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Freitag den 1. December
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und Anzeigeblatt für den ICrets Gietzen
Hratisbeikage: chießener Kamikienökätter
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t. 283 Erstes Blatt
Alle Annoncen-Bureoup de- In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger" entgegen.
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Etwa acht Tage sind auf die Commissionsverhandlungen gerechnet.
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Die Gießener
MO»ikie»SlSlter Weben dem Anzeiger Bchchnukich dreimal davl^t.
Bormittags 10 Uhr, anberaumten Termin vor dem unterzeichneten Gericht zu erscheinen, widrigenfalls die wieder ihn eingeleitete Untersuchung geschloffen, er in contumaciam für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldbuße von Einhundert und fünfzig bis Dreitausend Mark verurtheilt werden wird.
Darmstadt, 28. November 1893.
Gericht der Großherzoglich Hessischen (25.) Division.
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Deutsche» Reich.
Berlin, 29. November. Zwei nichtswürdige verbrecherische Unternehmungen, welche in diesen Tagen gleichzeitig gegen die geheiligte Person des Deutschen Kaisers und gegen dessen ersten Diener, den Reichskanzler Grasen Caprivi, aus sicherem Hintergründe ins Werk gefetzt worden sind, erregen in ganz Deutschland tiefste patriotische Entrüstung. Zugleich gibt sich aber auch überall dankbare Genugthuung darüber kund, daß eine gnädige Fügung deS Himmels die eigentliche Ausführung der geplanten Verbrechens vereitelte und daß also namenloses Unheil vom deutschen Baterlgnde ferngehaiten worden ist. Der bis jetzt bekannt gewordene Thatbestand ergibt, daß am letzten Sonntag sowohl beim Reichskanzler, als auch im Cioilcabinet des Kaisets eine Sendung aus Orleans einging, die in beiden Fällen ganz gleich war und aus einem in französischer Sprache geschriebenen Briefe, sowie aüs einem harmlos aussehenden Kästchen bestand. Das Begleitschreiben enthielt die kurze Mittheilung, daß das Kästchen eine Probe Radieschensamen ,ganz überraschender Art" enthalte- unterzeichnet war der Brief mit „G. de Chanteau, Orleans, Rue du Pologne Nr. 17." Der Adjutant des Reichskanzlers, Major Ebmeyer, bemerkte indessen bei dem Versuche, das für den Kanzler bestimmte Kästchen zu öffnen, daß letzterem schteßpulverähnliche Körnchen entquollen, infolge dessen das Behältniß sofort der Polizei zur Untersuchung übergeben wurde. Bei derselben stellte sich heraus, daß das Kästchen eine Art Höllenmaschine war, die eine mit dem gefährlichen Nitroglycerin gefüllte und derartig angebrachte Patrone verbarg, daß sie beim vollständigen Oeffnen des Kästchens hätte explodiren müssen, die Wirkung würde jedenfalls furchtbar gewesen sein. Das unter der Adresse des Kaisers eingegangene Kästchen erregte ebenfalls noch rechtzeitig den Verdacht der mit seiner Oeffnung betrauten Personen und wurde dann auch unschädlich gemacht. __ Begreiflicher Weise ist die Untersuchung über die Urheber dieses schändlichen Bubenstückes sofort in die Wege geleitet worden. Da kaum anzunehmen ist , daß irgend welche persönlichen Beweggründe die That veranlaßt haben, so bleiben nur politische Motive übrig, wobei den Muthmaßungen allerdings ein ziemlich weiter Spielraum geöffnet ist. Es kann ebenso gut sein, daß ein wahnwitziger Revanchepolitiker jenseits der Vogesen in seinem politischen Haffe gegen das deutsche Reich auf den Gedanken eines verbrecherischen Anschlags gegen das Oberhaupt und gegen den ersten Beamten Les Reiches gekommen ist, als daß dte internationale Ver- schwörerrotte der Anarchisten hierbei die Hände im Spiele hat. Die letztere Vermpthung wird sogar vielfach gehegt, besonders da sich die Anärchiften in letzter Zeit wieder bedenklich rühren, und gilt es als sehr wahrscheinlich, daß Briefe und Packele in Orleans nwr aufgegeben worden sind, um den wirklichen UrsprungSorr zu verheimlichen. Der Name unter den Briefen ist zweifellos ein fingtrter. In bet französischen Botschaft in Berlin ist man von diesem Ereigniß peinlichst berührt und daffelbe dürfte auch in den leitenden Pariser Kreisen der Fall sein. Um so mehr steht daher zu hoffen, daß die französische Regierung den deutscherseits eingeleiteten Erörterungen nnd Schritten zur Ermittelung der Schuldigen die bereitwilligste Unterstützung und Förderung zu Theil werden laffen wird.
