Ausgabe 
3.12.1893 Drittes Blatt
 
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Vermischter

* Eine neue Art, Schulde, ehtptfafftrea, ist in New- York bereüS in Aufnahme gekommen. Dort stellen Geschäfts­leute junge hübsche, nett gekleidete Damen gegen Wochenlohv von ca. 10 Dollar und theilweise Tantiöme an, welche mahnen gehen müssen. Eine dieser Damen berichtet über ihr neues Gewerbe.-ES hat sich nicht so schlimm herauSgeftellt, als lch dachte. DaS erstemal, als ich in einem Bureau erschien, um einen der Angestellten zu mahnen, glaubte ich, ich würde in Ohnmacht fallen. Ich mußte die grüßte Anstrengung machen, um mich zu ermuthigen. Aber der Betreffende zahlte, ohne Worte zu verlieren,- binnen drei Minuten war die Sache erledigt. Das ermuthigte mich und nun arbeite ich glänzend. Manchmal freilich^' kostet es eine große GeifteS- Unb ®cbuÜL Nur ein einziges Mal bin ich un. höflich behandelt worden. Das Schlimmste, was einem be- gegnen kann, ist, daß man allzu freundlich behandelt wird. Wenn ein gut aussehendes Mädchen in einem GeschästSlocale erscheint und einen Herrn zu sprechen wünscht, denkt der AuS- barrQn/ nach ihrem Begehren zu ftagen. Er vegtbt sich einfach zu dem Angestellten oder dem Principal x °Qb cinc Dame ihn sprechen wolle, er setzt wohl Ä fcL H"r N. N. ahnt natürlich

nicht, was die Dame von ihm will, sondern geht neugierig zu ihr hinaus. Wenn sie nun schüchtern und verschämt zu ihm aufblickt und mit gewinnender Stimme sagt:Ach, Herr «. N., Sie entschuldigen/ da fühlt er, daß es nichts gäbe, was er nicht für sie thun möchte. Das Streifchen Papier, das sie in den Händen trägt, bemerkt er nicht. Nun kommt sie damit heraus, sie habe für Herrn so und so eine kleine Rechnung zu kassirenbitte schön!" Er ist verblüfft, geblendet und in den meisten Fällen zahlt er, ehe er Zeit hat, sich zu besinnen wenn er Geld hat."

« Z fische auf de» Fiakerplctz. Nicht nur die Engländer sind practisch, die Engländerinnen sind auch. I Namentlich haben sie, obwohl sie zumeist nur ihrer Mutter­sprache mächtig find, ein besonderes Talent, sich überall zurechtzufinden und zu verständigen. Im schlimmsten Falle ziehen sie ein Wörterbuch zu Rathe, so wie es eine junge Dame that, die seit Kurzem in Wien als unverfälschte eng* usche Gouvernante lebt. Fehlte, ihr ein Wort, so wurde flugS der Dictionär herbeigeholt. So machte sie es auch, als sie in einen Fiaker steigen und den Kutscher frei gen mob er engagirt oder frei sei. Sie hatte nach kurzem Nachschlagen die enMche Formel hierfür:Are you 1 engaged? ins Deutsche übersetzt und wandte sich an den.

Roffelenker mit den Worten:Sind Sie verlobt?" Der verblüffte Fiaker fragte umgehend, ob die Dame nicht ver­rückt sei, und erklärte damit seine Bereitwilligkeit, sich zu verloben, mit den Worten:Sprechens mit mein' Baiern, Madame!"'

Literatur und Kanft

A« gegenwärtiger Jahreszeit, welche die Menschen infolge der rauhen Witterung leider allzuviel an das Zimmer fesselt, ift wohl manche Familie darauf bedacht, durch anregende £«türe sich die Zett zu verkürzen. Gewiß wird auch schon manche Hausfrau oder deren Töchter unter den verschiedenen Zeitungen Umschau ge­halten, aber noch nicht das Passende gesund«, haben: wir möchten deshalb hierdurch ihr Augenmerk auf die zu B«ltn erscheinende Frauen-Wochenschrift Ha«S- richten, auf ein Blatt, welches nunmehr im 12. Jahrgänge «scheinend und auf 6 Ausstellungen vretSgekrönt, die practtfchste und gern geleienfte aller Hausfrauen- zeitungen genannt werden muß. Nicht allein, daß dieses Blatt den Hausfrauen in rühmlichst bekannt« Weife entsprechende Anleitung zur Führung eines guten Hauswesens flieht, es bietet auch ben Abonnentinnen Gelegenheit, selbst erprobte, gute Einrichtungen vielen Familien uns«es Heben Vaterlandes bekannt zu geben. Keine Haus- irau, mag sie reich oder arm. alt ob« jung sein, wirb eine Nummer dieses Blattes aoS d« Hand legen, ohne etwas daraus gelernt zu haben. Die o«fchiedenm Extrabeilagen: eine Roma,-, Musik-, Mode-, Handarbeitsbettage, sowie eine Beilage ,9flr8 kleine Volk" vervollständigen abwechselnd den Inhalt einer jeden Nummer. AlleS in Allem genommen ist benmachFürs Haus" baS gediegenste und reichhaltigste Blatt feiner Art. Jede Hausfrau soll sich diese Zeitschrift zu eigen machen, umsomehr, als d« vierteljährliche Abonnementspreis nur 1 Mk. beträgt. Probenummern werben gratis in jeb« Buchhandlung und von b« Geschäftsstelle zu Berlin SW. abgegeben.

