zwischen der Krone und der Provinz, daß dieser ihr blühender Bauernstand erhalten bleiben und daß sie alle Schwierigkeiten überwinden werde. Als Christen müßten die Anwesenden tragen, was der Himmel schicke. „Wir alle hoffen Frieden", so schloß der Kaiser seine Erwiderung, „und käme der Krieg dennoch einmal, so wäre cs nicht unsere Schuld. In dieser Hoffnung trinke ich auf das Wohl der Provinz, die wachsen, blühen und gedeihen möge!"
Merseburg, 24. August. Abends durchfuhren die Majestäten die prächtig illuminirte Stadt.
Braunschweig, 24. August. Vom 10. November bis zum 10. December findet hier eine LandcSgcwerbe- Ausstellung statt.
Prag, 24. August. Aus der Station Bubene der öfter» rcichisch-ungarischen Staatsbahn fuhr gestern Abend 7J/4 Uhr ein Lastzug in einen Personenzug hinein, als letzterer sich glücklicherweise soeben in Bewegung gesetzt hatte. Die letzten drei Personenwagen wurden stark beschädigt. Es herrschte eine große Panik unter den Reisenden. Dieselben sprangen aus den Coupvsenstern, wodurch zwölf erhebliche Verletzungen erlitten. Eine Frau mit ihrem Säugling fiel beim Springen durch das Fenster aus ihr Kind und erdrückte dasselbe.
London, 24. August. Der von der Negierung zur Berichterstattung über die Telephonlinie Paris-London ansgeforderte Electrotechniker erklärte, die Linie befriedige handelspolitisch und technisch vorläufig nicht. Später werde sie sich rentiren.
— Der Generalpostmeister Naikes ist gestern Nachmittag gestorben.
Kopenhagen, 24. August. Die Nachricht der „Köln. Ztg." von dem Abschlüsse einer franco-russischen Allianz und einer eventuellen Rückgabe von Nordschleswig erregt großes Aussehen, da sie mit dem Jahrestag des Prager Friedensabschlusses zusammenfiel und hiesige Blätter Leitartikel publicirten, welche aus den Artikel 5 des Vertrages Bezug nahmen.
Valparaiso, 23. August. Am Freitag besiegten die chilenischen Insurgenten die Balmacedisten bei Vila- delmaö am Aconagna-Fluß. Der Kampf dauerte den ganzen Tag. Die Gesammtzahl der Getödteten und Verwundeten beträgt 3000.
Jnvaliditäts- imb Altersversicherungs- Anstalt.
Der Uebersicht über den Geschäftsumfang der Anstalt im Großherzogthnm Hessen für die Zeit vom 1. Januar bis Ende Juni 1891 entnehmen wir noch folgende Einzelheiten:
Der für die bewilligten Renten im Jahre 1891 aufzuwendende Geldbetrag berechnet sich: für 1053 Renten der ersten Lohnklasse zu 106 Mk. 80 Ps. = 112,460 Mk. 40 Pf., für 668 Renten der zweiten Lohnklasse zu 135 Mk. = 90,180 Mk., für 222 Renten der dritten Lohnklaffe zu 163 Mk. 20 Pf. = 36,230 Mk. 40 Pf., für 93 Renten der vierten Lohnklaffe zu 191 Mk. 40 Pf. — 17,800 Mk., zusammen für 2036 Renten 253,670 Mk. 80 Pf. Hiervon werden aus der ReichSkasfe erstattet 2036 x 50 Mark = 101,800 Mk., von der Versicherungsanstalt sind daher zu tragen 154,870 Mk. 80 Pf. Hiervon kommen in Abzug 10 Mk. 10 Pf.
Bezüglich derProvinz O b e r h e s s e n ist zu bemerken, daß die Zahl der Rentenempfänger 455 beträgt. Der älteste Rentenempfänger gehört der Jahresklasse 1803, der folgende der Jahresklasse 1805, zwei der Jahresklasse 1807, sechs der Jahresklasse 1808, neun der Jahresklasse 1809, je zehn den Jahresklassen 1810 und 1811 , vierzehn der Jahres- klaffe 1812 an u.s.w. Der jüngsten Jahresklasse (1821) gehören in Oberheffen nur drei Personen au, ihre Zahl beträgt im ganzeu Großherzogthnm nur fünfzehn. — Auf die Provinz Starkenburg entfallen 992, aus Rheinhessen 583 Renten. — In der Stadt Gießen gehört von den elf Rentenempsängern der älteste der Jahresklasse 1809 an. Die Zahl der Rentenempsänger im Kreise Gießen beträgt 100, dem jüngsten Jahrgange (1821) gehört im Kreise nur ein Rentenempfänger an. Der Kreis Alsfeld hat 72, Büdingen 92, Friedberg 91, Lauterbach 47, Schotten 53 Rentenempfänger.
