Mittwoch den 27. Mai
Gietzenev Anzeiger. Beilage zu Rr. 119. -1891.
vermischte«.
*△ Mainz, 24. Mai. Vor der Civilkammer -des hiesigen Landgerichts sollte gestern das blutige Necontre zwischen dem Architecten Heyl und den Lieutenants Leyhdecker und Hüsfner sein civilgerichtliches Nachspiel finden, beziehungsweise die von dem Ersteren gegen die beiden Letzteren angestrengte Entschädigungsklage zur Verhandlung kommen. Zur großen Enttäuschung des sehr zahlreich erschienenen Publikums wurde indeß mit Rücksicht darauf, daß der Vertreter der Beklagten, Rechtsanwalt Dr. Görtz von hier, in einer älteren Prozeßsache vor dem Oberlandesgericht in Darmstadt zu thun hatte, die Verhandlung aus den 30. Mai vertagt. Der Vertreter des Dr. Görtz, Dr. Petri, wollte eine längere Vertagung herbeiführen, wogegen sich der klägerische Anwalt Dr. Zuckmaher mit Entschiedenheit widersetzte. Da von den beklagten Offizieren die Entschädigungsansprüche in quali zugestanden werden und sich dieselben bereit erklärt haben, für den entstandenen Schaden solidarisch zu hasten, so wird voraussichtlich die Sache überhaupt nicht zur gerichtlichen Verhandlung kommen, indem die Höhe der zu leistenden Entschädigung durch Experten festgesetzt werden wird. Jedenfalls fällt durch das oben erwähnte Zugeständniß der Beklagten das Zeugenverhör über die Thathandlung weg, wodurch der Prozeß für die Oeffentlichkeit nur noch wenig Interesse behält.
* Frankfurt a. M., 23. Mai. Auf dem Roßmarkt wurde heute Morgen kurz nach 9 Uhr eine Frau durch das Fuhrwerk des Mineralwasser-Fabrikanten Diehl in Niederrad derart überfahren, daß sie alsbald an den Verletzungen starb. Die Verunglückte heißt Hunger und ist 72 Jahre alt.
* Weibliche Aerzte. Auf Anregung des Ministers Kallay hat sich die österreichische Regierung entschlossen, weibliche Aerzte in Bosnien und der Herzegowina anzustellen. Diese Forderung erwies sich nothwendig, weil erkrankte Mohameda- nerinnen trotz aller Bemühungen sich entschieden weigerten, männliche Aerzte zuzulassen. Bei Anstellung dieser weiblichen Aerzte soll weder auf Nationalität, noch aus Confession gesehen werden. Zwei Damen, welche die Züricher Hochschule besucht haben, sind nach dem „Berliner Tageblatt" bereits.angestellt.
* Zu einer neuen Straßen-Reclame hat das Dreirad in Berlin Verwendung gefunden. Ein fliegender Schuster eilt mit demselben jetzt durch die Straßen und als Zeichen seines Handwerks hat er auf dem leichten Gefährt einen riesigen Stiefel von rother Farbe anbringen lassen, der noch einmal so groß ist als die Person des Radfahrers. Das Innere des Stiefels dient gleichzeitig als Aufbewahrung für die fertigen Schuhwaaren, die der fixe Meister vom Pech in unserer schnellfahrenden Zeit seiner Kundschaft zukommen läßt. Auf dem Außenschaft des Stiefels prangt in großen Goldbuchstaben die Firma des Schuhmachers.
* Eine gelungene Karte mit einer recht komischen Bitte eines achtjährigen Jungen aus Mühlheim an den Kaiser kam der „Rh.-Westf. Ztg." zu Gesicht- der Inhalt derselben ist wörtlich folgender: „An Kaiser Wilhelm 2. in Berlin. Ob Kaiser Wilhelm 2. so sreundlich wäre und Waldemar Briel in Mühlheim a. d. Ruhr ein Filzerveh (soll heißen Velociped)
schicken thäte. Denn dies ist die 2. Karte. Ich grüß auch I alle eure Prinzen."
