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Feuilleton
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vikrleltLhriger A§oUUe»eAtA»retO 2 Mark 20 Pfg. tut vringerlohn.
Durch die Post dejogu 2 Mark 50 P^.
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S-rN^recher 51.
Wochenbriefe aus der Residen;.
(Originalberlcht für den „Gießener Anzeiger".)
Darmstadt, 3. Februar 1893.
Kaisers Geburtstagsfeier. — Unsere Waguergemeiude. — Stadtvätersorgen. — Allerlei.
Der Schreiber der Residenzbriefe hat seine Wochen- betrachtung diesmal bis in die schon vergangene Woche hinein auszudehnen, wenn ihn seine freundlichen Leser nicht einer pflichtvergeffenen und noch dazu unpatriotischen Gesinnung zeihen sollen, da er über die Feier von Kaisers Geburtstag in der Residenz noch gar nichts berichtet hat. Nun, das Versäumnis ist nicht ganz so schlimmer Art, wie es wohl scheinen mag, die „Residenzbriefe" müssen nämlich schon im Laufe des Freitags in Gießen eintreffen, falls sie in der Samstagsnummer deS „Gießener Anzeiger" zum Abdruck kommen sollen, da mag's denn wohl manchmal vorkommen, daß unsere Berichterstattung dem Gang der Ereigniffe nachhinkt, daS ist immer besser, als wenns umgekehrt wäre.
Also Kaisers Geburtstag ist in unserer ehrsamen Haupt- und Residenzstadt recht vaterländisch und würdig gefeiert worden. Am Vorabend fand ein großer Zapfenstreich statt, an dem sich die sämmtlichen hier garnisonirenden vier Militär- cavellen betheiligten und der Tag der eigentlichen Feier be- scheerte den schaulustigen Darmstädtern eine große Parade der ganzen Garnison auf dem vor dem Schloß gelegenen „Paradeplatz". Der Boden hatte für daS militärische Schauspiel allerdings erst in geeigneter Weise präparirt werden müssen, er befand sich nämlich infolge des anhaltenden Thauwetters in einem mehr als fragwürdigen, den Paradehosen durchaus ungünstigen Zustande. Unsere Marßsöhne wußten freilich Rath zu schaffen, am Donnerstag Mittag erschienen viele Hunderte von „Pionieren" und hackten, schaufelten und fegten so lange, bis der ganze mächtig große Platz ganz reinlich und gesäubert auSsah, dann wurden große Fuhren von Sand ausgestreut und siehe da, am nächsten Morgen war an Stelle des greulichen „Matsches" — wie der Darmstädter Volksmund sagt — eine trockene „paradefähige" Fläche zu sehen, auf der sich das angekündigte militärische Schauspiel mit bekannter Pünktlichkeit und Schneidigkeit abspielen konnte. Die
Dinge vergeffen, die auch des allgemeinen Interesses würdig sind. Unter diesen gibt es nun so manche „fromme Wünsche" der Resibenzler, von denen heute nur zwei besonders heiß ersehnte erwähnt seien.
Einmal verlangt man die Einrichtung eines von der Temperatur der Luft unabhängigen Schwimmbades, wie es jetzt selbst das kleinere Offenbach besitzt. Diese Frage ist nunmehr in zahllosen „Eingesandten" in der Presse so lebhaft erörtert worden, daß unsere Stadtverordnetenversammlung ihr wohl schon in allernächster Zeit wird näher treten müssen. Je rascher die ganze Angelegenheit erledigt werden wird, desto mehr Dank werden sich die leitenden Behörden bei der Einwohnerschaft erwerben — nun es ist glUckitcherweise Aussicht vorhanden, daß wir bald an das ersehnte Ziel kommen. Dann haben wir noch einen besonders großen Wunsch: wir möchten die drei Dampftrambahnen innerhalb der Stadt durch eine Pferdebahn ersetzt sehen, die auch wohl am besten von der Stadt zu übernehmen wäre. Der gesteigerte Verkehr sichert dem Unternehmen von vornherein einen guten Erfolg und so hoffen wir denn auch bald diesen weiteren Fortschritt zur großstädtischen Entwickelung als vollzogen feststellen zu können.
