ü
I
fl bt b Q
ttniveesitäts - Nachrichten.
— Der Germanist Prtoatdocent Dr. Ernst Elster in Leipzig ist zum außerorbentltchen Professor ernannt.
— Dr. phil. Wilhelm BruhnS hat sich als Prioatdocent an der Universität Bonn mit einer Antrittsrede, welche die über den Zustand des Erdtnnern aufgestellten Hypothesen behandelte, habtlitirt.
— Die Univirsität Dorpat wird im kommenden Studienjahre völlig russificikt. Vom heurigen Wintersemester ab ist keinem Studenten mehr der Beitritt zu einer Corporation gestattet. So ällt eine der ältesten und bedeutsamsten Bildungsstätten dem wüsten Deutschenhasse zum Opfer; die „Reorganisirung" der Universität ist gleichbedeutend mit ihrer wtssenschafilichen Todtung.
die erste Kelle Mörtel unter den Grundstein und führte, nachdem der Stein sich gesenkt, die ersten drei Hammerschlage aus. Die weiteren Hammerschläge vollzogen, theilweise unter bedeutungsvollen Worten, die Herren: Provinzialdirector Frhr. v- Gagern, Reg.-Rath Jost, Amtmann Nebel, Decan Wahl von Wieseck, die hiesigen Pfarrer Dr. Naumann, Schlosser und Dingeldey, die Mitglieder des evangelischen Kirchenvorstandes, der Baumeister der neuen Kirche Architect Grisebach, die Bauführer und Parliere, der Rector der Landesuniversität Dr. Siebeck, der Decan der theologischen Facultät Professor Dr. Stade, der Commandeur des hiesigen Regiments, Oberst Perthes, der Oberbürgermeister Gnauth, der Geh. Oberschulrath Dr. Schiller, Realschuldirector Rausch, der Director der höheren und erweiterten Mädchenschule Dr. Landmann, Polizeirath Fresenius, Gendarmerie-Major Kullmann, Schulrath Büchner, die Oberlehrer Fuhr und Hahn, Präsident Knorr, Staatsanwalt Jöckel, Postdirector Ritsert, Oberamtsrichter Fresenius, Geh. Baurath Altvater, Organist Gerlach usw. — Nach dem von Herrn Pfarrer Dingeldey gesprochenen Gebete und dem Gesang des Liedes „Ach bleib mit Deiner Gnade" sprach Herr Decan Wahl den Segen. Der erhebenden Feier schloß sich eine Besichtigung des Baues an.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadverordneten Freitag den 27. Mai 1892, Nachmittags 4 Uhr: 1. Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Vorschule des Großh. Gymnasiums für das Etatsjahr 1891/92. 2. Das germanische Nationalmuseum zu Nürnberg- hier Gesuch um Gewährung eines Extrabeitrags. 3. Gesuch des Buchdruckers I. Weinert um Erlaubniß zur Anbringung eines Firmenschildes am Octroierheberhaus an der Neustadt. 4. Verwendung der Zinsen aus der Süftunng der Elisabethe Schmidt zu Schuhen für Schulkinder. 5. Ueberwölbung des Stadtringgrabens entlang des Kirchenbauplatzes an der Südanlage. 6. Verschiedene Herstellungen an der Kirche auf dem Friedhof. 7. Gesuch des Heinrich Schaffstädt um Heber- lassung von Böschung des Stadtbachs. 8. Gesuch des Garnison-Lazareths um Erlaubniß zur Aufstellung eines Kohlenschuppens. 9. Benutzung der Dienstwohnung im Schulhause in der Schulstraße. 10. Gesuch des Hermann Vogt II. dahier um Concession zum Wirthschaftsbetrieb im Hause Ludwigstraße 20. 11. Gesuch des Martin Weiner dahier um Erlaubniß zum Ausschank von Branntwein für das Haus Dammstraße 29. 12. Gesuch des Gustav Friedrich Hennings um Concession zum Wirthschaftsbetrieb im Hause Wolf- straße 20. '
Grundsteinlegung der Kirche in der Südanlage von Haus zu Haus zu betteln- 2) ein hiesiger Geschäftsmann wegen Wechselsälschung- 3) ein Dienstknecht wegen Dieb - stahls, begangen dadurch, daß er bei einem Pferdemetzger eine Quantität Pferdefleisch stahl.