Die Capitalwerthe der der Versicherungsanstalt zufallenden Antheile an diesen Renten beziffern sich für diejenigen der ersten Lohnklasse aus 302,505 Mk. 95 Pf., der zweiten Lohnklaffe auf 290,168 Mk. 11 Pf., der dritten Lohnklaffe auf 129,666 Mk. 39 Pf., der vierten Lohnklaffe auf 68,477 Mk. 46 Pf., zusammen 790,817 Mk. 91 Pf.
Gegen Rentenfestfetzungen sind Bern f unge n eingelegt: vom Staatscommissär 1 , von den Rentenbewerbern 18; gegen ablehnende Bescheide: vom Staatscommissär —, von den Rentenbewerbern 186.
Bis einschließlich 30. Juni 1891 wurden für Beitragsmarken von Kaiser!. Oberpostdirection Darmstadt abgeliefert: für Marken der 1.—4. Lohnklasse: Januar: 86,927 Mk.
30 Ps., Februar: 84,627 Mk. 80 Ps., März: 117,648 Mk.
85 Ps., April: 110,494 Mk. 95 Pf., Mai: 144,605 Mk.
20 Ps., Juni: 149,866 Mk. 60 Pf. , zus. 694,169 Mk.
70 Pf. - für Doppelmarken: Januar: 372 Mk. 70 Pf.,
Februar: 72 Mk. 20 Pf., März: 151 Mk. 15 Pf., April: 106 Mk. 5 Ps., Mai: 94 Mk. 80 Ps., Juni: 133 Mk. 40 Pf., zusammen 950 Mk. 30 Ps.
Die Einnahmen vom 1. Januar 1891 bis Ende Juni betragen: a. für Beitragsmarken, abzüglich der für irr» thümlich verwendete Beitragsmarken zurückerstatteten Beträge, 695,023 Mk. 82 Pf., b. an Zinsen für gekaufte Werthpapiere 3420 Mk. 88 Pf., zus. 698,444 Mk. 70 Pf.
Die Ausgaben bis Ende Juni 1891, einschließlich der vor dem Inkrafttreten des Gesetzes, betragen: 1) Gehälter und Remunerationen der Beamten, sowie Vergütung für Schrcibhilse (Vorsitzender des Vorstandes, ein Hilfsarbeiter,
zwei Bureaubeamte, ein Schreiber im Tagelohn) 8456 Mk. 31 Pf., 2) Vergütungen, insbesondere Tagegelder und Reisekosten, bezw. Ersatz für baare Auslagen und für entgangenen Arbeitsverdienst: a. an Vorstandsbeamte 418 Mk. 20 Pf., b. an Mitglieder des Ausschusses 812 Mk. 45 Ps., zusammen 1230 Mk. 65 Ps.- 3) Miethe für Geschäftsräume 266 Mk. 66 Pf.; 4) Bureau und Kaffenbedürfnisse, sowie insbesondere Reinigung, Heizung und Erleuchtung der Geschäftsräume 631 Mk. 4 Ps. - 5) Drucksachen, Porto, Jnsertious« kosten, Buchbinder- und Botenlohn 3220 Mk. 70 Pf. - 6) Anschaffung und Unterhaltung der Jnventarienstücke 2088 Mk. 35 Pf. - 7) Kosten der Quittungskarten, der Beitragsmarken und des Verkaufs der letzteren 3275 Mk.- 8) Kosten der Einziehung der Beiträge 772 Mk. 59 Ps. - 9) Kosten für den Erwerb an Werthpapieren und Grundstücken: a. Ankaufspreis 664,971 Mk. 20 Ps., b. Erstattung für ausgelaufene Zinsen 4630 Mk. 14Ps., zus. 669,601 Mk. 34 Pf., Summa Summarum 689,542 Mk. 64 Pf., darunter Verwaltungskosten: 19,941 Mk. 30 Pf., einschließlich der ersten Einrichtung. Außerdem sind noch verausgabt: a. an das Schiedsgericht zur vorlagsweisen Bestreitung von Schiedsgerichtskosten 600 Mk., b. Depot bei der Reichsbank (eiserner Bestand für den Giroverkehr) 1000 Mk., c. Depot bei der Bank für Handel und Industrie (vorübergehend zu 3 pCt. angelegt) 4403 Mk. 28 Ps., zusammen 6003 Mk. 28 Pf., Totalausgabe 695,545 Mk. 92 Pf.