* Kluge Thiere. Daß auch in der Thierwelt Rache ausgeübt wird, beweist folgendes, dem „Boten a. d. R." zu- olge wahrheitsgetreue Geschichten: Der Stellenbesitzer K. in Ludwigsdorf besaß unter seinem Federvieh einen Gänserich und einen Hahn, welche in beständiger Fehde miteinander lebten, die wohl darin ihren Grund hatte, daß der gewandtere Hahn dem Gänserich beim Füttern stets die besten Bissen wegschnappte. Eines Tages lief der Hahn nach einem solchen kleinen Intermezzo zum nahen Wasser, um seinen Durst zu stillen. Der Gänserich, dies gewahrend, schlich unbemerkt herbei, packte den Hahn am Halse und tauchte ihn so lang unter das Wasser, bis derselbe erstickte. (Da ist es allerdings die höchste Zeit, daß in der gefährlichen Gegend eine Gänsestrafkammer eingeführt wird. Red.) Zusammen mit vorstehender Mordthat erhält die nachstehende Geschichte einen eigenen Reiz. Ein Metzgermeister in Bern war, wie die „Berner Zeitung" erzählt, dieser Tage nicht wenig erstaunt, als ihm sein Hund 250 Frcs. in zwei Hunderter- und einer Fünfziger-Note heimbrachte. Der betreffende Metzger überbrachte das Geld sofort der Polizei. Unterdessen waren die Banknoten bereits von einem anderen Metzger schmerzlich vermißt worden, der sich das spurlose Verschwinden nicht erklären konnte, da er sie nur einen Moment aus der Hand gelegt hatte. Der „Diebstahl" klärte sich dann dahin auf, daß der Hund, der in dem Local des Eigenthümers der Banknoten gewesen war, sie „gestohlen" und seinem Meister nach Hause gebracht hatte.
* Ein ergötzliches Geschichtchen wird aus Köln berichtet, wie ein junger Mann, der wohl reich an Schulden, aber arm an Geld war, einem Gerichtsvollzieher einen Streich spielte. Der Beamte war in der Wohnung des Betreffenden erschienen, um alle pfändbaren Gegenstände sorgfältig zu notiren- allerdings, viel gabs dabei nicht mit den bekannten Zetteln zu bekleben. Da plötzlich öffnet sich die Thüre, und herein tritt — der Geldbriefträger mit einer Anweisung auf 100 Mark. Schnell verschwanden die Goldstücke in den weiten Taschen des Vollziehungsbeamten. Doch dieser hatte die Rechnung ohne m Empfänger gemacht. Der junge Mann hatte die Postqui ; ng mit dem Vermerk „Annahme verweigert" versehen. S . leunigst mußte der Gerichtsvollzieher dem Postbeamten die 100 Mark zurückgeben. Der junge Mann aber entließ die beiden Beamten mit einer stolzen Verbeugung.
* Tobte Seelen. Aus Petersburg wird dem „Jll. Wiener Extrabl." berichtet: 15,000 Personen sollen nach Sibirien verschickt werden, sobald das Wetter dies gestattet. Hiervon sind ein Drittel politische und gemeine Verbrecher und entsprungene Sträflinge. Der Rest besteht aus Frauen und Kindern, welche die Verbannung mit den Verurteilten freiwillig theilen.___________________
Spielplatt der vereinigten Iraukfurter Stadttheater.
Opernhaus»
Mittwoch den 27. Mai: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Gastspiel des Fräulein Gisela Fischer. Das verwunschene Schloß. (Regerl: Frl. Fischer.) Außer Abonnement.
Donnerstag den 28. Mat: Robert der Teufel. Gewöhnliche Preise.
Freitag den 29. Mai: Vorstellung bei ermäßigtm Preisen. Gastspiel des Fräulein Gisela Fischer. Der arme Jonathan. (Molly: Frl. Fischer). Außer Abonnement.
Samstag den 30. Mat: Cavalleria ruaticana. Vorher: Die lustigen Weiber (1. Act.) Zum Schluß: Verlobung bei der Laterne. Große Preise.
