Einzelbild herunterladen

ns

wem

eib

März:

Rr.

»b 28^? ,,

a,,iQ't=>«»

:.$* ,Sffi^s.

mSÄ**

%zSrl. ...

* g'kcht. 1 **

ir.

äässj^^b;

ta,4MS?fä5»5S " >j°dn bäSNn Ä ""ZK!«" '«Sfe®s«

MUR8 fyfnöcr Cotntnk Ärthlt Smd.d.U LML - H Meckel, eititt. :m grsucht. w

KÄtzn, (gditttatg.

.mrheiUnatalt istadt a. M.. Hesti age und Electricität * e gratis durch den dir. Arzt titzer Dr. med Kleeblatt

189L

ekel, Lehrer.

ng.

tarnte, welche wir öei bflit n irrau von hier unb aus» ini Namen her Meinigen. llOo

*

jh bieutraurige WM

181*, geb. Sw,

A bnlriue*«L z.Iedrich

15**

F

IlSt*

L , 2 Uhr vom

g Mchmttag i ^731

1891

Samstag den 28. Februar

Nr. 50

$er ^Mrfm jtojeigtt «ßcheim täglich, ®H Lurnahme bd Äoetagl.

Webaction, LxpedM Mb Druckerei:

>oni(iic9i.i

Ksrialprccher 5L

$* «etzrner

vwrtwn dem Kitjdftr rAächaMttch dreimal d eigelegt.

vierteljähriger

2 Mark 20 Pfg. «» Lringerlohn.

Durch die Poft bezöge«

2 Mark 60 Pfg.

Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

Amts- tmb Anzeigeblatt für den Areio Gieren.

M ii ............................................... . Hl i'iinw»m mim.

I Hrati-Seika,-- Hi-ßm-r Ja«ikieMrtter.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung.

G» wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz dem Verwaltungsrath des ersten deutschen Reichswaisenhause» in Lahe die Erlaubniß ertheilt hat, die Loose einer in diesem Jahre zum Besten der genannten Anstalt zu veranstaltenden verloosung von thells angetansten, thells geschenkten Gegen- stLnde«, erstere hauptsächlich aus Silber, innerhalb de» Groß- herzogthums zu vertreiben.

Indem wir dies zur öffentlichen Kenntniß bringen, bemerken wir, daß nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten verloosungsplan 200 000 Loose zu 1 ausgegeben werden dürft» und 10300 Gewinne im Werthe von 140000 *#. zur verloosung kommen.

Gießen, den 25. Februar 1891.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Deutsches Reich.

an. Darmstadt, 26. Februar. Zweite Kammer der Laudstände. Die Verhandlungen beginnen um 9^ Uhr. Vie Tribünen sind heute dicht gefüllt. Meistentheils sind es Gastwirthe aus der Bergstraße und Rheinhessen, welche der Debatte über die Beseitigung der Weinsteuer in Person bei- vohnen wollen.

Am Ministertische befinden sich Finanzminister Weber, rie Mimsterialräthe Baur und Draut, Oberforstrath Kilbrandt, Oberbaurath Wetz, Bergrath Braun und tzfinanzrath Krug.

Bor Eintritt in die Tagesordnung erfolgt Bericht­erstattung über die im Wahlkreise Butzbach stattgesundene Nachwahl eines Landtagsabgeordneten.

Berichterstatter Friedrich schlägt Namens des Aus­schusses dem Hause vor, die Wahl des Dr. Vogt- Butzbach ^ach stattgehabter Wahlprüsung für giltig zu erklären.

DaS Haus stimmt diesem Vorschläge zu.

Nunmehr folgt die Fortsetzung der Berathung des Haupt- »orauschlags mit Einnahmen. Hauptabtheilung 1., Domänen. Sap. r, Erträge aus dem Familieneigenthum des Großh. Hauses. Tit. 1, Einnahmen aus Cameral-Domänen.

Die Einnahmen für Getreide waren uach Mittheilung Eroßh. Regierung im vorigen Hauptvoranschlag zu hoch ver-

^gggggg

anschlagt. Dieselben werden um 684 Mk. für diesesmal niedriger veranschlagt. Die Einnahmen aus Wiesen, die jetzt unter eigener Verwaltung stehen, sind mit 450,000 Mk. ein­gestellt. Der Flächeninhalt beträgt heute 4116 Hectar.

