Hegen den Marschall Martinez CamPoS verübte, zu verhandeln. Man glaubt, daß Pallas zum Tode verurtheilt und daS Urtheil sofort vollstreckt werden wird.
Der Kabak.
Natur- und Cultur- Geschichtliches von E. Sabel, Oberstlieutenant a. D.
(Schluß.)
In Europa wurden die ersten Tabakpflanzen aus Samen gezogen, welche der spanische Arzt Fernandez de Oviedo um daS Jahr 1560 nach Spanien gebracht hatte, jedoch betrachtete man dieselben zuerst nur als Zierpflanzen, bis Nicolo MenardeS den Tabak als wirksame Arzneipflanze pries. Sie kam in diesem Sinne in bedeutenden Ruf und wurde dadurch bald in anderen europäischen Ländern bekannt. Nach Frankreich brachte sie um dieselbe Zeit der französische Gesandte in Liflabon, Jean Nicot, wodurch sie in diesem Lande den Namen Horbs nicotine erhielt und später von Ltnnö Nicotiana tabacum benannt wurde.
Die Tabakpflanze, von der eS mehrere Arten gibt, ist unzweifelhaft eine hübsche Zierpflanze. Im Frühjahre, wenn kein Frost mehr zu erwarten, ins freie Land verpflanzt, wächst sie schnell mit einem einzigen Schößlinge bis über anderthalb Meter empor. Der Stengel ist mit hellgrünen, großen Blättern von bei den meisten Arten länglicher zu- gespitzter Form (bei einigen Arten kürzer, breiter uckd an der Spitze zugerundet) ziemlich dicht besetzt- die Spitze treibt ge- fällig aussehende, ungleich verzweigte Blüthenstiele mit kleinen rosa gefärbten Kelchen. Zum Zwecke der Verwendung als Handelswaare, bei welcher es neben Qualität auf Erzielung recht langer und breiter Blätter ankommt, wird die Spitze, sobald sie Blüthenstände treiben will, abgekniffen,' dadurch treiben in den Blattwinkeln Triebe auS, welche von Zeit zu Zeit auSgebrochen werden. Die Ernte besteht in den im August ausgewachsenen Blättern, welche abgebrochen, sortirt, getrocknet und in kleine Bündel zusammengepreßt in den Handel gebracht werden. Die Tabakpflanze bedarf einetz. leichten, aber fetten BodenS zu ihrem Gedeihen (Kalkboden sagt ihr nicht zu). Der Anbau geschieht der langen Blätter wegen in Abständen von 66 bis 100 Centimetern.
Es war natürlich, daß der schnell zunehmende Tabaks- verbrauch nicht nur zur Tabaksgewinnung in großen ameri- konischen Plantagen führte (durch die Spanier auf St. Domingo, die Engländer in Virginien, die Portugiesen in Brasilien), sondern auch in Europa zu Anbauversuchen im Großen zum Zwecke der Erzeugung verarbeitbarer Tabaksblätter anregte. Man erzielte lohnende Erfolge und der Tabaksbau breitete sich schnell auS. Es waren die Holländer, welche in Europa mit demselben im Jahre 1615 begannen, von deutschen Gebieten folgten diesem Beispiele Sachsen 1631, die Gegenden von Suhl und Wasungen in Thüringen 1659, Branden- bürg 1676 und die Pfalz und Hessen 1697, von denen aus sich der Tabaksbau über fast ganz Deutschland verbreitete. Eine Vorstellung von der Wichtigkeit desselben möge die durchschnittliche jährliche Tabaksernte Deutschlands in den Jahren von 1873 bis 1883 geben: Dieselbe betrug über 44 Millionen Kilogramm. Seitdem ist freilich der Tabaksbau zurückgegangen : die Production von trockenen (dachretfen) Tabaksblättern ist aber immer noch eine recht stattliche- sie belief sich im Jahre 1890 auf 42,37, 1891 auf 34,77 Millionen Kilogramm. Mit Tabak bepflanzt waren 1890 20,114 Hectare, 1891 18,533. In anderen europäischen Ländern ist der Tabaksbau nicht minder bedeutend. Unter anderen productren Oesterreich.Ungarn 800,000, Rußland 150,000, Holland 60,000, Italien 35,000, Belgien 10,000 Centner jährlich.
