Sonntag den 26. Juli
Feuilleton.
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(Schluß.)
Längst war das junge Mädchen von seinem Sitze aufgesprungen, vor der Mutter niedergekniet und lauschte, die verschlungenen Hände im Schoße der alten Dame, athemlos deren Worten.
„Grace," fuhr dieselbe nach kurzer Pause fort, „in diesem Hause darfst Du Deinen Namen niemals nennen, hörst Du, Grace?"
ES erfolgte keine Antwort. Dafür aber gewahrte Mrs. Northland, ungeachtet der zunehmenden Dunkelheit, wie ein Herr und eine Dame sich langsam dem Hause Nr. 9 genähert hatten und nun leise zögernd die Stufen der hölzernen Treppe emporstiegen.
Durch die Glasthüre der Veranda fiel ein Heller Lichtstrahl direct auf das blasse Gesicht einer stattlichen, noch immer schönen Frau.
„Annie! Barmherziger Gott!"
„Mary!"
Wie durch einen Federdruck in die Höhe geschnellt, fuhr nun auch des jungen Mädchens Kopf aus dem Schooße der Mutter empor. Allein Grace sah nicht, daß diese der eleganten Dame in die Arme sank, nicht, daß jene das vergrämte Gesicht der Wiedergefundenen mit heißen Küsten bedeckte — sie sah nur ihn — Anthony Clark und seine herzlich und liebevoll auf sie blickenden Augen.
„Annie, Du kommst zu mir? Bringst Du mir Vergebung — bringst Du Deine so schmerzlich vermißte Liebe mir zurück?" klang es schluchzend aus Mrs. Northlands Munde.
„Alles, alles, Mary. Aber ich bringe Dir noch mehr: siehe hier, das ist Anthony Clark, der mir zu jeder Zeit ein lieber Sohn gewesen. Er hat eine Bitte an Dich zu richten, die so groß und bedeutungsschwer ist, daß es meiner Fürsprache bei Dir bedarf."
Hand in Hand nebeneinander standen und mit seligen Blicken an der reizenden Befangenheit des holden jungen Mädchens sich weideten.
Jedenfalls mußte die Antwort aus jene inhaltsschwere Frage wohl zur allseitigen Zusnedenheit ausgefallen sein, denn bald darauf saßen vier glückliche Menschen in dem kleinen, gemüthlichen Salon, wo Erinnerungen ausgetauscht und neue Zukunstspläne geschmiedet wurden. Als Anthony Clark, über das Geländer der Veranda gebeugt, indessen die Stiefmutter lächelnd vorausgegangen war, noch ein letztes Lebewohl, einen warmen Kuß austauschte mit seiner schönen Braut, war es bereits dunkle Nacht geworden.
* *
Selbstverständlich brachte nun die nächste Zeit den guten Leuten von Dolly Ward wieder viel Stoff zum Reden. Mr. O'Reilly jedoch ging womöglich noch etwas einsilbiger als sonst umher. So lange schon hatte er sich, nach einem schweren Kampfe mit seiner ursprünglichen Absicht einer Geld- heirath, bereit gemacht, der schönen Tochter seiner Nachbarin von Nr. 9 einen ernsten Antrag zu machen, aber es hatte ihm stets an dem nöthigen Muthe gefehlt, und nun mußte ihn das glückstrahlende Gesicht des jungen Mädchens, als es wenige Tage später an Anthony Clarks Arm an der Behausung des Advocaten vorüberging, hinlänglich darüber ausklären, daß seine erträumten Aussichten auf Erfüllung seiner stillen Herzenswünsche nur sehr kümmerlich beschaffen gewesen seien, und das schien ihm ziemlich nahe zu gehen, denn bei einem gelegentlichen Besuche in Nr. 9 ließ der junge Irländer die Bemerkung fallen, daß er demnächst „aus Geschästsrück- sichten" nach Brooklyn überzusiedeln gedenke.
Noch vor seiner Vermählung mit Grace hat Anthony Clark ganz heimlich das Häuschen Nr. 9 auf Dolly Ward käuflich erworben, um es seiner holdeü Braut als Morgengabe zu schenken. Mrs. Northland ist fortan die Gebieterin desselben und für die schwergeprüfte Frau ist es stets ein Festtag, wenn das glückliche junge Paar dem Geräusche und Getriebe der Riesenstadt einmal entflieht, um ein paar ruhige, selige Stunden zu verleben in der poetischen Einsamkeit von Dolly Ward.