Berlin, 28. November. Die unter dem Vorsitze Hammachers gebildete Reichstagscommission für Handelsverträge zählt acht Freunde, sieben Gegner der Verträge, forote sechs unentschiedene Centrumsmänner zu Mitgliedern.
Arrrland.
Wie«, 28. November. Infolge der Studenten- demonstrationen in dem Hörsaale des Profeffors der Medicin Schauta, welchem die Studenten eine übergroße Strenge bei dem Tentamen rigorosum vorwerfen, sind die Vorlesungen des Profeffors Schauta bis auf Weiteres siftirt worden. Heute wiederholten etwa 500 Studenten die Demonstrationen unter Johlen, Pfeifen und Pereatrufen. Der Assistent Schauta's mahnte vergeblich von den Ausschreitungen ab und theilte schließlich mit, daß die Vorlesungen sistirt seien.
London, 27. November. Die Regierung hat die für kommenden Sonntag auf dem Trafalgar - Square beabsichtigte Versammlung von Anarchisten verboten.
London, 28. November. Einem Jnterwiewer erklärte der Redacteur eines hiesigen Anarchistenblattes, die Bomben im Liceotheater von Barcelona seien nicht von der Gallerie aus geworfen worden. In Spanien bereite sich ein Bürgerkrieg vor, der mit dem Siege der socialistischen Bestrebungen enden werde.
Dublin, 28. November. Auf dem Tironplatz fand gestern eine Explosion statt. Ein Individuum, das eine Bombe in den Händen hielt, wurde verhaftet.
Washington, 27. November. Der neue von den demokratischen Mitgliedern der Zolltarifcommission miageru-hmM-e Zolltarif wurde der Commission in ihrer heutigen Sitzung von dem. Vorsitzenden der Finanzcommission Wilson vorgelegt. Wilson gab hierbei ein Exposä über die Hauptpunkte des Entwurss und erklärte, die Vorlage strebe die möglichst baldige Einführung von Werthzöllen an Stelle der spezifischen Zölle an. Es sollen auf die Freiliste gesetzt werden, Rohstoffe, welche in amerikanischen Fabriken verarbeitet werden, ferner Chemikalien, insbesondere Schwefelsäure, sodann Eisen, Stahl, Kupfer, Nickel, silberhaltiges Bleierz, Rohzucker, Hans, Leinen, Wolle und Kunstwerke. Auf der Liste der herabgesetzten Zölle stehen mehrere Produete, insbesondere Ricinusöl, Leinöl, Blockblei, Bleifarben, Töpferwaaren, Stahlschienen, Stahlwaaren, Eisenblech, Bleierz, Tabak, Cigarren, Weine, mousfirende Weine, Bier, kohlensäurehaltige Wasser, und Baumwollenstoffe, Tuche und Gewebe, Teppich- waaren, Handschuhe. Der Zoll für Raffinadezucker wird auf die Hälfte herabgesetzt, die Prämie für Rohzucker wird jähr- lich um ein Achtel herabgesetzt. Spirituosen sollen an Zoll das Doppelte der inländischen Steuer entrichten. Der Wollenwaarenzoll wird fünf Jahre hindurch allmählig reducirt. Die Zollfreiheit für Wolle soll am 1. März, die Zollherab- setzungerr für Wollwaaren sollen am 1. Juli in Kraft treten. Die Zölle auf Edelsteine werden erhöht. Der Gesammtbetrag der ZollreductioNen beläuft sich auf 50 Millionen Dollars.
