empfohlen werden.

Darmstadt, 6. October. An die Stelle des kürzlich verstorbenen Ersten Staatsanwalts tritt Landgerichtsrath Dr. Gilmer van hier.

Darmstadt, 6. October. Vor dem Schwurgerichte wurde heute über eine eigenartige Urkundenfälschung ver­handelt. Angeklagt find die 18jährige Marie Ahlig auS Hainhausen, zuletzt in Offenbach wohnhaft, wegen Urkunden­fälschung, und die 25jährige Ehefrau Katharine Baetz aus Gelnhausen wegen Anstiftung dazu. Die letztere, eben­falls in Offenbach ansässig, war wegen Ruhestörung zu 6 Mk. Strafe verurtheilt worden und sollte dieselbe absitzen. Sie veranlaßte die Marie Ahlig unter Aushändigung ihres Strafbefehls, die Strafe unter dem Versprechen einer Be­lohnung abzusitzen. Die Ahlig meldete sich hierzu am 16. März im Offenbacher Haftlocal als Katharine Baetz und bewirkte dadurch falsche Einträge in das Haftregister. Die Ange­klagten sind im Wesentlichen geständig und wollen glauben machen, sie hätten die begangene Täuschung für eine gesetzlich erlaubte Handlung gehalten. Der Oberaufseher im Haft­local, welcher die Einträge bewirkte, hatte, obgleich die Ahlig sieben Jahre jünger als die Baetz war, mit Rücksicht auf die außergewöhnlich starke Corpulenz für ihr Alter, keinen Anstand genommen, die Angaben der Ahlig für richtig zu halten. Gemerkt wurde die Täuschung erst, als die Marie Ahlig für sich selbst Strafe zu verbüßen hatte. ES wurden nur zwei Zeugen vernommen, welche den Inhalt der Anklage lediglich bestätigten. Die Geschworenen verneinten die erforderliche Einsicht der Strafbarkeit ihrer Handlung für die Angeklagte Ahlig, welche daher freigefprochen wurde- die Angeklagte Baetz wurde zu vier Wochen Gefängniß, welche als verbüßt gelten, verurtheilt. Die Marie Ahlig soll in eine Besserungs­anstalt verbracht werden.

Mainz. 8. October. In dem Justizpalast hier fand gestern der diesjährige hessische A n walt Stag statt. Auf der Tagesordnung desselben standen lediglich die alljährlich wiederkehrenden DorstandSwahlen sowie interne Angelegenheiten. Aus dem Vorstand schieden auS: Dr. Levita-Mainz, Dr. Metz I-Darmstadt und Dr. Gutfleisch und Dr. Reatz- Gießen, welche sämmtlich wiedergewählt tnuroen. An Stelle deS verstorbenen Dr. Petri-Mainz wurde Dr. Struwe-Mainz

neu in den Sorüanb gewählt. Ein Antrag, das Gefcha'» iahr statt wie seither mit dem 1. October mit dem 1. Jaml beginnen zu lassen, wurde abgelehnt. Der nächstjähr^ AnwaltStag findet dem üblichen Turnus gemäß in Dar, stadt statt. Der bei einer unseligen Spielerei mit tj Gewehre vorgestern erschossene Soldat Hüter vom 118.$ fanterie-Regiment, der au« Lampertheim gebürtig ist, zurr, gestern mit allen militärischen Ehren begraben. Der A» | anlaffer des unheilvollen Schusses, der Gefreite Frey, f ganz untröstlich über das Dorkommniß und weint unef hörlich. Einer der ältesten hiesigen richterlichen Beaonq OberamtSrichter Dr. Volk, feiert übermorgen, den 10. Octobx : sein 25jährigeS Richterjubiläum. Erst mehrere Jahre cjl Friedensrichter in Wörrstadt thätig, kam Dr. Volk zurä^! nach Alzey, wo er anfänglich Untersuchungsrichter und u | dann BezirkSgerichtSrath war. Die neue Justizorganifan, brachte Dr. Volk als Oberamtsrichter nach Mainz, Stellung derselbe mit seltenen richterlichen Vorzügen schon : 13 Jahren versieht.

Vermifditc».

Wetzlar, 7. October. Aus der Sophienhütte pa^r? gestern Abend ein betrübender Unglücksfall. Der Arbe r Karl Heberling von Kl.-Altenstädten gerieth zwilchen p, Puffer und erlitt hierbei so erhebliche Verletzungen, daß alsiH sein Tod eintrat. Der bedauemSwerthe Mann ist 24 jäte alt und unverheirathet.

* Ufingen, 5. October. Montag früh machte der 8:e. Wirth Brücke! aus Eschbach seinem Leben durch fr hängen ein gewaltsames Ende, lieber das Motiv verlai.'. daß Brückel, ein sehr wohlhabender Mann, wegen btr - geringen Aepfelpreise" in den Tod gegangen sein soll, t hätte eS ertragen, wenn eS überhaupt kein Obst gegeben, aie den geringen Preis vermochte er, wie hier allgemein behaute wird, nicht zu überleben.

