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(D. Ztg.)
, Quingenberg wegen Diebstahls - Dienstknechr Carl Bernhard Lrückn er von Plauen von der Staatsanwaltschaft in Gießen loegen Diebstahls- Jacob Duckheim von Rodheim in Ober« b elfen vom Amtsanwalt I in Darmstadt wegen Unterschlagung^- der Metzgergeselle Carl Friedrich Gerlinger von Rothen- liirrg a. d. T., zuletzt in Nieder-Ramstadt, von der Staats- !«rwaltschast in Darmstadt wegen Unterschlagung von 139 Mk.; ll^ienstknecht Emil Hauck von Dresden, zuletzt in Groß- ; Rimmern, vom Amtsgericht Groß-Umstadt wegen Betrugs- Schlosser Johann Pflaum von Ebelsbach vom Amtsanwalt hi Gießen wegen Diebstahls - Flößer Anton Schäfer von fcjetler bei Kreuznach vom Amtsanwalt in Mainz wegen Wider- sc ndS rc.- Taglöhner Andreas Flörks von Erbes-BüdeS- deim von demselben wegen Diebstahls und Unterschlagung- Vuenstknecht Heinrich Meyer von Melbach in der Pfalz, ! i etzt in Weisenau, von demselben wegen Sachbeschä-
* * DaS Darmstädter Bankhaus Eduard G. Ger st ^rnahm für Berliner Rechnung den Restbetrag von zwei Mllionen Mark der S^tocentigen hessischen Staatsanleihe lot 1893.
* * Schenkung. Für den Hessischen Pfarrwaisenverein rembete Herr Kirchenrath Nebel in Groß-Gerau aus Anlaß stines 50jährigen Dienstjubiläums die Gabe von 200 Mk.
* * Statistisches. Es bestehen im Großherzogthum Hessen 29 öffentliche Krankenhäuser mit 2030 Betten und 6 private Krankenhäuser mit 242 Betten. In ersteren wurden im Zchre 1892 verpflegt 5848 Kranke mit 182,520 Ver- psl-gungsragen, in letzteren 1349 Kranke mit 48,842 Ver- oil."gungStagen. 2) Augenheilanstalten bestehen vier im Lande, öffentliche (Augenklinik Gießen) und drei private (Darmstadt, Gießen, Worms). Die Augenklinik in Gießen hat 75 Plätze, verpflegt wurden im letzten Jahre 759 Personen wb 19,560 Verpflegungstagen, die privaten Anstalten zählen ^s-immen 71 Plätze, verpflegt wurden 555 Personen mit 945)7 Verpflegungstagen. 3) Die beiden Landes-Irrenanstalten zählen zusammen 1005 Plätze, Hofheim 540 und Heppenheim 46S. In dem Hospital Hofheim wurden verpflegt 590 Personen mit 191,409 Verpflegungstagen, in der Landes - Jrren- ansralt Heppenheim waren ausgenommen 567 Personen mit 171,675 Verpflegungstagen, zusammen 1157 Personen mit 3M,084 Tagen. Darunter waren 514 männliche und 64i: weibliche Irren. 4) Entbindungsanstalten giebt es zwei öffiintliche (Gießen und Mainz) mit 93 Plätzen. Entbunden ivncden im Ganzen 545 Personen, davon starben zwei- mtti^eboren wurden 548 Kinder, davon todtgeboren 38, oc- .stoiiben 22.
* * Abänderung der deutschen Heeresordnung. Um die Aufbringung des durch die Heereßverstärkung erforderten ÄchrbedarfS an Ersatzmannschaften zu sichern, ist, der „M. & 8 " zufolge, die deutsche HeereSordnung dahin abgeändert wmden, daß das Mindestmaß der für die Infanterie und Za^er auszuhebenden Rekruten von 1,57 Meter auf 1,54 Meter herabgesetzt wurde. Die gleiche Reduction kann auch bei Minuten des Trains eintreten. Die Maße für die übrigen Waffengattungen sind die bisherigen geblieben.
* * Von den Teilnehmern an der Collectiv-AuSstelluug ttillischer Weine auf der Ausstellung in Chicago erhielten im Großherzogthum Hessen 44 Firmen Medaillen nebst Dstäomen durch die internationale Jury zuerkannt. Von Mcjgtn 44 Preisgekrönten sind 43 in Rheinheffen und 1 in
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Sterkeuburg.
Zur Tabakfteuerfrage
«nhmlten mir folgendes Eingesandt:
Anfrage an den Stadtvorstand!