Berichtigung. Der Name des in voriger Nummer unter „Turnerisches" erwähnten Preistürners vom Turnverein Heuchelheim ist Georg Nessel dreh er, nicht Veßeldreher.
Lorsch, 18. Mai. Der Transport eines gewaltigen Eich en stamm es aus dem Jägersburger Walde macht dem Käufer, einem Schiffsrheder aus Duisburg, schwere Mühe. Der Coloß wiegt nach borgenommener Berechnung 280—300 Gentner. Weder im Ried noch in Mannheim hat sich ein passendes Fuhrwerk auftreiben lassen, das im Stande wäre, den Riesenstamm, der nicht zerschnitten werden darf, bis an den Rhein zu transportieren. Der Käufer wird darum ein passendes Fuhrwerk aus Duisburg herausschaffen lassen.
Literatur wttö KnnfL
„ Karriere. Roman von Olga Wohlbrü-k. Nachdem der
Bücherfreunde in feinen drei ersten Binden uni köstliche Gaben von Heiberg, Roberts, Norbau geboten hatte, die eil
— Sitzung Großh. Handelskammer vom 20. Mai 1892. Anwesend waren die Herren: Koch, Gail, Heichelheim, Hornberger, Katz, Klingspor, Kraatz, Wortmann. Seitens der Handelskammer für den Kreis Mannheim ist der Kammer eine Vorstellung zur Unterstützung unterbreitet worden, in welcher auf eine Reihe von Bedenken hingewiesen wird, welche dem dem Bundesrathe zur Zeit vorliegenden Gesetzentwürfe über das Auswanderungswesen entgegenstehen. Insbesondere wird die Bestimmung des Entwurfs angegriffen, laut -velcher die Erlaubniß zur überseeischen Beförderung nur unter der Voraussetzung ertheilt werden soll, wenn dieselbe nicht von einem außerdeutschen Hasen ausgeht. Es wird daraus htngewiesen, daß die hiernach lediglich in Betracht kommenden Seehäfen Hamburg und Bremen für die süddeutschen Auswanderer keineswegs die natürlichsten und nächsten Reiseziele sind, die sich vielmehr am billigsten der natürlichen Wasserstraße des Rheins und der ausländischen Seehäfen Rotterdam, Amsterdam und Antwerpen bedienen. Die Kammer hat sich dieser Vorstellung durch entsprechende Eingabe an Großh. Staatsregierung unterstützend angeschlossen. — Eine größere Anzahl Verkehrsinteressenten hatte an die Kammer das Ersuchen gerichtet, ihre an die Dtrection der Oberhessischen Eisenbahnen gerichtete Petition, den Nachmittagsschnellzug Fulda-Gießen in Reiskirchen halten zu lassen, zu unterstützen. Aus eine diesbezüglich an die Direction gerichtete Anfrage hat diese der Kammer motivirt die Gründe mitgetheilt, aus welchen der Ausfall der drei Haltestellen Ehringshausen, Nieder - Ohmen und Reiskirchen geboten war. Die Gründe fanden die Billigung der Kammer und wurden die Jnteresienten entsprechend bedeutet. — Gemäß einem Beschlüsse des Hessischen Handelskammertages hatte Mainz als Vorort bei Großh. Ministerium des Innern und der Justiz die Frage des Anschlusses Gießens an das Bezirkssernsp rechn etz Franksurr a. M. und Umgegend in Anregung gebracht. Die hieraus von Großh. Ministerium an die Kaiser!. Oberpost- Direction Darmstadt gerichtete Anfrage ist von letzterer Behörde dahin beantwortet worden, daß an die Herstellung der Fernsprech-Verbindungsanlage Gießen-Frankfurt a. M. erst gedacht werden könne, wenn ein