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1893
Samstag den 2. December
Nr. 284 Zweites Blatt
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Hratisöeitage: Hießener Kamikienötätter.
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„Also ein vollständiges Blindekuhspiel !" rief der Doctor luftig, während Karla ihr parsümirtes Batisttuch zu einer Binde zusammenfaltete und über seine Augen schlang, wobei ihre langen goldenen Locken seine dunklen küßten.
Nach einer unter Scherzen und Lachen zurückgelegten Fahrt hielt der Wagen plötzlich. Zoltan fühlte seine Hand von jener Karlas ersaßt. Sie half ihm aus dem Wagen, führte ihn in ein Haus, über eine Stiege, in ein Zimmer. Er hörte, wie hinter ihm die Thür ins Schloß fiel. Dann ließ Karla seine Hand los und entfernte die Binde von seinen Augen.
Wo aber befand er sich nun?
Diese feuchten, schmutziggrauen Wände, die herabbröckelnde Zimmerdecke, der vermorschte Fußboden, die vergilbten, mit Papier und Blech geflickten Fensterscheiben, die dürftigen, wackeligen Möbel: was wollte Karla hier in diesem elenden Gemache? Er wandte sich gegen sie.
Was aber war mit einem Male mit Karla vorgegangen? Der Pelzmantel war von ihren Schultern auf den Boden herabgeglitten. Da stand das schöne Mädchen in strahlendem Juwelen- und Blumenschmuck mit gefalteten Händen und blickte umher in der armseligen Kammer, mit einer Ehrfurcht, mit so tiefer Ergriffenheit, als befände sie sich in einem Hetlig- thume. Todtenblaß waren ihre Wangen, ihre Wimpern zuckten und jetzt tropften zwei Thränen aus ihren Augen.
Dem Doctor ward zu Muthe, als erwachte er aus einem Traume. Jetzt wußte er, wo er sich befand. Dies war das Zimmer, in welchem Karla ihre Kindheit verlebt hatte- hier stand das Bett auch, auf welchem ihre Mutter verschieden.war.
„Sie kennen diesen Ort," sagte Karla, indem sie des DoctorS Hand ergriff. „Hier war es, heut vor zehn Jahren, daß Sie das entfliehende Leben meiner Mutter dem Tode abringen wollten. Von diesem Tage an überhäuften Sie mich mit Wohlthaten. Hierher habe ich Sie veranlaßt, mit mir zu kommen, um Ihnen an derselben Stelle, am Jahrestag derselben Nacht, da Sie mein Retter, mein Wohlthäter geworden, Dank zu sagen für Alles, was Sie mir gethan. Ich habe dies Häuschen gemiethet und werde mich, so lange ich lebe, nicht von demselben trennen. Und nun, nachdem Sie es mir ermöglicht, Ihnen Hierselbst aus ganzer voller Seele zu danken — lassen Sie uns scheiden. Der Wagen erwartet Sie. Ich will den Rest der heutigen Nacht in diesem Raume verbringen, und morgen, wie Sie wiffen, reise ich ab. Wir werden uns also lange Zeit nicht mehr sehen. Leben Sie wohl und glücklich!"
Der
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«Kehrt täglich,
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Montag«.
In der Hütte.
Don I. von Troll-Boro st yant.
(Schluß.)
Und auch bei ihrem Wiedersehen war Zoltan so ernst und zurückhaltend, so kühl und gemessen gewesen, daß Karla nicht daran zweifelte, sie sei ihm während der Zeit ihrer Trennung in der That gleichgiltig geworden.
Grämte sie sich aber jetzt darüber?
Sie sang und wurde bewundert. Sie scherzte, lachte, man citirte ihre witzigen Bonmots- sie ward gefeiert und gehuldigt, nicht nur auf der Bühne, auch im Ballsaal, in der Reitschule, auf der Eisbahn.
Nur heute war sie so ernst und schweigsam — was mochte sie nur haben? Und was mochte sie haben, daß sie erbebte, als das Zeichen zur zweiten Frantzaise gegeben wurde und der Doctor ihr seinen Arm bot? —
„Ich habe eine Bitte an Sie," unterbrach Karla plötzlich
die Conversation. „ES ist seit Langem die erste Bitte, dürfen sie mir nicht abschlagen."
