18.93
Samstag den 4. Februar
Amts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Gieren.
Hratisöeikage: Hießener Jamitienbkätter
Morse-Apparat tragen, so daß also während der Fahrt alle
I Morse-Apparat tragen, ,o daß also wahrens oer tfaqn aue Unterbrechungen und Schließungen des electrischen Stromes in der neben dem Bahngeleise entlang laufenden Leitung die-
Amtlicher Theil
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leweNmt von Hnjtigen zu der Nachmitta,» für d« lelgntben lag ^scheinenden Nummer bi» vor». 10 UH
Alle Nnnoncen-Bureaux de» Ja» und Lu»l«nde» nehm'« «uzeigen für den .Gießener Anzeiger' mtgege,
Di« Gießener
Werden dem Anzeiger »dchentlich dreimal Ltiyltgt
politischen Folgerungen, welche man an das Ereigniß knüpft, natürlich sehr unangenehm berührt. Diese Beklemmungen machen sich u. A. in einem bemerkenswerthen Artikel der pariser Zeitschrift: .„Neunzehntes Jahrhundert" Luft. Es loird da in Hinblick auf eine mögliche Wiederannäherung zwischen Deutschland und Rußland den Russen dringend zu ttemüthe geführt, welchen praktischen Werth für sie die Freundschaft mit Frankreich besitze, worauf das Verlangen gestellt wird, Rußland solle unverzüglich Handlungen ins 53erf setzen, welche die Franzosen mit neuem Vertrauen zu ihren russischen Freunden erfüllen würden. — Na, sollte da ter Czar kein menschliches Rühren fühlen und den Franzosen irgend einen kleinen Gefallen thun? — Vom Panama- Sc andal ist nichts wesentlich Neues zu verzeichnen.
Verkehr, Land- nnd VoLkswirtyzchaft.
— Pommersche Hypotheken • Aktien • Bank, Berlin. In der am 31. Januar adgevallenen Sitzung des Curatoriums wurde der Abschluß pro 1892 oorgelegt und genehmigt. Aus demselben ergiebt sich, daß die Bank im abgelaufenen Jahre ihren Pfandbrief-Umlauf per Saldo abermals erheblich erhöht (Zunahme über 18 Millionen Mark) und mit günstigem Erfolge gearbeitet hat. Der Netto - Gewinn beträgt 457 761 Mk. (1891: 297 558 Mk.), aus welchem der auf den 28. Februar er. etnzuberufenden General-Versammlung, die Dertheilung einer Dividende von 6°/o (wie 1891) auf das erhöhte Actiencapital von 4 </i Mtllton-n Mark (1891: 2 999 800Mk.)bei einemGewinN'Bortrage von 95588Mk. vorgeschlagen wird. Es betragen die liquiden Mulel (Eaffa, Wechsel, Deutsche Staatspapiere und Bankterguthaben) 4092 025 Mk., die Anlage im Hypothekengeschäft 43151205 Mk. (1891: 24188 769 Mk.), der Psandbriesumlauf 40 629 600 Mk. (1891: 22 489 800 Mk.), die gesummten Reserven 869 241 Mk. (1891: 699 810 Mk.).
russischen Thronfolgers in Berlin, und
umächligt worden: Schenkungen zur Errichtung eines katholischen Pfarrhauses zu Seckmauern an die katholische Kirche daselbst, und zwar: des Herrn Fürsten von Löwen- sleiA'Wertheim-Rosenberg, im Betrage von 200 Mk., des Bowifaziusvereins zu Mainz, im Betrage von 500 Mk., des Lonifaziusvereins zu Paderborn, im Betrage von 300 Mk. unb des Bonifaziusvereins zu Köln, im Betrage von 3OOMk., kermächtniß der Frau von Verna zu Rüsselsheim an die
selben Wirkungen im Telegraphen - Apparat des Zuges bewirken, d. h. eine Depesche übermitteln. Ist die Sache, woran kaum zu zweifeln, so wie beschrieben, so wäre die Erfindung ein großartiger Fortschritt im Eisenbahnwesen, sowohl zur Verhütung von Unfällen, als auch zur Bequemlichkeit des reisenden Publikums und zum Schrecken aller reise-
Der
Anzeiger «scheint täglich, ■* Ausnahme de» Montag».