Auch Asien betreibt den Tabaksbau in großem Umfange, so Syrien, Persien, Indien, die ostindischen Inseln, China und Japan. Der bekannte Naturforscher und Reisende, Pallas, hat bereits in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bei den Mongolen und Chinesen daS Tabakrauchen sehr verbreitet gefunden und hieraus und aus der eigenthümlichen Art deS dortigen Tabaks und daraus, wie diese Völker den Rauchtabak behandeln, geschloffen, daß dieselben schon von Alters her den Tabak und seinen Gebrauch gekannt haben müßten. Unterstützt wurde später diese Ansicht dadurch, daß die chinesische Tabakpflanze eine andere sei, als die in Europa gekannten, und daß man auf ganz alten chinesischen Bildwerken die nämliche Art von Tabakspfeife abgebildet gefunden hat, welche heute noch in China im Gebrauch ist. Letzteres beweist nichts, denn man hat auch in Großbritannien Rauch- Pfeifen auSgegraben, die offenbar keltischen Ursprungs sind. ES läßt sich nur schließen, jdaß die alten Chinesen, wie auch die Kelten, schon geraucht haben, aber keinen Tabak, sondern irgend ein anderes Kraut, wahrscheinlich Hanf. Auch weiß man jetzt, daß die in China gebaute Tabakspflanze, ebenso wie die syrische, die auS Amerika stammende Art Nicotiana nistica ist und daß wahrscheinlich Portugiesen den ersten Samen derselben nach China gebracht haben.
Die Gesammttabakproduction der Erde wird, wahrscheinlich zu gering, auf 10 Mill. Centner für jedes Jahr geschätzt. Der hieraus zu solgernde enorm große Tabaksverbrauch ist bei den einzelnen Nationen sehr verschieden. In China und im Orient giebt eS wohl keine erwachsene männliche Person, die nickt Tabak rauchte und zwar gewohnheitsmäßig recht viel. Nach einer im Jahre 1888 angestellten Berechnung, die zwar schwerlich ganz genau, aber doch einen allgemeinen Anhalt zu geben im Stande ist, wird in Europa am meisten Tabak verbraucht in Holland (2,8 Kilogramm auf den Kopf der Bevölkerung und daS Jahr) und Belgien (2,4 Kilogramm). Diesen schließen sich an Deutschland mit 1,9 Kilogramm (eine andere neuere auS den letzten sechs Jahren vor 1891 gezogene Durchschnittöberrchnung gibt 1,51 Kilogramm an) und Oesterreich'Ungarn mit 1,5 Kilogramm. Daffelbe Ber- hältnih ergibt für Frankreich 0,8, Italien 0,75, England 0,6 und Rußland 0,5 Kilogramm. Auch Nordamerika verbraucht sehr große TabakSmengen, 1,5 Kilogramm aus den Kopf.
Dieser große Consum beruht aber, wie bereits berührt, nicht emzig, wenn auch zum bei Weitem größten Theile auf dem Tabakrauchen. DaS edle Kraut wird auch gekaut und in Pulverform als sogenannter Schnupftabak in die Nase ein- gezogen. Letzteren Gebrauch verdanken wir ebenfalls den nach der Entdeckung Amerikas vorgefundenen Bewohnern dieses ErdtheilS. Bald fand er auch Eingang in Spanien, wo er im Jahre 1636 durch Geistliche nach Italien und über Frankreich nach Deutschland (hier durch die Hugenotten) sich verbreitete. In Frankreich schnupfte man bereits zur Zeit Königs Franz II. (1559—1560), der selbst ein eifriger Schnupfer war. Dem Tabakschnupfen wurden übrigen- nicht ebenso viele Hinderniffe bereitet, wie dem Rauchen. Nur in Italien fand eß in Papst Urban VIII. einen Gegner, der durch eine Bulle vom Jahre 1624 alle in der Kirche Schnupfenden mit dem Banne bedrohte. Papst Jnnocenz XIL erneuerte zwar 1698 diese Untersagung, Benedict XIII. hob dieselbe jedoch im Jahre 1724 wieder auf, da er selbst und sein Secretär leidenschaftliche Schnupfer waren.
