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50 Pfg.
Abende, 75 Pft [atharinenpforte
Zeil 9, und Fr».
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1393
Sonntag den 6 August
Drittes Blatt.
Rr. 183.
Gießener Anzeiger
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Amts- und Anzeig-blatt für den Nreis Gießen
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versagte Befugnih darstellen, bei Mehrbedürfnissen des Reiches zu der Zucker-, Brau-, der neuen Tabakfabrikat' und der Stempelsteuer entsprechende Zuschläge zu bewilligen. Don Seiten der freisinnigen Volkspartei und des Centrums wird dieser Vorschlag allerdings schon jetzt bekämpft, weil man hter in den beabsichtigten Aenderungen eine Schmälerung des Einnahmebewilligungsrechtes des Reichstages erblickt und von einer von Jahr zu Jahr wechselnden Normirung der bezeichneten Abgaben eine bedenkliche Einwirkung auf die Stetigkeit des Handels- und Erwerbslebens fürchtet. Neben diesen Grundzügen der Reform tritt ebenfalls schon jetzt die Absicht der leitenden Kreise hervor, einer systematischen Tilgung der Reichs schulden näher zu treten. Diese belaufen sich auf die neben den Schulden der Einzelstaaten schon recht in Betracht fallende Summe von rund zwei Milliarden. Minister Miquel soll nun beabsichtigen, einen Schuldentilgungsplan vorzulegen, nach dem jährlich etwa 20 Millionen Mark Schulden, d. i. 1 pCt. der Gesammtschuld gelöscht werden soll. Eine praktische Bedeutung würde diese Maßnahme allerdings vorerst nicht haben, da nach den Feststellungen in der Militärcommission die Regierung in den nächsten Jahren neue Retchsschulden im Betrage von 200 bis 300 Millionen Mark zu contrahieren bereits vom Reichstage ermächtigt ist. Vielleicht soll die Maßregel nur den Zweck verfolgen, daß ein Procentsatz der neuen Reichsbedürfnisse nicht durch Aufnahme neuer Anleihen, sondern aus regelmäßig fließenden Einnahmequellen befriedigt wird. Solche müßten freilich, da schon jetzt die Ausgabebeträge die Einnahmen des Reiches überholen, erst neugeschaffen werden. Wahrscheinlich wird die Tabakfabrikatsteuer als eine derartige Steuerquelle vorgeschlagen werden. Andererseits beabsichtigt der Finanzminister, ähnlich wie in Preußen beim Eisenbahnwesen, so ins. Reiche im Reichspostbetriebe größere Ersparnisse zu erzielen. Zunächst sollen künftig die ReichSpost-Gebäude möglichst schlicht und billig hergestellt und sodann eine Erhöhung des Portos von 50 Pfg. für die 5 kg^arfete in Aussicht genommen werden. Ob freilich Herr v. Stephan zu diesen Projecten seine Zustimmung geben wird, erscheint zur Zeit noch fraglich. — Der deutsch-russische Handelskrieg ist jetzt auf der ganzen Linie entbrannt. Nachdem die Verhandlungen zwischen Rußland und Deutschland neuerdings zu einem negativen Resultat geführt hatten, setzte Rußland seinen hoh n Maximal
Tarif an der russisch-deutschen Grenze in Kraft. Der deutsche Reichskanzler antwortete mit dem ihm gesetzlich zustehenden Mittel eines 50procentigen Zuschlages auf die Zölle für Maaren russischen Ursprunges. Daraufhin erhöhte Rußland seinen Tarif ebenfalls um 50 pCt. Zugleich wurde die Hafenabgabe für deutsche Schiffe auf den zehnfachen Betrag gesteigert und auch Finnland veranlaßt, seinem Tarif 50 pCt. zuzuschlagen. Welches Ende der Zollkrieg nehmen wird, ist vorläufig noch nicht abzusehen. Jedenfalls sind die Hoffnungen auf eine Verständigung bei der Regierung auf den im September in Berlin stattfindenden Confercnzen sehr gering. Die Reichsregierung erwägt bereits, wie sie zu einer Milderung der Deutschland aus dem Zollkriege erwachsenden wirthschaftlichen Schäden beizutragen vermag. Sie beabsichtigt, das Bedürfniß nach russischem Roggen dadurch zu mindern, daß sie eine möglichst gründliche Schälung des Brodkorns für die Armee bei der Vermahlung eintreten läßt und dadurch eine ergiebigere Ausnutzung deS Nahrungsgehaltes des Korns und somit eine Ersparniß an solchem herbetführt. Bei der Verpflegung der Pferde sollen für Fouragebestandtheile der vorgeschriebenen Ration Ersatzmittel (namentlich Mais auS Amerika) zur Verwendung kommen.
