Ausgabe 
1.10.1893 Zweites Blatt
 
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1893

Sonntag den 1. October

231 Zweites Blatt

Amts- und Anreigeblatt für den 'Kreis Gietzen.

Hratisbeitage: Hießener Kamitienblätter.

Amtlichen Theil

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Der freier >«jelgtt (tkfceint täglich, gti Ausnahme de« Montag«

Dir Gießener feeirueirilttt irrten dem Anzeiger Gchentlich dreimal dägrlegt.

ist, verwendet werde.

Sie wollen sich hiernach bemesien.

Gießen, den 29. September 1893.

Großherzogliches Amtsgericht.

Fresenius.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für dm 's!groben Lag erscheinenden Nummer bi« Börm. 10 Uhr

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Bierteljähnger JHewrneeBpreUt 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn.

Durch die Post dezaga» 2 Mark 50 PI«.

«rtactton, Lxpeditta» und Druckerei:

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ling den Inhalt seines Magens zum Opfer zu bringen. Die Kartoffel, welche wir ebenfalls Amerika verdanken, hat, ob- gleich sie die Ernährung von vielen Millionen Menschen be­einflußt, so daß in manchen Ländern ihr unerwartetes Fehlen großes Elend Hervorrufen könnte, bei Weitem nicht die Ver­breitung erlangt wie ihr Landsmann, der Tabak. Auch Kaffee und Thee, jene angenehm anregenden gewürzigen Genußmittel, : die heute vielen Völkern unentbehrlich geworden sind, haben uoer vvi <u v-- ; vermocht, sich in gleichem Maße, wie Tabak, Anerkenn«

werer Seit mehrfach ,u begründeten Ausstellungen Ver- | - -..... ...

onlafsuna gegeben. .

Demzufolge hat Großh. Ministerium des Innern und Jet Justiz lt. Verfügung vom 12. d. Mts. (zu Nr. M. ,I. 21390) bestimmt, daß zu derartigen Protocollen vom 1. Ja- ar k. I. an das neu aufgestellte Formular, welches von Jet B e ck er'schen Hofbuchdruckerei zu Darmstadt zu beziehen

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!t 1893.

Frauen sind hieran betheiligt. Früher war bet ihnen nur das Schnupfen im Gebrauch, heute machen viele derselben den Vorzug, zu rauchen, den Männern streitig. Das haben sie allerdings mit jenen amerikanischen Frauen gemein, die zur Zeit der Entdeckung Amerikas bereits die Cigarre tapfer handhabten. , _ , . ,

In der That sollen Columbus und seine Begleiter be­reits nach der ersten Landung in Westindten gesehen haben, tote die dort vorgefundenen Eingeborenen aus glimmenden Rollen von in Maisblätter eingewickelten Blättern einer anderen Pflanze mit dem Munde Rauch zogen und in die Luft bliesen. Columbus selbst erwähnt hierüber mchtS. Da­gegen drückt er sich in einem Berichte, welcher die spatere Landung auf Cuba und die Aussendung einiger Leute zur Recognoszirung behandelt, wie folgt aus:Diese Leute hatten auf ihrem Wege viele Indianer, Männer und Frauen, mit einem kleinen Feuerbrande begegnet, welcher aus irgend einem Kraute gebildet war und deffen Rauch sie gewohnheitS- gemäß einathmeten." Bald stellte sich heraus, daß das Tabakrauchen in Amerika zur Zeit seiner Entdeckung in aus­gedehntem Maße in Mittel- und dem südlichen Nordamerika bekannt war und 'ausgeübt wurde. Bewohner dieser Länder bedienten sich nicht nur der erwähnten Art von Cigarren, sondern auch der Pfeifen. Der bekannte letzte Beherrscher Mexikos, Montezuma (starb 1526), pflegte nach Tisch sein Pfeifchen zu rauchen. Daß der Gebrauch der Pfeife hausig war, ergibt sich auS dem nicht seltenen Vorkommen von auS verschiedenen Steinarten in Gestalt von Menschen- und Thier- köpfen und Thierfiguren geformten Pfeifen in altindianischen Gräbern. Selbst die bekannte holländische Thonpsetse soll amerikanischen Ursprungs sein. Einen ganz besonderen etgen- thümlichen Gebrauch machten nordamerikanische Indianer von der Tabakspfeife: Sie diente als Symbol des Friedens. Die zu diesem Zwecke von den Häuptlingen gebrauchte Pfeife hieß Calumet, .Friedenspfeife.