Sonntag den 31. Mai: Die Jüdin. Große Preise.
Schauspielhaus.
Mittwoch dm 27. Mat: Neu etnstudirt: Dte Welt, in der man sich langweilt. Gewöhnliche Preise.
Donnerstag den 28. Mat: Abonnement-Vorstellung für einen ausgefallenen Mittwoch. Die Sonne. Gewöhnliche Preise.
Freitag den 29. Mai: Das verlorene Paradies. Gewöhnliche Preise.
Samstag den 30. Mai: Die Haubenlerche. Gewöhnliche Preise.
Sonntag den 31. Mai: Die Welt, in der man sich langweilt. Gewöhnliche Prelle.
Tausende Menschen Artikel von ganz nebensächlicher Bedeutung. Sie verlangen von ihr nichts weiter als daß sie reinigt, daß sie „gut fegt". Das ist eine verwerfliche Ansicht'. Dte Seife, die zur Reinigung des Körpers verwendet werden soll, hat auch den wichtigen Dienst, die Haut gesund und schön zu erhallen, ferner die Hautthättgkeit zu beleben. Seifen, die dies nicht vermögen, eignen sich nicht für die Toilette. Um beim Einkäufe keinen Fehlgriff zu thun, mögen Alle, die die Schönheit pflegen wollen, in den Parfümerien, Eolonialwaarm- oder Droguen-Geschästen Doerings Seife verlangen, die, wie die wissenschaftliche Prüfung begründet, eine Seife von solch qualitativen Vorzügen ist, daß sie selbst Personen mit sehr empfindsamer Haut unter Garantie des günstigen Effectes, der völligen Reizlosigkeit angelegentltchst empfohlen werben kann. Doerings Seife hat keine Eoncurrenz, weder in Qualität noch in Billigkeit. — Preis nur 40 Pfennig. — Zu haben in Giessen bei Gebrüder Adami, F. C. Conrad, Eberh. Dort, Drebes & Wallenfels, Fritz Egly, Emil Fischbach, Ad. Geisse, Gustav Gerhardt, L. Kalkhof, Gg. Kinkel, Ludwig Loth, Eberhardt Metzger. P. J. Mobs, Paul Möser, BL F. Nassauer, Aug. Noll II., Otto Schaaf, J.M.Schulhof, P. F. Thomas, Aug. Voigt, Hch. Wallach, in Wieseck bei Meine. Volzel II., in Lieh bei J. Häuser, C. VogtII., „zur Rose", in Lollar bei H. Geissler VI., in Schotten bet Gg. Böhm. Engros - Verkauf: Doering & Co., Frankfurt a. M. und Benner & Krumm, Drogum-, Material- u. Farbenwaaren-Grotzhandlung, Giessen._______________________13309
Eins fangt nicht für Ein Nahrungsmittel, das für den gesunden Organismus seines Gleichen an Nährkraft sucht, kann für den geschwächten Organismus geradezu eine Quelle des Verderbens werden. Namentlich sind für letzteren solche Nahrungsmittel pachtheiltg, die eine größere Anstrengung der Verdauungsorgane voraussetzen. Da muß es denn mit Freuden begrüßt werden, daß die Wissenschaft Mittel und Wege gefunden hat, Präparate herzustellen, deren Eiweitzstoffe bereits künstlich in die Form übergeführt sind, in welche sie bet den gewöhnlichen Nahrungsmitteln erst durch den Verdauungsprozeß verwandelt werden müssen. Unter allen diesen Producten, deren Zahl eine große ist, kann wohl keins mit dem allbekannten und von Aerzten empfohlenen Kemmertch'schen Fleisch-Pepton rioalisiren.
Bei Gebrüder Stamm (Markt- und Schulstraßen- Ecke I. und II. Stock) findet man die größte Auswahl der schönsten Herren- und Kuabenkleider zu bedeutend ermäßigten Preisen. [3396
Feuilleton.
Trotz alledem!
Novelle von H. Nagell von Brawe.
(Nachdruck verboten.)
