gehülse Beaujeaus, räumt ein, mit dem zweiundzwanzigjährigen Büchsenmacher Nocent der Urheber aller Attentate zu sein. Die Polizei nahm über 40 Haussuchungen vor. Der am Sonntag verhaftete deutsche Handlungsreisende wurde sofort in Freiheit gesetzt. In Waremme wurden mit Eifendraht umwickelte Dynamitpatronen am Fenster eines Hauses gesunden. Die bereits brennende Zündschnur wurde vor der Explosion gelöscht.
Mons, 4. Mai. Die Polizei verhaftete gestern ein Individuum, welches einem städtischen Arbeiter gegenüber erklärte, drei Häuser reicher Leute in die Luft sprengen zu wollen. Der Verhaftete trug fünf Dynamitpatronen bei sich. Er gestand, daß er mit Unterstützung von vier anderen Anarchisten die Häuser der vornehmsten Bewohner des Parkviertels zerstören wollte.
Petersburg, 4. Mai. Das Bezirksgericht in Wilna verurtheilte sechs jüdische Frauen und einen Juden, welche der Engelmacherei unter erschwerenden Nebenumständen beschuldigt waren, zur Zwangsarbeit auf sechs bis zwanzig Jahre. — Ein heute veröffentlichter Ukas des Kaisers setzt die aus administrativem Wege zu verhängenden Strafen fest für diejenigen Personen, welche geheime polnische Schulen in den Gouvernements Wtlna, Kowno, Grodno, Minsk, Witebsk, Mohilew, Kiew, Podolien und Wolhynien unterhalten und beschicken.
Petersburg, 4. Mai. Der Vorschlag des Barons Hirsch über die Judenemigration fand, wie verlautet, in der gestrigen Sitzung des Ministercomites principielle Zustimmung. Die definitive Entscheidung wurde wegen der nothwendigen redactionellen Abänderungen des Projectes vorschoben. — Die Abasa'sche Getreid ecommission sprach sich einstimmig für die Freigabe des Exports von Mais und Hafer aus Riga, Libau und Reval aus.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 4. Mai. Die „Allg. Reichscorresp." meldet aus Petersburg von autoritativer Seite, daß die Czarin am 16. Mai aus dem Kaukasus nach Petersburg zurückkehrt. Der Czar und die Czarin reisen alsdann am 21. Mai zu einem mehrtägigen Besuch nach Berlin. Die osficielle Ansage des Besuches erfolge dieser Tage.
Berlin, 4. Mai. Der „National-Ztg." zusolge werden Montag die Sitzungen der Börsenenquete-Commissi on wieder ausgenommen und zwar mit der Vermehrung der hiesigen Experten.
Berlin, 5. Mai. Die „Voss. Ztg." erfährt aus militärischen Kreisen, die jährliche Mehrersordernitz für das Militär werde aus 60 Millionen geschätzt. Die Annahme ist verbreitet, daß in der nächsten Reichstagssession neue Reichssteuervorlagen geplant werden.
Berlin, 5. Mai. Die „Berl. Pol. Nachr." führen betr. der geplanten Vermögenssteuer aus, die Nichtbesteuerung von Hausgeräth, Toilettegegenständen und ähnlichen Mobilien werde für den Betrag der Steuer von minimaler Bedeutung sein. Die Besteuerung derselben stoße auf große Schwierigkeiten und nicht abzuweisende Einwendungen. Anders sei es bei ertragslosen Grundstücken, wie Parks. Dieselben werden jetzt mit 2 pro Mille Grundsteuer belegt. Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn nach Aushebung der Grundsteuer dieselben der Vermögenssteuer mit V/4 bis V/2 pro Mille belegt würden.
Berlin, 5. Mai. Das „Berl. Tgbl." erhielt eine Kabeldepesche Wolffs aus Dar-es-Salam, Oskar Borchardts Zustand sei derartig, daß seine Rückreise nach der Küste nothwendig sei. Chef Johannes fei mit einer Expedition nach Tanganyka, um dort eine Station anzulegen. Rüdiger, der Stellvertreter des Gouverneurs sei auf Urlaub nach Europa gereist.