Folgende Bücher und Register sind zn führen: 1) ein allgemeines Tagebuch - 2) vier Handbücher und zwar ein Handbuch Einnahmen, ein Handbuch Ausgaben, ein Handbuch Voreinnahmen, ein Handbuch Vorschüsse- 3) ein Lagerbuch für Werthpapiere - 4) neunzehn Rentenlisten E für die Jahrgänge 1802—1821 - 5) fünf Rentenlisten E - 6) Controle für den Giroverkehr mit der Reichsbank- 7) ein Jnventarienverzeich- niß - 8) eine Controlliste über eingelegte Berufungen und Revisionen- 9) ein Controlverzeichniß über abgelehnte Renten- bewilligungsanträge- 10) ein Controlverzeichniß über rück- zuerstattendeRentenbeträge verstorbenerAltersrentenempsänger.
Neber die einlaufenden Schriftstücke wird ein besonderes Einlauf-Journal nicht geführt, die Zahl der Einläufe war indessen bis Ende Juni 1891 eine sehr beträchtliche und läßt sich ans etwa 8000 annehmen.
Loyaler ttnb provinzielles.
Gießen, 25. August.
— Militärdienstnachrichten. Noether, Major im 2. Gr. Hess. Jns.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, unter Beförderung zum Oberstlieutenant als etatsmäßiger Stabsoffizier in das Füs.-Regt. General-Feldmarschall Gras Moltke (Schlesisches Nr. 38) versetzt. Kuehne, Major vom 2. Gr. Hess. Juf.-Negt. (Großherzog) Nr. 116, zum Bataillons- Commandeur ernannt. Werner, Major, aggregirt demselben Regiment, in das Regiment wieder einrangirt. Kren- tcr II., Pr.-Lieutn. vom 2. Gr. Hess. Jnf.-Rgt. (Großherzog) Nr. 116, von seinem Commcmdo bei der Unteroffizier» schule Biebrich zum 1. Octobcr entbunden. Portepeefähnriche Brvdan und Ebel vom 2. Gr. Hess. Jnf.-Rgt. (Großherzog) Nr. 116 zu Secvndelieutenants befördert.
— Aus Anlaß des Namenstages Sr. König!. Hoheit des Großherzogs fand gestern Abend ein von den Mnsikcorps der 49. Infanterie-Brigade und den Spielleuten ausgeführter Zapfenstreich, heute Morgen Weckruf statt. Die Abendmusik führten die Musikcorpö vor dem „Hotel Kühne" aus, woselbst der commandirende General des 11. Armeecorps, Excellenz v. Grolman, Quartier genommen hatte.
— Ernennung. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 19. August den praktischen Arzt Dr. Wilhelm Schäffer aus Alsheim zum Kreis» assistenzarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Darmstadt mit Wirkung vom 1. October 1891 au zu ernennen.
— Im Monat Juli d. I. hatten die Oberhessischen Hauptbahnen eine Gesammteinnahme von 120054 Mark (6824 Mark mehr als im gleichen Monat des Vorjahres), davon aus dem Personen- und Gepäckverkehr 50058 Mark und aus dem Güterverkehr 60 369 Mark. Die Nebenbahn Nidda-Schotten hatte eineGesammteinnahme von 3565 M. (353 Mk. weniger), Stockheim-Gedern eine solche von 4202 Mk. (720 Mk. weniger) und Hungen-Laubach eine solche von 2283 Mk. (570 Mk. mehr).
