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Freitag den 30. October
Feuilleton
*) Kriegsschiff
610 männliche und 691 weibliche in Privatanstalten. Aus je einen männlichen Kranken kamen 25,9, aus je einen weiblichen 28,7 Erkrankungstage in öffentlichen Anstalten, und 31,7, bezw. 35,7 Verpflegungstage in Privatanstalten. In der 61 Betten aufweisenden Augenklinik der Landes-Universität Gießen wurden 773 Personen an 20 247 Verpflegungstagen verpflegt, in der Balser'schen Stiftung mit 24 Betten 236 Personen bei 4530 Tagen. Die Irrenanstalten Hofheim und Heppenheim haben zusammen 976 Betten bezw. Plätze - es wurden 1130 Personen an 341969 Tagen verpflegt. In den öffentlichen Entbindungsanstalten zu Gießen und Mainz betrug die Zahl der Verpflegten 455.
Wänden austrocknen? ------ - v - ,
Kinder gespielt haben, muß unbedingt vernichtet werden. Vielfache sorgfältige Beobachtungen haben dargethan, daß eine Ansteckung schon in den allerersten Anfängen einer Krankheit statthaben kann. So genügte in mehrfach bekannten Fällen der Aufenthalt von nur wenigen Minuten in einem Zimmer, in dem sich ein Knabe befand, bet dem erst ein Tag später mit Sicherheit Diphtheritis constattrt werden konnte, um einen ganz gesunden dreijährigen Jungen zu tn- fiziren. Diphtheritiskranke müssen vom Anfang ihrer Krankheit bis über die vollständige Genesung hinaus isolirt werden. Außer den Kranken muß man auch die sogen. Verdächtigen beobachten, d. h. solche, die mit Diphtheritiskranken mehr oder weniger in Berührung gekommen sind. Zwischen dem Tage der Ansteckung und dem des vollendeten Ausbruchs der Diphtherie liegt allerlängstens ein Zeitraum von gewöhnlich zehn Tagen, die Jncubationsdauer; eS soll auch eine solche von fünfzehn Tagen schon beobachtet worden sein.
Die Möglichkeit einer Verbreitung der Seuche durch Th irre darf nicht außer Acht gelassen werden. Besonders gelten in dieser Hinsicht die Tauben, die „unschuldigen", als sehr verdächtig, dann italienische Hühner; aber auch von Katzen ist es nachgewtefen, vatz sie die ansteckende Krankheit von einem Hause zum andern geschleppt haben. Die Ueberwachung der Hühnerhöfe und der Taubenschlage und sofortige Tödtung des Geflügels, das in der Kehle eine verdächtige Membran zeigt, ist dringend geboten. .
Ein Untversalmittel gegen die Seuche ist bis jetzt noch nicht gefunden, wird u. E. auch nicht zu ermitteln sein. Die arzneiliche Behandlung wird stets nach Lage des Falles eingerichtet werden müssen und ist immer Sache des Arztes, den man nie früh genug rufen lassen kann. In Zeiten einer herrschenden Diphtherie-Epidemie sind Gurgelungen mit verdünnten Lösungen antiseptischer Mittel
I gute Vorsichtsmaßregeln. Besonders empfehlenswerth sind solche mit I dem an und für sich ganz unschuldigen, dennoch sehr kräftig des- I infizirenden Wasserstoffsuperoxyd und zwar 1 Eub»centtmeter (l Gr.) Wasserstoffsuperoxyd auf 1 Liter Wasser. Das Mittel ist auch ungemein billig und heutzutage in jeder Apotheke zu baben.
Die moderne Aufgabe des Forschers wird die sein, heraus- zusinden, auf welcheWetse die Menschheit gegen dieKrankheit seuchenfest (immun) gemacht werden kann. Dieses hohe, dankbare Ziel zu erreichen, ist das Streben einzelner bekannter Gelehrten; hoffentlich wird es von Erfolg gekrönt werden. Darmst. Ztg.
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Gießen, 29. October.