München, 4. Mai. Für das nächste Cultusbudget wird eine Vermehrung der Gymnasial-Prosessoren-
sröhlich grünende Wald gibt sehr häufig der Zufluchtsort des schmerzerfüllten Menschen. Von Heine nun, der gesungen: „Jetzt verwundet, krank und leidend, in den schönen Sommertagen, trag ich wieder, Menschen meidend, nach dem Walde meine Klagen," vernehmen wir die bald echten, bald gefälschten Klaqetöne des Weltschmerzes in verschiedenen Variationen, so z. B. bei L. A. Frankl: „Wenn Du ein tiefes Leid erfahren, rief schmerzlich, unergründlich bang, dann flüchte aus der Menschen Schaaren, zum Walde richte Deinen Gang. Die Felsen und die Bäume wissen ein Wort zu sagen auch vom Schmerz . . ." Als Tröster im Leide und als helfenden heilenden Arzt preisen den Wald wieder Andere, wenn es bei ihnen heißt: „Und was längst begraben ruht Hinterm Kirch- hossflieder: Jugendglück und Seligkeit find' im Wald," oder: „Mir sprudelt hier des Lebens Quell und Heil für alle Wunden."
Während in den soeben angesührten Stellen der Wald die Melancholie vertreibt, vergrößert er dieselbe bei anderen Gemüthern- ja, er ruft öfters ein gewisses Kokettiren mit den Todesgedanken hervor,- so z. B. wenn eS heißt: „Goldenes Entfärben schleicht sich durch den Hain- auch Vergehen und Sterben däucht mir süß sein . . ." oder: „Ich sah den Wald sich färben, die Lust war grau und stumm- ich war betrübt zum Sterben und wußte nicht warum."
Einen nicht minderen melancholischen Stempel trägt folgendes Gedicht, welches gleichsalls einem Wald- und Weltschmerz sein Dasein verdankt: „Du Tannenbaum da draußen, was schaust du so finster mich an?" — „Die Tanne rauscht: Ich traure, gedenk ich, o Knabe, Dein, schon blinkt die Axt, um zu sällen mich alten, schwarzen Gesellen, für Dich — zum Todtenschrein." — Lenau aber, dessen Muse fast immer vom schwarzen Trauerschleier verhüllt ist, fühlt sich beim Waldesrauschen dem Diesseits ganz entrückt und singt: „Aus den Waldesstimmen des Vergehens hört ich das Hoffnungsflüstern des ewigen Wiedersehens."
(Schluß folgt.)
und Studienlehrerstellen beabsichtigt, sämmtliche fünfte Klaffen werden mit Professoren besetzt.
München, 4. Mai. Der Polizeibericht gibt bekannt, daß vor drei Wochen von Bukarest die Pocken hier eingeschleppt worden sind, wovon drei Fälle angezeigt und zwei verheimlicht wurden, wodurch zwei Todesfälle und drei weitere Erkrankungen erfolgt sind. Gegen die Verheimlicher wurde Strafantrag gestellt.
Stuttgart, 4. Mai. Die Federnfabrik von Strauß u. Co. in Cannstatt steht in Flammen.
Stuttgart, 5. Mai. Bei dem Brande der Stranß- schen Bettfedernfabrik in Canstatt wurden durch enorme Rauchentwickelung mehrere Unglücksfälle herbeigeführt.
Wien, 5. Mai. Nach der „Juristen-Ztg." soll die Herstellung und der Vertrieb aller Sprengstoffe verstaatlicht werden. — Vor den hiesigen Kasernen wurden massenhaft socialistische Flugblätter gefunden.
Paris, 4. Mai. Bei den Municipalrathswahlen gewannen die Republikaner 11 Sitze. Jnsgesammt wurden 159 Republikaner gewählt.
Paris, 4. Mai. In Montbrison, wo Ravachol wegen Mordes abgeurtheilt werden soll, herrscht eine vollständige Panik bei dem Gerichtspersonal und der Bevölkerung. Der Hotelbesitzer, bei dem der Henker gewöhnlich absteigt, erhielt Drohbriefe.