Aavahmr eon Anzeigen zu der Nachmittags für den falzenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Ubr.
Nachdem wider den Rekruten Ludwig Weller dem Landwehr-Bezirk Gießen, geboren am 16. März 1871 zu Heuchelhelheim, Kreis Gießen, der förmliche Defertions- prozeß eröffnet worden ist, wird derselbe hiermit aufgefordert, sich sofort bei seinem Truppentheil zu gestellen, spätestens aber in dem auf Mittwoch den 18. April 1894,
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Deutscher Reichstag.
8. Sitzung. Mittwoch den 29. November 1893.
Dor Eintritt in die Tagesordnung erklärt der Präsident u. Levetzow: Das Hau« war gestern ties entrüstet, als es von einem Attentatsversuch gegen den Reichskanzler ettuhr. Inzwischen ist bekannt geworden, daß ein gleicher verbrecherischer Versuch auch gegen den Kaiser begangen worden ist. Ick> sprechest» Ihrem Namen wenn ich erkläre, daß das Haus davon schmerzlich berührt ist und Gott dafür dankt, daß dieser Versuch weitere Folgen für Kaiser und
M?EMstellung eines gegen dm Abg. B ueb (Soc.) schwebenden Strafverfahrens für die Dauer der Session wird beschlossen.
'Die ersteBerathungdes ReichshaushaltSetats für 1894/95 mlrb Abg^Möller (natl): Wir find Alle darüber einig, daß es mit dem jetzigen Verfahren, Schuld auf Schuld zu Haufen, nicht so fortgehen könne und daß wir an eine Amortisation denken müssen. Die Pebel'sche Berechnung deS Ertrags einer Entwickelung der directen Steuern, wie er sie sich denkt, ergibt, daß es! auch Herrn Bebel unmöglich ist, für dm von ihm geforderten Wegfall der Zolle und inbirecten Steuern Deckung »u schaffen. Den colonialen Forde- rungm werden wir zustimmm. Wir werden ben Militär- und Marineetat ernsthaft prüfen, denn nach den Opfern, die wir für die Armee und die Marine gebracht haben, ist hier strengste Spärsawkeit am Platze.. Zu prüfen ist u. A., ob die Unfformttung der Armee nicht zu vereinfachen ist. Der Pensionsetat erfordert eine Prüfung der Frage, ob nicht eine Einschränkung der Pmfionirungen durch anderwette Verwendung der betr. Offiziere erfolgen könne. Der Hannooer'sche Proceß wird hoffentlich retnigMd gewirkt haben. Die Korberuna nach Einführung einer Milttär-Strafproceßordnung mit dem mündttchm und öffLtlichen Verfahren muffen wir festhalten, was in Bayern geht, muß auch bei unS gehen. Was im Maring etat für den Schutz der Küste und des Handels gefordert wird, wird bnoilligt werden. Die Reform der Reichsfinanzen laßt sich nicht abwetsm. Unter meinen Freunden bestehen wie in allen Fracttonm verschtedme Meinungen über die Mittel zur Deckung des bestehenden
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Bedarfs. Die meisten meiner Freunde stimmen darin überein, daß Tqbak unb Wein Objecte find, die bet einer Steuervermrhrung heranzuziehen fein mürben, aber gegen bie oorgelegten Entwürfe bestehen ernste Bedenken. ES ist fraglich, ob bie Erträge ber neuen Steuern die Schädigungen aufwtegen, die den Jnteresserrien barauS erwachsm- Hoffentlich wird sich unter Mitwirkung meiner Freunde in der Commission ein befriedigender Modus finden. Auch bas Erträgniß bes Stempelgesetzes werbe kein bebeutmbeS fein, dagegen werbe bas neue Gesetz sehr viel Aergerniß bringen. Zur QuittungS- steuer sollte man nur im Falle äußerster Roth greifen. Festzuhalten ist an bem Grunbfatze, baß ben Einzelstaaten im Allgemeinen die birecten unb bem Reiche bie inbirecten Steuern verbleiben. LuxuS- steuern würben mir ganz genehm fein, wenn ich ein nennenswenheS Ergebntß baoon erwartete.