Zum Schluß noch einige Notizen über das carnevalistische Leben in der vergangenen Woche. Am letzten Samstag hat wieder eine große Damen- und Herrensitzung der „Narhalla" stattgefunden, die wieder des Lustigen und Witzigen eine ganze Fülle brachte. Am Mittwoch folgte eine große „Herren- sitzung", die allerdings nur für die Herren der Schöpfung zugänglich war. Bunt und ausgelassen gings auch dabei zu, die letzten „Ritter der Gemüthlichkeit" sollen erst in früher Morgenstunde den heimathlichen Penaten zugewandert, die böse Fama behauptet sogar zu gewankt sein, aber das ist sicher nur Erfindung. In allernächster Zeit werden wir auch wieder eine Fesworstellung der Hofcomödiantentruppe Seiner närrischen Hoheit des Prinzen Carneoal im Saalbau zu sehen bekommen. Natürlich wird darin ausschließlich der reinste, unverfälschte „Heinerdialect" gesprochen werden- seitdem der „Datterich" sich durch einige musterhafte Dilettantenaufführungen noch volksthümlicher gemacht hat, als er es ohnedies schon war, ist die möglichst naturwahre „Echtheit" des Darmstädter Dialects Hauptbedingung für die Annahme der bei der alljährlich veranstalteten Preisconcurrenz eingereichten localen Fastnachtspossen. Z.
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Gießener Anzeig er
Keneral-Unzeiger.
Bürgerschaft hatte ihrerseits die Stadt mit Fahnen reich geschmückt, und an Festcffen, patriotischen Feiern in Vereinen rc. war kein Mangel- besonders starken Zuspruch fand das Fest des Kriegervereins im „Rummelbräu", an dem auch eine große Anzahl von Offizieren theilnahm. Einen „Kaiserball" veranstaltete am Samstag die „Vereinigte Gesellschaft"- die auf großen Bällen in unserer Stadt nicht immer stark vertretene Herrenwelt legte bet dieser Gelegenheit durch recht zahlreiches Erscheinen Zeugniß von ihrem Patriotismus ab und tanzte zur Feier des Tages unverdrossen bis Morgens früh.
Ein künstlerisches Ereigniß allerersten Ranges bildete die ganz wundervolle Aufführung der „Meistersinger" mit Theodor Reichmann, der noch länger bei uns verweilen wird, als „Hans Sachs". Die Wagner'schen Meisterwerke haben bei uns anfangs auch nicht allgemeine Anerkennung gefunden. Ais die „Walküre" und „Siegfried" vor mehreren Jahren zum ersten Male auf u/.serer Bühne erschienen, da fanden die ersten Vorstellungen nur schwachen Besuch und das besserte sich erst ganz allmälig, nach und nach. Jetzt freilich kann man mit Fug und Recht von einer Darmstädter Wagnergemeinde sprechen. Die Aufführungen des „Nibelungenringes" haben in den letzten Jahren immer außerordentlichen Zuspruch und Beifall gefunden, Werke wie „Tristan und Isolde" und die „Meistersinger" sind Lieblingsopern der Darmstädter geworden. Auch am Sonntag war das Haus trotz aufgehobenen Abonnements und bedeutend erhöhtem Eintrittspreise vollständig ausverkaust, das Publikum folgte der Aufführung des grandiosen Werkes mit andächtigem Interesse und spendete den Hauptdarstellern, den Herren Reichmann, Hofmüller, Bär usw. jubelnden Beifall. Auch die finanziellen Erfolge des Reichmann'schen Gastspiels dürften für die Leitung unserer Hofbühne, trotzdem der unvergleichliche Künstler, wie wir hören, für jedes Auftreten weit über tausend Mark erhält, dennoch zufriedenstellend fein. Der Donnerstag brachte uns Neßlers „Trompeter von Säkkingen", gleichfalls mit Reichmann als Gast, das kunstverständige Publikum hätte allerdings lieber ein musikalisch werthvolleres Werk gehört. — In diesem Zusammenhang sei auch ein Versehen im letzten Briefe verbessert, wir vergaßen bei Erwähnung der wichtigeren Musikvereine den „Richard-Wagner Zweigverein Darmstadt" zu nennen, der sich ganz besonders um die Pflege der Werke des großen Bayreuther Meisters verdient gemacht hat- seine Veranstaltungen finden immer großen Beifall.
Doch über die Kunst wollen wir nicht rein practische
sowie über bie Bestellung eines Gläu dpOl^Dll. iIlIIJII lllllv bigerausschusses und eintretenden Falls
über die in § 120 der Concursord-
70
fm
mit 21 fm,
im
Lang Göns, 3. Februar 1893.
Giroßl). Bürgermeisterei Lang-Göns.
Brückel.
1088
zum
über
die Wahl eines anderen Verwalters,
Bücher.
1099
die an
67
91
zum dem
Bender zu Eberstadt wird Concursverwalter ernannt.
Concursforderungen sind bis 28. Februar 1893 bei Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beschlußfaffung
Concursverfahren.
lieber das Vermögen des Schuh-
1123] Schöner Herren - Masken» anzug, noch wie neu, ;u verleihen oder zu verkaufen- Marktstraße 5.
Jagdverpachtimg.
Donnerstag den 9. Februar l. I., Vormittags 10 Uhr, soll die der Gemeinde Bersrod zustehende Feld- und Waldjagd, enthaltend 1715,4 Gr. Hess. Morgen, auf dem Bureau des Unlerzeichneten öffentlich meistbietend auf weitere sechs Jahre verpachtet werden.