— Nach einer soeben erschienenen Uebersicht über die im Großherzogthum Heffeu bestehenden Krankenhäuser (einschließlich Augen-Heilanstalten, Irren-Anstalten und Entbindungs- Anstalten) besitzt das St. Rochusspital in Mainz 300 Betten; es wurden verpflegt 3399 Kranke mit 81 668 Verpflegungstagen. Das nächstgrößte Krankenhaus ist das Städtische Hospital zu Darmstadt mit 270 Betten, diesem folgt die Medicinische Klinik der Universität Gießen mit 132 Betten, das Städtische Hospital zu Offenbach und das Städtische Hospital zu Worms mit je 125 Betten, die Chirurgische Klinik der Universität Gießen mit 115 Betten, das Diaconiffen- haus Elisabethstift in Darmstadt mit 92 Betten, dasMathilden- Landkrankenhaus daselbst mit 90 Betten, die Kinderheilanstalt Elisabethhaus in Bad-Nauheim mit 60 Betten, das Städtische Hospital in Friedberg mit 55 Betten, das St. Vincenz-Hospital
vermischtes.
* Während der jüngsten heftigen Stürme im Atlantischen Ocean konnten, so berichtet ein Passagier eines Packetdampfers in der „Liverpool Evening Times" vom 17. October d. I., viele der an Bord befindlichen Fahrgäste fast gar keine Nahrung zu sich nehmen. Sehr erquickt und gestärkt wurden sie jedoch durch das echte Liebüg s F leisch extr act, das, weil so leicht verdaulich und von so beruhigender Wirkung aus die Magennerven, sie auch dann, als jede andere Speise ihnen widerstand, noch genießen konnten.
Spielzeug, mit welchem diphtheritiskranke I in Mainz mit 54 Betten u. s. w. Die Zahl der öffentlichen Krankenhäuser im Großherzogthum beträgt 28, die der privaten 6, in ersteren befinden sich 1666, in letzteren 180 Betten bezw. Plätze. Verpflegt wurden 8098 männliche und 5757 weibliche Kranke in öffentlichen Krankenhäusern,
mit Vergnügen meinen Raum ansehen. Es dürfte sich dann aber ereignen, daß in Washington eine Beschwerde einläuft und daß Ihre Regierung hernach für den Schaven aufzukommen hat. Weiter will ich nichts gesagt haben, Mister. Ich kenne die Abmachungen der Vertragsmächte, das Abfangen von Sclavenfahrern betreffend, so genau wie Sie, und ich lasse mir mein Recht nicht so ohne Weiteres von jedem ersten besten hergelaufenen Man-of-wars-Mann schmälern."
Nachdem der Uankeeschiffer diese lange Rede gehalten hatte, drehte er sich kurz um, ließ den Offizier stehen und ging in seine Cajüte.
Es blieb dem Lieutenant Häberlein nichts übrig, als an Bord des „Sturmvogel" zurückzukehren und seinem Comman- danten das Ergebniß der Expedition zu melden.
„Ich bin jedoch fest überzeugt," so schloß er seinen Bericht, „daß der Dankee ein Sclavensahrer ist."
„Sie haben aber keine Beweise dafür- die Papiere befanden sich, wie Sie selber einräumen, in bester Ordnung."
„Dem Anschein nach, ja."
„Dann läßt sich nichts tbun," sagte der Commandant.
Und zu dem größten Leidwesen und Aerger der ganzen Besatzung wurde der Kreuzer wieder auf seinen Curs gebracht.
Allein während der ganzen Nacht wurde Capitän Kerk- fender von der Erwägung gedrangsalt, ob es nicht doch besser gewesen wäre, es auf eine etwaige Beschwerde an hoher Stelle und dann auch auf einen Rüffel ankommen zu lassen, als von der Durchsuchung eines so verdächtig erscheinenden Fahrzeugs Abstand zu nehmen. In der Frühe .des nächsten Morgens gelangte überdies noch das Gerücht zu seinen Ohren, daß der Bootsmannsmaat, der den Lieutenant Häberlein an Bord des „Black Eagle" begleitet hatte, etwas an jenem Fahrzeuge bemerkt habe, das zum Mindesten sehr auffällig war. Der Mann wurde gerufen und ausgefragt. Derselbe gab an, daß das Boot, während der Lieutenant an Deck des Schoners mit dem Fankee verhandelt habe, ein kurzes Stück achteraus getrieben sei- dabei habe er wahrgenommen, daß der Name am Heck des Fahrzeugs ganz frisch mit Farbe überstrichen war, um ihn unkenntlich zu machen- trotzdem wären die beiden letzten Buchstaben noch deutlich erkennbar gewesen. Diese Buchstaben aber waren A N und nicht LE.
