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Die Coursbewegung vollzog sich auf allen Gebieten ziemlich gleichmäßig und ohne besonderen Zwisch nfall. Im Bankenmarkt hob sich das Niveau der führenden Werthe um ca. 2—3 o/o, bei Credtt ist die Erhöhung noch stäiker, sie beträgt 5 ft. Die Wiener Börse hat noch einen besonderen Grund, für ihre Localwerthe feste Tendenz zu zeigen, und dieser liegt in den umfassenden baulichen Veränderungen,
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Von österreichischen Bahnen gewannen auf die erwähnten Gerüchte W.ftdahn 10 ft, Lombarden 3 fl. und Prag-Duxer 3% ft, und in Uebereinstrmmung mit diesen hat sich das Nweau sämmtticher übrigen Actten gehoben. Schweizer Bahnen lagen indessen matt aus das Zustandekommen des Referendums über den Ankauf der Cetttralbahn, wodurch die Entscheidung nun den Wechselfällen der Volksabstimmung preisgegeben wird. Centralbahn verloren daraus hin 4 %, Nordost 3%, Jura-Simplon sogar 8%. Gotthardt sind nvch einigermaßen behauptet.
Jin Montanmarkt haben sich die Course wieder gehoben, jedoch aus keinem anderen Grunde, als dem sich geltend machenden Deckungsbegehr. Bochumer gewannen bei einem Deport von V2 °/o nur 2%, Laura 1,30%, Alpine 2%%, Gelsenkirchener 2%, Harpener 3%.
Der Rentenmarkt war in Folge des flüssigen Geldstandes sehr animtrt. Deutsche Fonds haben den Verlust der Vorwoche fast vollständig eingeholt. Von ausländischen Renten sind Ungarn und Italiener, österreichische Anleihen und Russen thetlweise beträchtlich höher, nur Türken sind weiter schwach.
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Die Börse ist in das Zeichen der Ultimoliquidation getreten und damit hat wieder eine Coursbewegung begonnen, die lediglich durch die Positionsverhältntsse bestimmt wird. — Der erste Tag der Woche verlief noch gerade wie die der vorvergangenen still, aber mit einer ausgesprochenen Neigung nach unten. Erst die Nachricht von der Aufhebung des Paßzwanges in Elsaß-Lothringen brachte einen Umschwung und seitdem sind die Course auf allen Gebieten recht bedeutend hinaufgegangen. Wenn es somit auch den Anschein hat, als ob andere als Positionsver- bältnisse maßgebend für den Tendenzwechsel gewesen seien, so wiro man doch dieser Ansicht beipflichten müssen, berücksichtigt man das Verhalten der Börse namentlich in den letzten Tagen, da politische Fragen überhaupt nicht berührt wurden, Paßzwang und Orientfrage vergessen schienen, und nur das bereits stereotype Gerücht von dem Zarenbesuch erneut in Umlauf gebracht wurde. Ein Vergleich der diesmaligen mit der vorigen Liquidation ist interessant, weil er darthut, wie auch die Baissepartet ängstlicher geworden ist. Dieselbe hat vor Monatsfrist die Engagements unentwegt festgehalten und mitten in einer Liquidation, die außerordentlich hohe Depotsätze bedang, dieselben noch vergrößert, heute schreitet dieselbe Specu- lation bet weit geringeren Depotsätzen ängstlich zu Deckungen. Sie fürchtete offenbar von dem Erfolg der Emissionen in Varis überfahren zu werden. Die Lage des dortigen Marktes ist ja zwar nichts weniger als vertrauenerweckend. Aus Jahre, die dem besitzenden Publikum die schwersten Verluste beigebracht haben, folgt eine Mißernte, die nicht nur eine große Mindereinnahme bedeutet, sondern auch das Land für ungeheuer große Bezüge von Brodgetreide auf das Ausland anweist. Der Markt selbst hat noch überaus große Verpflichtungen in der Vollzahlung der aus der letzten Riesenemission der 3% Rente stammenden Titres zu erfüllen, die großen Anforderungen für Getreidebeschaffung kommen hinzu, und zu dem Allen tritt nun wieder ein Capitalbedarf für die Neuemissionen und das fortwährend aus dem Auslande herbeiströmende Material, das sich abermals auf Hunderte von Millionen beziffert, sodaß man sich wirklich fragen muß, wo alle diese Capttalten Herkommen sollen, die zur Bezahlung dieser Summen nothwendtg sind. Indessen glaubt man trotzdem, daß der Erfolg der Emissionen nicht ausbleiben wird, denn es ist eine bekannte Thatsache, daß solche Ueberladungen eines Marktes sich erst nach langer Zeit fühlbar machen, besonders wenn hohe Rentencourse die Meinung verbreiten, daß Capital im Ueberfluß vorhanden sei, und wenn die Vorsicht gebraucht wird — was hier jedenfalls geschieht — die Einzahlungen auf geraume Zett zu verthetlen. Die deutsche Speculatton deckt also, vielleicht aber nur mit dem Hintergedanken, sich die Hände frei zu machen für den entscheidenden Moment, denn der ganzen Sachlage nach, kann man nicht annehmen, daß die Positionen gelöst würden, ohne die Absicht, sie binnen Kurzem aufs Neue einzugehen.