Kr. 30 Zweites Blatt
Deutsches Reich.
Berlin, 2. Februar. Der Kaiser zeichnete das am Dienstag Abend beim Ministerpräsidenten Grasen Eulenburg fiattgefundene parlamentarische Essen durch seine Gegenwart aus. Die Unterhaltung bei dem erwähnten Diner betraf, wie verlautet, hauptsächlich die preußische Steuerreform, und drückte der Monarch seine bestimmte Hoffnung auf das Zustandekommen der Reform aus. Die schwebende Militärfrage scheint bei dem Tischgespräch nicht weiter berührt worden zu sein.
— In der Bud getcommissi on des Reichstages ist der Marine-Etat nach mehrtägigen Verhandlungen zur Erledigung gelangt- an den Regierungsforderungen sind seitens der Commission nicht unerhebliche Streichungen gemacht worden.
Loches unb provinzielles.
Gießen, 3. Februar 1893.
Vierteljähriger Avsnnemeatoprel»» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
Schnkßrntze Mr.k. Aerntprccher 51.
Vermischtes.
* Das Problem, einem Eisenbahnzuge eine telegraphische Depesche während der Fahrt zu übermitteln, d. h. einen im Wagen aufgestellten Morse Apparat von außen her in Thätig- keit zu versetzen, soll eine der neuesten Erfindungen Edisons und in England schon mit Erfolg erprobt worden sein. Das Patent- und technische Bureau von Richard Lüders in Görlitz theilt darüber Folgendes mit: Schon längst ist es bekannt, daß ein Leitungsdraht, der von einem electrischen Strome durchflossen wird, im Stande ist, in einem parallel laufenden Drahte einen Strom hervorzurufen, welche Erscheinung bei Kabeln, nebeneinander laufenden Telephon- und Telegraphenleitungen oft recht störend sich bemerkbar macht. Edison soll nun diese Thatsache der Strom-Erzeugung mit praclischem Blick verwerihet haben. Zu dem oben angedeuteten Zweck legte er in einiger Entfernung vom Bahndamm einen eigens hierfür bestimmten Telegraphendraht, der mit den Telegraphen-Apparaten der Stationen rc. in Verbindung steht. Ein Wagen des Zuges trägt seitlich ein flaches, etwa 30 Ctm. breites isolirtes Kupferblech, das mit seiner Breitseite der Drahtrichtung parallel läuft, den Draht jedoch keineswegs berührt. Von dem Kupferstreifen gehen innen in den Wagen zwei Leitungsdrähte, die im Kreis eingeschaltet eine JnductionSspule, eine k eine Batterie und den
— Bestätigung von Stiftungen und Vermächtniffen.
Laufe deS 4. Quartals 1892 sind vom Großherzog u. A. nachstehende Stiftungen und Vermächtnisse bestätigt imd hiernach die betreffenden Behörden zu deren Annahme
Gießen, am 31. Januar 1893.
Betr.: Die Wahl der Einschätzungs-Commission für die Veranlagung der Einkommensteuer und der Capital- Renlensteuer.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosth. Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme von Gießen.
Nach Art. 36 des Einkommensteuergesetzes und Art. 17 des Capitalrentensteuergesetzes, beide vom 8. Juli 1884, ist zur Einschätzung in die Steuerklassen der Einkommensteuer zweiter Abtheilung und zur Veranlagung der Capitalrenten- steuer für jede Gemeinde eine örtliche Commission von dem betr. Ortsvorstand auf drei Jahre zu wählen. Da die Dienstzeit der im Jahr 1890 gewählten Commissionsmitglieder demnächst abläuft, so beauftragen wir Sie, entsprechende Neuwahl vorzunehmcn und das erwachsende Protokoll bis zum 1. März l. I. an uns einzusenden.
Hierzu bemerken wir, daß für sämmtliche Gemeinden des Kreises, mit Ausnahme von Gießen, drei Mitglieder und zwei Ersatzmänner zu wählen sind. Von den zu wühlenden Mitgliedern dürfen nicht mehr als zwei Dritttheile dem Gemeindevorstand selbst angehören, wenigstens ein Mitglied muß aber demselben angehören. Bei dieser letzteren Bestimmung bleibt der Bürgermeister, welcher als solcher ständiges Mitglied der Einschätzungs-Commission und Stellvertreter des Vorsitzenden ist, außer Betracht.
