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Geschäfts-Eröffnung.
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Hochachtungsvoll
8274 Thörner & Stauss,
Grabenstrafte 9.
Börfe»woche»berieht
von E. WasserNchleben, Kankgefchäst.
Aach der mehrtägigen Unterbrechung, welche der Börsenverkehr durch die Feier tage erfahren hatte, entwickelte sich mit dem Beginn dieser Woche ein überau- lebhafte- Geschäft und auf der ganzen Linie der SprculattonSgebtete, den Montanmarki nicht ausgenommen, zeigten dte Kourse eine starke Neigung zur Aufwärl-bewegung. Neue Beweggründe für diese Festigkeit waren inzwischen nicht eingetreten, allein man Hefe sich willig und gern von o.r Strömung treiben, zumal die Bewegung von Wien kräftig unterstützt wurde. Dte kleinen Sorgen, welche die bet der Berliner lllttmo- Regultrung plötzlich ausiretende Geldvertbeuerung der Speculation bereitet halte, waren längst wieder vergessen und auch per an diesem Tage erschienene recht ungünstig« Au-wettz der ReichSbank machte gar keinen Eindruck. Zwar pflegt der Duoitaiewcdifd immer große Ansprüche an dte Mittel der Lank zu sttllen, aber eine Zunahme des Wechselbestandes um 95 Millionen und eine Abnahme der Notenreserve um 193 Millionen drückt immerhin eine sehr starke Anspannung deS Goldmarkte» auS, namentlich w nn man berücksichtigt, daß die Ansprüche der Berliner Börse für Ultimozwecke in dem Ausweis nur erst zum Theil in Erscheinung getreten find. Die feste Stimmung hatte aber mit dem ersten Tage der Börsenwoche auch zugleich ihren Höhepunkt erreicht; schon die folgende Boise brachte eine mcrktiche Abschwächung, der die meisten Eourse unterlagen. Wien zeigte nicht mehr die alte Zuverfichtlichkeit und am meisten war rS da» führende Papier, die tzridttactte, welche unter diesem Rückgang zu leiden hatte. Schon in meinem vorigen Berichte haben wir auf die lieberladuna der Wiener Speculation hingewiesen und e» fehlt auch nicht an ein, heimischen Preßsttmmen, welche vor llebertrcibung warnen. Allein die g.legentltcheu Rückschläge haben bisher nicht» an der Grundtendenz der Märkte »u ändern vermocht, welche nach wie vor eine feste bleibt. Am wieder willigsten folgt die Berliner Börse, wrlche mit großer Zähigkeit an ihrer pessimistischen Anschauung sefihält und die vortige Eontremine macht wiederholt Anstrengungen, neue» Terrain zu gewinnen, um nach kurzem Umlauf immer wieder die Seael zu streichen.
Einen durchau» befriedigenden Eindruck machen die BetriebSergebniffe der
deutschen Eisenbahnen für den Monat Februar. Namentlich ist eS der Güterverkehr, welcher ein ansehnliche- Plu» auf weist und man bars wohl darin ein sichere» Zeichen erblicken, daß die Verhältnisse im Handel und damit in Hand die Industrie einer, wenn auch langsam, so doch merkbarer B<ffcrung entgegen gehen.
Da- dedeutcnfte Ereigniß In dieser Woche ist da» 6rf deinen von 300 Millionen dreiprocenttger Reichsanleihe unb Preußischer EoniolS. Schon seit langem war die vözse auf diese Emission vorbereitet und e» bat nicht an Stimmen gefehlt welche der Regierung einen Borwurf darau» machten, daß fie die Gunst de» Geldmarktes nicht benutzt habe und mit ihrem Geldbedarf bereit» früher an die Börse und bat Publikum» herangetretcn sei. Sie wirb aber wohl Gründe gehabt haben zu warten und wie die Verhältnisse liegen, scheint fie damit auch nicht» versäumt zu haben, denn der Geldmarkt ist nach wie vor günstig gestimmt. Trotz der großen Anspann« ung, welche der Ultimo gebracht hat, bleibt Geld flüssig und der Dttcont am offenen Markt ist von 2», wieder aus zurück gegangen Auch die NeichSbank hat ihreu Satz für den Ankauf von PnoatdiSconten auf 2*, heruntergeletzt, ein Beweis, daß die ersten Tage de» Monats ihr berettS wieder einen starken Rückftuß gebracht baden müssen, wenn man nicht annehmin will, baß sie mit Rücksicht auf dte große Finanzoperation ben Gelbmarkt zu erleichtern deabfichttgt.
Der Modu» der Begebung ist der gleiche wie tm Vorjahre, nur mit dem Unterschied, daß diesmal die Anleihen dem Pudlikum zu einem um 3,20•/» höheren Eourse angeboren werden.
Trotz dieser Erhöhung de-Emisfion-course- wttd man nach Lag« aller Verhältnisse der Subskription einen zweifellos großen Erfolg vorau-fagen dürfen. Die alten Anleihen sind inzwischen gut clalsirt worden unb eS befindet sich fast gar kein SpeculattonSmaterial mehr in erster Hand. Seit Monaten schon hat sich da» kausende Publikum sowohl al» die Börse darauf vorbereitet, und da» in den Banken auf gespeicherte flüssige Kapital wird die Gelegenheit gern natelfen, sich in einem erst» klafüzen Anlagepapier zu engagiren, da» ihm eine gegen den Marktwerth deS Geldes weit desiere Rente abwttft.
Im Montanmarkt war die Haltung eine mehrfach schwankend«; doch er» litten die Eourse feint wesentlichen Einbußen unb fie geben auf ungefähr gleichem Stand« auS dem Wochenmai kt hei vor *4 wird auch noch einer längeren Zett br bürfer, ehe ba» Synbicat einen Einfluß auf die Preise von Kohlen gewinnen tonn; einstweilen wirb dasselbe von btr ausländischen Eoncurren» In Schach gehalten.