allgemeines Bedürfniß nachgewiesen sein und eine Garantie für eine noch festzustellende Mindesteinnahme übernommen werde. — Zur Ausführung des Handelsvertrags mit Belgien in Ansehung der Gewerbe-Legitimationskarten bringen wir nach- stehende uns mitgetheilte Entschließung des Reichskanzlers zur Kenntnißnahme der Interessenten. Dieselbe lautet' Nach Art. 9, Abs. 3 des zwischen dem deutschen Reiche und Belgien abgeschlossenen Handels- und Zollvertrags vom 6. Dezember v. I. — Reichsgesetzblatt für 1892, S. 241 ~ soll die Ausfertigung der für den wechselseitigen Verkehr der Kaufleute rc. rc. bestimmten Gewerbe-Legitimationskarten nach dem in der Anlage C. des Vertrags enthaltenen Muster erfolgen. Da dies Muster den auf das laufende Jahr für den Verkehr mit Oesterreich-Ungarn u. s. w. von der Reichsdruckerei gefertigten Karten entspricht, und dem für den ^rkehr mit Belgien hervortretenden Bedürfniß durch handschriftliche Eintragung auf den vorhandenen Karten entsprochen werden kann, so ist diesseits davon Abstand genommen worden, besondere, für diesen Verkehr bestimmte Karten Herstellen zu lassen.
.. T" Bettet wurden gestern: 1) zwei Bettler, welche die Gelegenheit benutzt hatten, während der Feier der
Vermischtes.
* Frankfurt a. M., 23 Mai. Einem bei Herrn Kaufmann C. Feld heim dahier heute eingelaufenen Briese aus Alexandrien entnimmt die „Frkf. Ztg." über den Millionendefraudanten Jäger folgende Mittheilung: „Jäger wird am Dienstag (24. Mai) nach Frankfurt spedirt. Er war am Sonntag vor seiner Verhaftung mit der ihn begleitenden Frau in meinem Geschäft, um einen Strohhut zu kaufen. Ich bediente sie in französischer Sprache, bis ich hörte, daß er echt Sachsen- häuserisch mit ihr sprach. Ich fragte dann: „Sie sind aus Frankfurt?" worauf er sich schnell umdrehte, während sie sagte: „Wie komme sie darauf?" Mein Bruder war zugegen und fragte zwei Mal: „Woher sind Sie?" ohne Antwort zu bekommen. Sie bezahlten und drückten sich schnell. Mein ®ru^cr.,.unb waren gleich darüber einig, daß es Jäger sein müßte. Am Montag stand in einer hiesigen Zeitung, daß Jäger sich in Egypten aufhalte. Dienstag Nachmittag wurde er verhaftet. Er ist in einem arabischen Gefängniß untergebracht und wird jedenfalls keine angenehme Erinnerung an Egypten mitnehmen. Seine Pseudo-Frau war an seiner Festnahme Schuld. Im hiesigen Steckbrief stand, daß er von einer häßlichen Frau begleitet sei. Da es in Alexandrien nur schöne Frauen giebt (?) so war es nicht schwer, ihre Spur zu finden."
* Trier, 22. Mai. Einen traurigen Abschluß fand heute Morgen ein Hochzeitsfest. Die Hochzeitsgäste unternahmen in der Frühe einen Ausflug nach dem prächtig über der Stadt gelegenen Aussichtspunkt Bellevue. Eine Frau wollte eine am Rande eines Felsens blühende Blume pflücken, verlor aber das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Der zerschmetterte Leichnam wurde unten aufgefunden.
* Zurich, 23. Mat. Auf dem oberen Zürichsee schlug ein Schiff mit 16 Pensionärinnen aus dem Kloster Wurmspach um; acht, 11 bis 16 Jahre alte Mädchen sind ertrunken.