„Wenn deren Gewährung in meiner Macht steht,
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„So verlaffen Sie mit mir den Ball und begleiten mich überall, wohin ich gehen werde."
„Der Sclave gehorcht dem Winke seiner Herrin," lächelte der Doctor.
„Und wohin geht denn die nächtliche Reise?" forschte er, an Karlas Seite im Wagen Platz nehmend.
„Mein Weg sührt entweder in die Hölle oder in den Himmel", erwiderte Karla mit seltsamer Betonung.
„Nun, mein Versprechen lautet doch, Sie überall zu begleiten. So muß also auch ich in die Hölle oder in den Himmel?"
„Nein — vielleicht — doch glaub ich kaum."
„Da löse mir Einer das Räthfel! Prinzeß Turandot wird mir aber wenigstens erlauben, den Vorhang aufzuziehen, um den Weg zu sehen, der sie zu den Verdammten oder Seligen, mich aber an ein noch unbekanntes Ziel führen soll?"
„Keineswegs kann ich dies gestatten. Au contraire müssen Sie mir erlauben, eine Binde über Ihre Augen zu legen, bis wir an das Ziel unserer mitternächtlichen Excursion gelangen."
Dem Doctor ward schwer zu Muthe. Sein Herz war zum Ueberquellen voll. Aber er bezwang sich.
„Wo denken Sie hin, Karla," sagte er. „Hier können Sie die Nacht unmöglich zubringen. Das ganze Häuschen ist unbewohnt. Ich kann es nicht zugeben, daß Sie hier allein bleiben."
„Ich werde die Hausthür absperren und eS wird mir nichts geschehen," erwiderte Karla mit kindischem Trotze.
Da wurde der Doctor ernstlich böse. „Aber daS sind lächerliche Extravaganzen!" rief er, indem er mit der Spitze seines Lackschuhes leicht auf den Boden stampfte. „WaS wollen Sie hier?"j
„Mich im Geiste in alte Zeiten zurückversetzen."
„Bah, das können Sie auch zu Hause. Hier würden Sie sich nur erkälten. Kommen Sie!" Und er reichte ihr seinen Arm. ,
Karla aber blieb unbeweglich stehen.
„Keine Thorheiten, Karla, kommen Sie," wiederholte Zoltan mit beinahe rauhem Tone.
„Mit welchem Rechte wollen Sie mir Befehle ertheilen?"
Zoltan blickte traurig zu Boden.
„ES ist wahr," sagte er. „Ein formelles Recht hierzu besitze ich nicht, seitdem Sie eine selbständige Stellung in der Welt einnehmen. Dennoch aber kann ich es nicht dulden, daß Sie sich um einer excentrischen Laune willen krank machen. Ich verbiete es Ihnen- ich verbiete es Ihnen mit dem Rechte -- der Liebe."
Karla stieß einen schwachen Schrei aus und schlug ihre Hände vor das Gesicht. Einige Augenblicke standen Beide wortlos.
„Ich wollte Ihnen mit dem Geständntß meiner Liebe kein Leid bereiten, nicht Ihre Freiheit beeinträchtigen," begann Zoltan endlich mit leiser Stimme. Doch weiter kam er nicht. Karla breitete ihre Arme aus und flog an seinen Hals. Ihre Küsse versiegelten seine Lippen.
„O, ich wußte es ja," jubelte sie dazwischen, „daß diese nächtliche Fahrt mich in die Hölle oder in den Himmel führen würde!" —
„Wir waren Beide doch sehr thöricht, mit unseren Ge« fühlen für einander so Versteckens zu spielen," flüsterte bet dem Verlobungsfeste Doctor W. leise zu seiner Braut.
„Sehr thöricht!" bestätigte sie lächeld. „Auch wollen wir es Niemandem erzählen, damit man uns nicht auslache."
Und sie erzählten eS Niemandem — ein Feuilletonist aber hat es doch erfahren.
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