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im Haublichen, sowie in bm, sucht Stelle nach We bir Hausfrau; et ult Behandlung als auf hnet. Näheres aus dem ureau von Frau Müller« tverdenNttchmfür lardeit, auch ftinbtt« i Stellen durch da? erste von Frau Nüller. iz-h-It-nce-re». t.»O,«.35u"» chcocrMM« der E^pedck«« »•
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Nr. 55 Erstes Blatt
Sonntag den 5. März
1893
Der OteHe»er Zazeiger rt|d)nnt täglich, MÜ LuSnabmr bei Montags.
Die lHießener Wamitteußtttier Werben dem Anzeiger W4ch«ntlrch dreimal dngelegl.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Unzeiger.
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Zlnrts- und Anzergeblatt für den Ureis fiteren.
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Amtlicher Ttzril.
Alle Annoncen-Bureaux bei In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen.
Annahme von Anzeigen zu bet Nachmittags für den folgenden Lag erschernenben Stummer bis Borm. 10 Uhr.
Gefunden. 4 Taschentücher, 1 Haarpfeil, 1 ShlipS, 1 Zwicker, 1 Messer, 1 wollene Kappe, 1 Fächer, 1 Strick, zeug und 1 zweirädriger Karren.
Gießen, den 4. März 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
zahlbar. Landbriefträger beim Kaiser!. Postamt in Hütten- teinach, 650 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Ständiger Canzleigehilfe bei der Staatsanwaltschaft in Mar- bürg, pro Seite Schreibwerk 8 Pfg. bis zur ungefähren Höhe von 900—1000 Mk. jährlich. Canzleigehilfe im Straf- gefängniß zu Preungesheim bei Frankfurt a. M., monatlich 1OO Mk. Remuneration. AmtSsecretär beim Amt Wartstein i. W., 1050 Mk. — Im Bezirke der Grobherzoglich hessischen (25.) Division: Schreibgehilse bei der Großherzogl. Staatsanwaltschaft in Darmstadt, eine baare Remuneration von 600 Mk. jährlich. 4. Bureaugehilse bei der Landes- irrenanstalt in Heppenheim, 500 Mk. und freie Kost und Wäsche.
* * Mitteleuropäische Zeit. Die bevorstehende Einführung der mitteleuropäischen Zeit in Deutschland im ganzen bürger« lichen Leben veranlaßt den „Reichsanzeiger" zu einer Mahnung, Sorge zu tragen, daß die ganze Neuerung, welche jedenfalls für die Verkehrsanstalten große Wohlthaten bringen wird, rein und vollständig durchgeführt wird, damit entscheidende Erfahrungen hinsichtlich derselben gewonnen werden und daS Urtheil darüber nicht durch Nebenumstände getrübt wird: „In diesem Sinne würde es in hohem Grade wünschenswerth sein, daß nunmehr thunlichst bald auch von den Gemeindebehörden überall auf Einrichtungen zum Zwecke einer gesicherten centralen Regulirung der öffentlichen Uhren im Anschluß an die Eisenbahnen Bedacht genommen wird. Man sollte meinen, daß diese Sachlage für diejenigen Unternehmungen, welche sich bisher schon um die practische Lösung dieser Aufgabe verdient gemacht haben, einen Anlaß zu coulantester Betheiligung und zu geschäftlichem Aufschwünge geben müßte, um so mehr, als sich in zahlreichen Städten mit der Einführung solcher Einrichtungen auch die Einführung mancher weiterer nützlicher Leistungen electrischen Schwachstrombetriebes verbinden ließe."
•* Der Geldverkehr der Reichspost. Welche gewaltigen und stetig steigenden Geldsummen im postalischen Verkehr umgesetzt werden, davon zeugen aufs Neue die Veröffentlichungen über den Geldverkehr der Reichspost im Jahre 1891. In letzterem beförderte die Reichspost nicht weniger als 20 681 Millionen Mark, was gegen das Jahr 1890 ein Mehr von 5531/* Millionen bedeutet. Von jener Summe entfielen 15 237 i/z Millionen auf Baarsendungen, 4 769 Millionen auf Postanweisungen, 5671/2 Millionen auf Postaufträge und rund 107 Millionen auf Postnachnahmesendungen. Zur Auszahlung auf telegraphischem Wege gelangten insgesammt 29 */5 Millionen Mark.