„Und da sagt der Hallunke, es wäre ein neues Schiff!" rief Capitän Kerksender in hellem Zorn. „Wenden!"
„Wir werden ihn kaum noch erreichen," bemerkte Lieutenant Schwalbe trocken, während das Schiff sich drehte.
„Meinen Sie? Nun wir werden ja sehen," entgegnete der Commandant. „Der Wind ist noch immer kaum der Rede werth und wir wissen ja, welchen Curs der Schoner gesteuert hat. Er läßt sich nicht träumen, daß wir ihn noch
Citeratar unfc Kauft
— Das Buch von der gesunden und practischen Wohnung. Mil den soeben erfchtenenen Heften: „Die Wohnung als Erholungsstätte", „Die Hausapotheke" und „Das Krankenzimmer" ist das sehr interessante und zeitgemäße Werk von E. Falkenhorst zum Abschluß gelangt. Auch die letzten Lieferungen bieten eine Fülle von Belehrungen und practischen Winken. Mit Recht weist der Verfasser darauf hin, daß die Erholung des Geistes durch die Beschäftigung mit der Natur in zweckmäßigster Weife erreicht wird, und dementsprechend gibt er auch kurze aber ausreichende Anregungen für die Pflege der Zimmerpflanzen und die Anlage von Naturanstalten im Haufe. Sehr beachtenswerth sind auch die Auslassungen über die Hygiene der Sommerftischen, die zum Schaden so Vieler vollständig vernachlässigt wird. Der Abschnitt „Die Hausapotheke" bildet eine Betrachtung über das Seldftcuriren im Hause, an der Hand trefflich ausgewählter Beispiele macht der Verfasser auf die Gefahren derselben aufmerksam, bespricht den Werth der Hausmittel, deckt den Geheimmittelschwindel auf und bespricht die neuesten Heilmethoden, die unzweckmäßig angewandt, so oft Schaden bringen. Das Grenzgebiet zwischen dec Hygiene und Heilkunde, soweit sie das Privathaus betreffen, wird damit in sehr geschickter und nutzbringender Weise erledigt. In dem letzten Hefte „Das Krankenzimmer" finden wir eine kurze Anleitung zur häuslichen Krankenpflege, auch hier sind die Grenzen zwischen der Pflege und Heilung der Kranken;Har gezogen. So bietet uns „das Buch von der gesunden und practischen Wohnung" in seiner Gesammtheit einen vortrefflichen Rathgeber in allen hygienischen Fragen, die mit dem häuslichen Leben zusammenhLngen.
Beiträge zur Kenntnitz der Diphtheritis. I
Eine Seuche, die so viele Opfer fordert, wie die Diphtheritis, I in würgengelartiger Weise Städte und Dörfer Heimsucht, in allen Schichten der Bevölkerung Jammer und tiefste Trauer zurucklaßt, muß wohl schon um deßwegen in der Tagespresse besprochen werden, weil die Kenntniß von dem Wesen der Krankheit und der Art ihres I Auftretens in gewisser Hinsicht den Bedrohten zum Schutze gereichen kann Der wirklich Erkrankte hat natürlich schleunigst Hilfe bei | seinem Arzte zu suchen. Die Diphtheritis, die im Wesentlichen in drei verschiedenen Formen auftritt und ihre Opfer vorzugsweise unter I unteren Lieblingen^ den Kleinen, heischt, ist eine über den ganzen Erdball verbreitete Krankheit. Nach Janssens Uebersicht sterben an I derselben jährlich auf 100,000 Einwohner: in England 41, Belgien 44, Holland 53, Schweiz 59, Italien 79, Frankreich 80. Deutschland 100, Skandinavien 110, Rußland 110, Spanien 112, Oesterreich-Ungarn 11b, 9iOrba®tetman4fie6t, steht Deutschland in dieser Statistik so ziemlich in der Mitte und zwar hier der Osten, namentlich der Nordosten, weit mehr belastet als der Westen. . . I
Es ist durch statistische Forschungen zweifellos erwiesen, daß die Verbreitung der Diphtherie in den letzten Jahren eine immer größere geworden ist. Die Krankheit tritt in den tropischen Gegenden häufiger auf, als in den gemäßigten und nördlichen Klimaten.