Es konnte nicht ausbleiben, daß aus Amerika zurück­gekehrte Matrosen daS Tabakrauchen gelernt hatten und in Europa zeigten. Die auf den Straßen der spanischen See­städte einherschlendernden rauchenden Leute sollen, wie kaum anders denkbar, ungeheures Aufsehen erregt und schnell Nach­ahmer gefunden haben. Es war dies um die Mitte des 16. Jahrhunderts. Im Jahre 1586 wurde das Rauchen auch

Alle Annoacro-Lureaux de« In- und Auslände« nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Gießener Anzeiger

Kmerat-Wnzeiger.

ung zu verschaffen, obgleich die Sträucher, von denen sie ge> wonnen werden, in der alten Welt heimisch sind und ursprüng­lich nur in dieser cultivirt wurden. Nur daS Product einer außereuropäischen Pflanze kann sich in Betreff Verbreitung mit dem Tabak meffen: die Baumwolle. Baumwollene Ge- webe waren schon im hohen Alterthume bekannt, blieben aber bis tief inS Mittelalter hinein Luxusartikel; erst als auch Amerika Baumwolle lieferte und später die Maschinenspinnerei aufblühte, wurde sie Gemeingut aller Völker. Der Tabak hat also in Bezug auf Schnelligkeit feiner Verbreitung auch vor

Der Labak.

Natur- und Cultur - Geschichtliches von E. Sabel, Oberstlieutenant a. D.

(Nachdruck verboten.)

ES gibt keine außereuropäische Pflanze, welche in so -kürzer Zeit einen so weit verbreiteten und großen Einfluß cuf Sitten uud Gewohnheiten der Menschen gewonnen und -cuflßcübt hat und noch ausübt, wie die aus Amerika zu uns gebrachte Tabakpflanze. Fast auf der ganzen bewohnten Erde ist ihr Gebrauch, daS Tabak-Rauchen, -Schnupfen und -Kauen, bvrrnehmlich ersteres, bekannt. ES sind das sehr sonderbare Smohnheiten, von denen eS schwer zu begreifen wäre, wie ft( |d schnell und allgemein, wie es geschehen, Eingang bei Menschen jedes Standes der meisten cvltivirten und un- Miruirten Völker haben finden können, wenn nicht bte Nach- abmiing des Besonderen tief in unS steckte und Tabaksrauch unb Schnupftabak tatsächlich ober eingebilbet angenehme Ncrvenreizmittel wären, sobalb erst der Körper sie zu ertragen .gelernt hat. Letzteres ist bekanntlich nicht ganz leicht, benn ten ersten Versuchen, zu rauchen, pflegt ber Knabe ober Jüng-

Feuilleton.

Unser Garten im October.

Unwirsche Winde unb kalte Regengüsse haben den heiteren Nach­sommer deS September aus unserem Garten gescheucht Zrrreißen tU trüben Wolken aber, zerrinnen sie unb fliehen mit dem Wind, unb ein mildes Licht ergießt sich auf die herbstltche 'Lrbei wer kennt taim ein zweites Bild, das - ein ergreifender Abschiedsgruß - finniger zur Menschenseele spräche als das vielfarbige einzige Panorama M klaren Octobertages in weiter, freier Gottesnatur?'

