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Nr. 78. Zweites Blatt. Sonntag den 2. April 1893
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Keneral-Mnzeiger.
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Arnts- und Anzeigeblutt für den Ureis Giefzen.
HratisSeikage: chießmer Aamikienötätter
Amtlicher Theil
erforderliche Material demnächst unter*
neuern.
ein Leben, das da bleibt.
18e Annoncen-Vurraux des RNd <xH«*tl aebmw Äajeigew für ben .Gießener legeiger* entgegen.
1. April 1893.
Der Vorsitzende: Süffert.
■ ■nehmt wom Anzeigen |U brr Nachmittags für den felgmbm Sag ^scheinenden Nummer hl» Bereu 10 UH
zur Beschlußfassung breitet werden kann. Gießen, den
ES giebt doch ein Leben, welches bleibt — daß rufen die Osterglocken heute uns allen vernehmlich zu. Und wo ist der Mensch, der bei solcher Kunde nicht aushorchen muß ?
Neues Leben keimt überall, die Knospen schwellen, die Vögel beginnen zu singen, der Frühling kommt wieder ins Land. Er ist das Ostern der Natur. Aber daß Leben, das hier entsteht, ist nicht das Leben, das da bleibt. Bald kommt des Sommers Hitze, des Herbstes Sturm, bef Winters Schnee — dann ist das neue Leben wieder verschlungen in den Tod. Das Evangelium der Natur zittert in den Lüften an wenigen, kurzen, frühlingßfrohen Tagen. Dann ist es gewesen, und seine Spuren sind wieder verloren. Es giebt uns keinen Frieden und keine Kraft, kein Leden, das da bleibt.
Unser eigenes Leben steht unter dem gleichen Ver- hängniß. Wie strebt es empor in der Jugend! Mit welcher Zuversicht und Thatenlust stürmt es der ersehnten, goldenen Zukunft entgegen! Wenigstens gebührt es der Jugend, so ju empfinden. Sie hat keine Verheißung, wenn sie eS nicht thut. Wehe dem Volk, besten Jugend stumpf wirb unb refignirt! Dennoch erreicht Niemanb, was er sucht und
worauf er in der Jugenb zuversichtlich rechnet. Auf bem Manne lastet bie Sorge um bte Zukunft. Im Schweiß seines Angesichtes muß er sein Brob essen. Eme Hoffnung nach ber anbern giebt er auf. Er ist schließlich froh über alles, was ihm von einem Tag zum anbern hinüberhilft. Unb bann versagen bie Kräfte allmählich, Lebensmmh unb Lebenslust verglimmen. Was ba kommt ist ber Tod, der alle aufnimmt. Da ist nichts, was bleibt.
Aber Einer ist, der da bleibt und dessen Tage kein Ende nehmen. Das ist der ewig-lebendige Gott. Und er hat uns die Osterbotschaft in das Leben hineingestellt. Heute klingt sie wieder vor den Ohren. Sie lautet: es giebt ein Leben, das nimmer vergeht; wir alle können dessen theilhaftig werden; das ist das Leben, das aus dem Tod der opfernden Liebe entsprang.
Zu Dem, der um der Liebe willen das Aeußerste auf sich nahm, der als ein Ausgestoßener unter den Menschen, von allen verlassen, am Kreuze starb, zu Dem hat sich Gott als zu seinem geliebten Sohne bekannt und ihn aus dem Tode gerufen. Das ist die Osterbotschaft.
Fassen wir sie ins Herz und machen sie entschlossen zur herrschenden Macht unseres Lebens, dann haben wir, was wir bedürfen: Friede und Kraft und über dem allen die Krone des Leben, deren Glanz niemals verbleicht.
Es steht um unser Volk nicht anders. Seine Zukunft hängt daran, daß die Kräfte des Osterevangeliums in ihm wirksam bleiben, daß sie es in höherem Maße wieder werden, als sie es jetzt sind. Sonst wird es sich nicht in Kraft und Herrschaft behaupten.