Macht sich unser verehrlicher Stadtvorstand keine Sorgen totgien der drohenden Tabaksteuererhöhung? Will er denn nichttS thun, um die Tabakindustrte, die für unsere Vaterstadt ton so hoher Bedeutung ist, vor dem Aeußersten zu be- vah^en?
Steuerkraft, Handel und Verkehr Gießens sind hier zu schlitzen und die Belastung des Stadtsäckels durch die der isstntlichen Unterstützung anheimfallenden, brodlos werdenden Arbeiter hintanzuhalten.
Müssen da erst andere Städte, wie Nordhausen, mit Dem Beispiel vorangehen? Schließlich hinkt unsere Stadt ben umliegenden Ortschaften nach, die nicht ruhig zufehen Hollen und können, daß die Grundpfeiler ihres Gedeihens ; int ergraben werden.
Wohl mehren sich von Tag zu Tag die Stimmen, die Ilie volkswirthschaftliche Verkehrtheit erkannt haben, eine ülühende Industrie mit unzähligen Handarbeitern itint zwingende Noth zum Verkümmern zu bringen,^allein nie i muß noch geschehen, um das uns Alle angehende und ttetrohende Unheil abzuwenden.
Für unsere Stadt im Besondern würde ein „zu spät" Den den verderblichsten Folgen sein. Darüber sollte bei Atem Stadtverordneten ein Zweifel bestehen. Also auf zur
! X.
Vermischtes.
♦ Berlin, 6. November. Dem hiesigen Bankier Lange tljcten durch einen Kaffenboten 25000 Mk. unterschlagen. !tic Bote war zum Jncaffo von 7000 Mk. zur Darmstädter dann zur Zahlung von 6000 Mk. zum Kassenverein, mllßch zur Depotabhebung zur Reichsbank gesandt. Bei der KctSbank vermißte der Bote fünf Packele zu 5000 Mark mb machte sofort Anzeige, doch besieht der dringende S-rd-acht, daß der Bote das Geld unterschlagen hat. Der Note wurde verhaftet- derselbe unterschlug auch Stempel- mtrEten in ziemlich hohem Betrage, letzteres gestand er ein.
* Berlin, 6. November. Mit drei aus Dalldorf Vporungenen Epileptikern, darunter der bekannte Verbrecher 3e:i I e b u e , hatten gestern zwei Gendarmen einen Sinnigen Kampf zu bestehen, wobei Bellevue durch einen
Schuß und einen Säbelhieb verwundet wurde. Dann erst gelang es, die Entsprungenen zurückzubringen.
* Hannover, 6. November, v. Meyerinck, der bekanntlich im Spielerproceß zu vier Jahren Gefängniß ver- urtheilt worden war, hat sich gestern im Gefängniß erhängt.
* Hannover, 6. November. Zu dem Selbstmorde des Rittmeisters a. D. v. Meyerinck wird mitgetheilt, daß er, da das Urtheil noch nicht rechtskräftig geworden war, im Untersuchungsgefängniffe gewiffe Vergünstigungen und Bequemlichkeiten genoß. Meyerinck hat nun von einem Sessel die Borte abgetrennt und sich mittelst derselben an der Thüre aufgeknüpft. Bereits heute früh um halb 7 Uhr wurde der Selbstmord entdeckt.
* Schueidemühl, 6. November. Am Sonntag Abend erfolgte in der Tiefe eine auch auf der Oberfläche wahrnehmbare Erdrutschung. Die Rohre wurden hochgedrückt, und der Ausfluß des Waffcrs hörte momentan aus. Allmählich kam aus der Ausbruchsstelle wieder Schlammwasser. DaS tiefe Rohr ist noch verstopft. Brunnenmeister Bayer wird versuchen, die Wafferschichten mit weiteren Rohren ab- zufangen- die Beschaffung der Rohre ist schwierig.
* Nürnberg, 6. November. Weil die Möglichkeit zu ihrer Verehelichung ausgeschloffen, hat heute Vormittag im gegenseitigen Einverständniß ein junger Kaufmann aus Neumarkt im Walde vor der Stadt erst seine Geliebte erschossen und sich dann durch einen Schuß schwer verletzt.