Der französisch-fiamefische Streit ist glücklich dadurch erledigt worden, daß Siam den französischen Forderungen bedingungslos nachgekommen ist und das ganze beanspruchte Territorium abgetreten hat. In Frankreich selbst ist die Wahlbewegung bereits in vollem Gange. Die Anzahl der zu vergebenden Mandate ist von 576 auf 581 vermehrt worden.
Nachdem in England die aufregende Einzelberathung der Homerulevorlage beendigt ist, hält dort der allgemeine, weit umfassende Bergarbeiterstrike die politischen Kreise in Spannung.
In Argentinien ist wie in Brasilien eine neue Revolution ausgebrochen, die zu Gunsten der Aufständigen zu verlaufen scheint. .
In Bulgarien haben die Neuwahlen zur Oobranje eine überwältigende Regierungsmehrheit ergeben. Der Premier- Minister Stambulow ist dreimal gewählt worden.
Alle Annoncen-Bureaux bf» In- und «u»lanbe» nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
politische Wochenschau.
Gießen. 5. August 1893.
Von einer sommerlichen Stille in der Politik kann gegenwärtig noch nicht die Rede sein. Eine solche wird vielleicht eintreten, wenn die Finanzminister-Conferenz in Frankfurt am Main stattgefunden hat und die sich wahrscheinlich an dieselbe anschließenden Erörterungen der Preffe zur Ruhe gekommen sind. Einstweilen beschäftigen sich die Blätter der verschiedenen Parteien auf das Eifrigste mit der geplanten Abänderung deS Rei ch s fi n anzw e se n s, sei es, um den eigenen Anschauungen womöglich eine Berücksichtigung zu verschaffen, sei es, um einstweilen die künftige parlamentarische Stellungnahme ihrer Partei schon jetzt zu begründen und den Parteigenoffen verständlich zu machen. S nd nämlich die Pläne Miquels auch in ihrer Einzelheit noch unbekannt, vielleicht noch gar nicht einmal festgestellt, so lassen sich doch schon gewisse Grundzüge der beabsichtigten Organisation erlernten. Die Clausula Frankenstein, nach der alle Einnahmen des Reiches auS den Zöllen, gereiften Verbrauchsabgaben und der Stempelsteuer den Einzelstaaten zu über- weisen sind, soweit sie den Betrag von 130 Millionen Mark übersteigen, soll aufgehoben und damit dem Reiche eine außerordentliche Mehreinnahme gesichert werden. Die Einzelstaaten, d'.e bei dieser Einrichtung des Genusses des sich von Jahr zu Jahr steigenden Mehreinkommens aus den Zöllen u. s. w. verlustig gingen, wären dadurch zu entschädigen, daß einmal ihre Beiträge in die Reichskasse (die sog. Matrikular- beiträge) für eine Reihe von Jahren nach Maßgabe des gegenwärtigen Zustandes sestgelegt und dadurch gegen eine Steigerung geschützt und außerdem ein ebenfalls für längere Zeit in mäßiger Höhe zu fixirender Beitrag von lieber Weisungen des Reiches beibehalten würde. Der Reichstag würde allerdings unter diesen Umständen das Bewilligungsrecht, welches er seither durch die Gewährung ober Ver- fagung seiner Zustimmung zu der vom Bundcsrathe jeweils beantragten Einziehung von Matrikularbeiträgen zur Geltung zu bringen vermochte, infolge der gesetzlichen Festlegung der einzelstaatlichen Beiträge für eine längere Zeit verlieren. Einen Ersatz für diesen Verlust seines Rechtes, durch Verweigerung von Einnahmen auch unerwünschte Ausgaben zu verhindern, soll die dem Reichstag ja auch schon jetzt nicht