Es ist nicht helles Wetter um uns wie in den unvergeßlichen Jahren des Krieges und Sieges, als der Kaiserthron wieder im deutschen Lande errichtet ward. Uns drohen Ge-
Steuer-Commissariat Gießen.
AmtStage:
Dienstag und Samstag
Vormittags von 8*/, bis 12 und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr.
Bekanntmachung.
Im Interesse des Publikums macht man noch ausdrücklich darauf aufmerksam, daß Reclamationen gegen (Änkommen- und Capitalrentensteueransätze 1. Abtheilung immer, aber auch Remonstrationen gegen Ansätze dieser Abtheilung, sowie Reclamationen gegen Einkommen- und Capitalrentensteueransätze 2. Abtheilung möglichst schriftlich und zwar unter genauer Angabe der für eine etwaige Ermäßigung sprechenden Gründe (wenn aber mündlich, nur an den Amtstagen Dienstags und Samstags), während der gesetzlichen Frist bei dem Unterzeichneten vorzubringen sind, damit der Commission das
fahren von innen und außen, daß wir zuweilen mit banger Sorge in die Zukunft schauen. Aber es giebt ein Heilmittel, das uns helfen kann, dies eine, ohne das kein kluger Rath Im Innern unb keine starke Rüstung nach außen uns erhalten wirb. Das ist bie Osterbotschaft, bie Botschaft von bern Leben, bas aus ber opfernden Liebe geboren wird. Wo sie in aufrichtiger Mannesseele eine Stätte findet, da schafft sie Zuversicht des Lebens, Opfersinn und entschlossene That. Sie hat einst die alternde Welt erneuert unb eine neue Welt bes Geistes geschaffen. Sie kann auch unser Volk er- Will unser Volk darauf hören? sich auß die Ouelle der Kraft besinnen, ohne bie es nicht bauern kann unter ben Völkern, in ber Geschäfte? Unser Volk — bas sinb wir alle. Wollen wir bie Wahrheit aufnehmen unb banach thun? Einen anbern Weg giebt es nicht. Es giebt sonst nirgenb
Citerahir und Knnft
— Ne«e Lehrmittel für de» Unterricht in der Heimathö- künde. Im iBouaye von iimti Rotd tn Girtzrn tft weben er» schtrncn: 1. Schulwandkarte vom Grohderzoathum Velsen im Mahslabe von 1:100000. Höhe 2 Meter, Brttte Meter 1,60. Mit Höoenschtchten — Daistellung durch Farbenübergänge. 9 Blatt auf Leinwand gezogen mit Rollstäben 20 Mk.; bearbeitet von A. Wämser, Reallehrer tn Butzbach in 14 Farben durch Ev. Gaedlers geogi. Institut in Leipzig. Das vorstehend angezeigte Kartenwerk schließt gegen die seither tn Gebrauch sich findenden L'hrmtltel für den Unterricht tn der He«mathskunde einen wesentlichen Fortschritt tn sich etn, indem zunächst ein größerer Maßstab zugrunde gelegt ist, wodurch eine bessere Uebersicht des Kartenbtldetz ermöglicht wtrd: sodann aber ist eine zweite Hauptforderung, welche die fortgeschrittene Methode im geographischen Unterricht an alle Kartenbtlder stellt, welche geographischen Vergleichungen dienen sollen, die Unterscheidung von Ties , Hohen- unb Gebirgsland durch Farbenabstusungen, in der anschaulichsten Weise zur Darstellung gebracht. Jeder Schüler, sobald ihm die Farbenabstufung geläufig, ist im Stande von seinem Platze aus sofort die Höhe der Lage eines Ortes, einer Gegend eines Gebirgszuges genau anzugeben. Auf diese Weise ist es dem Schüler ei möglich», auS dem Kartenverständniß heraus, ein Bild von der wirklichen Bttchaffenheit der Oberfläche einer Gegend, oder eines Landes zu gewinnen. Der Unterricht wtrd dadurch wirklich zu einem realen und