Bon Bahn wert hen zeichnen sich besonder» die italienischen Aciien durch eine sehr feste Haltung au». Da« Publikum zeigt eine große Vorliebe für diele Werlhe, und e» laufen täglich belangreiche Kautaufträae dafür ein. Mittelmeer gewannen 2 und Meridtoneanen mehr al» 3*/o- Günstig ist auch die Stimmung für Schweizer Actien, wenngleich dieselben ihren vorwöchentlichen höchsten Stand nicht behaupten konnten. Besonder» Süddeutschland tritt al» Käufer dafür auf. Lombarden, ba» Favoritpapier der Wiener unb der Frankfurter Platzspeculation, bleiben zwar fest, erlitten ober gegen ihren höchsten Stand doch einen Eour-rückgang^ von 2 ft.
Der Renten markt behält im Allgemeinen seine aünftlge TiSpofition. Tu Veränderungen, welche in dieser Woche in den Ixoutfen ftattgerunben haben, find für fast alle WeNhe nur geringfügiger Natur. Besonder» lebhaft war der Verkehr in 3procentigen inländischen Fond», welche zu zwar etwa» ermäßigten Preisen in großen Summen gehandelt wurden. E» gibt immer noch Leute, welchen der geringe Unterschied zwischen EmisfionScourS und Tagespreis ausreichend genug ist, um ihren Befitz an alten Stücken gegen neue zu tausch«.
Im Bankenmarkt waren die EourSschwankungen größer. Ereditactien, welche am Dien-tag zum zweiten Male die Grenze von 300 überschritten hatten, ginaen darauf rasch zurück und fie schließen um 4 ft. niedriger. Weniaer erheblich ist der Rückgang von Eommandit, die gegen ihren höchsten Wochenttand nur 2®/© verloren haben. Darmstädter upb Dresdener Bank konnten ihren E out »stand nahezu voll behaupten. Handelsgesellschaft, die wieder einmal ohne ersichtlichen Grund de, günftigt wurden, gewannen sogar 1 •/©.
Eourse der Frankfurter Börse
Cours vom
Cours 00m 30./III. 7. IV
30JUI. 7VIV.
4 ^°N^lche Obligation.
106 - 107 30
.106 30
107.50
4»/?/oPonu^-«.88uLS
6°/o amort. Herd. Gold-
28 40
30.20
, Baden.....
105 10
106.70
Rente ....
79.20
79.40
3o/o Sächsische Rente. .
87 60
87.65
5° 0SerbischeEtsenbahn-
3Vi°/o BremerStaatSanl.
98.50
98.90
Hvv-Obl. U A. .
4-/° Schweb. Ol>ltg.l880r
82 —
82.10
, Hamb.StaatSrmte
98.90
98 40
104 50
104 45
»o/oOestr. Goldrente
98 40
98.50
l°/o Türken conv. Ltt. D.
22.45
22.40
, GriechischeMonopol-
5»/0 Ärgent. «old • Änl.
47 —
46 95
Anleihe . . .
63.40
63.60
v. 1887 ...
4*/o Rumänische Rente .
98.75
99.25
3Vi% Egypl. prtv. Anl.
96 90
97 —
6®/o Ruff. EonsolS S. III
4°/e Pfälz. LudwigSbahn
5°/ q Güdbahn Lombarden
105.75
105.60
(Bexbach) . . . , Hessische LudwigSb.
—.—
—.—
»°/o do. do.
3o/g do. do.
98.65
66.-
98.50
66.10
to/69 gar ent
103.60
103.55
»o/o Prag-Duxer Gold . , Rudolf Gold (Sakk.) . Franz-Joses Silber 3°/o staatt. garant Ital.
100 75
100.55
, Elisabethd. steuerfrei Gold .... 5°/o Oeftr. Staatsbahn .
102— 108.50
101.90
108.50
101.80
82.40
101.80
83.05
4o/o do. do.
101.70
101.95
Eisenbahn . .
58 15
58.40
30/0 do. do.
3°/o Ltvorneser . . .
64 80
64.85
L-vnr.emtff.
84.20
84.55
4o/<,Ruff.Südw Eisend.
95.05
«5.05
3«/. do. ErgänzungSnetz »Vn Nordweftbabn Gold
81.90
108.25
81.70
108.20
4°/0 Wladtkawka» gerat »o/o ger. Sardin.Sec.sifr.
95 20
80.85
95.05
81.60
•iftn»a5u»ektitn.
LudwtgShafm Bexbach .
227. -
227 60 I
Galtz.LarlLudw.'B«Lct.
184 —
183' 8
Hessische LudwigSbahn. Pfälzische Nordbahn
112 10
111 —
Oetz Rordw.-Bahn Ltt.».
209.50
207'/.
114 25
114.10
Gotthardt.....
158 75
159.40
Lübeck-Büchner . . .
188 50
137 —
Jtel. Mittelmeer . .
103.75
106 30
Bemf-tUtim.
Deutsche ReichSbank
150.—
150 65
Dresdener Bank. . .
152 20
152 JO
Berlin. Hendel»gesellsch.
147 65
149.35
Dlitteldeutsche Lreditb. .
100.50
100.10
Deutsche Benk . . .
164.—
163 —
Wiener Bank-Verein
1071/,
108.—
DeutscheGenofienschstSb.
Württemb. Berein»bank
125.70
126.40
o.Soergel,ParristuS4ttLo.
119.50
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Deutsche Ver ein »bank .
108.60
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97.50
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Pfandbr. . . .
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Piandbr. . . .
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rückzahlb 1896 . .
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