Abg. Haußmann (Volksp.): Die Spannung, welche über Europa liegt, hat burch bie Mllttäroorlage keine Besserung erfahren. Unsere Politik hat mit ber wtrthschaftlichen Lage Europas unr bet Dreibunbsmächte zu roenig gerechnet. Bei dem wirthschaftlichm Revanchekrieg, dm Frankreich in ben letzten Wochen gegen Italien geführt, fand Italien keinen ausreichenbm Rückhalt in bem beulfdben Gelbmarkt. Das ist bie Folge der gewaltiqm militärischen Aufwendungen. Es war eine kurzsichtige, nicht staatsmännische Politik, welche sich in der Mililäivorlage ausbrückt. In der Colonialpolitik ist in Deutschland vollständige Ernüchterung eingetreten. Die Re- Sierung hat gar kein festes Programm. Früher wollte man sich auf le Küste beschränken, jetzt erklärt man das für unmöglich. Die militärische Besetzung des Hii-.terlandes ‘ber Schutzgebiete wird ober viele Millionen kosten. Nachbem die Elsaß-Lothringer dem Kaiser einen Empfang bereitet haben, ber selbst in ber Thronrede Anerkennung gefunden, ist es nicht mehr am Platze, die Ausnahmemaßregeln für die Reichslande aufrecht zu erhalten. Die dem Reichstage gemachte Zusage der Vorlegung einer neuen Strafproceßordmmg ist bis jetzt unerfüllt geblieben. Auch von den Justtzreformen enthält die Thronrede kein Wort. Der^ Kernpunkt ber neuen Situation ftnb bie neuen Militarsteuern. Die neuen Finanzvorlagen find nur groß in ihrer Begehrlichkeit. Die Wetnsteuer würde die Landwirthfchaft in Süb- deutschlanb aufs ärgste schädigen. Das Tabccksteuergesetz ist ganz dazu angethan, das Monopol von hinten herein einzuführen; man rutriirt damit die kleinen und mittleren Interessenten und braucht sie nicht zu entschädigen. Bezüglich der Quittungssteuer faäte Finanz Minister vr. Miquel, wer baar bezahle, brauche feine Quittung; ich sage umgekehrt: Wer nicht baar bezahlt, braucht keine Quittmrg. Mit der Branntweinsteuer wurde die kleine Brennerei tutnlrt, jetzt soll die Tabakindustrte ruintrt werben; so schädigt man stetig den Mittelstand. Wir lehnen jeden Pfennig för die sogen. Finanzreform ab. Lieber lassen wir uns auf bie Matricularbeiträge zurückdrangen, denn da haben wir doch eine Garantie dafür, daß bie Mittel durch birecte Steuern aufgebracht werden. Das Volk ist, verdrossen unb das Kopfschütteln ist zu einer nationalen Beschäftigung ber Deutschen geworben.
Generallieutenant v. Spitz erklärt einer Bemerkung deS Vorrebners gegenüber, baß ber (zur Zeit erkrankte) KriegSmintster nur seine Stellung wahrgenommen habe, wenn er eine aus bem Hause gegen bas Osfizierscorps erhobene schwere Beleidigung energisch zurückgewiesen habe.