Droben im Lande der Alemannen, da stehen oft auf drohenden, -einst vom Feuer gehobenen Felsenkegeln uralte Burgruinen; oft 500 3abre unb mehr sind über ihre Trümmer hingezogen, ^ungst stand ii im verklungenen Burggärtchen einer solchen Zeitenmahnerin wischen den geborstenen Trümmerresten und sah trunkenen Blickes binaas über daS niedere Mäuerchen, tief hinunter in die lachende ^rdstlandschast. Wo sind die Blumen geblieben, die einst hier ge- Hübt und geduftet, die Kräuter desWürzgarlleinS", die ihr«- Heil- Kiste hier auS dem Boden gezogen? Und wo ruhen die schonen Hande di- fie treulich gepflegt? Alle« ist längst dahingeschwunden, nichts «ihr mahnt an das dahingesunkene Einst deS lauschigen Erden- itnkelchens! Eine hohe Ulme ist am Trürnmerrand emporgeschossen .unb wo die lieblichen Beete wohl einst hinaus zum nahm Himmel «lacht ba wuchert unscheinbares Springkraut, Die roilbe Balsamine, j. Numerisch ihre bescheibenen gelben Blüthm, halbversteckt unter t!m Bwttwerk, an dünnen Stielen schaukelt. Sie will uns nichts r-rrathen auS alten Zeitläuften, ja, sie ist einKräutchen rühr mich richt an", das sich wehrt, wenn wir seine in Nöthen gereisten Samen hrübren: ins Gesicht schleudert sie uns solche und hinweg über das Täuerchen in die schreckliche Tiefe. Tort mögen sie keimen im Imschigen WaldeSdunkel unb weiter schweigen, wenn König Lenz non Neuem seine Posaunen erschallen läßt. Am klaren Sommertag, a-nn« über dem heißen Gestein flimmert, ist ber Blick aus sofern entschlafenen Burggärtchen, hinaus auf das chone Stück deutscher Erde ule ein Blick inS lebensfrohe deutsche Antlitz. So vergleicht es ber lichter:

.Das Land der Alemannen mit seiner Berge Schnee, Mit seinem blauen Auge, dem klaren Bodensee;

Mit feinen gelben Haaren, dem Aehrenschmuck der Auen, Recht wie ein deutsche« Antlitz ist solches Land zu schauen!

Jetzt aber, im milden Licht, im Farbenspiel des sonnigen Octobertags, ist eS noch weitaus entzückender, hinreißmder; wahrhaft fauilfl unb poesievoll. Wir brauchen bas Bild nicht zu malen, nicht bm tiefen Azur des Spätherbsthimmels, das buntschillernde Farben- Iplel des nahm Bergwaldes unter unseren Füßen, das vorn tiefsten Purpur bis inS hellste Schwefelgelb hinüberhüpft, das vornehme Matt ta eanbtoaft, baS ferne jarte Blau d-rZ°ra,ü,e! D-,wttchen Ht Dörfchen, versteckt fast im herbstbunten Kleid der iWatne, ein goldschimmerndes Zifferblatt an dem keck herausragenden Kttch- Wrmchen; die lustigen Allem mit ihren weißen Straßen. Und siehst

ein. Es folgen bann die Kohlarten, davon zuerst Blumenlohl unb Kohlrabi, bann Endivien, Meerrettig, Sellerie, Stachys und zuletzt rothe Rüben unb Porree. Zur Einwinterung glebt es verschiedene Methoden, je nach Menge und örtlichen Verhättnimn. Wo das Ettr- schlagen in Sand im Keller nicht ausreicht, ist wohl das Beste. Unterbringen in mit Brettern verschalten, im Bobm versenkten Gruben. In beren ausgelockerter Sohle man schräg bie Wurzelgemüse einlegt, darüber den Kohl, Kopf an Kopf, die Strünke am besten in der Erde. Zur Roth kann man auch einen Theil von Porree, Schwarzwurzeln, Stachys und Meerrettig im Boden belasten unb bet offener Erde davon herausnehmen. Immer ist es noch Zeit, Spinat unb Feldsalat auszusäen. Alles abgeraumte Land muß um- gegraben roerbm; Reviere, bie im Frühling keinen srischm Dünger bekommen bürfen, wie Rübmartm, Zwiebeln, Erbsen unb Bohnm, sind unbedingt jetzt tüchtig zu düngen