** Bei der Aufstellung der Eiseubahn-Fahrplaue erfordert die Berechnung der Fahrzeiten für die einzelnen Züge umfangreiche Arbeiten. Abgesehen davon, daß die zulässigen Fahrgeschwindigkeiten von den Neigungs- und Krümmungsverhältnissen der Bahnstrecken zwischen den einzelnen Stationen abhängig sind, müßen den aus der Geschwindigkeit eines Zuges und der Länge der Strecke zwischen den Haltestationen ermittelten Fahrzeiten noch Zuschläge verschiedener Art hinzugerechnet werden. Zunächst sind solche Zuschläge deshalb erforderlich, weil der Zug nach der Abfahrt erst allmählich in die vorgesehene Geschwindigkeit gebracht werden kann und beim Anhalten nur allmählich aus der vollen Geschwindigkeit zum Stillstand gebracht werden darf. Außerdem werden vielfach Zuschläge nöthig für den Zeitverlust, der dadurch entsteht, daß die volle Fahrgeschwindigkeit an einzelnen Stellen der Bahn aus Rücksicht aus die Sicherheit des Betriebes ermäßigt werden muß, wie z. B. bei der Ablenkung in ein anderes Geleis, beim Durchfahren von scharfen Gegenkrümmungen, beim Befahren von großen Brücken oder von Drehbrücken und dergleichen, oder weil vor Kreuzungen von Bahnen m Höhe der Schienen angehalten werden muß. Da einerseits bei Einrechnung zu geringer Zuschläge die Sicherheit des Betriebes gefährdet, andererseits bei zu reichlichem Bemeßen der Zuschläge die Fahrzeit gegen das Interesse des Verkehrs unnöthig verlängert werden würde, eine übereinstimmende Regelung für die deutschen Eisenbahnen aber zweckmäßig erschien, so hat am 1. d. M. im Reichs- Eisenbahnamt eine bezügliche gemeinsame Berathung mit Vertretern der rneistbetheiligten Bundesregierungen stattgefunden. Dabei sind bestimmte Grundsätze für die Bemessung dieser Zuschläge zu den Fahrzeiten vereinbart worden.
*♦ Während bei den Verfrachtern größerer und regelmäßiger Sendungen (Kohlengruben u. a.) die Kenntniß der Bestimmungen über die Frachtberechuuog nach solchen Ausnahmetarifen, deren Anwendung an die Bedingung der Ausnutzung des Ladegewichts der gestellten Wagen geknüpft ist, vorausgesetzt werden kann, trifft dies bei Versendern,
Deutsches Reich.
Berlin, 2. März. Eine Entscheidung des bayerischen Kriegs Ministeriums ist von allgemeinem In- tereffe. Sie betrifft eine Angelegenheit des Bezirkscommandeurs Oberstlieutenants Stöber in Kitzingen. Letzterer hatte den Lieutenant der Landwehr-Reserve Harasser aufgefordert, sein Amt als Vorstand des Kitzinger Turnvereins niederzulegen, mit der Begründung, der Umgang mit den Vereinsgenoßen vereinbare sich nicht mit der Offiziersstellung Haraßers. Infolge dieses Vorganges hatte der Vorsitzende des bayerischen Turnerbundes, Rud. Lion in Hof, eine Beschwerde-Eingabe an daS bayerische Kriegsministerium gerichtet. Von demselben ist Herrn Lion nunmehr eine Antwort zugegangen. Sie erklärt, daß nach den gepflogenen Erhebungen keine besonderen Vorkommnisse in der Turngemeinde Kitzingen geschehen seien, welche das Auftreten des Oberstlieutenants Stöber hätten rechtfertigen können^ im Anschlüsse hieran wird die dienstliche Einwirkung des genannten Offiziers auf den Landwehr-Lieutenant Harrasser als nicht gerechtfertigt bezeichnet. Diese Entscheidung des bayerischen Kriegsministeriums dürfte nicht nur in turnerischen Kreisen mit Befriedigung ausgenommen werden.