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Feuilleton
denn eine alte deutsche Blume, die so innig an« leise Nahen de» Herbstes mahnt? Nein, sie ist eine sto'ze Mexicanerin, und kein mittelalterliches Burggärtchen hat sie jemals gesehen. Zum erstenmcll aeruhte ste im Jahre 1784, also zwei Jahre vor dem Tode des Alten ftith" über das Weltmeer nach Europa, und zwar nach Spanien, zu segeln. Aber erst Anfangs dieses Jahrhunderts wurde sie in den deutschen Gärten heimisch; sie verblühte zwischen den Leichenseldern, die uns der große Corse schuf! Heute extstirt ste wohl in mehr als 2000 Spielarten.
Neben dem erneut erwachsenden Flor der bengalischen Noisette- rc. Rosen steht die liebliche Fuchsie in entzückender Pracht, umringt vom traulichen Reigen des bunten Gemisches der Aster. Auch die Fuchste ist keine deutsche Blume, sondern ein südamenkanischer Strauch, der besonders als Topfpflanze überall beliebt, mit seinen reizenden Glöckchen und Glocken, selbst vom Fenster der ärmlichsten Hütte au8, einen Strahl von Freude um sich breitet. Sie läßt sich jetzt im August noch durch Stecklinge fortpflanzen. , ..
Wer sich eine rechte Freude bereiten will, mag jetzt auch Reseden zum Winterflor in Töpfe säen. Die Saat von Stiefmütterchen kann nur ins freie Land erfolgen. „ . . .. f.
Gemüsegarten sammelt die umsichtige Hand letzt schon Samen, aber nur die besten und reifsten. Abgeerntete Beete werden nach Bedarf und Plan gedüngt, umgegraben und wieder m t Salat, Kohlrat i u. s. w. bepflanzt, oder aber mit Herbstrüben, Spinat oder nochmals mit Erbsen besäet. ES sollte kein Winkelchen des Gartens unbenutzt liegen bleiben. Man sorge jetzt sur Einmachgurken und -Bohnen, weil sie in diesem Monat den reichsten Ertrag liefern, also am billigsten sind. Man binde Endivien, bleiche Sa al ellerie und ernte die abgewelkten Zwiebeln. — Eine Ehrenpflicht ist-, die Kohlbeete energisch von den Kohlraupen freizuhalten. Man suche schon die Eier, die in Häuschen an den Blattern hängen, zu vernichten, nicht erst die durch Fraß herangemLsteten Raupen. Allenthalben sollten auch die Schmetterlinge s lbst, die Kohlweißlinge, abgefangen werden. Am thauigen Morgen sitzen sie still aus verschiedenen niederen Pflanzen. Besonders die Schustugend kann auf Anregung umfichliger das Gemeinwohl pflegender Lehrer darin Erstaunliches leisten. Als nachahmungsweitheS Beispiel sei hier aufgeführt, wie der Gartenbauverein zu Dülken am Mittelrhein im vorigen Jahre Prämien für eingelieferte tobte Schmetterlinge, und »war für je 100 Stück 1 Mark, aussetzte; außerdem noch eine besondere Prämie von 1 Mark für die größte eingelteferte Zahl- Es mürben ihm im ganzen durch Schulkinder 45 000 der hochschadlichen WeißlingSfalter eingeliefert. Rechnen wir, daß darunter sich blos 22 500 Weibchen befanden, die ihre Eier noch nicht abgelegt hatten, so ha. dieser eine Gartenbauverein in einem Sommer das Leben u.ch schädliche Wirken von ca. 21/« Million gefräßiger Raupen tm Keime erstickt. Das lobten ber Thtere geschah ohne Quälerei durch einen raschen Druck auf den Brusttheil. In lobenSwerlher Weise sind schon viele wettere Vereine d<m Beispiel ».folgt. Fehl. ». Schilling.