* Radfahrer im Kaisermauöver. Das Kaiserliche Bezirks- Commando zu Saargemünd erläßt folgende Aufforderung: „Während der Herbstübungen sollen im Radfahren geübte und im Besitz von Fahrrädern befindliche Mannschaften des Beurlaubtenstandes eingezogen werden. Die betreffenden Mannschaften haben ihre Fahrräder mitzubringen und erhalten dafür neben ihren sonstigen Gebühren eine Abnutzungsentschädigung von 25 Mark. Diejenigen übungspflichtigen Reservisten, welche unter der Bedingung der Benutzung ihres eigenen Zweirades zur vorgedachten Hebung bereit sind, wollen sich baldigst beim Hauptmeldeamt Saargemünd bezw. Meldeamt Saarburg melden."
* Ein verstorbener Millionär. In Veszprim (Ungarn) ist der Gutsbesitzer Anton von Freistädter gestorben, einer der reichsten Großgrundbesitzer Ungarns. Als dessen Sohn in dem Feldzuge in Bosnien war und als Husarenlieutenant das ganze Regiment reichlich bewirthete, wendete sich der Gastwirth telegraphisch an den Vater des splendiden Lieutenants, wie viel er ihm creditiren dürfe. Herr von Freistädter depeschirte sofort zurück: „Nicht mehr als eine Million!"
flcta wie sie letz noch erscheint, ist sie doch nicht. Allein sie sollte ioll auch keine Riesenkirche werden. Denkt doch, daß demnächst die Kirchgänger und Kirchgängerinnen unserer Gemeinde gleichzeitig in zwei Gotteshäuser gerufen werden. Da müssen schon viel, viel mehr kommen, als es letzt geschieht, wenn nicht die vielen leer blei- benben Platze sonntäglich zum Himmel schreien follm. Darum, wie wir von dcm Bau der neuen Kirche eine Förderung des kirchlichen
. }n uns-rer (Semctnbe erhoffen, fo lagt es jetzt schon euren Vinn Jein, in Liebe der Otätte des Gotteshauses zu gedenken. Seid ohne «sorgen wegen der Ausdehnung der Kirche. Und wenn sie vollendet ist, dann kommt reichlich, willig, andächtig. Dann kommt, » V* ulel Lahlreicher als seither; und Ihr Männer,
erst recht! Und wenn dann wirklich im Lauf der Jahre zu Gottes Ehre und der Gemeinde Segen diese Kirche zu klein wird, dann, 3brjungen Christen alle in unserer Gemeinde, denen doch dies Gotteshaus in Zukunft und die Zukunft selbst gehören wird, dann baut Euch dort auf der Höhe im Süden der Stadt eine dritte Kirche: und wenn auch die nicht mehr auSreicht, dort im Norden eine vierte' Diese zweite Kirche hier, deren Grundstein wir heute legen, wird von der gegenwärtigen Gemeinde gebaut. Wir sagen: Hell und Segen der Gemeinde, die in diesen ernsten Tagen Kirchen baut! Und wir bekennen bei all unserem Bauen, daß kein anderer Grund gelegt werden kann, als der von Gott gelegte, Jesus Christus: all unser Thun im Namen Jesu, des einzigen Grundes!
Zum Bau dieser Kirche ist unsere Gemeinde, sind alle, bie mit ihr und für sie arbeitend das Werk hinausführen, willig und tüchtig. Ein schöner Anfang ist gemacht, Vieles haben wir schon erreicht, davon zeugt auch der heutige Tag. Aber Vieles und Großes ist noch auszurichten, zumal wir im Herbst DeS nächsten Jahres die Kirche vollendet sehen möchten. Da blicken wir vor allem auf den Baumeister der neuen Kirche, der heute hier unter uns weilt. Zu seiner Tüchtigkeit und Willigkeit haben wir volles Vertrauen; möge es ihm ein ernste« Anliegen bleiben, unseren 3ttrd)bau m den von ihm entworfenen schönen, soliden Formen unaufhaltsam der Vollendung entgegenzuführen! Wir blicken auf den Bauführer, den der Meister uns hierher gesandt hat, und haben die Zuverficht, daß er auch ferner wie seither, tüchtig und eifrig das Werk fordern werde. Wir blicken auf die Unternehmer, Lieferanten, Handwerksmeister und hoffen, daß sie wetteifernd miteinander ihr Werk thun und den ungehemmten Fortgang der Bauarbeit sich werden angelegen fein lassen. Wir blicken endlich auf die Parliere, Gesellen, Taglohner und Lehrlinge und bitten sie, daß sie alle, jeder an seinem Platze, treu und eifrig ihr Werk schaffen möchten: alles, alles Bauen der Kirche unter Gottes Segen, in Jesu Namen, des einzigen Grundes!