Die überraschende Meldung, daß ein Berliner Haus an der Anleihe betheiltgt sei, und daß demnach auch dort die Anleihe zur Zeichnung aufgelegt werden würde, hat viel dazu betgetragen, dte Contremtne zu schnelleren Deckungen zu drängen. Dabet folgte sie wohl weniger der Anschauung, daß der Zutritt Berlins den Erfolg der Anleihe vergrößern werde, denn das deutsche Publikum wird auch bei dem niedrigeren Cours wenig Neigung zu einer Behelligung verspüren, als vielmehr der, daß eine Bethetligung deutscher Finanzkräste wahrscheinlich nicht ohne Vorwtssen und Billigung der Regierung erfolgen würde, und daß man daher in derselben ein Ereigniß erblicken könne, das geeignet sei, all die Beunruhigungen, die seit der Kronstädter Flottenschau sich geltend gemacht haben, zu verscheuchen.
Die Deporlsätze sind, wie schon bemerkt, wett geringer als in der Augustliquidation; sie steigen nur bet einzelnen Montanwerthen und bei Russen zu einiger Höhe und sind selbst im Bankenmarkt unbedeutend. Die Engagements sind demnach jetzt schon stark herabgemindert, sie werden nach Beendigung der Liquidation oermuthlich zur Bedeutungslosigkeit zusammengeschrumpft sein, und ob die Stabilität der Course dadurch gewonnen hat, wird zweifellos bleiben. Thatsächlich war schon am Freitag ein Nachlassen der Kauflust zu bemerken.
Geld ist außerordentlich flüssiig und das ist offenbar ein Umstand, der die Speculatton mit zu ihrem Verhalten bestimmt hat. Der Prioatdiscont bewegt sich zwar hart an der Bankrate, aber Ulttmogeld ist zu dem gleichen Satz reichlich vorhanden und von den Anforderungen des Quartalswechsels ist bis auf dte Ver- theuerung des Prtoatdiscontes bisher wenig zu merken. Besonders auffällig ist, daß, während in den übrigen Ländern, die auf Getreideimport angewiesen sind, dte Goldcampagne schon begonnen hat und große Summen nach Amerika abgeflossen sind, die Wechselcourse für Deutschland unverändert günstig bleiben und Gold sort- gescht heretnströmt. Wenn auch angenommen werden muß, daß der Goldbedarf sich noch später fühlbar machen wird, so deutet doch diese Erscheinung darauf hin, daß das Ausland vorläufig an uns zu zahlen hat, und da die Ursache dieser Schuld, wegen des Rückgangs der Exportziffern nicht im Waarenhandel liegen kann, so bleibt nur die Annahme übrig, daß beträchtliche Summen ausländischer Anleihen nach Außen abgeflossen sind. Ich glaube auf diesen Vorgang hier nochmals besonders aufmerksam machen zu sollen, weil er das erste Anzeichen ist, daß dte Ueberladung des deutschen Marktes zu schwinden beginnt und damit der erste Schritt zur Besserung gemacht wird. Ein Aufschwung der Course kann und wird natürlich nicht auf dem Fuße folgen, dazu ist dte Erinnerung an die Verluste zu lebendig, und die ausgiebige Steigerung der deutschen Anleihen in dieser Woche mag daher auch ver- frübt sein, aber mit der Zeit würden doch in erster Linie diese Werthe von einer Besserung der Verhältnisse profittren.
Die Wiener Börse befindet sich im vollständigsten Verstaatlichungstaumel; Böhmische Westbahn, Prag-Duxer und Lombarden wurden der Reihe nach haussirt. Für die ersten beiden hat man schon die Etnlösungsquoten fertig nnd überstürzt sich, um den Börsencours an diese heranzutretben. Auf welche Thalsachen sich die Gerüchte gründen, ist heute noch Geheimniß; aber ob sie nun den Thatsachen entsprechen oder nicht, unter allen Umständen wird es gefährlich sein, den Taumel mtt- zumachen.
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102.20
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Rente .... ö% SerbtscheEisenbahn-
85 55
85.—
3% Sächsische Rente. .
84.20
84.30
3V,% BremerStaatsanl.
—.—
—.—
Hyp.-Obl. L. A. .
4%Schwed.Oblig.l880r
87.75
87.90
„ Hamb.Staatsrente
95.—
94.45
101.—
101 50
4%Oestr. Goldrente .
94.70
94.85
1% Türken conv. Lit. D.
17.75
17.85
„ GriechischeMonopol-
5% Argent. Gold - Anl.
45 —
43.80
Anleihe . . .
62.65
62 35
v. 1887 . . .
5% Rumänische Rente .
97.15
97.05
3V»% Egypt. prio. Anl.
91.35
91.20
4% Rufs. Consols S. III
97.30
97.20
Msendahn-Prioritüten.
4% Pfälz. Ludwigsbahn
50/0 Südbahn Lombarden
102.40
102.60
(Bexbach) . . . „ Hessische Ludwigsb.
101.60
101.70
4% do. do.
3% do. bo.
93.60
62.70
94.—
63 20
68/69 garant. .
100.75
—.—
4% Prag-Duxer Gold .
97.40
97 —
„ Eltsabethb. steuerfrei
, Rudolf Gold (Salzk.) „ Franz-Josef Silber
99.20
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Gold ....
99.20
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82 70
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104.95
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4% do. do.
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53 75
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3% do. do.
3% Livorneser . . .
62.50
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I.-VIILEmtff.
83.90
83.90
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93 80
92 55
3% do. Ergänzungsnetz
81 10
81.05
4% Wladikawkas garnt.
93.10
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104.80
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79.50
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