— Vieheinstellung. Die Landtagsabgeordneten Haas und v. Rabenau haben bekanntlich vor einiger Zeit bei der Zweiten Ständekammer einen Antrag gestellt, betr. die gesetzliche Regelung des Vieheinstellungswesens. Die Großh. Regierung, von dem Vorsitzenden des Zweiten Ausschusses um Meinungsäußerung hierüber ersucht, hat nunmehr erwidert, daß sie ein Bedürsniß zur gesetzlichen Regelung deS VieheinstellungSwefeus für das Großherzogthnm nicht anzuerkennen vermöge, da nach wiederholten Erhebungen sich herausgestellt habe, daß die sog. Viehleihe im Großherzogthnm nicht vorkomme. In Betreff des Eigenthumsvorbehalts beim Viehhandel habe Uebereinstimmnng darüber bestanden, daß die wirthschaftliche Lage der Bevölkerung durch den Viehhandel vielfach ungünstig beeinflußt werde. Ueberwiegcnd würde dabei indessen die Ansicht vertreten, daß die Quelle deS Nebels nicht in dem Eigenthumövorbehalt, sondern in anderen Umständen zu suchen sei, so namentlich in der Abrede über die terminweise Abtragung deS Kaufpreises, sowie in dem Abschluß derjenigen Kans- und Tauschgeschäfte, zu welchen der Erwerber des Viehes genöthigt werde, weil es ihm au den Fälligkeitsterminen an Zahlungsmitteln fehlte - hiergegen sei aber durch Vorschriften des bürgerlichen Rechts überhaupt keine Abhilfe zu beschaffen, insbesondere auch nicht durch ein gesetzliches Verbot deS Eigenthumsvorbehalts, das überdies durch anderweite Verabredungen, z. B. gerade durch Verträge über die leihweise Hingabe von Vieh, leicht umgangen werden könne. Die Großh. StaatSregierung werde auch diese Frage
einer weiteren Prüfung unterziehen - sie neige sich aber ber Ansicht zu, daß zunächst nicht aus dem Wege der Landesgesetzgebung vorzugehen, sondern bei Berathung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuches für das deutsche Reich zu untersuchen sein werde, ob Vorschriften in den Entwurf eingefügt werden könnten, welche einen wirksamen Schutz gegen Uebervortheilung beim Viehhandel zu bieten geeignet seien.
— Aus der Schlacht bei Gravelotte. Das 2. Großh. Hessische Jnsanterie^Regimeut hatte einen schweren Stand am Bois de la Gusse. Zwar war daS in Brand geschossene L'Envie in unseren Händen, aber aus dem Pachthos Champenoy erfolgte noch verlustreiches Feuer, und vergeblich waren die Versuche, den Hof zu nehmen. Endlich gelang es den vereinten Anstrengungen der Deutschen, an denen auch das 1. Bataillon des 2. Hess. Regiments theilnahm- aus dem abgebrannten L'Envie heraustretend, nahm man das Gehöft. Sobald die ersten Linien aus dem von dem Pachthof scharf bestrichenen Gebäude herausgetreten waren, erhielten sie ein schweres Feuer, welches leider auch den das Bataillon zu Pferde führenden Major Gräfs durch einen Schuß in den Leib darniederstreckte. Als Major Gräff im Lazareth zu Verneville lag, bekam sein Nachbar, der einen Schuß in den Oberarm erhalten hatte, einen starken Schüttelfrost. Der hochherzige, zum Tode getroffene Major besann sich keinen Augenblick, sondern deckte dem verwundeten Vicefeldwebel seinen Mantel mit den Worten aus: „Nehmen Sie ihn, Vogt, Sie können wieder gesund werden und dem Vaterlande erhalten bleiben, ich sterbe doch morgen" und so geschah es auch. — Diesem herrlichen Zuge von edler Männlichkeit steht das Betragen des Musketier Küch ler vom 2. Bataillon dieses Regiments zur Seite, der an demselben Nachmittag tödtlich getroffen wurde, als der Kampf bei Champenois weiter tobte. Mit brechendem Ange frag er die Kameraden, ob die Deutschen auch siegen. Er war zufrieden, als dies bejaht wurde. Den Fähnrich seiner Compagnie bat er sterbend noch, dem Hauptmann zu sagen, daß er an den Vater schreiben und denselben wissen lassen möge, daß sein Sohn brav gestorben sei und stets seine Schuldigkeit gethan habe. — Auch ein tapferer Oberauer des 2. Großh. Hess. Infanterie- Regiments, Namens Schmidt, zeigte eine edle unerschrockene Haltung. Als er beim Rückzüge von Briare am Sylvestertage 1870 zusehen mußte, wie ein um Schonung flehender deutscher Verwundeter von einem Frauctircur niedergeschlagen wurde, empörte sich sein Herz, und, beseelt von edler Selbstverleugnung, sprang er trotz des aus ihn gerichteten starken Feuers mitten unter die, den abziehenden Hessen solgenden Franzosen und schlug dem Franctireur mit dem Kolben den Schädel ein. Schmidt kam wohlbehalten wieder bei seiner Compagnie an. — Auf demselben Rückzüge wurde auch der Corpora! Selz er vom 2. Großh. Hess. Jns.-Regiment von den nachfolgende» Franctireurs umringt und aufgefordert, sich zu ergeben. „Niemals!" rief der tapfere Streiter, wehrte sich wie ein Wüthender, bis er endlich unter den Bajounet- stichen der von allen Seiten aus ihn eindringenden Feinde seinen Geist aufgab.