* Ein ehemaliger Offizier läßt sich über daö Spiel in Offizierskreisen folgendermaßen vernehmen: Welch ein Unglück gerade das Spiel für die Armee ift, das ist in weiteren Kreisen immer noch nicht bekannt. Durch daö Spiel kommen mehr Offiziere um Epauletten, Ehre und Leben als durch irgend eine andere Leidenschaft. Und doch ist verhältniß- mäßig das Spiel leichter zu bekämpfen, als irgend eine andere Unsitte. In dem Regiment, in welchem ich selbst als Offizier gestanden habe, herrschte Jahre lang der Spielteufel, bis es endlich zu einem großen Eklat kam, bei dem der Com- mandeur und ein halbes Dutzend Offiziere um die Ecke gingen. Wir bekamen dann einen Commandanten, der uns mit dem freundlichsten Lächeln von der Welt auseinandersetzte, daß er die Gewohnheit habe, sobald er von einer Spielparthie höre, stets den ältesten dabei anwesend gewesenen Offizier zum Abschied einzugeben. Es wurde nie mehr gespielt! Das heißt, so lange dieser Commandeur da war. Vor ein paar Jahren wurde ich als Landwehroffizier wieder einmal zu einer Hebung bei demselben Regimente eingezogen und habe bei der Gelegenheit an einen anderen Landwehrosfizier 1100 Mark verlorenes wurde nämlich jeden Abend gespielt, und man konnte sich der Betheiligung schwer entziehen. Dies zum Beweise, daß es auf die Vorgesetzten ankommt, wenn in der Armee gespielt wird. Wie dem Hazardspiel in Offizierkreisen zu steuern sei — zu dieser Frage giebt auch die nachstehende Erzählung, die ein Mitarbeiter des Leipz. Tagebl. einem jungen Reserve- Offizier verdankt, einen guten Beitrag. Der Oberst des Reiter-Regiments, dem dieser angehört, kommt eines Abends auf das Casino und findet die Herren beim Spiel. „Ah, bitte um Entschuldigung, hier störe ich wohl," sagt er und entfernt sich wieder, nachdem er nur in Eile ein kleines Gläschen Bier getrunken. Am nächsten Vormittag nach der Parade hält er den Offizieren eine eindringliche Vermahnungß- rede über die verderblichen Folgen des Spiels. „Ich werde" — so schließt er — „schlechterdings nicht dulden, daß etwas Derartiges wieder vorkommt. Sollte es jedoch geschehen, so würde ich sofort selbst nach Berlin reisen, und darauf können Sie sich verlassen: die Schuldigen bleiben bann nicht einen Tag länger beim Regiment." „Herr v. L. und Herr v. A, Sie erweisen mir wohl die Ehre, heute Abend 6 Uhr eine Taffe Thee bei mir zu trinken?" Beim Thee nimmt er die beiden Herren auf die Seite, und statt der erwarteten Nachrede bemerkte er in wohlwollendstem Tone: „Es thut mir sehr leid, meine Herren, daß auch Sie sich haben verführen lassen. Ich habe das Vertrauen zu Ihnen, daß Sie mir von jetzt an in meinem Bestreben kräftig beistehen werden und daß auch Sie den nöthigen Einfluß auf die Kameraden besitzen, um es mit Erfolg zu thun." Damit hatte das Spiel ein für allemal ein Ende.
* Der Steuerreceptor Vogel in Lauban hatte 22000 Mk. unterschlagen und war flüchtig geworden. Die Stadt- verordneten machten den damaligen Bürgermeister regreßpflichtig unb baß Amtsgericht verurteilte biefen auch zum vollen Ersatz ber unterschlagenen Summe.
* Glock 24. Die italienische Regierung hat mit bem 1. November nicht nur bie mitteleuropäische Zeit, fonbern auch eine neue Stunbeneinthe ilung eingeführt. Man zählt nicht mehr von 1 — 12, sondern von 1—24. Mitternacht ist also Glock 24. Die Zifferblätter der Uhren sind dementsprechend geändert. Das italienische Publikum hat diese radicale Neuerung gerade nicht mit besonderen Gefühlen der Begeisterung ausgenommen, eß ist wohl ber Sache Gewohnheit, jeboch kann man eben nicht sagen, baß baß Zifferblatt einer Uhr, welches 24 Stunben ausweist, sich durch Deutlichkeit auszeichnet.
* Werthvolle Hausschuhe. Kürzlich starb In Nürnberg ein anscheinenb in ärmlichen Verhältnissen lebenber Bahn- bebienstcter- sein letzter Wunsch war, ihm seine alten großen Hausschuhe ins Grab mitzugeben. Hierburch aufmerksam gemacht, untersuchte man bieselben unb fanb zwischen ben Sohlen 7000 Mk. in Banknoten unb 20-Markstücken. Die Schuhe bekam er mit, bas Gelb aber nicht.
