wurde.
Der in den Gemarkungen
30. Januar.
4
1
1
2
4 (4)
Marca Italia
pr. Hect.
Pf.
Rm.
7»
Abnahme von 12 Flaschen
einer Sorte
Pfg. Rabatt
per Flasche.
per Mille an in geschmackvollen Packungen.
105-
1.30
1.55
105
120
135
150
Vino Vino Vino Bel
w
•n
•n
da Pasto I . .
da Pasto 3 . .
da Pasto 4 . .
a
’n
•n
’n 5
pr. Fl. . a 90
M. 1.05
Diphtherie Lungenschwindsucht Entzündliche Erkrankungen d.AthmungS- Organe
Darmcatarrh
Andere bekannte Krankheiten
ilnieerfitäts - Nachrichten.
— Eintritt der deutschen Burschenschaft in den Schulverein. Die Redactton der ^Burschenschastltchen Blätter" macht die überaus erfreuliche Mtttheilung. daß die gesammte deutsche Burschenschaft (A. D. C.) dem „Allgemeinen deutschen Schulverein" betgetreten ist. Das schafft einen Zuwachs von mehr als tausend tüchtigen, eLt deutsch gesinnten jungen Männern, welche geeignet sind, die tapfere Vorhut in unseren künftigen geistigen Kämpfen zu bilden. Auch die Redaction der „Burschenschaftltchen Blätter" schließt sich dem Schulverein an. Hoffentlich wird dieses Beispiel der akademischen Jugend die gebildeten Kreise des Volke« zur Nachahmung anetfern. Eine solche nationale Gew'ssenserweckung ist durch die gegenwärtige europäische Lage des Deutschthums dringend geboten.
— Aus Freiburg t. Br. wird geschrieben: Der bekannte Historiker Gebeimratb vr. v. Holst, Abgeordneter der ersten Kammer, wird auf das nächste Semester nach Ehicago übersiedeln, wo ihm unter den glänzendsten Bedingungen eine Lehrstelle angeboten worden ist.
— Man schreibt der „Frkf. Ztg." aus Leipzig: An Stelle des nach seinem früheren Wtrkungsorte Tübingen zurückkehrenden Professors der Theologie vr. Zahn ist der Eonsistorialrath Profesior vr. Eremer in Greifswald an die hiesige Universität berufen worden.
Leipzig. Im gegenwärtigen Wintersemester studiren an hiesiger Universität 89 Landwtrthe (mit Einschluß der Nach-Jmmatriculirten und der Härer). Davon sind gebürtig aus: Königreich Sachsen 22, Preußen 30, übrigen deutschen Staaten 6, Oesterreich-Ungarn 8,
Die Preise verstehen sich ohne GlaS und ALffer, welche berechnet und zum berechneten Preise zurückgenommen werden. Diese durch KSnigl. Italienische riaatSeontrove ga- ranttrt reinen, angenehm schmeckenden und wohlbekömmlichen, rotben, italienischen Raturweine der Dentsch - Italien. Wein • Import • Gesellschaft Daube, Donner, «inen & Co. (Central - Verwaltung: Frankfurt a M) eignen sich vorzüglich als tägliche- Tischgetrünk für weite Kreise und übertreffen nach dem Urtheil competenter Weinkenner und Autoritäten wesentlich die sogenannten Bordeaux - Weine in gleicher Preislage. (58
Aber auch auf die vorzügliche« feinere« Tafel- und Dessertweine der Gesellschaft sei besonder- auf- auch ausführliche Preisliste« der Gesellschaft in Gieße« durch Carl Gchwaab, Delicatessen- und Weinhandlung, in Li» (Oderh.): H. Zimmer VII., in Hungen <Wetterau): Gustav Sohlheyer, „Zur Traube".
' Vevnrrschtes.
* Berlin, 3. Februar. Der Raubmörder Wetzel wurde vom Schwurgericht zum Tode verurtheilt.
Toeal-r uttfc provinzielle«.
Gießen, 3. Februar 1892.