Im Gegensatz zu anderen ansteckenden Krankheiten ist sie aus I dem Lande mehr ausgebreitet als in den Städten; doch scheint sie in den letzten Jahren gerade in den bevölkerten Strichen mehr Platz zu greifen. In England nahm sie beispielsweise in den letzten fünfzehn Jahren sehr zu, obwohl in dieser Periode für Beschaffung reinen I Trinkwassers und Verbesserung der Canäle und Abflußwasfer immer I mehr Sorge getragen wurde und die Typhussterblichkeit tn Folge oiefer Umstände auch sehr abnahm. Durch d esc Thatsachen find auch diejenigen widerlegt, die noch vor kurzer Seit an ein constames Verhältniß zwischen den Schwankungen des Grundwassers in den Diphtberie-Epidemien glaubten. Im Gegensatz zu ihnen behauptet ein englischer Forscher, Edward C. Seaton in London (offenbar aber hierin zu weit gehend), daß die Diphtherie in keiner Weise von den hygienischen Verhältnissen beeinflußt werde. ,
Die heutige Forschung nimmt an, daß eines jener unendlich | kleinen Lebewesen, die wir ihrer stabartigen Form zuliebe Bakterien nennen, der Erreger der gefährlichen Seuche sei. Zwar find es ja | jene Lebewesen an und für sich nicht, die die Gefährlichkeit der Diphtherie bedingen, sondern — und dies gilt für alle durch Bacterteu bewirkte Krankheiten — deren Stoffwechselproducte. Diese Producte, deren Erforschung Hauptaufgabe der modernen Naturw ssenschaften fein muß, sind eiweißartige Gifte, sie bewirken fettige EntaAung der Leber, starke Schwellung der Nebennieren und andere hoch ge ahr- liche, bis zum Tode führende Erscheinungen. Das wirkende Princip des^Diphtheriebacillus, jenes eiweißfarbige Gift, vermochte man aber nicht nur aus Kulturen des Diphtheriebacillus, sondern auch aus dem Blute der an der Seuche zu Grunde Gegangenen -u isoliren, ein Beweis dafür, daß es ins kreisende Blut übergeht. Der Divhterie- bacillus entwickelt sich an der Oberfläche der Erde, da, wo Unrein; lichkeiten aller Art ausgebreitet sind. , ,
Hochwichtig ist die Beantwortung der Frage: Wie erfolgt bet Diphtheritis die Ansteckung? Endgiltig gelöst ist dieselbe bis heute noch nicht. Viele Aerzte nehmen neben der directen Ansteckung auch eine solche durch die Luft an, fußend auf der Möglichkeit, daß der Bacillus auch durch diese weitcrgetragen werde. Die bebeutenbften DipLtheriesorscher der Neuzeit neigen sich der Annahme einer directen Ansteckung immer mehr zu. Erfolgt diese nun durch die von den Kranken ausgeworfenen Belege, den Brutstätten des Bacillus, die direct auf die Schleimhäute gesunder Menschen gelangen, oder Neste von jenen, die an Wäsche, Kleidungsstücken, Spielzeug oder an
Die Prise.
Von Friedrich Meister.
(Fortsetzung.)
Noch ehe Lieutenant Häberlein den Schoner erreichte, hatte fein seemännischer Blick bereits erkannt, daß Bauart und Takelung desselben lediglich auf Schnelligkeit berechnet waren. Besonders erschien sein Masten- und Spierenwerk ungewöhnlich schwer für ein Fahrzeug von seiner Größe.
Der deutsche Offizier wurde .an Bord des Amerikaners von einem kleinen, schmächtigen, ältlichen Manne empfangen, der einen breiten Panamahut trug und sich durch ferne naselnoe, Ichleppende Sprache als Vollblutyankee verrieth.
„Bitte um Ihre Papiere, if you please,“ sagte der Lieutenant höflich, aber bestimmt.
Die Papiere kamen zum Vorschein und erwiesen sich durchaus in Ordnung.
haben Sie für Ladung an Bord?" lautete die
Stückgut in Kisten und Ballen - auch etwas Baumwolle."
Warum befindet sich der Name Ihres Fahrzeugs nicht
im ? c\a er nicht drin? Well, das kommt dann wohl daher,weil's ein ganz neues Schiff ist. Man kann den Schiffsnamen doch nicht telegraphisch ins Register eintragen lassen, Mister." r , or ,r.