Schon aus dem vorigen Landtag, besonders bei der Be­rathung über die Erhebungen über die Lage der Landwirth- schast ist von mehreren Abgeordneten der Zustand der in Selbstbewirthschaftung des Staats befindlichen Wiesen be­mängelt worden. Auch heute tritt dieselbe Klage zu Tage. Der Ausschuß hält es daher für rathsam, daß dem Hause ein Gutachten über den Zustand dieses Wiesenbesitzes bald- thunlichst mitgerheilt werde. Diese Wiesen müßten den Land- wirthen als Muster dienen.

Zu diesem Capitel sprechen die Abgeordneten Hechler, Muth und Graf Oriola.

Zu Tit. 2, Braunkohlenbergwerk Ludwigshossnung, sind 55,000 Mk. Einnahme eingestellt und geben zu keiner Debatte Veranlaffung.

Tit. 3,' Saline Theodorshalle, wird mit dem früheren Betrage genehmigt.

Bei Tit. 4, Badeanstalt Salzhausen , weist der Abg. Erk aus einige Mißstände, z. B. die Bade-Einrichtungen u. s. w., hin und bittet um etwas mehr Berücksichtigung gegenüber Bad-Nauheim.

Finanzminister Weber sagt Erhebungen zu und ver­sichert den Abg. Erk des größten Wohlwollens gegenüber Salzhausen.

Tit. 5, Forstdomänen, wird genehmigt, ebenso Tit. 6, unmittelbare Einnahme« der Hauptstaatskasse.

Zum ganzen Capitel beantragt der Ausschuß, die vor­gesehenen Einnahmen mit 4,485,634 Mk. zu bewilligen, jedoch mit der Beschränkung, daß bei Festsetzung der Bei­träge der waldbesitzenden Gemeinden u. s. w. zu den Be­soldungen der Oberförster nur diejenige Besoldungssumme angerechnet werden darf, welche sich nach den Verhandlungen über die in Cap. 107, Tit. 1 und 2, der ordentlichen Aus­gaben enthaltenen Vorschläge als verwilligt ergeben wird; sodann Großh. Regierung zu ersuchen, durch das cultur- technische Personal der oberen landwirthschaftlichen Behörde eine Untersuchung deS Zustandes des unter eigener Verwaltung des Staates befindlichen Wiesenbesitzes vornehmen zu laffen und das hierüber erstattete Gutachten den Landständen mit» zutheilen, auch wegen Verbesserungsbedürstigkeit der Wiesen den Ständen eine Vorlage zu machen.

Dieser Antrag wird einstimmig angenommen.

Cap. 2, Erträge aus Staatsdomänen, hier Tit. I, Cameral- und Forstdomänen, sind mit 8070 Mk., und Tit. 2, Saline Bad-Nauheim, mit 5998 Mk. eingestellt. Hiergegen wird nichts erinnert.

Zu Tit. 3, Badeanstalt Bad-Nauheim. Die Einnahme an Badegeldern und Kurtaxe konnte infolge der gestiegenen Frequenz auf 35,000 Mk. eingestellt werden.

Abg. Weith spricht der Negierung Dank aus für ihr seitheriges Wohlwollen.

Ferner erachtet es der Ausschuß für geboten, im Ein- verständniß mit Großh. Regierung für Unterstützungen cm das Hospital für arme Kurfremde statt 500 Mk. wie früher jetzt 2000 Mk. zu überweisen, welcher Betrag an dem Nau­heimer Kurfond zu kürzen sein würde.

Nack einer Erklärung des Ober-Bergraths Braun, wonach es in der Absicht der Regierung liege, verschiedene Verbesserungen in Bad-Nauheim herbeizuführen, u. A. event. des elektrischen Lichtes, wird die Beschlußfassung ausgesetzt.

Schluß 1 Uhr.

Deutscher Reichstag.

74. Plenarsitzung. Mittwoch, 25. Febrvar 1891, 1 Uhr.

(Verspätet etngegangen.)

Die zweite Berathung der Novelle zur Gewerbeordnung (Arbeiterschutz) wird fortgesetzt.

S 119a (Lohneinbehaltung) wird in derCartellfassung an­genommen.