scharf forschenden Auge deS eifrigen Gartenfreundes, der lebhaften Sinn für alles, waS in feiner kleinen Gartenwelt vorgeht, an den Tag legt, wird dieses doch kaum entgangen sein. Ja, was denn? Beobachte, lieber Freund, doch einmal im heißen Sommergarten, wenn andere sich in die kühlsten Räume des Hauses fluchten, das Thvn und Treiben der Wespen: da fliegt ein halbes Dutzend der schwarzgelben Scharfbewaffneten mit mächtigem Summen durch den zierlichen Wald der Spargelbeete. Das geht ja wie im wilden Jager:
„Halloh, Gesellen, draus und dran!
Jo! Doho! Hussassa!"
Und jeder Hund fiel wüihend an, Was er zunächst vor sich ersah. Bluttriefend sank der Hirt zur Erde, Bluttriefend Stück für Stück die Heerde.
Halt, nein! Der fchlaue Hirt in seinem bettbetupften Röckchen scheint feine Lust zu haben: Beim nahenden schmetternden Jagdhorn bam zieht er Arme und Beine an den Leib und läßt sich vom Aeftchen herab aus den »oben satten. Wer denn? Das Spargelhähnchen'. Aber die Heerde knabbert ahnungslos an dem zartgefiederten Spargelkraut- die Larven dieser spargelverwüstenden Käfersippe sinds. Diesen gilt bte wilde Jagd. Sobald sie erblickt, stürzen die im Wald »erst'euten Wespen wüthend auf sie los. Mit starker Zange wird das vor Schreck Narre Opfer im Genick gefaßt und, der quellenden dunkelgrünen Blutstropfen ungeachtet, durch die Luft davon getragen. Plötzlich Rast auf einem alten Pfahl etwa. Die kraftvolle Zange des Wespenkopfes zerbeißt des jungen Hähnchens äußere Sj>aut. Dann zerkaut sie den noch leife zuckenden Körper des unglücklichen Opfers zu unförmigen Klumpen, ohne indeß davon zu fressen. Warum denn? Nun, sie macht d.-n Braten zurecht und weich für ihre zahnlose Brut, die droben im bimförmigen Gehäuse unterm Dach bet furchtbarem Appetit ihr bleiches Dasein fristet. , . o _ ,
£>lefer kleine Krieg und Mord geht — zu nutze des Spargelbesitzers — tagelang fort. Aber auch die verhaßten Blattwespenlarven, die uns die Stachelbeeren kahl fressen, werden durch die Jagd der Wespen decimirt. Hier wird nach meiner Beobachtung mit Vorliebe die fetteste Larve ausgewählt, mit großer Mühe in kurzem Flug nach einem Stein rc. geschleppt, und dort wird hingerichtet. Du- sich^0- baft zur Wehre setzende Larve wird kurzer Hand bei lebendigem Leibe in zwet Theile geschnitten, da die g a n z e Last zum weiteren Flug- transport doch zu groß wäre. Dann frißt die grausame Wespe, ber uralten Fischregel emgedenk: am Kops ist die Ehr, am Schwanz ist mehr! den noch zuckenden Vorderthetl auf, währ end sie — se bstlos — das fette Filet durch Die Luft auf und baoon ^8'! 3°wobl häßlich ists. aber ein wenig nützlich wird uns die Wespe dadurch doch. Und diese Abschlachtung, die sich in tausend Variationen zwischen vielen anderen ber kleinen Sommergäste wiederholt, geht in unmittelbarer Räbe des friedlichen Blumenreiches vor sich.