Staatsstcretär Graf Posadowsky bestreitet dem Abg. Haußmann gegenüber, daß Seitens ber Regierung erklärt worden sei, baß ber Tabak nicht her ungezogen werben solle.
Finanzminister Dr. Miquel bemerk: Haußmann gegenüber, es sei abzuwarten, in welche Lage auch Württemberg kommen würbe, wenn bie Finanzreform nicht zu Staube komme. Die Rothwenbigkeit ber Beschaffung neuer Einnahmen ist von ben meisten Rednern anerkannt worden, auch von Bebel, aber selbst bie Redner der Rational- liberalen unb Conseroativen vermieden es, den Dingen gerade inS Gesicht zu sehen. Das VerhSltniß ber birecten zu ben Inbirecten Steuern ist in Deutschland auch nach Annahme ber neuen Steuervorlagen viele günstiger als in anderen Staaten z B. England unb Frankreich. Bebel empfahl eine Reichs - Vermögenssteuer. Eine Vermögenssteuer wird aber zu ehret Vermögensconfiscation, wenn ste nicht bie Spitze einer Einkommensteuer bildet und die schärfere Heranziehung ber funbiden Einkommen bezweckt. Ich bitte, ben Deckungsvorschlägen der Regierung näher zu treten.
Abg. v. Karborff (Rp.): Bebel hat sich neulich bis zu einem gewissen Grade als Schutzzöllner bekannt. Früher hat er erklärt, er könne nicht für die Jndustriezölle stimmen, sonst müßte er auch für die lanbwirthschöstlichen Zölle eintreten. Nachdem er sich jetzt als Schuhzöllner entpuppt, werben wir sehen, inwieweit er für bie landwirthschaftlichen Zölle eintritt. Die Tabaksinbustrie unb ber Weinbau werben als Interessen ber Allgemeinheit vertreten, wenn wir aber hier für bie Interessen bet Lanbwirthschaft eintreten, so heißt es, wir verträten Sonderinteressen. Redner verliest eine Erklärung seiner Fractton, in der bie Ueberjeugung ausgesprochen wird, daß, wenn bet Bunb der Landwirthe Maßnahmen der Regierung bekämpfe, dies nur geschehe, weil seine Mitglieder die Königstreue nicht besser betätigen zu können glauben, als indem sie ben Stand aufrecht zu erhalten bestrebt sind, bet allezeit bie treueste Stütze ber Monarchie gewesen. Er wendet sich dann gegen die Legende ber so- Senannten Liebesgabe; bie Bet Heiligung ber betnffenben Bestimmung cs Branntwestrsteuergesetzes würbe eine Erhöhung bes Branntwein- preiseS um 20 Procent zur Folge haben. Er empfiehlt ferner eine Veränderung in dem militärischen Dienstverhältniß ber Volk iLul- lehtet. Entweder man laffe sie ganz frei ober men lasse ihm r. bk Wahl zwischen Ausdilbung im Lazatethbienst unb voller Dienstzeit. Redner schließt mit Befürwortung ber Doppelwährung.
Abg. Rickert (frf. Vereinig): Die Rechte unb ber Bund ber Lanbwirthe sind bie Vorfrucht des Antisemitismus, o. Karborff bestritt, baß von einer Liebesgabe bie Rebe sein könne. Werben benn bie Berechtigungsscheine nicht in baarem Gelbe bezahlt? Die Klagen über den Rückgang der Lanbwirthschaft find übertrieben. Eine vom Director bes Statistischen Bureaus in Dresden Dr. Victor Böhmer ausgestellte Statistik ergiebt, daß in den Jahren 1879/88 । das Einkommen aus Grundbesitz, zwar nicht in dem Maße wie bad
: Einkommen aus Hanbel unb Gewerbe, aber boch gestiegen ist. Wir i stimmen gegen Alles, was über den Bedarf ber Militärvorlage i hinausgeht. Was bas Votum für bie Militärvorlage anbelangt.
Gießener Anzeigers
Aenemt-Wnzeiger. •sä*
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