Brüffel, 5. Mai. Sechs Verhaftete in Lüttich, darunter ein Deutscher, Wolt, sind geständig. Es wurden weitere Bomben entdeckt. Hier und in Mons empfingen viele Leute Drohbriefe.
Potsdam, 5. Mai. Der Großh erzog von Hessen ist heute Vormittag 10 Uhr hier eingetroffen. Se. König!. Hoheit wurden am Bahnhose von dem Kaiser, dem Prinzen Leopold und dem Erbprinzen von Hohenzollern begrüßt. Zum Empsange war das gesammte Offiziercorps des 1. Garderegiments z. F. anwesend. Der Kaiser umarmte und küßte den Großherzog dreimal. Nach Abschreitung der Ehrencompagnie begaben sich der Kaiser und der Großherzog nach dem Stadtschlosse.
Cocales «nd provinzielles.
Gießen, 5. Mai 1892.
— Spritzenprobe. Am Samstag den 7. d. Mts., Vor- mittags 11 Uhr, wird an der Lahn, gegenüber den Bleichen, die Firma I. Beduwe in Aachen eine Dampfspritze neuester Construction ausstellen und auch arbeiten laffen. Interessenten seien hierauf aufmerksam gemacht.
— Ernennung. Durch Entschließung des Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz wurde der Großh. Regierungsassessoe Dr. Hermann Kratz aus Friedberg mit der Versetzung der Stellung eines Polizeicommiffärs 2. Kl. mit dem Amtstitel „Polizei'Jnspector" bei dem Polizeiamt Darmstadt beauftragt.
Ein Leser der „M. N. N." schreibt diesem Blatte: Daß der Schutz der Singvögel in Italien, bezüglich dessen am 21. April in der bayrischen Kammer verhandelt wurde, nicht im mindesten ausgeübt wird, hatte ich Heuer während der Monate Februar und März in Nervi bei Genua zu beobachten Gelegenheit, da in den umliegenden Olivenwäldern von Früh bis Abends, hauptsächlich an den Sonntagen, alle Singvögel, ob groß oder klein, geschossen und packweise von den vielen „Jägern" nach Hause geschleppt wurden. Mit einem Grashalm wurde das Locken der Vögel nachgemacht, um ja eine recht reiche Beute zu erzielen. Auf mein Vorhalten, daß diese kleinen Vögel ja kaum einen Schuß Pulver, geschweige das Braten Werth seien, wurde mir entgegnet: „Sie schmecken gar zu gut". Charakteristisch ist ferner, daß eine Engländerin an unserem Mittagstisch sich beschwert hat, weil es gar nie — Vogelzungen gebe! Daß über dieses Verlangen allgemeine Entrüstung an unserem Tisch herrschte, brauche ich wohl kaum erst zu versichern. Es ist hohe Zeit, daß solchen „Feinschmeckern" energisch und für immer die Möglichkeit genommen wird, ihrer Liebhaberei zu fröhnen!
— Nach der „Apotheker-Zeitung" verlautet, daß das Kammergericht in Berlin am 24. März d. I. über Thier« Heilmittel in dem Sinne entschieden habe, daß dieselben unter die Kaiserliche Verordnung vom 27. Januar 1890 fallen und demnach nur in Apotheken verabfolgt werden können.
Friedberg, 4. Mai. Heute beging der Bahnwärter Georg am DorheimerUebergang sein 50jährig es Dienstjubiläum. Am 5. Mai 1842 trat derselbe beim Militär und zwar als Tambour in Darmstadt ein und wurde nach 18jähriger Militärdienstzeit im November 1860 von der Main-Weser-Bahn, bei welcher er bis heute ununterbrochen beschäftigt ist, übernommen. — Vor dem Spielen der Kinder mit Bohnen und Erbsen kann nicht genug gewarnt werden. Dieser Tage mußte schon wieder bei einem Kinde, welchem sich eine Bohne in der Nase festgesetzt hatte und ausgequollen war, ärztliche Hülfe in Anspruch genommen werden.