Lieutenant Häberlein überlegte etnen Augenblick.
„Lassen Sie die Luken aufmachen", sagte er dann, „ich möchte mir Ihren Cargo einmal ansehen.
Der Schiffer schüttelte den Kopf.
„Daraus kann nichts werden," entgegnete er. „Der Aufenthalt hat nun gerade lange genug gedauert. Es fallt mir nicht ein, noch mehr von dem bischen Wind zu verlieren, dem ersten, der sich in dieser verwünschten Breite seit ner
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„I nicht doch, Sir- nicht mit Ihren sechs Mann, so lange ich noch fünfzehn Leute an Deck habe. Sie haben kein Recht, den Raum eines achtbaren Kauffahrers zu durchsuchen und in seinem Cargo herumzuschnüffeln. Halten Sie muh etwa für einen Selavenhändler? Wenn Sie meine -uken abdecken wollen, dann lassen Sie sich erst von Ihrem an- of-war*) soviel Mannschaft kommen, daß Sie mich überwältigen können, verstehen Sie wohl- nachher mögen Sie sich
(ßtefjener Anzeiger. Beilage zu Rr. 253. - 1891
einmal zu sehen wünschen und so wird er den Curs auch beibehalten haben. Ich bin überzeugt, daß wir ihn einholen werden."
Die Hoffnung, den „Black Eagle" noch einmal aufzubringen, versetzte alle Mann aufs Neue in Spannung und Erregung. Der Tag verging, ohne daß auch nur ein einziges Segel in Sicht kam, als jedoch der nächste Morgen anbrach, da sah Lieutenant Schwalbe sich genölhlgt, anzuerkennen, daß des Capiiäns Beurtheilung der Sachlage zutreffender gewesen war, als die seine. Das Glück hatte den „Sturmvogel" auf die richtige Fährte gebracht.
„Schiff in Sicht!" brüllte der Mann auf dem Ausguck.
Richtig! Gerade voraus lag der amerikanische Schoner beinahe regungslos in der Windstille, mit träge gegen die Masten schlagenden Segeln.
„Voll Dampf voraus!" schrie der Capitän durch das Sprachrohr in den Maschinenraum hinunter. „Signalisiren Sie ihm, daß er beidrehen soll, Lieutenant Häberlein", fuhr er eifrig fort, „und wenn er nicht sofort gehorcht, dann schicken Sie ihm eine Kugel vor den Bug. Herr Lieutenant Schwalbe, Sie gehen mit dreißig Mann in die Barkaß- die Leute nehmen ihre Gewehre und Entermeffer mit. So wie Sie an Bord sind, lassen Sie die Luken aufreißen. Sie werden sich kein L für ein U machen lasten, das weiß ich."
„Zu Befehl!" antwortete der Lieutenant, ein energischer, ’ etwas zu Ueberhebung geneigter Offizier von dem Civis- : Eomanus-sum-Typus. Der vorherige Beschluß seines Com- ' Mandanten, den „Black Eagle" undurchsucht zu lassen, hatte ! ihn mit tiefem Unwillen erfüllt, jetzt aber, als ein that- | kräftigeres Verfahren Platz greifen sollte, athmete er be- - friedigt auf.
„Hören Sie, Schwalbe," flüsterte der Commandant ihm \ ins Ohr, als er sich soeben anschickte, die Fallreepsleiter ; hinabzuklettern, „ich überschreite hierbei ein wenig meine ; Grenzen — die Instruction — na, Sie wissen schon. Ich j kann mir nicht helfen, ich habe doch so meine Bedenken. Wenn > der Schoner sich als ein Sclavensahrer herausstellt, wie wir ! ja alle annehmen, dann theilen Sie mir das gefälligst durch ( einen Wink mit Ihrem Taschentuch von seinem Heck aus mit- \ wollen Sie mir das versprechen?"
„Selbstverständlich," antwortete der Lieutenant. „Ich j bin übrigens meiner Sache schon jetzt ganz gewiß."
Damit stieg er eilfertig hinab in das große Boot, das i gleich darauf mit kräftigen Ruderschlägen über die blaue j Tiefe dahinschoß.
(Schluß folgt.)