, Unfe« ©emeinbe aber wird sicherlich auch ferner mit freudiger, kebeootter Teilnahme den Aufbau der Kirche begleiten und fördern. Wir haben ohne Mühe und mit allgemeiner Zustimmung die Geld-
Errichtung der Kirche auf gesetzlich geordnetem Wege her- beigefchafft. Die Verhältnisse der Gemeinde sind so wohl bestellt daß ste die Opfer, die dadurch ihr aufgelegt werden, ohne alle Schmerzen brrngen kann; und sie ist willig dazu. Wenn aber der nutzere Aufbau der Kirche wird vollendet sein, bann gilt es, auch die innere Ausschmückung derselben schön und würdig zu gestalten. Und Dieser Schmuck sollte nicht auch nur durch die kalten Kirchensteuern beschafft werden. Darum sei es unferen Frauen und Jungfrauen ans Herz gelegt, ob sie nicht baldigst zusammentreten und mit vereinter Arbeit für die innere Ausschmückung des Gotteshauses sorgen möchten' ferner soll die Kirche erhalten den Altar, die Kanzel, vielleicht das eine oder andere Bild, schöne, große Fenster, insbesondere auch mächtige 'rundsenster, eine Figur — wie schön wäre es, wenn die Millionäre ,?2.,8?"onttausendleute in unserer Gemeinde mit ihrem frommen, zu Rathe gehen und durch eine derartige Stiftung tbre Liebe und ihren Namen unserem Gotteshaus einprägen wollten' Und wenn vielleicht auch weniger Bemittelte in Gemeinschaft mit- einandn der Kirche eine solche Gabe barbringen würben I Alles in Dem heiligen Glauben und in der herzlichen Liebe, darinnen wir allerwege bekennen, daß bei allem Bauen einer Kirche kein anderer Grund rann gelegt werben außer bem von Gott gelegten, Jesus Christus ja alles Thun unb Opfern in Jesu Namm, beS einzigen Grundes!
Die neue Kirche soll ben Namen Johanniskirche erhalten, weil sie nach ber bemnächst vorzunehmmben Theilung der Gemeinbe tn vier Kirchengemeinden in das Gebiet der Johannisgemeinde zu liegen
Man nennt Johannes den Apostel ber Liebe; welche herrlichen Worte hat er über die heilige, herzliche Liebe geredet! So möge denn unsere Kirche, tn ber des Glaubens ewig fester Grunb ver- kunbigt werben soll, auch eine Stätte beS Friedens, der aus dem Glaubm geborenen Liebe werden, eine rechte Johanniskirche, fest ae- grunbet auf den einzigen Grund!
Die Kirche bauen wir, damit wir selbst in ihr erbaut auf ben Grunb der Apostel unb Propheten, ba Jesus Christus der Eckstein ist. Um dieses heiligen Zweckes willen, unb weil alles äußere Bauen nur geschieht im Dienst ber inneren geistlichen Erbauung, sei eS heute bei ber Grunbsteinlegung unb immer* bar für diese unb in dieser Kirche unser Bekenntniß: Einen anderen Grund kann Niemand legen außer dem, der ge- legt ist, welcher ist Jesus Christus. Ja, all' unser Kirchenbaum geschehe im Namen Jesu, deS einzigen Grundes! Amen.