verliert den giößten Theil der Formalität, in welchen er ohne genügende schauungsmtttel so leicht verfällt. Nicht minder ausdrucksvoll sind die Gewässer auf der Karte dargestelll unb leicht lassen sich die Wasserscheiden verfolgen; dabet ist doch jede Ueberladung von Orts- und Gebirgsnamen vermieden, so daß die Karte schon an und für sich ein äußeist anziehendes, das Auge fesselndes Bild darbietet. Die Wamser'sche Karte wtrd die Reise nach Chicago machen, dort neben anderem aus dem pädagogischen Verlag des Herrn Emil Roth zur Ausstellung gelangen unb wir zweifeln nicht, baß ihr von ben Landsleuten jenseits, wie von den Zugereisten von diesseits die gebuhlende Beachtung geschenkt wtrd. Hiermit sei diese schöne neue Wandkarte nicht nur Schulbehörden und Lehrern, sondern auch allen Verehrern und Freunden der fortschreitenden Kartographie, besonders aber auch noch Behörden, Privaten, Gastwirthen, Geschäftsmännern, Touristen rc. bestens empfohlen. Hieran schließt sich: 2. Ein Plan von ber Stadt Gieß en. lieber denselben urtheilt ein besonders dazu befähigter Fachmann: Der Stadtplan von Gießen im Maßstäbe von 1: 2000 genügt allen billigen Ansprüchen vollauf, die man an einen Ueberstchtsplan zu stellen berechtigt ist. Neben seiner Eignung für Zwecke des Schulunterrichtes in ber Heimathskunbe ist ber Plan um seiner Größe unb Uebersichiltchkeii willen auch befonbers ver- wenbbar in solchen Fällen, wo es gilt, bte wechselseitige Lage unb bte nächsten Wege zwischen einzelnen Punkten der Stabt Gießen, namentlich Frernbe leicht unb rasch zu orientieren, als auch für manche Bureaus, für bie Gasthöfe unb sonstige öffentliche Locale." Es sei also hiermit auch biete zweite Karte, bte in fünf Farben ausgeführt, zugleich einen fchönen Wandschmuck btlbet, allen Kreisen unserer Stadt bestens empfohlen.
R.
Vogelfreunde. Das rühmlichst bekannte Voß'sche Vogelsutter, Stng- futter für Canarlenvögel, Waldvögel, Untversalsutter für Drosseln, Staare sowie sür alle in- unb ausländische Vögel (nur echt tn versiegelten Packeten mit ber Unterschrift „Gustav Voß, Hoflieferant,") erhält man hier nur bet Emil Fischbach, Seltersweg 24. Der große Prachttatttlog der Vogelhanbl. Voß, Köln, ist daselbst einzusehen. Kurze Schrift über Dogelpflege umsonst. 333
Feuilleton.
Zwei Königskinder.
Romantische Erzählung von Cark Falkenberg.
(3. Fortsetzung.)
„Du bist nun auf dem Gipfel Deines Glückes," flüsterte Rambo leise, unb es kam dem träumenden Kaiser vor, als sei der Alte sein Genius, das Schicksal, das ihm widerstrebende, — „wirst Du nun, der Freund der armen, geknechteten Sarazenen, wirst Du in alter Herrlichkeit wieder das Sarazenenreich aufrichten, Du, der Du Dich wie ein rechtgläubiger Muhamedaner gehalten? Deine Herrschaft würde bis gen Arabien und Afrika reichen!"
Der Schlafende wand sich auf dem Sessel hin unb her.
„Ich bin ein — Christ! — Ich kann — kein Sarazenenreich gründen!"
„So wirft Du Deine Pläne nicht durchsetzen und Dein Geschlecht wird — elend untergehen!"
„Nein, nein!"
„Ja, bei Allah, dem Ewigen!"
Rambo nahm dabei dem Kaiser ben Crhftall sanft aus der Hand und ließ seine Strahlen gegen die Wand fallen. Alsobald entstand daselbst ein Bild.
Auf dem Paradebette lag die Leiche eines gekrönten Hauptes.
„Conrad tobt!" seufzte ber Schlafenbe.