Heeiefte Nachrichten»
Wolffs telegraphische« Correspondenz-Bureau.
Berlin, 3. März. Der Kaiser besuchte heute Nachmittag, begleitet von Lncanus, Major Moltke und Capitän Arnim, daS orientalische Seminar. Der Kaiser hörte eine halbe Stunde Professor Gußfeldts Vortrag über die Theorie geographischer Ortsbestimmungen und besichtigte alsdann die Präcisionsinstrumcnte. Die Vorstellung der versammelten Lehrkörper erfolgte durch den Geheimerath Sachon; die fremdländischen Docenten waren in Nationaltracht. Nach 1 i/Mndigem Aufenthalt verabschiedete sich der Kaiser mit dem Ausdruck höchster Befriedigung.
Berlin, 3. März. Dem Botschafter Schuwalow wurde heute die deutsche Antwort auf die russischen Vorschläge wegen Abschlußes eines Handelsvertrages übergeben.
Kiel, 3. März. Das Amtsblatt veröffentlicht eine Ver- ordnung des Regierungspräsidenten, wonach die für Jütland erlaßenen Verbote der Einfuhr und Durchfuhr der Wiederkäuer, Schweine, Felle, frischer Hörner und Mauen, unbearbeiteter Wolle, Haare, Borsten auf ganz Dänemark ausgedehnt werden.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 3. März. Die Militärcommission verhandelte heute über die vierten Bataillone. Abg. von der Schulenburg hat im Namen der Conservativen nichts dagegen einzuwenden. Abg. Hinze (freis.) ist principiell für dieselben, womit er sich aber nicht für die gefordrrte Heeres-Vermehrung verpflichtet. Eine Abstimmung hat nicht stattgefunden.
Berlin, 3. März. Am 27. März tritt in demReichs- versicherungsamt eine Conferenz der Vorstände der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalten zu einer Besprechung einzelner die Durchführung der Jnvaliditäts- und Altersversicherung betreffenden Fragen zusammen. Die end- giltige Tagesordnung wird in den nächsten Tagen festgestellt.
Madrid, 3. März. Der Wahlkampf ist im ganzen Lande sehr heftig. Gestern fand hier eine große republikanische Wahlversammlung statt, welcher etwa 10 000 Personen bei» wohntey. Allgemein wird angenommen, daß in der Hauptstadt sechs Liberale und drei Republikaner gewählt werden. Zorilla candidirt in Madrid. — Das Land wird von schweren Ueberschwemmungen heimgesucht. Der Schaden ist ungeheuer.
Ausland.
Paris, 2. März. Untersuchungsrichter Franqueville soll zum Staatsrath ernannt und die Untersuchung der Panamaangelegenheit einem anderen Richter überwiesen werden.
London, 2. Marz. Aus Guatemala werden große Ueberschwemmungen 'gemeldet. Im Andesthale seien mehrere Dörfer zerstört worden und Hunderte von Menschen dabei verunglückt.
Locales und provinzielles.
Gießen, 4. März 1893.
** Berzeichniß der Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberheßen pro 1. Quartal 1893:
1. Montag den 6. März, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Friedrich Manschwitat von Norutschatschen wegen Brandstiftung und Körperverletzung. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Schilling-Tr. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. Jung.
2. Dienstag den 7. März, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Koppel Münz von Büdingen wegen Meineids. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Clement. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. Rosenberg.
3. Mittwoch den 8. März, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Katharina Geiß von Ruppertenrod wegen Kindes- mords. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Schilling-Tr. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. Fuhr.