Darmstadt, 4. Mai. Der Zweiten Kammer der Stände ist von Großh. Regierung eine Gesetzesvorlage gemacht worden, betr. die polizeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnnngen und Schlafstellen. Bekanntlich ist dies ein wunder Punkt in unserem socialen Leben von gesundheitlicher, wirthschaftlicher und vor allem auch von sittlicher Bedeutung. Die größeren Städte wissen sämmtlich mehr oder minder davon zu sagen. In England und Frankreich ist man bereis gesetzgeberisch damit vorgegangen, für Frankfurt behandelte der frühere Oberbürgermeister, jetzige Finanzminister Dr. Miquel dieselbe eingehend. Es ist ein Stück der socialen Frage. Neben Anderem hat sich auch aus diesem Gebiete die Habsucht breit gemacht in der Form von „Wohnungswucher". Daß mit den neuen, meist polizeilichen Maßregeln aus diesem Gebiete, welche der Gesetzentwurf proponirt, die individuelle Freiheit des Erwerbs und Eigen-
thums im Interesse der Allgemeinheit etwas beschränkt wird, stellt sich allmählich aus höheren Gründen als unabweislich hin. Jene Freiheit thunlich zu vereinbaren mit den Interessen der Allgemeinheit ist dabei die Aufgabe. Vom „Staats- socialismuS" ist gleichwohl hier nicht die Rede, wie es da und dort gewollt wird. Anderseits soll der Staat auch hier dem Aermeren, Kleineren beistehen, um zugleich auch bann feine höhere Culturaufgabe zu erfüllen.
Castel, 4. Mai. Heute Morgen hat sich ein im octioen Dienst stehender Soldat des 3. Brandenb. Artill.-Regiments in der Nähe des Frankfurter Thores erschossen.
Aus dem Odeuwalde, 3. Mai. Im Weschnitzthale und dessen Umgegend schenkt man jetzt dem Anbau der Johannis- beer- und Stachelbeersträucher erhöhte Aufmerksamkeit. Größere Flächen Landes wurden Heuer mit diesen Sträuchern bepflanzt. Aus der Gewinnung der neuerdings beliebt gewordenen Beerenweine verspricht man sich lohnende Erträge.
vermrischtes.
* Marburg, 4. Mai. Heute Morgen wurde der stud. pharm. Lorenz aus Lüneburg tobt in feinem Bette auf- gesunden. Nach Ansicht der Aerzte liegt Vergiftung vor. Beweggründe hierfür sind nicht bekannt. In dem Zimmer wurde ein Brief des Verstorbenen an seine Mutter aufgefunden.
n * Tilsit, 3. Mai. Ein Dragoner erschoß sich hier. Die Kugel durchbohrte die Brust, ging dann durch die Zimmerdecke und verwundete im oberen Zimmer einen im Bette liegenden anderen Dragoner schwer an beiden Füßen.
* Würzburg, 3. Mai. Bei der Eröffnungssahrt unserer neuen Pferdebahn fand, wie der „Frkf. Ztg." mitgetheilt wird, der Conducteur unter der Sitzbank eines dicht besetzten Wagens eine pulvergesüllte, mit glimmender Zündschnur versehene Metallröhre. Die Explosion, welche glücklicher Weise noch verhindert werden konnte, hätte unter dem dichten Menschenknäuel ein fürchterliches Unheil anrichten müssen. In Betreff des Thäters fehlt einstweilen ein bestimmter Anhaltspunkt.
♦ Eine liebevolle Mutter. In Berlin stürzte sich dieser Tage ein junges Mädchen ins Wasser, wurde jedoch noch lebend wieder herausgezogen. Man brachte die Bewußtlose ins nächste Hotel und holte ihre Eltern herbei. Der Vater kniete weinend vor seinem unglücklichen Kinde nieder, es mit den zärtlichsten Worten überhäufend- die Mutter aber hatte der inzwischen zum Bewußtsein Gekommenen nichts zu sagen, als: „Wo haste Deinen neien Hut?" Und als die Tochter mit schwacher Stimme erwiderte: „Er ist fortgeschwommen," replicirte das praktische Wcib: „Dann kannste künftig Deinen alten, den weißen, ufsetzen?"