Bemerkt wird, daß das Jagdgebiet ein günstiges ist und an die Gemarkungsgrenze der Bahnstation Reiskirchen anschließt.
Bersrod, 3. Februar 1893.
Großh. Bürgermeisterei BerSrod.
nung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemdbettn Forderungen auf
Mittwoch den 8. März 1893,
Vormittags 9 Uhr,
6—16 m Länge, 215 Inhalt.
Der Anfang ist Morgens um bestimmte Stunde im Ameisekopf der Gießener Grenze.
, oon Eberstadt wird heute am 2. Februar 1893, Nachmittags 2 Uhr, das Concursverfahren eröffnet.
Der Gemeinderechner Georg
soll im Steinbacher Gemeindewald, District Ameisekopf und Heegheck, nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
550 Kiefern- und Fichtenstämme von 15—33 cm Durchmesser und
Steinbach, am 1. Februar 1893. Großh. Bürgermeisterei Steinbach.
Krämer. 1096
Donnerstag den 9. Februar 1893, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Lang-Gönser Gemeindewald „Haide" nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
2 Eichenstämme mit 1,08 fm,
110 Kiefernstämme von 20-35 cm üor unterzeichneten Gerichte ®Ut^'7nb6 4m£“nöe Termin anberaumt.
n.- fm' <o I Allen Personen, welche eine zur Fichtenstamme von 13—25 cm Cgucursmaffe gehörige Sache in Besitz Durchmesser und 8 14m Lange h^n obec zur Concursmaffe etwas .. . . schuldig sind, wird aufgegeben, nichts
Fichtenderbstangen mit 4,51 fm, Gemeinschuldner zu verabfolgen rm 2,5 und 3 m lange Siabeb 0^er leisten, auch die Verpflichtung knüppel- 'auferlegt, von dem Besitze der Sache
Die Zusammenkunft ist im District un^ oon foen Forderungen, für welche
38 rm Buchen-Scheiter; 80 rm Buchen-, 11 rm Eichen-, 20 rm Nadel-Knüppel; 15 rm Buchen^ 36 rm Eichen- und 60 rm Nadel- Stöcke ; 1150 Buchen-, 1130 Eichen- und 3090 Nadelholz Wellen.
Die Zusammenkunft ist dort, wo sich der chaussirte Weg von Koln- hausen nach dem District Fuchsstrauch und nach dem District Höler theilt, am Kolnhäulerkopf.
Dienstag den 14. Aebruar l.I. von W-ormritagS v , 2 an Gaubersloch am Eingang in den District Höler (Kolnhäuser Seite) — sogen, kleine Pfaffenlannen — .Wald.
256 Stück Kiefern - Bauholz rc. mit 130,80 fm, "
16 Fichten mit 17,79 fm, 538 Fichten-Stangen von
11,75 fm, 5 Kiefern-Stangen von 0,66 fm.
Die Zusammenkunft ist aus der sog. Häuserschneise beim Thor. Lich, am 30. Januar 1893.
Dr. Dielfenbach.
1100
3agb.*r . 7 .
Montag den 6. Februar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf.dem Rathhause zu Watzenborn die der Gemeinde Watzenborn- Steinberg zustehende Jagd auf weitere
Holzvcrstngcrung | Holzversteigerung im M,i.d.<ü»«.»,i-,w.u,! in to MftUchm Kch.
' , < Es sollen versteigert werden:
9 m,r a“ar' | Montag deu 13.I-öruar l. I. von Vormittags 9’/2 W an a. im Kolnhäuserkopf:
92,4 rm Buchen-, 46,4 rm Eichen-Knüppel- 38 rm Stockholm verschiedener Art; 2710 Stück Buchen-, 690 Eichen-Wellen.
2 Fichten-Stämme mit 1,42 fm. 162 Fichten-Stangen mit 4,02 fm.
b. im Höler (Kolnhäuser Seite):
lersteigeriings-Anzeige. ÄÄ
Die Gemeinde Lich beabsichtigt, Mittwoch den 8. Februar l. I., Mittags 1 Uhr, dienstuntauglich gewordenen Faselochsen öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung im Hofe des hiesigen sechs Jahre verpachtet werden. Ochsenstalls zu verkaufen und werden Steinberg, am 3. Februar 1893. Lusttragende hierzu eingeladen. Großherzogliche Bürgermeisterei ' Lich, am 3. Februar 1893.
Watzenborn-Steinberg. | Großh. Bürgermeisterei Lich. Heß. 1054 Walz. 1089
sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Concursverwalter bis zum 28. dieses Monats Anzeige zu machen.
Grorh. Amtsgericht zu Lich. Lang ermann.
Veröffentlicht:
Der Großh. Gerichtsschreiber: Kohlheyer. 1104
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