Bezüglich der nicht ganz leichten Aufbewahrung der Schätze des Obstgartens möchten wir auch diesmal daran erinnern, daß bei aus­gedehnter Obstzüchterel sich bie Herstellung eines eigens dazu rationell eingerichteten Winterraumes empfiehlt. Man baut jegt dazu besondere in die Erde versenkte Häuschen, und zwar auS hohlen Backstemm, mit Doppelmauer, so, daß ein hohler Luftraum als schlechter Wärme­leiter vorhanden. Sonst ist ein saft lufttrockener, kühler, jedoch rrofc freier, dunkler Raum auch sehr wohl dazu geeignet. Finsterniß ist In dm Obstkammer Bedingung. Die Luft darin darf weder zu f eucht noch zu trocken fein. Im ersteren Fall tritt rasches Faulen, in letzterem Einschrumpfen der Früchte ein. . , . ,

Bei aller Freude am reichlichen Obsterrrag in Dielen Gaum, ist fo mancher eifrige Gartenfreund in diesem, meteorologisch ganz abnormen Jahre in seinem Obst- und Weingar en fast verzweifelt, ob des Heeres aller möglichen Schädlinge, das ihm an feinen Lieb­lingen unb deren köstlichen Kinder Schabernack trieb unb großen Aerger unb Schaden zusügte; es wuchs ihm über ben Kopf unb er wußte schließlich gegen all bas Geziefer feinen Rath.

B Es ist das eine böse, böfe Zugabe jährlich in das friedliche Reich des ObstzüchterS! Ich bedauere nur, in biefe wichtige und zu­gleich hochinteressante Materie des WesenS und der einfachsten Be­kämpfung biefer bunten Schaar von Unholden aus dem Jnsectenreich sonst mein Steckenpferd hier nicht näher eingeben zu können; ich habe das an anderer Stelle *) mit dem aufrichtigen Wunsche gethan, dem deutschen Obst- und Weinbau dadurch zu nutzm.

Noch dürfen wir nicht vergesfm, in diesem Monat, der un8 nicht nur welkes Laub, sondern manchmal schon Schneeflocken ins Gesicht streut, auch unsere härteren Kübelpflanzen, Oleander- Lorbeer-, Granatbäume-, Yuccas u. s. w., bevor uns ber Eismann in der Nacht überrumpelt, in den behaglichen Winterraum zu bringen.

Heinrich Frhr. v. Schilling.

Die Schädlinge des Obst- unb Weinbaues" mit zwei großen fjarbentaf ein.^r anf furt a. O. Trowitzsch & Sohn. Mk. 1.50.

Das Großh. Amtsgericht Gießen an die Großh. Qrtsaerichte des Amtsgerichts­bezirks.

Die zur Zeit im Gebrauch befindlichen Formulare für -Protocolle über Zwangsversteigerungen von Immobilien haben

Du dort: ganze Wagenzüge! Langsam, wie Schnecken, zrehen sie auf ben Linien ber lebendigen Landkarte dahin! Wir nehmen das Glas, unser Auge zu schärfen: Ochfengespanne, an schwer mit Aepseln be­ladenen Wagen. Unb bort, schwere Fahrzeuge, mit machtigm Fässern, von kräftigen Pferben gezogen. Die rothen unb weißen Georginen, die von den Gährspunden nicken, verrathen uns die Fracht: gahrender junger Wein, köstlicher 1893er, gereift auf heißem Klingsteinabsturz ober auf den sonnigen, sanften Hügelhängen zum fchwabschen Meere hinab' Gaben des October, bie weiterziehen, um vom Dampfroß weithtnetn ins beutsche Vaterland getragen zu werden.

Aber was geht uns das tobte steinerne Burggartchen an, und was die Träumereien in seinen engen geborstenen Mauern / über­lassen wir beides dem einfieblernben verspäteten Walbbienchen, bas am Springkraut nascht und denkleinen schnellen Falken, die mit weithin hallendem Hellruf ihre Trümmerhorste umtretfen! Sprechen wir vom lebenden Dctobergarten, von seiner sich immer glücklicher entwickdnden Zukunft! Die Arbeit des Jahres wird gewiß in ihm noch nicht beendet fein? Nein, sicher nicht, deshalb geschwind den Fallschirm gespannt unb hinab, hinüber zur Praxis der Gegenwart.