__ Rene« Theater. Indem wir nochmals aus die am Donnerstag den 4. Februar stattfindende Erstaufführung der imereffanten Novität „Die Großstadtluft" ausmerksam machen, bemerken wir noch, daß nur noch sechs Vorstellungen im Abonnement gegeben werden.
Wöchentliche Neberficht der «odesfillle in «ießer.
4. Woche. Vom 24. Januar bis 30. Januar 1892. Einwohnerzahl: 20 611 (tncl. 1600 Dkum Militär). SterdltchkeitSziffer: 25,24»/« bezw. 10,09 nach AuSfchl. der Ortsfremden.
Kinder
i h + Trais-Horloff, 30. Januar. Aus hiesiger Braun- kohlengrube wurde heule durch plötzlichen Einsturz ein Bergmann verschüttet. Erst nach vierstündiger angestrengter Arbeit gelang es, den Verunglückten herauszuschaffen. Durch größere Erdbrocken geschützt, war derselbe glücklicherweise noch am Leben und hat auch keine schweren Verletzungen davon- qetragen. Durch ein gußeißernes Rohr, welches sich noch rechtzeitig anbringen ließ, wurde der Erstickungstod ver- bindert. „
K. Reichelsheim (Wetterau), 31. Januar. Wte an verschiedenen Orten unserer Provinz, so geht man auch hier damit um, eine Molkerei ins Leben zu rufen. Herr Landwirthschastslehrer vr. v. Peter von Friedberg hat in mehreren Versammlungen dahier die Vortheile, welche eine Molkerei den Betheiligten bringen würde, auseinandergesetzt. Das zum Betriebe nöthige Ouantum Milch ist bereits hier und in Nachbarorten gezeichnet. Wie uns mitgetheilt ist, wird auch in Stockheirn-Lindheim an dem Zustandekommen | einer Molkerei gearbeitet.
K. Butzbach, 1. Februar. In diesen Tagen wurde hier bekannt, es sei endgiltig beschlossen, unsere Garnison von; 1895 ab nach Darmstadt zu verlegen. Herr Bürgermeister Joutz reifte gestern in dieser Angelegenheit nach Berlin. .
Rockenberg, 2. Februar. Gewiß als eine Seltenheit dürfte Nachstehenees zu verzeichnen fein: Eine Ganö des Herrn Anton Langsdorf in der Frofckgaffe dahier legte im Jahre 1891 dreimal Eier: nämlich im Februar 9 Stück, im Mai 11 und besorgte auch das Ausbrüten dieser Eier- dann legte sie im Oetober wieder 8 Eier, welche im Haushalte verbraucht wurden. Jetzt hat die Gans wieder mit Eierlegen begonnen. (W. B.)
Bad-Nauheim, 1. Februar. Der Hausbesitzer Philipp Pfeffer wurde heute früh von einem Bäckerburschen wimmernd vor seinem Hause aufgefunden. Er bat um Hilfe, wurde in das Haus verbracht und verschied nach wenigen Minuten, ohne über den Unfall, der ihn betroffen, noch Auskunft geben zu können. Pfeffer, der die Mitte der 70er bereits überschritten, hatte seine Schlasstätte in der drei Treppen hohen Dachkammer. Gegen 6 Uhr früh wurde ein dumpfes Geräusch vernommen; der etwas geistesschwache Greis war durch das Dachfenster auf das Dach geglitten und von da in die Tiefe gestürzt. Im Falle schlug der Körper auf den Baleon auf und ist so die Wucht des Sturzes etwas geschwächt worden. Selbstmord oder verbrecherische Einwirkung eines Dritten erscheinen bei dem Unglückßsalle wohl ausgeschloffen.
Darmstadt, 2. Februar. Der Abgeordnete Schröder hat an die zweite Kammer der Stände eine Interpellation wegen Neuregulirung des Submissionswesens gerichtet. Er stellte dabei an das Finanzministerium die Anfrage: Bis wann wird die schon länger in Aussicht gestellte Neuregulirung des Vergebungswesens für öffentliche Arbeiten (Submissionswesen) für das Großherzogthum Hessen erfolgen und bekannt gegeben werden?