„Toujours et quand meine!“
Eines Tages bemerkte ich am Arme meiner Freundin Nadaschda einen auffallend schönen und großen, röthlich ge« färbten Amethysten, der, nur durch einen feinen Goldreifen gehalten, in einem bei diesem Halbedelsteine seltenen Feuer spielte.
Mit der bei uns Frauen so natürlichen „Wißbegierde", wo es sich um einen hübschen oder gar seltenen Schmuck handelt, erkundigte ich mich, woher der Stein stamme.
„Es ist ein sibirischer, er wurde mir von Leontine geschenkt," antwortete meine kleine Russin.
„Leontine? Wer ist Leontine?" fragte ich.
„Habe ich Dir nie die Geschichte meiner lieben Leontine erzählt, Valeska, Dir, meiner Jugendfreundin?" wunderte sie sich. „Sie ist übrigens eine halbe Stunde werth und wenn Du willst? — wir versäumen ja nichts bei dem Regentage."
Wir setzten uns nebeneinander in das Ecksopha ihres kleinen behaglichen Salons, sie bot mir aus silbernem Etui russische Eigarretten und nachdem sie selbst Feuer genommen und den blauen Ringen einen Augenblick gedankenvoll nachgesehen hatte, begann sie: ,
„Du weißt, daß ich ftüh meinen Vater verlor. Meine Mutter blieb aus unserem Schlosse in Livland wohnen und ich bekam als Erzieherin eine Französin, Mlle. Leontine Lironville.
Leontine verstand es bald, mein Herz, das eines einzigen Kindes und daher ziemlich verzogenen Lieblings, vollständig zu gewinnen. Nie bin ich wieder einem Mädchen begegnet, das einen gleichen Zauber aus meine ganze Umgebung ausübte. Ich hing an meiner Lehrerin wie an einer älteren Schwester und groß war daher mein Kummer, als mein deutscher Vormund es für geeignet erachtete, mir eine deutsche Erzieherin zu geben.
Meine Mutter fügte sich seinem Willen und Leontine verließ uns, unsere Zuneigung und Freundschaft mit sich nehmend. Wie hoch auch mein Vormund sie schätzte — nur der Sprache wegen hatte er den Wechsel veranlaßt — beweist der Umstand, daß sie sofort durch ihn eine Stellung bei den Töchtern seiner Schwester, der Baronin Adlerhorst, wieder erhielt.
Für Leontine traten ganz veränderte Verhältnisse em. Während sie bislang nur mich unterrichtet, sich mit mir beschäftigt hatte, lag ihr im Schlosse Kangershoff nicht nur die Sorge um die Töchter ob, sondern auch die Söhne nahmen am französischen Unterrichte Theil. Freilich waren beide fast erwachsen, aber Sie wissen, welch großen Werth man bei uns auf die Pflege fremder Sprachen legt. Und so verschmähten denn die jungen Leute nicht, im Zimmer der Schwester und mit dieser und der schönen zwanzigjährigen Lehrerin französisch zu lesen und zu plaudern.
Besonders eifrig zeigte sich bei diesen Uebungen der jüngste Sohn des Hauses, George Adlerhorst.
Während sonst fast immer den jüngeren Söhnen eine größere Nachsicht zuerkannt wird, herrschte in Kangershoff eine offenbare Bevorzugung des älteren Bruders. Das ernste träumerische Wesen Georges ließ ihn überall zurückstehen gegen den aufgeweckten, in Lebensfreude übersprudelnden Niklay. Die Zurücksetzung Georges übertrug sich, von den Eltern ausgehend, auch auf die Schwester und die übrigen Verwandten.
Man nannte ihn einen Träumer, verspottete ihn, warf ihm Mangel an Geist vor und verwundete ihn in seinem Selbstgefühle. Eine so rücksichtslose Behandlung mußte auch Leontine auffallen und ihren scharf ausgeprägten Gerechtigkeitssinn erregen.
