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18.93
Mittwoch dru 1. Februar
Ar. 27 «weite« Blatt.
^8) dass
Amts- ui.d Anzeigeblatt für den «reis Gießen.
Hratisbeikage: chießener Kamilienbtatter
Zeit
Nachmittags 2i/i Uhr,
Ifle Nmumcm-Bureaux beB I«- tmb luilanbtf nehm« Itijtige* für btn .«irtzenrr «»»rigtr" mtgegea.
in:
Assistent,
Gießen gehörigen Jmmobllien:
Flur 22 Nr. 182 — 975 Meter Acker auf den 20 Morgen,
Flur 25 Nr. 2Ol1/io — 1218 Meter Acker in den Rodtgärten auf der Rod-
L1QUEUR DES MO INES BENEDICTINs
De V ABB AYE DE FECABIP (France).
Vortrefflich, tonisch, den Appetit und die Verdauung befördernd.
«■Kaimt V N Anzeige« zu bcr Nachmittag« für bat falgtnbrn Lag scheinenden Nummer bi« v«»r». 10 Uhr.
2 Ühr, von
vierteljähriger
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2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 W
«edactton, Lpxdittav und Druckerei:
OchKtßr«t«Nr.l.
FerNjprecher 51.
stunden besichtigt werden.
Zuschlagsfrist: 4 Wochen.
Gladenbach, den 27. Januar 1893.
Der Abtheilungs-Baumeister: Hentzen. 892
Verdingung
der Tischler-, Schlosier- und Glaser- Arbeiten zu den Empfangsgebäuden der Bahnhöfe Niederwalgern, Stedebach, Lohra, Gladenbach und Weiden- Hausen, der Neubauftrecke: Nieder- walgern-Weidenhausen.
Verdingungstermin:
Jagd-Verpachtung.
Donnerstag den 16. Febr.
1. I., Vormittags 10 Uhr, soll auf dem Bürgermeisterei-Bureau die der Gemeinde Reinhardshain zustehende Wald- und Feldjagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden.
Reinhardshain, 23. Januar 1893. Gr. Bürgermeisterei Reinhardshain.
I. E.: [743
Graulich, Beigeordneter.
an.
Gießen, Marktplatz 10.
Äug. Montanus Nacht
(Inhaber R. Sf M. Jmheuser).
Feuilleton.
Lod und Bestattungen an Bord von Schiffen.
Von Dr. N.
(Schluß.)
3. Bild.
In Santos kam eine Dame an Bord mit vielem Gepäck und einem kleinen Kinde. Sie war etwa 24 Jahre alt, hotte ein feines Gesichtchen und trug ein schwarzes Spitzen- kleid. Das Kind war ein allerliebstes kleines Ding, ein Jahr alt, aber als brasilisches Kind für dieses Alter schon sehr entwickelt, lief, plapperte, machte allerlei Kunststückchen. Als Arzt kam ich bald in Gespräch mit der Dame. Ihr Mann sei Beamter in Santos, habe aber seinen Contract gebrochen, um vor dem gelben Fieber zu flüchten. Sie. reise einstweilen vor, er müsse noch eine Entschädigungssumme zahlen. Das Kleine war bald der allgemeine Liebling, und viele Passagiere machten sich hernach Sorgen, die Krankheit des Kindes durch die ihm geschenkten Süßigkeiten verschuldet zu haben. Die Dame wurde bald stark seekrank. Plötzlich verschwand das Kind. Ich sand es im Zwischendeck bei einer Frau, der es die Mutter zur Pflege gegeben hatte. Sie selbst sah es nur selten und das Kleine zeigte dann immer eine rührende Freude. Da wurde die Pflegesrau krank. Sie hatte hohes Fieber und kam als Gelb-Fieber-verdächtig in das Jsolirspital. Am selben Abend wurde auch das Kind krank. Die Mutter
mußte es nun wohl oder übel wieder zu sich nehmen, bekümmerte sich aber blitzwenig um es und ließ die Stewardeß alles besorgen. Ihre Seekrankheit war längst vorüber, aber sie lag den ganzen Tag auf dem Sopha und las. Bei dem Kinde brachen zwei Zähnchen durch — ein weiteres wurde noch sichtbar. Am Abend traten die gefürchteten Krämpfe hinzu, in der Nacht starb das Kind. Die Pflegemutter war inzwischen auch schon dem gelben Fieber erlegen.