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Der Genannte war rasch nähergetreten und verneigte sich tief vor der überraschten Frau.
„Eine Bitte an mich?" stammelte Mrs. Northland, während sie in fast scheuer Verwunderung von dem eleganten, hübschen Manne zu ihrer Tochter hinübersah.
Was war denn hier geschehen? — Das purpurglühende Gesichtchen mit den Händen bedeckend, lehnte das junge Mädchen in einem Sessel.
Obwohl in leidenschaftlicher Erregung, aber doch in festem Tone, sagte nun Mr. Anthony:
„Ich habe einmal die Aeußerung gethan, daß es, seit Sie, Grace Northland, die Schwelle unseres Hauses überschritten, Licht darin geworden ist. Allein damals wagte ich nicht, hinzuzusetzen, daß dieses Licht mit einer Kraft und Macht, die höheren Ursprung zeigten, auch mir ins Herz hineingedrungen ist! Wie ein Geblendeter bin ich seit Wochen umhergegangen — geblendet und beschämt über die eigentliche Erbärmlichkeit des sonst so hochgeschätzten eigenen Werthes. Erst Sie, nur Sie, Miß Northland, haben mich gelehrt, daß es noch Höheres gibt als das, was mir bis dahin als allein edel und erhaben vorgeschwebt! Wenn ich mir bisher einbildete, ein guter Mensch zu sein, so erkannte ich mich jetzt als einen egoistischen, jämmerlichen Wicht, dessen ganzes Verdienst darin bestanden hatte, die Annehmlichkeiten des Lebens mit Behagen zu genießen. — Heute, als die verhängnißvolle Rose auf Ihrem Platze lag, war ich so anmaßend, durch eine Thürspalte nach Ihnen zu sehen. Ich gewahrte Ihren Kampf, gewahrte aber auch, wie mein stummes Liebeszeichen dann mit Ungestüm ans Herz gepreßt wurde. Grace Northland! Diese Brust erfüllt nunmehr ein einziger, seliger, heißer Wunsch — eiste Bitte —"
„Anthony !" jrt' -
Ein fassungsloser Jubelrus unterbrach den Sprecher. Graces Arme waren jetzt von den erglühten Wangen herabgesunken und wie in einer Verklärung starrte sie ihn an.
„Grace, mein hochherziges, muthiges Mädchen, ich will noch nichts anderes wissen, als ob Sie meine tiefe, innige Liebe einst werden erwidern können. Das Weitere überlassen wir der Zeit und diesen da . ."
Damit deutete er auf die beiden älteren Damen, welche !
Bekanntmachung.
Eine Regensburger Firma veröffentlichte eine Analyse von ,,Kathreiners Kneipps Malzkaffee“ im Vergleich mit dem ihrigen, in welcher ihr Fabrikat mit einem höheren Procentsatz wafferlöslicher Stoffe angegeben wurde, als das unsere.
Infolge deffen ersuchten wir die Herren Professor Aubry, Vorstand der Wissenschaftlichen Station für Brauerei, dahier, und Herrn Trillich, langjährigen Assistenten des Herrn Geheimrath von Pettenkoser, Herausgeber des Buches: „Die Kaffeefurrogate rc." und technischen Direktor unserer Fabrik, um Richtigstellung dieses veröffentlichten Gutachtens.
Beide Herren erklären übereinstimmend r
„Daß es nicht daraus ankommc, ob der eine oder andere Malzkaffee eine höhere „Exttactansbeute gebe, sondern für die Beurtheilung sei in erster Linie der „Geschmack, beziehungsweise die Qualität der in Lösung gehenden Stoffe „maßgebend."
Herr Proffessor Aubry erklärt ferner:
„Daß von allen ihm vorgelegenen Malzkaffee-Fabrikaten dasjenige der Firma „Kathreiner bei einem entsprechenden Gehalf an im Wasser löslichen Nähr- „stoffen hinfichtlich des Geschmacks alle andern weit Übertriffti" Wir sind überzeugt, daß Jeder der verehrl. Coysumenten nach vorgenommener Taffenprobe diesem Gutachten voll und ganz sich anschließt und den aus bestem und reinstem Watz auf sorgfältigste Weise zuöereiteten „Kathreiners Kneipps Malzkaffes" jedem HoncnrrenzfaöriKate vorziehen wird. 6734
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