Lißberg, 22. August. Wie in früheren Jahren, so war auch Heuer wieder während der Zeit vom 6. bis 30. Juli eine Ferien colo nie für schwächliche Schulkinder Hierselbst errichtet. Dieselbe bestand aus 22 Mädchen im Alter von 9 bis 13 Jahren von Frankfurt a. M., welche unter Führung ihrer Lehrerin, Fräulein Bockenheirner, bei Gastwirth Reinhard Nies untergebracht waren. Das bei ihrer Ankunft matte und kränkliche Aussehen der Kinder hatte sich bis zu deren Weggang in ein frisches und kräftiges verwandelt.
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vermischtes.
* Die (auch in Gießen) gut eingeführte Firma Muller u. Erbe, Wichse- und Waschpräparate-Fabrik in Göppingen, wurde aus der deutschen Industrie-Ausstellung in London für ihr Fabrikat mit dem Ehrendiplom erster Klasse ausgezeichnet.
Frankfurt a. M., 24. August. Sonntag den 23. August war die electrischc Ausstellung von 12,589 Personen besucht. In der Woche vom 17. bis 23. August wurden 48,799 Tickets abgegeben. Im Ganzen sind seit Eröffnung bis zum 23. August 518,700 Tickets abgegeben worden. Hierzu kommen die 93,426 Besucher an den Zwanzig Pfennig. tagen, so daß die Gesammtzahl jetzt 612,126 beträgt. In das Bergwerk fuhren am Sonntag 1569, im Ganzen jetzt 50,273 Personen.
* Dm Tod gefunden hat bei den Gefechtsübungen in der Teltower Gegend ein Unteroffizier der ersten GardeUUanen. Das betreffende Regiment machte unweit von Stahnsdorf eine Attacke und ritt dabei über ein Haferfeld, auf welchem sich noch einige Mieten befanden. Dieselben gaben Anlaß, daß mehrere der heransprengenden Soldaten mit den Pserden stürzten. Auch ein Unteroffizier war mit dem Pferde zusammengebrochen. Der Hintermann stürzte in Folge dessen auf ihn heraus, und hierbei traf nach dem „Berl. Tagebl." die Lanze des Letzteren den Unteroffizier mit solcher Wucht am Hinterkops, daß die Spitze durch den Kopf bis an die Stirn drang. Der Schwerverletzte lebte nur noch einige Augenblicke, dann gab er seinen Geist aus.
* Straßburg, 21. August. Ein Unglücksfall ereignete sich aus Fort „Großherzog von Baden". Ein Patrouilleurposten bemerkte einen Mann, der jedoch der Dunkelheit wegen nicht genau zu erkennen war. Da der Mann trotz der wiederholten Zuruse des Postens nicht stehen blieb, gab dieser Feuer. Der Mann stürzte nieder und es sand sich nun beim Hinzutreten deS Postens, daß der Schuß den anderen Posten, Soldat Vogel der 10. Compagnie 105. Regiments, tödtlich getroffen hatte.
* Innsbruck, 22. August. Gestern Nachmittag wurde etwa 10 Minuten Weges unter dem 1970 Meter hoch gelegenen Patscherkofel - Schutzhaus ein sremder Herr tobt aufgesundcn. Wie sich heransstellte, ist cö Director Kurz aus München. Derselbe, in Steinach mit seiner Gemahlin