Heuvzutage ist das Schnupfen nicht mehr in demselben Maße Mode wie früher. Leider aber wird eß noch allzu viel gerade von solchen Personen geübt, welche ihren Geruchssinn nicht verderben, sondern möglichst rein und scharf erhalten sollten, von Leuten, welchen die Ueberwachung der Reinheit der Lust in Räumen obliegt, in welchen Gesunde und Kranke längere Zeit und in oft beträchtlicher Anzahl sich aufhalten müssen. Ob in Fabrikräumen und Gefangnenanstalten, ob in Krankenhäusern und Schulstuben gute Luft herrscht, kann der GewohnheitSschnupser nicht in genügendem Maße beurtheilen. Weniger beeinflußt das Rauchen den Geruchssinn, wenn eß nicht unmittelbar, bevor er in Thätigkeit treten soll, auS- geübt wird.
In weiterer Ausdehnung gegen den Gebrauch des Tabaks aus sanitären oder anderen guten Gründen ankämpfen zu wollen, dürfte heute bei der außerordentlich großen Verbreitung und riefen Einwurzelung deffelben in die Dolks- gewohnheiten schwerlich einen besseren Erfolg erzielen, als dies die vielen früher dagegen erlaffenen Verbote und erschienenen Schriften vermocht haben. Die Anzahl der letzteren ist so groß, daß im Jahre 1866 zu Paris eine öffentliche Versteigerung einer Bibliothek von 6000 —7000 Bänden, die alles enthalten sollen, waS seit drei Jahrhunderten für und gegen den Tabaksgebrauch geschrieben worden wäre, angekündigt werden konnte. Nur vor übermäßigem Genuffe deS Tabaks, unter welcher Form es auch sei, kann wegen seiner alsdann sehr gesundheitsschädlichen Wirkungen nicht genug gewarnt werden.
rrnd ^provinzieller.
Gießen, 2. October 1893.
*♦ Sitzung Großh. Handelskammer vom 29. September 1898. Anwesend waren die Herren Koch, Scheel, Heichelheim, Hom- berger, Katz, Klingspor, Wortmann. Von dem Präsidium des deutschen Handelötags war die Kammer aufgefordert worden, zu dem in Aussicht stehenden Handelsverträge mit Rußland etwaige Wünsche der hiesigen Jntereffenten zu übermitteln. Die Kammer hat deshalb bei den in Betracht kommenden Jntereffenten eine diesbezügliche Umfrage veranstaltet und wird beschlossen, die eingelaufenen Wünsche dem Präsidium des deutschen Handelötags zur Vertretung an geeigneter Stelle zu übermitteln. — Seitens der Handels- kammer Geestemünde, sowie des deutschen TabakoereinS ist bei der Kammer angeregt worden, Stellung gegen die geplante Tabakfabrikatsteuer zu nehmen. Die Kammer beschließt, da der jetzige Zeitpunkt wegen der Ungewißheit des Inhalts der Vorlage zu einem Vorgehen noch nicht für geeignet erachtet werden kann, demnächst selbstständig in dieser Frage vorzugehen. — Es geht der Kammer nachfolgende Mittheilung über Einfuhrzölle in Rußland zu, welche mir zur Kenntniß der Jntereffenten bringen. In dem in HelsingforS erscheinenden Hufoudstadsblad ist kürzlich ein Artikel erschienen nachstehenden Inhalts: „Seitens der Oberzollbehörde ist, laut der Weser-Zeitung an die Zollkammern im Lande ein Cirkular gesandt worden, daß die vorgeschriebene Erhöhung sich nicht auf solche Maaren bezieht, welche am erwähnten Tage bereits auf eine Niederlage gebracht waren, daß sie dagegen an- gewendet werden soll nicht nur auf alle zollpflichtigen Maaren, ohne Rücksicht auf den Ursprung, welche nachher auS Deutschland in daS Land kommen, sondern auch auf solche auS anderen Ländern hierher eingcfllhrten Maaren, welche, wie auS darauf angebrachten Fabrikstempeln und anderen Kennzeichen ersichtlich, offenbar deutschen Ursprungs sind. Es wird hierzu noch bemerkt, daß nach dem in Finnland geltenden gesetzlichen Zollstatut deutsche Maaren, welche in Finnland vorläufig ohne Zollerhebung deponirt werden sollen, entweder gegen Entrichtung einer Gebühr von 1 Procent deS gegenwärtig geltenden Zollsatzes 3 Jahre in der sogenannten „Niederlage" bleiben dürfen, oder in die Transitlager gebracht werden können, woselbst die Abgabe vom Doppelcentner (Brutto) deS CollistückguteS erhoben wird, und von wo sie, falls sie nicht gegen Verzollung in den freien Verkehr kommen, binnen JahreSftist in die Niederlage übergeführt werden. — Nach einer Mittheilung des Belgischen ConfulatS wird am 19. December 1893 in Brüssel eine internationale Ausstellung von Nahrungsmitteln eröffnet. Wir bringen dies zur Kenntniß mit dem Ansagen, daß daS Programm der Ausstellung auf unserem Büreau cingesehen werden kann.