Rußland 17, übrigen europäischen Staaten 3, außereuropäischen Staaten 1.
_ In Leipzig hat am 28. v.M. in der Aula des „Collegium Juridicum“ der dortigen Universität in Gegenwart des CultuSministerS und der gesammten juristischen Facultat die feierliche juristische Doctorpromotion Seiner Königlichen Hoheit deS Prinzen Max von Sachsen, dritten SohneS des Prinzen Georg, stattgefunden. DaS dem Prinzen Georg überreichte Doctordiplom auf Pergament beurkundete, wie das „DreSd. Journ." meldet, daß die Verleihung deS DoctorgradeS auf Grund der „rite“ und „summa cum laude erfolgten Leistungen deS Promovirten geschehen lei. Der Prinz war Ostern 1890 gleichzeitig mit seinem Bruder, dem Prinzen Johann Georg und ebenso wie dieser als stud. jur. et cam. an der Universität Leipzig inscribirt worden, hatte in den letzten drei Semestern seine Studien vollendet und hat diese nun mit rühmlicher Erlangung der Doctorwürde glänzend abgeschloffen.
Literatur Mttfc A«nst
— George Kennan: Vu- Sibirien und Rußland. Autorisirte Uebersetzung von Leopold Kätscher. Preis 1.20 Mk. Die von Kennan 1888 und 1889 im „Century Magazine" veröffentlichten Artikel über seine Erforschung des Lebens der politischen Verbannten in Sibirien sind 1890 in verschiedenen Verdeutschungen erschienen. TheilS nach seitherigen, neueren Aufsätzen in der genannten Zeitschrift, theilS auf Grund der soeben erschienenen, von den Veröffentlichungen in der letzteren vielfach abweichenden Kennan'schen Buches „Liberia and Exile Systemu (New-Aork, Century Company, 2 Bände) bietet der Uebersetzer hier in freier Übertragung eine Zusammenstellung jener einschlägigen Schilderungen und Beschreibungen, die in keiner der bestehenden deutschen Ausgaben enthalten sind. Demnach bildet der vorliegende Band eine Ergänzung zu sämmllichen bisherigen Uebersetzungen der Kennan'schen Schriften. Der Uebersetzer gibt durchwegs Neues, in erster Linie hochinteressante einschlägige Darstellungen aus Europäisch-Rußland, welche überdies den Vortheil bieten, zur Erhöhung des Verständniffes der von Kennan behandelten sibirischen Verhältnisse zu dienen.
— Die Niederjagd ist vorbei und wenn wir die diesjährigen Resultate derselben Überblicken, müssen wir doch zu dem Schluß kommen, daß sie nicht ganz io schlecht waren, als es Anfangs scheinen wollte, wenn man auch die Saison 1891/92 nicht zu den besten zählen kann. In den Revieren aber, in welchen man die Jagd auf ein vernünftiges Platz reducirte und beim Abschietzen dem geringen Wild- stand Rechnung trug, läßt sich für die nächste Saison eine recht gute Jagd erhoffen. Und jetzt, wo Hase und Hubn sich in Beschaulichkeit ihres Daseins freuen können, richtet der Jäger sein ganzes Augenmerk auf die Hochwildjagd. Er sucht dem jagdbaren Hirsch und der wchrhasten Sau auf Hatz und Pürsche betzukommen, zwei Jagdarten, beren Reiz sich der Laie kaum vorstellen kann, wenn er auch Berichte darüber, wie wir sie in der bekannten Jagdzeitschrift »St. HubertuS" (Verlag Paul Schettlers Erden in Cöthen, Anhalt) finden, sehr gern liest, obwohl der Laie den „St. Hubertus" weniger der fachlichen Artikel, als der amüsanten jagdlichen Erzählungen wegen abonntrf. In Jägerkreisen ist die genannte Wochenschrift allgemein bekannt, wer fönst aber Interesse daran nimmt, der lasse sich vom Verlag eine Probenummer, die gratis und franco versandt wird, kommen.