Verkehr, CatsO* rrird volkswirthschaft»

Seine Butter nur au» reinlichem Lia»! Zu«st haben wir bafür Sorge zu tragen, baß im Kuhstall allezeit reine Luft vorhanben sei, denn je weniger gut b« Stall gelüftet wirb, desto mehr Gelegenheit bietet sich für die Entwickelung der Spai.pitze, welche sich nun schon während des Melkens in b« Milch verbreit«, unb deren Zersetzung einleiten. Dasselbe ist der Fall, wenn die Kühe nicht täglich geputzt und die Euter vor dem Melken nicht gründlich gereinigt ^werden. Daß fern« bie Melkerinnen jedesmal nach dem Ausmelken einer Kuh bie Hänbe zu reinigen haben, ist eine Forderung, bie man im Hinblick aus die Gewinnung einer einen Butter überall stellen sollte.

Der Hühnerffaü im Winter und seine Liren. Zur Erzeugung ein« wärmeren StalUemperatur ist eS erforderlich, der Fußboden mit einer trockenen Streu bedeckt wird. Solche Streu ist ab« auch nöthig gegen Ausdünstung des Koths. Bon Sttoh, Heu ober Blattlaub ist abzurathen, da diese Einstreumittel die Fäulniß begünstigen und die Ausdünstungen vermehren. Be- sondns geeignet ist Sagemehl, das die Eigenschaften des Warm­

haltenS des Fußbodens und des Bentngeme der Ausdünstungen besitzt. Sägemehl saugt die slüsstgen Bestandtihette d« KothauSwürse auf unb verhindert so die Erzeugung von Gestank, ba sich sonst in ben Hübnerställen entwickelt.

Bedeutende Betriebsersparnisse axT&ta maschinellen Anlage der Großindustrie, des Kleingewerbes ob« der Landwirthschaft durch Ausstellung ein« Wolf'schen 8ocomobile all Betriedsmafchlne «zielt. Die von der rühmlichst bekannten Maschine»» fabrtf von R. Sols in Magdrv«rg»vvcka« feit mehr als 30 Jahren all Specialttät gebauten haldstationären und fahrbaren Lo comob ileu mit ausziehbaren Röhrenkeffeln übertreff en an Sparsam­keit des Brennmaterialoerbrauchs, Dauerhasttgkeit und Lei- stungsfähigkeit jegNche Motoren anderen Ursprungs u- haben auf allen deutschen LocymobU-Concurrevzen den Sieg daoongetragen. fsKTT WkL Tie weltbekannte Berliner NLtz«nschineninsteik M. Iacobfohn, Berlin, Linienstraße 126, Lieferantin für Lehrer» und Beamtenvereine, versendet die nenefte hocharmtge Singer» Nähmaschine für M. 50. bei 14t5gig« Probezeit. Zn allen Städte« Deutschlands können Maschinen, welche an Private und Beamte schon geliefert wurden, besichtigt werden Aus Wunsch w«den Zeichnungen und An«kennungSschreiben zugesandt. [9066

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Der Voranschlag der Gemeinde Odenhausen pro 1894/95 Uegt vom 5. December acht Tage lang zur Einsicht der Z Sethsiligten auf dem Bürgermetsterei-Bureau offen.

Odenhausen, am 1. December 1893.

Großherzogliche Bürgermeisterei Odenhausen.

__Lang.__9957

Der Voranschlag der Gemeinde Rieder-Brsswgen pro 1894/95 liegt vom 4. December acht Tage lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten offen. 9956

Nieder-Bessingen, den 1. December 1893.

Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Bessingen.

_____________________________Horst.__

Der Voranschlag der Gemeinde Utphe pro 1.894/95 liegt vom 5. bis einschließlich 12. December 1893 auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. 9968

Utphe, den 2. December 1893.

Großherzogliche Bürgermeisterei Utphe.

Schneider.

Oeffentliche Aufforderung.

Die Erbschaft des am 24. Mai 1893 zu Offenbach gestorbenen Philipp Hartmann von Gießen ist unter der Rechtswohlthat des Inventars an­getreten worden.

Es werden daher Alle, welche An­sprüche an fraglichen Nachlaß zu bil­den haben, hiermit aufgefordert, solche binnen 14 Tagen dahier anzumelden, andernfalls sie bei Ordnung des Nachlasses unberücksichtigt bleiben.

Gießen, 30. November 1893.

Großh. Amtsgericht Gießen.

_______Stammler._____9959

Viehversteigernng.

Dienstag den 5. December 1893, Vormittag- von 10 Uhr an, sollen in der Behausung des Hein­rich Becker vierter zu Alten- Buseck:

2 trächtige Kühe,

1 Kuh mit Kalb,

1 Stier,

2 Rinder,

11 Hühner, 2 Schafe öffentlich meistbietend versteigert werden.

Mten-Buseck, 30. November 1893.

Großh. Ortrgericht Alten-Buseck.

Krämer. 9953

Gebrauchte

Militärmäntel

WÄÄ* >. M. (9958

Montag, 4. December,

Nachmittag« 2 Uhr, versteigere ich in meiner Amtsstube Westanlage 11:

ein «haisenpserd.

«eitler, 9962 Gerichtsvollzieher.

Aeitgeöotenes.

In Qleeeen Torrlthig bei:

Carl Sehwaab» DeUcat -Haadlnng.

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