„Ja, vier Jahre nach Dir," citirte bumpfen Tones Rambo. Dann drehte er den Stein unb ein neues Bilb zeigte sich an ber Wanb.
Ein junger Ritter lag blutig unter dem Steinroß, umgeben von Leichen, neben einem braufenben Flusse.
„Manfreb!" schrie ber Schlafenbe laut auf, „Manfred tobt auf dem Schlachtfeldes"
„Bei Benevant am Garigliano, dreizehn Jahre später \" citirte Rambo abermals dumpfen Tones.
Und wieder drehte sich der Stein, abermals entstand ein anderes Tableau.
Auf dem Blutgerüste schwang ber Henker das Beil gegen das Haupt eines Jünglings, dessen edle, eigenthüm- liche Gesichtsbildung ihn ebenfalls als einen Hohenstaufen erkennen ließ.
„Es ist ein Hohenstaufe, aber ich kenne ihn nicht, ber dort auf bern Blutgerüste endet!" flüsterte Kaiser Friedrich noch immer schlafend, entsetzt.
„Conradino, Conrads Sohn, stirbt durch Henkers Hand in Neapel zwei Jahre später!" fuhr Rambo unerbittlich fort.
Und abermals drehte sich der Stein.
An der Wand ward ein Mann sichtbar, ber dem Kaiser ungemein ähnlich sah; sein Haupt umwallten blonde Locken wie ein Heiligenschein. Er war tobt unb neben ihm kniete eine feine Frauengestalt, währenb Rathsherrn in Amtstracht bie Leiche umftanben.
„Großer Gott!" rief Friebrich entsetzt aus, „ist ber Kelch noch nicht voll? Enzio auch tobt, unb im Gefängnisse?"
„Vier Jahre später!" setzte Rambo mit Härte hinzu.
Dann zog der Alte wieder seine magischen Kreise um den Schläfer und die Aufregung desselben legte sich. Rambo drückte ihm nun abermals den Stein in die Hände, murmelte ein paar arabische Worte und setzte sich bann unbeweglich in feinen Sessel zurück.
Plötzlich erwachte Friebrich, seufzte tief unb gab Rambo ben Stein ohne jede Aeußerung zurück, benn ber Fürst besaß
einen eisernen Character unb eine Willensstärke, die auch der Alte bewunderte. Hatte er doch geglaubt, durch seine Zauberbilder den Muth des Herrschers zu beugen, so hatte er sich jedoch sehr geirrt: Friedrich hing mehr als je. an seinem Lieblingsplane. Später meinte er, auf- und ab* wandelnd:
„Komisch, Rambo, mir ist, als hätte ich geschlafen und geträumt!"
„Möglich, kaiserlicher Herr; bie Hitze, ber Marsch l — Ich habe gebulbig gewartet, bis Ihr, kaiserlicher Herr, ge- ruhet, mich anzuhören."
„Höre, Rambo, was denkst Du von Sylvester bem Vierten? Sollte ihm ber Abel wohl folgen?"
„Glaubs kaum, gnäbiger Herr; doch traut Eurem Kanzler Pietro belle Vigne nicht zu sehr; ich habe Beweise, baß er Euch verräth."
„Nicht möglich, Rambo; Deine Sorge läßt Dich zu schwarz sehen. Felsenfest wie des Aetnas Gipfel dort," — und er zeigte auf ben Vulkan, — „so fest steht Pietros Treue!"
„Er ist ein Italiener!"
„Gleichviel! In ber Treue jebenfalls eine Ausnahme. — Doch es wird Zeit, Rambo, zum Mahle; Du bleibst doch?"
„Wie mein Herr befiehlt!"
Sogleich ward zur Tafel geblasen, die das Kloster mit großer Pracht ausgerüstet. Rambo und Hamork saßen in ber Nähe des Herrschers, scharf beobachtet von Pietro, bem Kanzler. Als jedoch bie Tafel aufgehoben, verließen die beiden Sarazenen nach kurzer Zwiesprache mit dem Kaiser das Kloster, um heimzukehren.
(Fortsetzung folgt.)