Je nach Witterung, wenn nicht Frühfröste es früher bedingen, gegen Ende deS Monats, beginnen wir, bie Dahlien-, Gladiolen-, Canna-, Begonien- unb Sauerkleeknollen im Blumengarten heraus- zunehmen.Was ist benn das für ein Ding,, ein Sauerkleeknollen? Ja, bas ist etwas Altes, in ben meisten Garten aber noch Neues. Die Sauerkleeknollen umfassen zwei Firmen: die Knollen junior, daS sind bie kleinen zwiebelähnlichen Brutknollchen, am Wurzelhals; bie Knollen senior dagegen, das sind wahrhaftige Ruben, die. ähnlich wie Schwarzwurzel zubereitet, ein febr leichtverdauliches, zartes Gemüse abgeben. Beide werden jetzt im October reif und gehören Oxalis eaculenta an, das mit feinen hübschen Blättern und fteundlichen rothen Blüthen eine ganz niedliche Zier- resP- EinfaffungSpflanze im Garten abgiebt. Die Wurzeln sind, sobald daS Kraut etwas abge. ft orten ist, reif, halten, in feuchter Erde im Keller rc. eingefchlagen, längere Zeit. Zum gleichen Termin machen wir uns daran, wenigstens die empfindlichen Rofenstämmchen mit ihren Kronen in; bie Erbe einzulegen unb mit solcher gut zu d«km; bei stnkbelaubten Bäumchen schneidet man mit Vortheil vorher bie Blatter an dm Stielen ab. Langsam die Stämmchen niederbiegen sonst »knack, und großer Aerger! Die übrigen bärtereu Rosen werden^ spater. aber möglichst vor stärkeren Fröstm ebenfalls einge^gt. Niedere Rosen, die man angemessen kürzen maa, werden möglichst hoch in Erbe ein­gebettet unb mit Fichtenreis bedeckt. Hortensien, feine Schlingrosen, Clematis, auch Aristolochien, sind, sofern sie nicht an ganz Se- schützier Stelle stehen, ebenfalls etwas zu bedecken, eventuell nieber- julegem @£- flften ift btc Hauptarbeit jetzt das allmäliche Ab­ernten und Einwintern feiner Producte. Man verschiebt es, fo l-mge eS bie Witterung gestattet, mahle aber nur trockmeS Wetter dazu. Haupttegel: sorgfältiges Reinigen der Gemüse vorher, von faulen :c. Theilen, bann: sachgemäße Wahl ber Schutzbehälter. Mobrruben, Schwarz-, Petersilim-, Haferwurzeln und Pastinak sollen zunächst an der Luft ttocknen. Dann erst bringe man sie lebe Sorte für sich

ber Baumwolle ben Vorzug.

Aber in Betreff ber Wohlthaten, welche seine eben er­wähnten Verbreitung^ unb Einfluß-Concurrenten ber Mensch- beit gewähren, kann ber Tabak nicht bes Vorzugs vor ihnen sich rühmen. Unb eS dürfte die Frage gerechtfertigt sein, ob wohl und inwiefern bie große Ausbreitung bes Tabaks- aebraucheS ein Segen ober von Nachtheil für bie Menschen fei. Viele Tausenb erwerben sich ihren Lebensunterhalt burch Anbau ober fabrikmäßige Verarbeitung biefer Pflanze, durch Anfertigung von dem Tabaksverbrauche dienenden Instru­menten, Pfeifen, Tabaksbeuteln unb Schnupftabaksbvsen, unb durch ben Hanbel mit allen biefen Probucten, unb in dieser Beziehung könnte bie Einführung bes Tabaks in Ackerbau, Industrie, Handel und Verkehr allerdings ein Segen genannt werben. Aber nichts van biefer Pflanze, keines ihrer Pro- bucte sind unter irgenb einer Form Mittel zur Befriebigung körperlicher Wohlfahrt unb geistigen Bedürfnisses: Der Tabak ist, unter welcher Form er auch genossen wird, ein schlimmer Erreger unserer Nerven unb es muß ihm nicht gerabe ber kleinste Antheil an ber großen unb zunchmenben Nervosität der Kulturvölker zugeschrieben werden. Und dennoch nimmt I sein Verbrauch stetig zu und zwar in größerem Verhältnisse, I als die Zunahme der Bevölkerung beträgt. Selbst die

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