Nach Vortrag des Chorgesangs: „Nun lob meine Seele den Herrn rc." verlas Herr Dr. Naumann die ihrem Wortlaut nach bereits in voriger Nummer mitgetheilte Hrkunbe, woraus er sie in ben Grundstein einlegte, dem Gedanken Ausdruck gebend, baß bie Hrkunbe einer späteren Zeit, sofern diese nicht schon durch den Rathschluß Gottesjabgekürzt sei, Zeugniß ablegen möge von der christlichen Gesinnung unserer Gemeinbe.—Herr Superintendent Prälat Dr. Habicht bezeichnete in seiner Ansprache beit Tag, an dem ber Grundstein Zu einem neuen Gotteshause gelegt werde, als einen Tag der Freude und des Dankes für die Stadt und Gemeinde, Jung und Alt, Hoch und Niedrig, für Alle, welche theil- nehmen an der Ausführung des herrlichen Werkes. Er freue sich/ daß cs ihm vergönnt war, der Feier beizuwohnen und die Grüße der Landeskirche zu überbringen. Es sei ein Noth- stand gewesen, daß nur eine Kirche vorhanden war, während die Stadt Gießen einen wunderbaren Aufschwung genommen habe; es war Zeit, daß diesem Nothstande abgeholsen werden konnte. Auch der hier einzufügende Stein solle gleich dem Stein, aus dem einst Jacob sein Haupt gelegt, zu einem Gotteshause, zu einer Wohnung für unfern Herrn und Gott werden. Zwar sei die ganze Welt Gottes Haus, aber er solle eine Statte haben, da man ihn anbetet. Der Gedanke an Gott werde auch die Baumeister unb Handwerker führen, daß sie das Haus zu einem Gotteshaus gestalten. Möge Gott sie Alle beschützen und behüten, daß Niemand einen Hnsall erleide. Die alten Tempel seien in Trümmer gesunken, tm Lause der Jahrhunderte seien neue, christliche Kirchen gebaut worden, eine christliche Kirche, eine evangelische Kirche fofle auch die neue Kirche sein, christlicher Gottesdienst darin gehalten werden, eine christliche Gemeinde soll unsere Gemeinde sein und bleiben. Nur wenn die Gotteshäuser christlich und • evangelisch verwaltet werden, dann geht auch ein christlicher 1 und evangelischer Geist in die Gemeinde hinaus. Er hoffe, ’
daß uns Allen noch vergönnt sei, die Vollendung des neuen '
Gotteshauses zu schauen, das errichtet werde zur Ehre Gottes, 1 zur Freude Jesu Christi, zum Segen der Gemeinde Gießen. Hüter einem Segensspruch brachte Herr Prälat Dr. Habicht J
verkehr, Land- tmb Volk-wirthschaft.
*4ietzerr, 24. Mai. Marktbericht. Auf bem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfb. JL 1,20—1,30, Hühnereier per Stück — 2 St. 9—11 Enteneier 6—7 4, Gänseeier
1 St. 10— H, Käse vr. St. 6—7 4, Käsematte pr. SL 3 JL, Erbsen pr. Liter 17 Linsen vr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar X 0,60—0,80, Hühner pr. Stück X 0,85—1 00, Hahnen pr. St. X 1,20—1,50, Enten pr. St. X 1,50—1,70, Ochfensteisch pr. Pfd. 70—76 Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfb. 62—66 Schweinefleisch pr. Pfb. 60-70 A, Kalbfleisch pr. Pfb. 50—56 A, Hammelfleisch pr. Pfb. 60-70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 7,00—8,00 X, Weiß? krau' pr St. 4-10 A, Zwiebeln pr. Centner 11,00—12,00 x, Milch pr. Liter 12-18 A.
Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 23. Mai. Auf ben heutigen hiesigen Markt würben gebracht: 238 Och sm, Kühe unb Rinber unb 959 Schweine. Der nächfle Markt ist am Montag den 13. Juni l. I.