Verkehr, Land- nnv Volkrwirrhschaft. '
Frankfurt a. M., 1. Februar. Der heutige Diehmarkt war mit 435 Ochsen, 34 Bullen, 337 Kühen, Rindern und Stieren, 279 Kälbern, 289 Hämmeln, 642 Schweinen befahren. Die Preise stellten fick wie folgt: Ochsen 1. Qualität 66- 68 Mk., 2. Qualität 58-63 Mk., Bullen 1. Qualität 47 - 49 Mk., 2. Qualität 43 bis 45 Mk., Kühe, Rinder und Stiere 1. Qualität 57-59Mk., ^Qualität 42-46 Mk. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber 1. Qualität 65-70 Pfg., 2. Qualität 53-58 Pf., Härnme! 1. Qualität 62-64 Pfg., 2. Qualität 40—48 Pfg., Schweine 1. Qualität 57—59 Pfg., 2. Qualität 54—56 Pfg. Alles per »/> Kilo Schlachtgewicht. _______________
— »Die gelehrte« Frauen" sind es, die oft als Zielpunkt eines nicht selten recht faoen Spotte« der Dichter dienen mutzten und wohl auch noch heute dienen. EinS ist es aber, worin wohl jeder Klardenkende eine wissenschaftliche Beschäftigung der Frauen anerkennen muh — die elementare Erkenntnih der Ernährung deS menschlichen Körpers; denn wer unS täglich unsere Speisen kocht, der mutz auch wissen, ob er uns nahrhaft und zweckmäßig Bereitetes vorsetzt, der mutz vor Allem die epochemachenden Resultate der Ernährungslehre zu würdigen verstehen, von denen ein vorzügliches Beispiel in Kemmerichs Fleisch-Pepton vorliegt, jenem leicht verdaulichen schmackhaften Präparat, das alS Stärkungsmittel in keiner Haushaltung fehlen sollte. 605 |
— Da- Dünge« der Obstvürrme im Winter. Will man reichlich Obst ernten, so versäume man nicht, die Bäume auch im Spätherbst und Winter zu düngen. Profeffor Wagner empfiehlt hierzu im November eine aus gleichen Theilen bestehende Mischung von 5Oprocenttgem Chlorkaltum und 20procentigem Superphosphat zu geben, welche, so weit die Baumkrone reicht, auSgestreut und mit dem gewöhnlichen Stalldünger untergraben wird. Im Februar verwende man Chilisalpeter, welcher gleichfalls obenauf gestreut, aber nicht unter gegraben wird, weil der Regen ihn genügend den Baumwurzeln zuiührt. Man streut ihn deshalb auch auf die Wege, soweit sie sich unter Baumkronen ober neben Cordondäumchen herziehen. Von diesen Stoffen wird verabfolgt: Bei einem starken Obstbaum von obiger Mischung 1 Ko., von Chilisalpeter 1 Ko. Bei schwächeren Bäumen nach Derhältnitz weniger, in feuchtem Boden von Chili- falpeter etwa nur die Hälfte. Bei einem größeren Pyramiden- oder Spalierbaum von der Mischung etwa 250 Gramm, von Chilisalpeter etwa 150 Gramm. Bei einem größeren CordonbLurnchen von der Mischung 60 Gramm, von Chilisalpeter 40 Gramm. Zierdäume und Sträucher werden mit gleichem Erfolge auf diese Weise behandelt. Zeigen Obstbäume üppigen Holz- und Blättertrieb bei geringer Fruchtbarkeit, so bedürfen sie vorzugsweise der obigen Mischung und kann man den Chilisalpeter roeglaffen; sind dagegen Holz- und Laud- triebe wie die wenigen Früchte schwach, so ist der Chilisalpeter dringend nöthig. e______________