Die Mutter spielte nun eine leidenschaftliche Trauer- comödie — „sie wolle am liebsten selbst lebendig mit ins Wasser geworfen werden" — trank aber nach Genuß eines Beefsteaks, noch während die kleine Leiche im Zimmer lag, drei Glas Culmbacher. Dem Abholen der Leiche setzte sie keinen Widerstand entgegen und fragte, um wie viel Uhr die Leiche über Bord gesetzt würde. Ich sagte, ich könne ihr keine genaue Auskunft darüber geben. Am Abend um 11 Uhr
Der
Anzeiger «scheint täglich, eM LuSnahmk de- Montag«.
Die Gießener
'»erben dem Anzeiger »gchrntlich dreimal LtigzUfll
hohl,
Flur 25 Nr. 204«/w — 888 Meter Acker daselbst
öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, 3. Januar 1893.
Großh- Ortsgericht Gießen.
I. A.: Bogt. [216
konnte es den Offizieren nicht versagen, mir hineinzufolgen. Mancher harte Seemann weinte an seinem Sterbelager rote ein Kind. An seinem Finger steckte ein golbener Relf und
in seinem geringen Nachlaß waren zwei Briefe — einet Lieber Sohn", der andere „Geliebter Bräutigam weiter lasen wir nicht. Dann wurde die Leiche eingenäht, aber um die Segelleinwand noch eine Flagge geschlagen. Unser P. sollte eine ehrenvolle Bestattung haben. Für den Seemann hat der Gedanke, statt im Schooße der Erde auf dem Meeres gründe zu ruhen, nichts Schreckliches. Seme Heimath ist im Leben das Meer, da kann es auch im Tode seine Ruhe- statte^seln.^äch s^nd die gesummte Bemannung an
Deck. Es war stürmisches Wetter. Der Wind i°gie die Wolken am Himmel her- nur zeitweise blickten einzelne Sterne durch. Es heulte in den Masten. Da stiegen vier Trage mit der Leiche die steile Stiege herauf und setzten sie am Geländer ab. Vermittelst Schwenkens einer Laterne wurde nach der Commandobrücke ein Zeichen gegeben und der Capt- tän, der das Commando übernommen hatte, ließ die Maschine stehen. Auf dem Schiffe war eine lautlose Stille, aber das Meer brauste weiter, der Sturm heulte wie vorher. Da wurde die Leiche auf die Brüstung gehoben. Flackernde Fackeln beleuchteten die Scene. Der Erste Offizier com mandirte „Mütze ab" und sprach ein kurzes Gebet. Dann wurde die Leiche langsam an Stricken hinuntergelassen. Ich blickte über das Geländer und sah sie lautlos versinken. Wieder brauste die See und heulte der Wind. Da ze^citz eine Wolke und in ihrem Spalt erschien, wie zum Zeichen des Friedens und der Hoffnung, das Sternbild des Südens, „das südliche Kreuz". Wir standen einen Augenblick m Gedanken versunken. Da wurde wieder die Laterne geschwenkt. Die Maschine begann zu keuchen und zu arbeiten. Wir trennten uns mit stummem Gruß. ,
Als ich nachher noch aus meinem Zimmer in Gedanken versunken saß, mußte ich immer wieder das Lied summen, das wir als Studenten ost gesungen:
Aus dem Meere ewiger Rosen Winkt des Leuchtthurms goldner Strahl Und es landen die Matrosen Als wiükommne Festgenossen, Wo im Heilgen Heldensaal Thront der große Admiral.
war ich noch allein auf dem Hinterdeck, da kam em Mann mit einem Pack unter dem Arme, ging an die Brüstung und schleuderte den Pack in weitem Bogen über Bord. Mit lautem Klatschen schlug er auf. Wie er gekommen, ging der Mann wieder. Er hatte mich nicht gesehen und Niemand außer mir war Zeuge von diesem Ende der armen, kleinen lieben Olga. ., .
Mit Ausnahme der Personalien wartete ich emen Tag. Olga B., 1 Jahr 1 Monat, konfessionslos, nicht getauft. Die Papiere habe der Papa nach, sie seien aber nach nicht getraut, d. h. nicht kirchlich." Statt des schwarzen Spitzen- kleides trug sie seitdem ein blaues, aß und trank tüchtig, und als ich eines Morgens in den Salon kam, las sie die Kreutzer-Sonate von Leo Tolstoi, die ein Passagier aus Versehen hatte liegen lassen.