♦ * Offene Stellen für Militärauw'ärter. Im Bezirk des 11. Armeecorps: 20 Stellen im Fahrdienst beim König!. Eisenbahn-Betriebsamt Kassel (Main-Weser-Bahn), je 66 Mk. Monatsbesoldung, außerdem die reglementsmäßigen Kilometer- und Uebernachtungsgelder. 27 Bahnwärter und 18 Weichen- steller beim König!. Eisenbahn-Betriebsamt (Raffel-Erfurt) zu Kassel, erstere beim Eintritt je 700 Mk., letztere je 800 Mk. Jahresbesoldung. Wegewärter, bezw. Aufseher, beim Bürgermeisteramt in Bockenheim, 1500 Mk. und freie Dienstkleidung. 2 Bureauhilfsarbeiter beim Stadtrath der Residenz in Kassel, Anfangsvergütung zwischen 75 und 100 Mk. monatlich, je nach Tüchtigkeit und Leistung. 3 Hilfsarbeiter im Secre- tariat bei der Direction der Landescreditkaße in Kassel, je 1200 Mk. jährlich. 18 Stellen für den Fahrdienst (Eintritt als Bremser) beim Kgl. Eisenbahn-Betriebsamt (Kassel-Erfurt) in Kassel, bis zur etatsmäßigen Anstellung Jahresbesoldung von je 800 Mk., in monatlichen Teilbeträgen nachträglich
Abg. Wurm (Soc.) wünscht sür die Assistenten dieselbe Freiheit deS Gebrauchs der Staatsbürgerrechte, wie sie jeder Deutsche besitze.
Samstag Fortsetzung.
Deutscher Reichstag.
57. Sitzung. Freitag, 3. März 1893.
Aus der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Etats der ReichSpost- und Telegraphenverwaltung.
Die Commission hat eine Resolution gefaßt, den Reichskanzler zu ersuchen, die Ausdehnung des Systems der Dienstalterszulagen für die Unterbeamten der Retchspost und der Telegraphenverwaltung ohne Schädigung ihrer Bezüge wiederholt in Erwägung zu ziehen.
Bet dem Capitel 3, Gehalt des Staatssecletärs, bezeichnet Schmidt-Elberfeld die Erhöhung des Maximalgewichts für inländische Briefe für einfaches Porto für nothwendig.
Staattzsecretär v. S t ep h an: Briefe, welche mehr wie 15 Gramm wiegen, kämen verschwindend wenig vor, dagegen würde der Ausfall für das Reich fünf Millionen betragen. Er werde die Frage aber in Auge bebalten.
Abg. Vollrath führt an, über 48 000 Mark seien bei der Hamburger Choleracoll.cte den Postbeamten abgenommen worden, wieviel die Postoerwallung gegeben habe, sei nicht bekannt geworden. Redner bringt die Angelegenheit des Postvereins Düsseldorf zur Sprache.
StaatSsecretär v. Stephan will nicht auf die einzelnen Punkte bet Rede Vollraths eingeben, obwohl er jeden widerlegen könnte. Er bestreitet, daß die Assistenten Proletarier seien, von einer dts- c'pltnarischen Behandlung könne keine Rede sein. Im Avancement der Beamten werde schnell vorwärts gegangen, zumeist infolge Ver« kehrSauSdehnung. Erst als mit dem Auftauchen des Affistenten- verbandes die Angriffe heftiger wurden, stellte ich Anträge auf Verfolgung, nicht wegen meiner Person, sondern wegen meines Amtes.
Abg. Adt (natl.) bemängelt die hohen Telephongebühren.
Geheimer Oberpostrath Scheffler: Die Regierung komme gern berechtigten Wünschen entgegen, doch müßten die Erfahrungen adgewartet werden.
Abg. Vollrath (bfr.) greift die Reichspostverwaltung heftig an und constatirt die Stagnation in der Entwickelung der Postver- HLltnisse. In der Postbeamtenhierarchie vollziehe sich ein beständiger Proceß der Proletarisirung, die Lage der Asststenten sei eine Tag- löhnerwttthschaft. DaS Hauptbestreben der Postverwaltung sei das Paradtren mit großen Ueberschüssen.
Staatssecretär v. Stephan hebt die Vorzüge der Postsparund Borschuß-Kaffen hervor, wodurch viele Beamte den Wucherhändm entrifien würden.
Abg. Lingens vermißt dm Fortschritt in Ausdehnung der «Sonntagsruhe der Postbeamten.
Staatssecretär v. Stephan: DiedirSbezüglichmnothwmdigen Verfügungen feim bereits erlaßen.
Abg. Schulenburg (rollt)) wünscht Aufbesserung der Gehälter der Landbriefträger.
Director deS Reichspostamts Fischer: Die Finanzlage gestattet geaenroärtig nicht, der Frage der Aufbesserung der Gehälter der Land- brteftriger näher zu treten.