Sie trachtete deßhalb, ohne George zu bevorzugen, chm ebenso freundlich und gleichmäßig entgegenzukommen, wie den anderen Schülern. Auf Georges Gemüth, das durch alle die Kränkungen wohl doppelt empfindlich geworden, machte das natürlich den tiefsten Eindruck.
Er widmete der jungen Lehrerin eine knabenhaft schwärmerische Verehrung, die sich zuerst in einem unbegrenzten Fleiße für den Unterricht Raum machte, im Lause der Zeit aber in eine, wenn auch scheu zurückgehaltene Leidenschaft umgestaltete.
Leontine entging die Umwandlung der platonischen Verehrung in ein durchaus persönliches Gefühl nicht und sie suchte den jungen Mann durch Neckerei und Spott von seiner beginnenden Liebe zu heilen. Der Erfolg war aber ein negativer. George verfiel in Schwermuth, hatte nur noch Auge und Ohr für Leontine, welche nun erkannte, daß es sich wirklich um eine jugendliche Ueberspanntheit handele.
Nicht spontan ging diese Wandlung vor sich, denn fast zwei Jahre war Mlle. Lironville auf Schloß Kangershoff, als der von ihr längst gefürchtete Augenblick der Entscheidung an sie herantrat. Sie war allein im Parke und hatte sich
auf einem Ruheplatze niedergelassen, als Schritte auf dem Kieswege hörbar wurden und sie George, offenbar erregt, auf sich zueilen sah. Ehe sie es noch hindern konnte, warf er sich aus die Knie und, sie leidenschaftlich umspannend, rief er aus:
„Leontine, ich ertrags nicht länger! Sie sollen es wissen, daß ich Sie liebe mit jeder Faser meiner Seele, mit heiliger Liebe. — O, hören Sie mich zu Ende . . ."
„Stehen Sie auf, Baron George, ich will nichts mehr hören — es wäre ein Unrecht gegen mich und gegen Ihre Eltern. Was Sie mir sagten, ich will es auf Rechnung Ihres Knabenalters schreiben. Noch eine solche Scene und Sie zwingen mich, Ihr Elternhaus auf immer zu verlassen."
Plötzlich, wie in seinem ganzen Wesen verändert, erhob, sich der junge Mann. Mit traurigem Ernste sagte er:
„Sie haben mich wie einen Knaben behandelt — ich mag es verdienen bei meinen neunzehn Jahren. Fürchten Sie nicht, daß der Knabe noch einmal sprechen wird, ich will jetzt hinausziehen und Sie sollen mich nicht wieder sehen, bis aus dem Knaben ein Mann geworden, ein erfahrener und bewährter Mann. Eins aber geben Sie dem Knaben mit aus die Wanderschaft, Leontine — die Hoffnung, den höchsten Preis einst erringen zu können! — Ja, Leontine, ich weiß, trotz meiner neunzehn Jahre, daß Sie — Sie allein mir als herrliches Ziel vorschweben werden — immer!"
Seine Sprache wurde ruhiger und ernst haftete sein Blick aus Leontine.
„Ich habe Sie zu Ende gehört, Baron George," begann diese, „weil ich fühle, daß nicht eine vorübergehende Laune Sie sprechen ließ. Ernst, wie Ihre letzten Worte, sei nun auch meine Antwort. Ich will und darf Ihnen eine aufrichtige Freundin sein — ja, ich bin es schon — mehr aber niemals! Es ist von Gott eine Kluft zwischen uns gelegt, die nicht ungestraft übersprungen wird. Niemals würde Ihr Herr Vater Ihre Absichten gutheißen und niemals werde ich gegen dessen Willen, — nein — nein, es ist genug. Sie werden in der großen Welt bald vergessen, was Ihnen jetzt als Lebensglück vorschwebt und auf diese Stunde als aus eine Thorheit zurückblicken. — Also nicht wahr, wir bleiben gute Freunde?"
„Wenn Ihre Worte den Bau meiner Hoffnung zerstörten," antwortete er innig, „der weiche, liebe Klang Ihrer Stimme richtete ihn wieder auf."
(Fortsetzung folgt.)