’ Wie herrlich und stolz ziert jetzt die ®f orgtne. .unhb fce"
Garten; es ist eine etwas kalte, starkzugige Schönheit, das ist wahr, aber schon bleibt ste für alle Zeiten, wenn sich in Farbe und Form auch die Modeliebhabereien in Bezug auf sie stets ändern. Ist e»
Unser Garten im August.
Mit dem August ist der Sommerabend in unteren Garten eingezogen. Sinnend stthen wir in feinem kleinen Reich Wo ist der Blülhenschmuck von Baum und Strauch geblieben? Er ist ab- gefallen, dahin, verweht, hat schwellenden Fr uchten, leist sich "Ibenben «eerendolden Platz gemacht. Im naben Wäldchen drüben ist der muntere Kuckucksruf verstummt; wir hören den /"U mahnenden Wachtelfchlag, das Judiltten der Lerchen in den Feldern nicht mehr und Gevatter Storch hat sich mit neuem Familienzuwachs sachte »um Abzug gerüstet ober diesen gar sclon anaetrelen.
Aber es ist kein kalter, wehmüthiger Sommerabend, sondern ein farbenreicher, fröhlicher, denn unter Garten stehl noch auf ber Höhe feiner fommerlichen Pracht, und besonders in diesem Jahre beugen sich in vielen Taufenden traulicher Garten und Obsthaine des Vaterlandes die Zweige unter der anmuthigen Last der F üchte nieder. Ja, manch Zweig und Spalierbäumchen entwickelte eine solche köstliche Fülle in der Form seiner Früchte, daß wir gut thun, solchen bedähigen Schaustückchen ein Ruhescsstlchen, als Gegengewicht windsbräutlicher Absichten, in Form eines gestielten oder an Schnüren au flebönaten Brettchens unterzuschieben. Auch die Weintrauben, die ihre künftigen Eigenschaften von Geist und Blume jetzt aus ihren Blättern empfangen, versprechen, infolge der frühen Bluthe und des troefenen waim.n F.ahl'ngs in G-um, b-^nd-r-» K-Mich.» für den Herbst. „Ja, wenn nur die abscheulichen Sperlinge, Wespen u s w. nicht wären, die unsere allerschönsten Trauben regelmäßig beschädigen ober rutniren!" Dafür, Verehrteste, giebt es Rath: man hat jetzt Beutel unb Düten aus ganz dünnem, wasserdichten, glasartig durchsichtigem Papierstoff, die man einfach als Hülle der Heranwachsenden verlockenden Traube oder Kernfrucht benutzt. Die Hüllen werden oben am Stiel auf praktische Art mit einer k ernen Messtngklammer geschloffen, und damit das Fruchtkind der gefunden Athemlust in seinem freundlichen Gesängniß nicht entbehrt, sind die transparenten Hüllen noch mit ganz feinen Lochern versehen, die ein Einkriechen von Jnsecten nicht gestatten. Es muß^e schon ein sehr raffinirtes Geschöpfchen fein, das seine Eier durch die Stigmen des Papieis schöbe, um seiner auskriechenden Nachkommenschaft lustige Tage im hellen Frucht- ober Treibhäuschen zu verschaffen. Freund Sperling wird die Geschichte, schon weil er ihr nicht traut, meiden, unb die Wespengesellschast kann höchstens ihr i0™1^ ~ieb in die, berauschenden Duft spendenden Schalliöcher hlneintuttn. Die Wespen, eine schlimme Zugabe des Spätsommers und Herones, scheinen übrigens dieSmal in vielen Gegenden nicht so zahlreich zur Stelle zu sein wie sonst. Die ihren funkelnden JobanniS- unb Stachelbeerwein selbst keltern, haben bas mit stiller Befriedigung sofort bemerkt: DaS Brutgeschäft ging bei ber Trockenheit wohl flau? — Daß übrigens blefe Obstwespen burchauS nicht nur schädliche Zuge und Thaten im Garten auszuweifen habm, ist wenig bekannt. Dem