Abg. Dr. Hirsch (dfr.) zieht seine zu diesem Paragraphen gestellte Resolution betr. wöchentliche Abschlagszahlungen in den Staatsbetrieben für diese Lesung zurück, um sie in veränderter Fassung in dritter Lesung wieder etnzubrtngen.

S H9b bestimmt, daß unter den in den vorstehenden Para­graphen bezeichneten Arbeitern auch diejenigen Personen verstanden werden, die für bestimmte Gewerbtreibende außerhalb der ArbeitS-- stätten der letzteren beschäftigt find.

Abg. Stadthagen (Soc.): Durch die Annahme des $ 119» und die damit sanctiontrte Lohnbeschlagnahme feien wir zu den primitivsten und zu barbarischen Zuständen zurückgekehrl. Das sei kein Schutz, wenn dem Arbeiter ein Wochenlohn einbehalten werden könne, denn er, der von der Hand in den Mund lebe, sei darauf angewiesen. Eine solche Bestimmung müsse Unzufriedenheit erwecken und die Grundlagen der Gesellschaft erschüttern. Eine solche Be­stimmung begünstige die ärgste Auswucherung. (Oho!) Sie sei der schlimmste Ausfluß des Ausbeutungssystems. Das tGeseh schütze nur die Ausbeutung der Arbeiter durch die Unternehmer. Jedenfalls beantrage er, die hier in Frage kommenden Arbeiter dem S H9a zn entziehen. Durch die Lohneinbehaltung würden auch Schwindler und Bankerotteure begünstigt. Was wolle der arme Arbeiter dem Bankerotteur, der ihm aus Grund des $ H9a den Lohn einbehalten hat, gegenüber machen? Aus Muthwillm werde der Arbeiter den

Feuilleton.

Der einzige Sohn.

Novelle von I. Bonnet.

(10. Fortsetzung.)

O, wie gerne zog sie ihn nicht an ihre mütterliche Brust, und ix den schwermüthig ernsten Mutteraugen perlten Thränen M Entzückens über ihn, der für sie die Welt und alles, alles war. Auch er hing an ihr. Denn sie war so einzig gut, sie konnte ihm nichts versagen, stattete ihn aus mit allem, , wa» er irgend wünschte, und vertraute ihm als ihrem Abgott.

Leider verfolgte ihn ein ungünstiges Geschick, er verlor eins seiner theuersten Pferde, verspielte ungeheure Summen, verwettete andere und sah sich, um die Mutter nicht ewig anzusprechen, zumal sie aus notwendige Einschränkungen hin- gedeutet hatte, genöthigt, Wechsel zu schreiben, bis eine günstigere Wendung für ihn einträte. Da sie fortzog und dar Geld, statt ihm reichlich zuzufließen, wie es seine un­umgänglichen Bedürfnisse erheischten, knapp und knapper ward, blieb nichts übrig, als Schulden zu machen, wo die Gelegen­heit sich bot. So ging es fort, mit eiserner Nothwendigkeit, Schritt für Schritt. Die Anforderungen des Lebens wuchsen, die Einnahmen verkürzten sich. Um vor den Gläubigern den glänzenden Schein zu bewahren, wurden bald diese, bald jene neuen Anschaffung nöthig. Er mußte Aufwand machen, um daS Vertrauen zu seinen unerschöpflichen Mitteln aufrecht zu halten. Von Stufe zu Stufe ward er weiter geschoben, er mochte am Ende wollen oder nicht. Manchmal schwindelte ihm der Kops. Dann that das Glas seine Schuldigkeit und zu einem Rausche ward sein Leben. Ein paar Bekannte in ähnlicher Lage hatten zu ihrer Rettung den Sprung inS dunkle Jenseits gethan, wovor ihm graute, da eine unbestimmte Ahnung in seiner Brust dem widersprach, was al» aus­gemachte Ansicht auf jedem Blatte neuerer philosophischer Werke zu lesen stand.