J. B. Reue» Theater. („Der Registrator auf Reisen" von Moser und L'Arronge.) — Ein gut besetzte- Hau- und fröhlicher Beifall waren die Signatur deS gestrigen und ersten Theaterabend-. Eigentlich könnten wir eS mit dieser Notiz bewenden laffen. Doch da — frei nach Mephisto — der Kritiker ein Kerl ist, der von den Einflüsterungen einebösen Geiste- im Kreis herumgeführt wird, so wollen wir unter Respeclirung dieses HöllengesetzeS, allerdings direct von
OdyffeuS bezogenes Anti. Sirenen - Wachs in den Ohre: unß auf den kritischen Rundgang hinau-wagen. Lin sährlicher Weg! .,Die größte Feinheit eine- dramanste, Richters zeigt sich darin, wenn er in jedem Falle des 8t gnügen- oder Mißvergnügens unfehlbar zu unterfcheiden we:s waS und wie viel davon auf die Rechnung des Dichter- obr Schauspielers zu setzen seu" Diese Devise der Hamburgs Dramaturgie weist unS zuerst auf da- Stück, im vorliegendtr Falle gewißlich etn wechselvolles Spiegelbild menschlichf Irrungen und tragischer Verkettungen. Man höre: yw Ministerialregistrator Cesar Wichtig, ein armer Schlucke und devoter Beamter, erhält von seinem Chef, dem Baurati Hiller, 200 Thaler — fo hoch belief sich unsere- Erinnere die Summe: war eS etwa mehr, dann Verzeihung, fyrr Baurath - jedenfalls sehr nobel gehandelt — um in einet wildromantischen, d. h. locomotivrauchlosen Gegend t:» Stimmung der Bevölkerung auSzuforschen. SS ist nämht dort eine Eisenbahn im Projecte. Herr Wichtig schreib: einen Bericht in ungünstigem Sinne - derselbe wird 6ar. einem intelligenten Ingenieur (da- sind diese Herrn! ja alle), der nebenbei noch ein feuriger, stet- kußbereiter Liebhaber ist, mit einem für den Bahnbau günstigen Memorandum vertauscht. Da seine Sxcellenz der Herr Minister auch den Bahnbau befürwortet, löst sich Alle- wider Erwarten deS Angstmeiers Wichtig in eitel Wanne und Glück. Man gratulier. DaS traditionelle Liebe-pas kriegt sich. Der Herr Registrator wird in allernächster Zeu zum Bureauchef befördert werden. Bon einem Heubode» werden im Verlaufe des Stückes sogar einige Bündel Hra geworfen (Wie sonderbar!) Sin fuchselnder Regierung-rath a. D. bekommt eine bessere Meinung von der Regierung. Ein nell- gieriger ZeitungSreporter hat Gelegenheit, Notizbuch unb Bleistift zu ziehen. Ein bahnfeindlicher Wirth und Post' meister muß sich ärgern. Diele Berliner Kalauer. Dins Couplets. Schließlich erachten (als der Weisheit höchste! Schluß) sämmtliche Mitwirkende für ein angenehmes Vergnügen — „spazieren geh'n im Wald, wo Luft und Freute schallt." — Man merkt: der Löwenantheil deS reichlich gespendeten Beifalles gebührt — den Schauspielern. Herrn Reiner» scheint der Versuch, seine künstlerische Ehre vor den Gießeneri» wieder zu retten, geglückt zu sein. Allerdings ist eß unmeg« lich, nach einer Rolle Schauspieler endgültig zu beurtheilev, da Vielseitigkeit unter Aufgebung der eigenen Individuale zu der Feuerprobe eines wirklichen Talentes gehört. Herr Reiner- (Cesar Wichtig) war wieder der Alte mit feirti trockenen urwüchsigen Komik und dem behaglichen Phlegma, das ihn — honny soit, qui mal y penae — so gerne in der Nähe des SoufleurkastenS verweilen läßt. Herr Niemeier wußte mit seiner imponirenden Figur und feinem volltönenden Organ den Baurath Hiller angemessen zu ver- körpern. Herr Schröder sächselte