In den einzufendenden Wahlprotokollen wollen Sie an- geben, welche der Gewählten dem Ortsvorstand angehören.
v. Gagern.
Gemeinde Haßloch zur Armenunterstützung, im Betrage von 862 Mk. 84 Pf.- Vermächtniß der I. Fuchs Wiltwe zu Heppenheim, im Kreise Worms, an bie Blindenanstalt zu Friedberg, im Betrage von 314 Mk. 80 Pf.- Schenkung der Freiherrin Erwin und Gilbrecht Löw von und zu Steinfurth an die evangelische Kirche zu N i e d er - Fl orst a d l, bestehend in einem silbernen Abendmahlskelch im Werthe von 250Mk. - Schenkung der Kinder der verlebten Peter W'lsons Eheleute zu Gießen an die Stadt Gießen zur Armenunterstützung, im Betrage von 20000Mk.- Vermächtniß der Jost Schäfer II. Wittwe zu Burkhards an die Landesirrenanstalt zuHepp enhe im, im Betrage von 1000Mk.- Schenkung der Mathildenstistung für die Provinz Starkenburg an das M a t h i l d en-L an d- kranken Haus, im Betrage von 200 Mk.- Schenkung aus dem Nachlaße der Amalie Bernhardine Lisette Brüske an die evangelische Kirche zu Sandbach-Neu st adt zu Gunsten der kirchlichen Armenpflege, im Betrage von 500 Mk.- Schenkung aus dem Nachlasse des Dekans Weiß zu Sandbach und seiner Ehefrau Karoline, geb. Bröske an die evangelische Kirche zu Sandbach-Neustadt unter dem Namen „Henriettenstiftung" zu Gunsten der kirchlichen Armenpflege, im Betrage von 3500 Mk. - Schenkung des Charles James Wilson und seiner Geschwister zu Gießen an die evangelische Kirche daselbst, zu Gunsten der vier neuen Kirchengemeinden, im Betrage von 10 000 Mk. - Schenkung des Nähmaschinenfabrikanten Georg Neidlinger zu Hamburg an die evangelische Kirche zu Weinheim, im Kreise Alzey, für Herstellung dieser Kirche, im Betrage von 52 317 Mk. 43 Pf. - Vermächtniß der Jost Schäfer II. Wittwe zu Burkhards an das Mat Hilden-Landkrankenh aus, im Betrage von 4000 Mk. - Schenkung der Sparkasse zu Erbach i. O. an dasselbe, im Betrage von 300 Mk.
— Weltausstellungs-Notizen. Um Jrrthümer zu vermeiden, sowie um ferner das Publikum im Allgemeinen betreffs der Preise für Kost und Logis während der Ausstellung, aufzuklären, hat Herr Kaffon vom „Bureau of Public Comsort" eine Preistabelle bekannt gegeben. Dieses Büreau ist von der Weltausstellungsbehörde etablirt worden und zwar zu dem Zwecke, die Besucher vor Ueberthcuerung zu schützen. An tausende Bürger Chicagos, welche sich mit dem Vermiethen von Zimmern befassen, sind vor einiger Zeit Circulare abgeschickt worden, mit dem Vermerk, die Preise anzugeben, welche sie im nächsten Sommer für Zimmer rc. beanspruchen werden. Zufolge der zahlreich aus allen Stadt- theilen eingelaufenen Antworten ist das Büreau jetzt im Stande, folgende Durchschnittspreise zu veröffentlichen. Möblirte Zimmer ohne Kost, per Tag: Einzel-Zimmer 1 Person Doll. 1,35, Größeres Zimmer und Doppelbett 1 Person Doll. 2,12, Größeres Zimmer und Doppelbett 2 Personen Doll. 2.70, Größeres Zimmer nebst zwei Doppelbetten 2 Personen Doll. 3.50, Größeres Zimmer nebst zwei Doppelbetten 3 Personen Doll. 4.15, Größeres Zimmer nebst zwei Doppelbetten 4 Personen Doll. 5.50. Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, daß Besucher welche sich privatim ein- zuquartiren gedenken, gewiß nicht übervortheilt werden. Die Zahl der Zimmervermiether wird bis ins Unglaubliche steigen, so wird demnächst u. A. eine Firma 10000 Adressen veröffentlichen. Selbstverständlich sind in den oben angegebenen Preisen nicht die der großen Hotels inbegriffen.