In dieser verzweifelten Lage führte ihn der günstige 1 Zufall bei einer Gesellschaft mit einer bekanntermaßen sehr | reichen jungen Dame zusammen. Er hatte Glück bei den Damen gehabt, so lange er denken konnte, und blitzartig hatte sich in ihm ein willkommener Plan gebildet, mit einem Schlage die Netze, die seinen Fuß umgarnten, zu zerreißen. Es ge­lang ihm bald, sich in dem Hause des Bankiers Zutritt zu verschaffen, zu rechter Zeit, da gerade die Spürhunde von Gläubigern, als hätten sie aus einmal Witterung von seiner Lage bekommen, hinter ihm anschlugeu und ihn zu saffen drohten. Eile war von Nöthen. Und so machte er eines schönen Tages dem Bankier seine Aufwartung, um von ihm die Hand der Tochter zu erbitten. Glücklicherweise sah der Herr auf Namen von gutem Klang und war soweit nicht ab­geneigt, ihn als Schwiegersohn willkommen zu heißen, nur sei zuvörderst ein Pünktchen zu erledigen, eine Kleinigkeit, die, wie er vertraue, nichts zu bedeuten habe. Das Pünktchen aber verdichtete sich im Lause der peinlichen Erörterungen, dehnte sich und schwoll zu einer Wolke an, die Schulden des Herrn Lieutenants, über welche der zukünftige Schwieger­vater erst im Reinen zu sein wünschte, bevor er sein klares, volles Ja gebe.

Aurelie, die an dem Heraustretenden wie zufällig vorüber­huschte, warf ihm einen ermuthigenden Blick zu und zwischen Furcht und Hoffnung fortgehend, marterte er seinen Kops mit Entwürfen, wie er sie sich sichern könnte. Um die nächste Straßenecke biegend, gewahrte er den Wechselgläubiger wenige Schritte vor sich, wie er mit einem Unbekannten sprach. Schnell kehrte er um und ging die Straße hinunter, eilte hieraus in die Querstraße und schritt doppelt gepeinigt seiner Wohnung zu. Als er die Klingel gezogen und die Haus- thür aufgesprungen war, prallte er zurück, der Gläubiger, dem er soeben entflohen war, stand vor ihm und hielt ihm mit höhnischem Augenzwickern den fälligen Wechsel vor die Nase.

Den Blutsauger denn ein solcher war es loö zu werden, kostete Schweiß uud Angst, ein todesartiger Schauer durchrieselte ihu, wie die ungeheuren Zahlen vor seinen AugeN flimmerten. Ein neuer Wechsel, in acht Tagen fällig, ward

unterzeichnet, dann warf er sich keuchend in einen Seffel und strich sich die Schweißperlen von der Stirn, während die Schritte des Gläubigers unten verhallten.

Plötzlich sprang er empor. Fieberhaft pochten seine Schläfen, in seinen Augen spielte ein irres Feuer. Wenige Augenblicke später befand er sich in einer Zeitungsexpeditivn und gab seine Verlobungsanzeige für das nächsterscheinende Blatt ab.

Am folgenden Tage wußte alle Welt, daß er mit der reichen Bankierstochter verlobt sei. Wo ihn Bekannte trafen, da gratulirten sie und nannten ihn einen Glückspilz. Er aber warf sich in den ersten besten Wagen und fuhr im schnellste« Trabe bei dem Bankier vor.

Fatale Sache das düpiert, rein düpiert worden keine andere Wahl als Verlobung sofort"

Es möchte doch noch einen anderen Ausweg geben, die fatale Anzeige in der Zeitung zu Schanden zu machen," be­merkte der Bankier kühl.Ich werde mich deßwegen an Ihren Herrn Hauptmann wenden, bin augenblicklich beschäftigt, bitte um Entschuldigung"

Mit einer Handbewegung hinausgewiesen, taumelte er aus die Straße, weiter, immer weiter, er wußte nicht, wohin.

Da glitzerte an ihm ein Wagen flüchtig vorüber.

Er zuckte zusammen. Der Bankier!

Und dann begegneten ihm lachende Kameraden, die grüßten ihn artig, gratulirten und nannten ihn einen Träumer vor Glück.

Und am Tage daraus grüßte ihn Niemand mehr, er war kassiert und in der Nacht hockte er dumpf in der Ecke eine- Bahncoupös und sauste mit dem Zuge fort, der neuen Wett entgegen, Amerika, dem Ablagerungswelttheil verunglückter einziger Söhne, und feine Mutter verkaufte ihre Schmuck- fachen, um zu zahlen, so viel in ihrer Macht stand, uud in ihre» Alter den Kamps mit Roth und Elend zu beginnen.

(Fortsetzung folgt.)