* Wie mau in Amerika Zuckerrüben zieht. In dem westlichen Theile der Vereinigten Staaten schwärmen zur Zeit die meisten Landwirthe für Zuckerrübenbau, da dieser infolge der von ber Bundesregierung gezahlten Zuckerprämie größeren Nutzen verspricht, als ber Getreibebau. Diese Schwärmerei wirb bereits von Schwinblern ausgebeutet. Einige unternehmenbe „Geschäftsleute" in Newyork zeigten nämlich in einer Zeitung ein einfaches Mittel an, um Runkelrüben zu ziehen: Franko Antwort nach Empfang von einem
Dollar in Postmarken. Vcrschiebene Lanbwirthe riSkirten 50 Zweicentmarken und erhielten als Antwort bie überraschenb richttge Mittheilung: „Fasse bie Rübe oben fest mit ber Hand unb bann ziehe."
-> ^ar6ut<!' Mooember. Univer fitStS - Frequenz. Die
Zahl ber bisher an unserer Universität neu immatriculirten Studenten betrug 225. Im vorigen Wintersemester sanden 272 Jmmatricula- tionen statt. Ta voraussichtlich jetzt auch noch nachträgliche Jmma- triculationen stattsinden werden, wird die Frequenz unserer Hochschule ungefähr die gleiche fein, wie im vorigen Wintersemester.
— Man schreibt aus Göttingen: Die „Georgia Augusta" ift jetzt auch in die Reihe der Universitäten getreten, welche von Studentinnen besucht werden. Zwei Damm, die bisher in Cambridge Mathematik ftubirt haben, find hier zum Hören von Vorlesungen zugelassen. Jmmatriculirt sind sie nicht.
Ciierahtr und Xunft
— Bäder und Heilkuren. Die Fortschritte der ärztlichm Kunst beruhen zum großen Theil auf der richtigen Anwendung gewisser Heilsactorm, die in den Bädern unb im Wasser vorhanden find ober durch Bewegung, Ernährung rc. erzeugt werden können. Eine Anzahl von Heilmethoden giebt eS, bei denen die Medicin gar feine Anwendung mehr findet unb die trotzdem ganz überraschmde Erfolge aufzuweisen haben. Dem Publikum einen Uebcrbttck über diese Bäder unb Heilfuren zu geben, ist der Zweck einer Veröffentlichung in dem neuesten Hefte von »Zur gute« Stunde^ «Berlin W. 57, Deutsches VerlagshauS Bong & Co. Preis deS Vierzehntagsheftes 40 Ps.), die durch eigmartige Illustrationen aufs beste erläutert wird. Wir sehen da einm Patienten, der die Schr oth'sche Kur gebraucht und in der Packung am großm Trinktage dargestellt ist; wir lernen ferner das Sprudelbad kennen, sehen Damen und Herren bie Kneippkur durch Gehen im Muhlbache betätigen u. a. m. Der von Dr. E. Berger verfaßte Aussatz wird fortgesetzt werden und ein zweiter Artikel desselben Heftes schildert uns das malerische Regensburg; den Text von K. Max begleitet eine Anzahl ausgezeichneter Illustrationen Paul Heys.
erfrier, und
Sitten, 7. November. Marktbericht Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Psd. .* 1,00—1,10, Hühnereier per Stück 7-8 4, 2 Stück — 4, Käse pr. St. 5-8 A. Jtäfematie pr. St. 3 Erbsen vr. Utter 18 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar X 0,50—0,70, Hühner pr. Stück X 0,85—1,00, Hahnen pr. St. X 0,50- 0,85, Enten pr. ©t. X 1,50 bis 1,70, Ochseufleisch pr. Psd 62—88 X Kuh- und Rindfleisch pr. Md. 50—56 4, Schweinefleisch pr. Psd. 60—70 X Kalbfleisch pr. Psd. 50—56 X Hammels fleisch pr. Md. 40—60 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,50-5,50 X, Weißkraul pr. Stück 4-10 A, Zwiebel.' pr. Gentner 7,00-8,00 X, Milch pr. Liter 16 20 X Gänse pr. Psd. 42-54 H
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— Auf der Ausstellung für Kochkunst, Conditorei unb Bäckerei, Armeeverpflegung, Volksernährung und verwandte Gewerbe in Köln wurde der Rheinischen PrLservenfabrik Rastanf & Co. in Coblenz für ihre Fabrikate bte höchste Auszeichnung: die „Goldene Medaille" zuerkannt. — Die Herren Preisrichter dieser Ausstellung, u. A. Herr Dr. Neuhofer, Stadt- und Gerichtschemiker in M.-Glad- bach, hatten Proben der von der Rheinischen PrLservenfabrik Rastanf & Eo. in Eoblenz ausgestellten Erzeugntffe entnommen, eingehend geprüft und ganz besonders den vorzüglichen Geschmack dieser Fabrikate hervorgehoben.
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