seinen GerichtSrath a. D. in etwas zu jugendlicher MaSke. Herr Majew-ki characterisirt den Wirth und Postmeister treffend, aber in zu rechelrechtem Hochdeutsch. Fräulein Mathilde Groh- mann besitzt eine weiche, sympathische Stimme, sie entwickelte alS Marie Linke viel Feuer, Empfindung und Natürlichkeit, unterstützt von der liebenswürdigen Gabe einer anmuthigen Jugendlichkeit. Die Künstlerin ist Doch sehr jung und bat wirkliches Talent. Frau Wehn brachte daS Hauskreuz de- vielgeplagten Registrators mit Temperament zur Geltung, that mitunter deS Guten etwa- zu viel. Herr Stückel überhastete feinen ZeitungSreporter, der doch wirklich etwas nervöse Unruhe vertragen kann, zu sehr. Auch da- wirkt schließlich monoton. Deutlich muß ein Schauspieler immer bleiben und Ruhe ist für ihn ein ebenso unumgänglicher, vielleicht noch wichtigerer Factor alS Leidenschast. Fräulein Geigler hatte viel Küsse zu empfangen, war «ter auch in den „unbeschäftigten" Augenblicken, wenn die Verfasser sie zu Worte kommen ließen, ihrer Rolle gewacht Die MaSken der Bauerndeputation (Herren Rückgabe», Sstammer, Walder) ließen die Originalität vermisse». Die kleinen Rollen waren durch die Damen Möje», Schumann, Eurich und Herrn Deubner entsprech«*- vertreten. Beinahe hätten wir den schneidigen Ingenieur des Herrn Reiff zu erwähnen vergessen. — Die Pau'w waren viel zu lang. — DaS Zusammenspiel hätte flotter sein können- allerdings war eS da- allererste einer bunt zusammengewürfelten Gesellschaft. Doch darf in einem Schwank dem Zuschauer nicht viel Zeit gelassen werden, darüber nachza- denken, worüber er eigentlich gelacht hat.
•* Theaterverein. Mit der beginnenden Wimerfaifo» tritt der Gießener Theaterverein in da- vierte 3* seines Bestehens. Der Vorstand hat dafür gesorgt, daß aut A dieser Winter seinen Vorgängern ebenbürtig zur Seite stehe, u Zunächst hat ihm Herr Intendant Claar in Frankfurt in I der liebenswürdigsten und zuvorkommendsten Weife seine Ante»- I stützung zugesagt, so daß wir die allmählich zu guten Bekannten gewordenen Künstler und Künstlerinnen seines Ikr sonals demnächst wieder begrüßen dürfen. Die erste BorstelloK- wird voraussichtlich am 26. October stattfinden und I®«1 klassische Stücke bringen. Auch mit der Direktion frei Darmstädter Hoftheater-, dessen Mitglieder sich <■ vorigen Winter so glänzend bei un- eingeführt haben, bad Unterhandlungen angeknüpft worden und e- steht zu hoffen, daß auch diese zu einem günstigen Ergebniß führen Außer den geplanten fünf ober sechs Künstlervorstellungen im Laufe des Winters beabsichtigt der Vorstand, im Sommer eine Aufführung zu veranstalten, bei der vorzugsweise Dilettanten mitwirken sollen. Dieselbe wird auch musikalische Genüsse bieten, da eß dem Vorstände gelungen ist, eine hervorragende Opernsängerin zu gewinnen. Bei dieser Sommervorstelluag werden die Mitglieder deS Verein- jedenfalls eine bedeutende Preisermäßigung genießen. Auch bei den Wintervorslelltut-m hofft der Vorstand feinen Mitgliedern mehr entgegenfoomni zu können, al- eß seither der Fall war. ES bedarf inbeflen noch reiflischer Erwägung, ob sich diese Absicht verwirklichen läßt. Sollte da- auch diesmal noch nicht der Fall seit», f» doch hoffentlich über- Jahr. Mit Bestimmtheit aber muß
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