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lustigen Spitzbuben dienend.
* Feine Diagnose. Professor (den Studenten einen Kranken vorstelllnd): „Sehen Sie meine Herren, diese Krankheit entsteht durch feuchte unterirdische Wohnungen!" zum (Patienten): „Sie haben wohl in einer Kellerwohnung gehaust!" Patient: „Ach nein, Herr Professor, ich bin ja Leuchtthurm- Wächter."
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Ausland.
Die Franzosen fühlen sich durch den langen Besuch des
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Meßmer Anzeiger
Keneral-Unzeiger.
Verfälschte schwarze Seide.
Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die Seidensabrik G. Henneberg, (K. u. K. Hoflieferant) Zurich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. 8449
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Sttnintnilnt von Elten & Keussen, Crefeld, S VJlIUI lIllUIlL io jedem Maatz au beziehen. Man verlangeL w W- V V Muster mit Angabe des Gewünschten.
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Literatur unb Xunft
- Rom «Nd römisches Lebe« im Alterthum. Gefchtldert von Hermann Bender. 2. vermehrte und verbesserte Auflage. Tübingen, Verlag der H. Laupp'schen Buchhandlung. Von dem vor einiger Zett in diesem Blatte angekündtgten, von der gesummten Presse und hervorragenden ßitteraturtennern so lobend erwähnten Werke liegen nunmehr die Lieferungen 5—10 und damit der Schluß vor. Was in den ersten Lieferungen textlich wie illustrativ ebenso eingehend wie schön angelegt, ist in den folgenden Lieferungen mit gleicher Sorgfalt durchgeführt. Die Schwierigkeiten, die sich dem Unternehmen dadurch entgegenstellten, daß bereits eine Reihe werthvoller, zum Theil bedeutender Schriften vorlag, welche den Gegenstand bald in wissenschaftlicher, bald in volksthümltcher Darstellung behandeln, Bit der Verfasser in eigener Art gelöst. Die Behandlung des reichen Stoffes faßt alle wichtigen Seiten des römischen Lebens in ihrer historischen Entwickelung ins Auge und nimmt nicht nur zugleich Bedacht auf einen roetreren Kreis der Gebildeten, sondern auch auf die reiferen Schüler der Gymnasien. Die zweite Auflage ist nicht nur durch zahlreiche kleine Aenderungen und Zusätze vermehrt und verbessert worden, sondern es ist auch eine Anzahl längerer Ausführungen binzugekommen, soz.B. über Polizei,Selbstmord, Stundenrechnung usw. Die Bestimmung des Buches, ein Lesebuch zu sein, welches nicht gerade ein strenges systematisches Studium verlangt, ist nach Alle dem, was es an Text und Bildern enthält, vollkommen erfüllt. Der Zweck desselben, nicht nutzem Gymnasial - Unterricht eine belehrende und anziehende Ergänzung zu bereiten, sondern auch dem reiferen Publikum, welches Interesse für das Alterthum hat, feine Erinnerungen aufzufrischen und zu beleben und manches neue in angenehmer Form zu bieten, ist erreicht.
Bei der Redaction eingegangene Bücher re.:
— Sax oNicus, Die Umbildung des Heeres zum zweite« Male das Geschick Deutschlands. Preis 50 Psg. Der Verfasser (eine hochgestellte Persönlichkeit) legt die Gründe dar, die die Annahme der Milttärvorlage zur Rothwendiakeit machen.
— Formulirte Vorschläge zur Gesetzgebung gegen den Wucher aus dem Lande. Von Dr. Hernr. Eger, Staatsanwalt. Marburg, N. G. Elwert'sche Buchhandlung. Preis 1 Mk. Der Verfasser, welcher in einer unter dem Wucher schwer leidenden Gegend durch eine Reihe von Jahren umfassende Wahrnehmungen gemacht hat, erhebt seine Stimme, um aus feinen Erfahrungen dasjenige mitzuthdlen, was nach seiner Ansicht zur Bekämpfung und Beschränkung des Wuchers allein geeignet erscheint.
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