— «rankheit-keime i« der Butter. Datz die Milch ein äußerst günstiger Nährboden für verschiedene Krankheiten hervorrufende Bacterien ist, darauf haben wir unsere werthen Leser verschiedentlich aufmerksam gemacht. Weniger bekannt dürfte fein, datz auch die Butter Krankbeitskeime eine Zeitlang in lebensfähigem, auf Mensch und Thier übertragbarem Zustand beherbergen kann. Versuche von Helm Haden ergeben, datz Tuberkelbacillen, Typhusbacillen und Cholerabacterlen sich drei bis vier Wochen In der Butter lebensfähig erhalten können. Diese Versuche sind nun neuerdings von H. Laser in Königsberg wiederholt worden, welcher Forscher aber zu ziemlich abweichenden Resultaten gelangt. Die Typhus- und Tuberkel- bacillen, die in großer Zahl der Butter untergemengt waren, waren schon am fünften und sechsten Tage kaum mehr vorhanden. Ebenso schnell verschwanden die Cholerabacterlen im Butterfett. Wahrscheinlich wirkt das Salz stark hemmend und schwächend auf die Krankheitskeime ein, desgleichen das überwiegende Vorhandensein der die Säuerung bedingenden Bacterien. Wenngleich nun die Butter meistens frisch genossen wird, also in der Zeit, wo die Krankheitskelme noch lebensfähig sind, so mutz doch in Betracht gezogen werden, datz die Lebensbkdtngungen für die Krankheitskeime meistens kaum so günstige । sind, wie bei den erwähnten Versuchen unv daß sie wohl niemals : sich in solchen Mengen in der Butter finden. Immerhin ist Vorsicht I geboten und sollte die Milch verdächtiger Kühe nicht zur Butter- I gewinnung, sondern lieber nach gehöriger Sterilisirung ganz benutzt werden.
Eingesandt.
Gieße«, 3. Februar.
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige; Pünktlichkeit ist die vornehmste Zierde der Soldaten, hoch wte niedrig; Pünktlichkeit ist die Lebensbcdtngung des Kaufmanns und Pünktlichkeit ehrt den Handwerker. Trotzdem und alledem ist Pünktlichkeit, die doch eine große Tugend sein muß, höchst unfein. — „Erkläret mir Graf Oerindur diesen Zwiespalt der Natur." — Besagter Graf wird sich jedoch zu dieser oft an ibn gestellten Frage wiederum schweigsam verhalten, beantworten wir sie und daher selber. Bequemlichkeit kann nun der Grund nicht recht gut sein, denn beauem und fein reimen sich schlecht zusammen. Auch Bescheidenheit ist es nicht, denn wir kennen viele, recht Unbescheidene, die gleichzeitig unpünktlich sind. Sollte es vielleicht modern fein? Nein, nein, die Mode wechselt, die Unpünktlichkeit nie. Doch halt, der rettende Gedanke, „Die Unpünktlichkeit ist eine unverstandene Nachahmung gewisser Formalitäten hoher Kreise", von solchen, die daS manchmal gar nicht nöthig haben. Bei Hose ist es selbstredend Brauch, daß der Fürst der Zuletztkommende ist; damit ist nun durchaus nicht gesagt, der hohe Herr fei unpünktlich, im Gegenthetl er kommt nie zu fpüt, die anderen Herrschaften kommen aber früher, um den mit vollem Recht als zuletzt eintreffenden Herrscher erwarten zu dürfen. Diese edle Sitte hat sich, durchaus mißverstanden, zur Unsitte ausgebildet, in Gesellschaft pünktlich zu sein, wird für unfein erklärt und alles Ankämpfen hiergegen hat immer nur schwache Erfolge gehabt. In Gesellschaften mag das ja nicht so auffallen, trotzdem es hier mindestens überflüssig ist, wo es sich aber um öffent- ' Uche Aufführungen, wie Theater und Concerte handelt, kann es zu Kalamitäten führen. Der Concertsaal wehrt sich ja mit aller Energie gegen die Saumseligen und schließt ganz einfach seine Thüren während der Dauer eines Musikstückes. Im Theater ober lassen sich solche einschneidenden Maßregeln schwerer ausführen, der Verlust einer Concertpi^ce, die wenige Minuten dauert, ist schon zu ertragen, einem Billetinhaber aber seinen Platz einen