4. Bild.
Das war eine schlimme Reise nach Brasilien. Das gelbe Fieber wüthete in Santos. Fünf Leute hatten wir dort verloren und in Rio mußten wir noch einige an Land geben. Aber auch auf hoher See kamen noch neue Erkrankungen vor. Es war traurig, daß gerade die stattlichsten und kräftigsten Leute von der bösen Krankheit ergriffen wurden. Am Tage nach der Abfahrt von Rio de Janeiro mußte ich dem Capitän melden: „Quartiermeister P. ist heute erkrankt. ,Was, der fixe Kerl," entgegnete der Capitän, „das wird doch nicht auch noch gelbes Fieber sein?" Leider^war: es
der gefürchtete Feind. Unser braves Schiff hatte ihm schon manchen schweren Tribut zahlen müssen- nun wurde auch noch unser P. krank. Er war der flotteste und strammste Mann auf dem ganzen Schiffe- es war immer eine Freude, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Manche Cigarre hatte er von den Cajütspassagieren, die den schmucken Seemann gern ansprachen, erhalten. Es zeigte sich bald, daß er an einer sehr schweren Form des gelben Fiebers litt. Am zweiten Tage war er schon bewußtlos- er stöhnte vor sich hin, manchmal verstand man „Mutter, Mutter". Ich war selbst erst von einem leichten Anfall genesen und mußte nun, da zwei Zwtschen- decksstewards gestorben waren, manches verrichten, was man sonst gern dem niederen Dienstpersonal überläßt. Aber alle Sorgfalt war vergebens. Die gefürchtete gelb-, )a, mahagom- braune Färbung trat rasch ein und am dritten Tage starb er an einer profusen Magenblutung. Nun lag er da, unser Liebling, die sonst so heiteren Züge greulich entstellt. Es war zwar verboten, die Jsolirspitäler zu betreten, aber ich
Mchener Anzeiger
Henerat-Mzeiger.
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Donnerstag den 2. Februar,
Nachmittags 21/« Uhr, werben auf hiesigem Ortsgericht auf Ansuchen der Heine, «onr. «reUings Erben die denselben zusiebenden JmmobUien, wie solche in Nr. 16. dss. Blattes beschrieben sind, sowie außerdem noch: Flur 2 Nr. 43 — 500 m Acker, Laggärten am Wißmarer Weg,
Flur 5 Nr. 9 — 850 m Acker an der Lahn und am Wißmarer Weg, Flur 7 Nr. 219 — 450 m Acker auf der großen Weide, meistbietend versteigert.
Gießen, den 22. Januar 1893. Großherzogliches Ortsgericht.
I. A-: Hoffmann. 809
Freitag den 3. Februar,
Nachmittags 2Vi Uhr,
sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben der Karl Lang Eheleute in Gießen gehörigen Immobilien:
Flur I Nr. 961 — 19 Meter Hofraum mit Stall auf dem Asterweg,
Flur I Nr. 962 — 125 Meter Grabgarten daselbst,
Flur I Nr. 968 — 56 Meter Hofraithe daselbst
öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 23. Januar 1893.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I. A-: Vogt. 752
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Man achte darauf, dass sich auf jeder Flasche die viereckige Etiquette mit der neben-
' W stehenden Unterschrift des General-Directors befindet.
C M Nicht allein jedes Siegel, jede Etiquette, sondern
l ■/ auch der Gesammteindruck der Flasche ist gesetzUch
l i eingetragen und geschützt. Vor jeder Nachahmung
'i oder Verkauf von Nachahmungen wird mithin ernstlich
\ gewarnt und zwar nicht allein wegen der zu gewärti-
genden gesetzlichen Folgen, sondern auch hinsichtlich der für die Gesundheit zu befürchtenden Nachtheile.
Nur die Nachbenannten verpflichteten sich schriftlich keme Nachahm^ ungen unserer allein echten Benedictine zu verkaufen: Emil H iscnoacn in Giessen. «.wniTiiß
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11. Februar 1893, Vormittags 11 Uhr, i im Eisenbahn-Bauamt zu Gladenbach.
Bedingungen können von dort gegen Mittwoch, 15. Februar, kostenfreie Einsendung von 1,50 Mk. Nachmittags 21/s Uhr,
für ein Gebäude allein, und von sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die 1.00 Mk. für jedes weitere Gebäude “
bezogen, auch Zeichnungen und Probestücke daselbst während der Dienst-
^6iter,Giessen d.e° 31. Januar 1893: w?i?berü!!l!’ten Ko“lken William Böller.
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