Ms. Aus Kurhefseu, 8. October. BerbrennungSt,'. Ein entsetzlicher Unglückssall, bei welchem zwei Mensche». leben einen gräßlichen Tod fanden, hat sich i Hönebach bei HerSseld vorgestern Abend zugetragen. £c Bäckermeister Wilhelm Erbe ist seit einiger Zeit sch rr leidend und es war ihm vom Arzt verordnet worden, az einer Arznei, die mit Benzin verdünnt war, sich Abends w dem Schlafengehen den Oberkörper cinzureiben. Ta Flüssigkeit stark riecht, so begab er sich diesmal nun ir den Hausflur und nahm ein offene- Licht mit, was tymCr. ausdrücklich verboten worden war, da die Mixtur sehr ft-r gefährlich ist. Bei dem Einreiben kam er dem Licht zu nabt die Flüssigkeit entzündete sich und setzte seinen Körper . seine Kleider in Brand. Auf fein HÜlsegeschrei eilte feint Frau halbangekleidct auS der Schlafkammer herbei, sie wi. die Flammen ersticken, dabei werden aber ihre Kleider eher falls in Brand gefetzt und sie erleidet so schwere Verletzung , daß sie bereits verstarb. Erbe selbst ist noch am Leben, bei ist er so gräßlich zugerichtet, daß er nicht wieder aufsteht.

* Kasse!, 7. October. Oberbürgermeister Rang ad Fulda, der in dienstlichen Angelegenheiten hier weilt, - heute Vormittag in der Nähe deS Justizgebäudes vom Ichor, betroffen tobt zusammengesunken. Die Leiche ist in bd Justizgebäude gebracht worden.

Mannheim, 6. October. Bei einer Reihe hiesige Bankhäuser wurden von einem französisch sprechenden :.t bekannten Manne gefälschte EheckS auf Pariser Baok.i' erhoben. Der Thäter ist unermittelt.

* Limburg, 5. October. Gestern wurde der yen Bischof Dr. Klein von dem Herrn SanitätSrath Dr. IRa-z auS Bad Wildungen unter Assistenz deS bischöfliche» HanS arzleS Dr. Weber und deS Herrn Dr. Diefenbach da» fpr zum zweiten Male mit Erfolg operirt, indem der der noch vorhandenen Gallensteine beseitigt wurde. Auch n:i dieser zweiten Operation ist daS Befinden des Herrn Bisch: den Umständen nach ein gutes.

* Dresden, 5. October. Die Ermordung ein« zehnjährigen Mädchen- in der Dresdener Haide r.tz hier und in der Umgegend nicht geringe Erregung herv* Die seit dem 25. August vermißte Anna Beer, die Tochn eines Maurers, ist, wie auS dem Befunde der in der Haie entdeckten Leiche hervorgeht, daS Opfer eine- Lustmordes p worden. Die Section ergab, daß die kleine Leiche fchtoce Verletzungen am Unterleibe hatte und nach der Thal ti Sande notdürftig verscharrt worden war. Die Ermordel wird als ein gutes, wohlerzogene« Mädchen gefällte-. Die Leiche war bereits von Füchsen und anderen Thieri angefressen. Bei dieser Gelegenheit hat sich wiederum h leider schon oft hervorgetretene Unsicherheit der Dresdak Haide gezeigt.

* Berlin. 7. October. Heute früh wurden die O f f i j irr/ burschen Selle und Heidkamp, Kochstraße 67 wotzmk vergiftet in ihren Betten aufgefunden- letzterer war tobt, ersterer schwerkrank. Der Vorfall ist noch nicht v geklärt unb erregt große- Aufsehen.

* Berlin, 8. October. Die Arbeit-werkstätteo b- Schwartzkops scheu Fabrik in ber Ackerstraße stehen in hellü Flammen. DaS Feuer brach gestern Abenb um 9 U- auS unb ist bis jetzt (2 Uhr NachtS) noch nicht bewälfc. Personen sollen dem Vernehmen nach nicht gefährdet fr# ba sämmtliche Arbeiter bie Fabrik nach 5 Uhr verlafli hatten.

Berlin, 7. October. Infolge ber vomBerlin: Tageblatt" gebrachten Notiz, bie Tochter eine- hoher-» Offiziers in Branbenburg sei verschwunben unb ber Bnr^ be« Offiziers in feine Compagnie zurückversetzt, erschien dvr: Mittag ber in jener Nachricht erwähnte General Sir chh« f in ber Wohnung des Rebacteur« Harich vom Berlin^ Tageblatt unb stellte ihn zur Rebe. Darauf forderte er bfl Redacteur auf, er solle eine Erklärung abgeben, daß d/ Harich, ein gemeiner Schuft sei. Dieser Zumuthung leiste ber Rebacteur jeboch nicht Folge unb schoß ber Generu

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