ganzen Act, der doch immerhin 30 Minuten dauert, zu verweigern, das hat selbst der schneidigste aller Theaterintendanten v. Hülsen, der Hüte, Mäntel, ja selbst unbequeme Theaterbesucher auswies, nicht zu unternehmen gewagt. Da greifen wir denn zu einer Waffe, die oftmals selbst den Trotzigsten bezwang, zu einer Waffe, die noch nie versagte und diese furchtbare Waffe heißt: „Bitte". Der Anfang eines Theaters ist nach den Bedürfnissen der Künstler und der Majorität der Besucher gerichtet, nicht der Laune einer von oben herab befehlenden Person foflen wir uns fügen. Sind es einheimische Kräfte, so ist eS wenig freundlich, die Künstler, dte unbedingt pünktlich sein müssen, warten zu lassen. Handelt es sich aber um Gäste von auswärts, wie sie uns der Theater-Verein herbeiruft, dte sich früh bei Morgengrauen bereit- reisefertig machen müffen, um pünktlich zur Probe zu kommen, btc bann ihre ganze Spannkraft zulammen zu nehmen haben, um am Abend mit ungetrübter Frische uns erfreuen und erheben zu können, bann ist eS wohl mehr wie unfteundlich, ben Anfang bes Schauspiel- in Frage zu stellen. Heraus denn du Schwert „Bitte", gehe hi» und überzeuge Diejenigen, dte so gern zu spät kommen, wieviel schöner . und auch würdiger es ist, sich ein kleine« Opfer in Rücksicht auf feine lieben Nebenmenscken aufzuerlegen. Im Leben möchte so gern Jeder der Erste sein, warum denn nicht auch im Theater.
— DaS neueste 11. Heft der beliebten, reich illustrirten Fimiliew- |citf»rift .Universum- cnthölt folgende Brilrüge: »Landsturm, Novelle von Hans Hoffmann; „Braunschweig von Ludwig Pietsch mit Original-Illustrationen von Albert Richter- Amerikas vor Columbus" von Ernst Boetticher; „Einst und Jetzt", Preisnovelle von M. Tamms; „Zur letzten Eruption^eriode de« Vesuvs" von Dr. Luigi Palmieri; „Frau Gräfin", Roma« öon V.ctor Blitthgen. Rundschau, Gedichte, Humoristisches rc. — Bo* den Illustrationen sind als ganz hervorragend zu erwähnen: »Kraftprobe- von Th. Kleehaatz; „Herbstabend im Walde" von A. Thiele; „Zeitvertreib" von E. Keck. - Der Preis für jede« Heft ist nur 50 Pfennige.
1
2
Unbekannter Krankheit
Summa: 10
Grimberg, 1. Februar. Das diesjährige Turnfest deS Gaues Hessen wird im Lause des kommenden Sommers in unserer Stadt gefeiert werden. In dieser Angelegenheit sand am Samstag Abend aus Emladung des Vorstandes vom hiesigen Turnverein eine Versammlung statt, in welcher über die nöthigen Vorbereitungen berathen, so- wie zur Bildung der verschiedenen Festausschüsse geschritten (D. Z.)
Anm. Die in Klammern gesetztm Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen
8. Hungen, —- v------- .
hiesiger Gegend vorkommende Boxid oder Thonstein wird namentlich zur Eisenfabrikation verbraucht. Dieser Tage bereisten Unternehmer die hiesige Gegend und schlossen mit den Grundbesitzern wiederum Verträge ab, wonach, an die nächste Bahnstation zu liefern, 35 Pfg. pro Centner be-
ES starben en: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.-15.Jahr:
4 (4)
e Cigaretten unb Xabaft findet man
| Will All in größter, fachmännischer Auswahl in
I lll 211 I 1511 dem Lpecial-Eigarrcnlager von
I I” lll I lll Philipp Weiler, Marktplatz 1« lil^ll/l 1 LVlIl Für Wi-derverküufer empfohlen: VI( J 7 Vorzügliche Qualitäten von21 Mk.
(4)
—
1
1
(1)
1 (1)
1
—
(1)
2 (1)
1
—
(6)
4 (2)