* Bei Sport Ausflügen wird, so schreibt das englische Blatt „Sporting Life", oftmals von freundlichen Gastgebern der Fehler begangen, einen substantiellen Imbiß serviren zu lassen. Eine solche Generosität ist, wenn auch von den wohlwollendsten Absichten veranlaßt, übel angebracht. Der Sportsmann bedarf einer Erquickung, die zugleich leichter Art und von kräftigendem oder anregendem Character ist- eine üppige Mahlzeit dagegen befördert eher die Schlaflust als die Actionsfähigkeit. Sportsleute sollten daher stets das echte Liebigs Fleischextract mit sich führen, dessen Reinheit garantirt und deffen Zubereitung eine so leichte ist.
* London, 25. April. Der deutsche Kaiser hat dem englischen Handelsamt mehrere Handschreiben und Geschenke (4000 Mk., goldene Uhren und Photographien) für die bei Rettung der Passagiere und der Ladung des Norddeutschen Lloyd-Dampfers „Eider" betheiligt gewesenen Personen übermitteln lassen.
Schiffsnachrichten.
— Der Postdampfer „Westernland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 3. Mat wohlbehalten in Newyork angekommen.
Verkehr, £an6» r»nv Volkswirthschaft.
Friedberg', 3. Mai. Frachtpreise. Weizen «X 19.50 bis 20.00, Korn X 19.50-20.00, Gerste X 14.50—15.00, Hafer X 13.00— 00.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo, gleich 200 Zollpfund.
Friedberg, 4. Mai. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. X 1.00-1.10, Eier 1 St. 5-6 H, 2 St. 11 H.
Limburg, 4. Mai. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 18.00, weißer Weizen X —, Korn X 15.00, Gerste X 9.70, Hafer X 6.40, Erbsen X —.
— Am 30. April lief zum ersten Male der neue Berlin* Frankfurter Blitzzug — einer der schnellsten Züge jetzt auf dem Kontinent — im Frankfurter Hauptbahnhof ein. Die fahrplan- mätzige Schnelligkeit von 8'/, Stunden konnte jedoch, wie die „Frkf. Ztg." mittheilt, nicht ganz etngehalten werden, da bei Erfurt die Maschine plötzlich defect wurde und der Zug mit 13 Minuten Verspätung in Erfurt etntraf. Nach Auswechslung der Maschine setzte der Zug seine Fahrt mit der fahrplanmäßigen Schnelligkeit fort und nachdem nochmals in Elm Maschinenwechsel stattgefunden hatte, hielt der Zug, der nunmehr mit einer gewöhnlichen Schnellzugslocomotioe geführt wurde, allerdings unter Entfaltung der vollen Maximal geschwindigkeit, obschon er sehr stark besetzt war (er zahlte 36 Axen). seine vorgeschriebene Fahrzeit bis Frankfurt genau inne und traf dort statt um 4 Uhr um 4 Uhr 13 Minuten ein. Auf der 539 Kilo meter langen Strecke von Berlin bis Frankfurt hält der Zug nur 13 Mal für einen Zeitraum von einer bis fünf Minuten an, dagegen findet in Bebra eine Restaurationspause von 30 Minuten statt. __________________
— Wohl nur selten dürfte ein hauswirthschaftlicher Artikel sich, fester in die Gunst der Hausfrauen aller Stände eingebürgert haben, als die von Max Elb in Dresden fabricirte CH. A. PapenrS Essig-Essenz. Die Originalflacons, welche diese Essenz enthalten, sind durch einen Maßstab abgetheilt, der die zur Bereitung einer Weinflasche Tafelessig oder zuverlässigen Früchte-Einmache-Esstg erforderliche Menge Essenz aufs Genaueste anzeigt. Während früher das Laufen der Dienstboten nach Essig gar nicht aufhörte, bat man jetzt in dieser Form 10 Liter Essig im Haus und bereitet sich eine Flasche bei Bedarf im Augenblick durch Verdünnen mit Wasser. Dieser selbstbereitete Essig hat den Wohlgeschmack und das Öroma


