Ausgabe 
26.7.1891 Zweites Blatt
 
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trocken werden und die Getreidekörner müssen auswachsen. Bei dm in Reihm aufgestellten, locker gebundenen, kleineren Garben verschwinden diese Nachtheile vollständig. Das Wasser zieht rasch aus den Aehren; stets ist ein leichter Luftzug zwischen dm Reihm, wie man sich leicht überzeugen kann, wenn man den Kopf dazwischen hält, und so kommt es, daß die Garben, selbst nach starken Regen­güssen stets bald lufttrocken sind.

Den Nachtheilen des Aufpuppens gegmüber ist die andere Methode mit den kleineren, locker gebundmen Garbm, die in Reihm ausgestellt werden, entschieden vorzuziehm, denn sie ist einfacher, billiger, weniger zeitraubend und bet weitem sicherer. Das Aus­wachsen der Getreidekörner findet fast niemals statt. Mehr kann man nicht verlangen.

Ob aber untere Landwirthe von ihren alten Gewohnheiten und lieb gewordenen Vorurtheilen ablassen und sich dem wirklich erprobten Besseren zuwenden, das werden wir im Lause dieses Sommers zum Thell erfahren können.

Ganz ähnliche Fehler wie bei der Getreideernte werden bei -er Ernte deS Kleeheues gemacht. Hier hat sich aber das Bessere doch schon mehr Bahn gebrochm, als bei der Getreideernte. Nach der alten Methode wird der Klee gemäht, wenn er abgetrocknet ist gewendet, schließlich auf Haufen gebracht und nach Hause gefahren. Bei gutem beständigem Wetter ist das ganz richtig. Wenn es aber, beispielsweise angenommen, acht bis zehn Tage regnet, wie wir es öfter erlebt haben, dann fallen die Kleeblätter ab und die saftigen Kleestengel faulen zu Mist zusammen.

Wie hilft man sich nun hier?

Man macht das Kleeheu nach der süddeutschen Methode. Es gibt Gegenden in Süddeutschland (die nächste für uns ist Heidelberg und seine Umgegend) wo es jeden Tag einmal regnet. Die Land­wirthe machen sich im Winter sogen. Harfen oder Kleereiter. Es sind

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zunächst drei armsdicke, 3 bis 4 Meter hohe Stangen, die im Dreieck auf dem Kleeacker aufgestellt und durch Querhölzer mit einander verbunden werden. Sobald der abgemähte Klee etwas abgetrocknet ist, wird er über diese Pfähle, Kleereiter, Harfen, gegabelt. Die Querhölzer verhindern, daß sich der Klee fest aufeinandersetzt, es ist also fortwährend Luftzug vorhanden, der Klee trocknet von selbst, der Bauer hat keine Arbeit mit dem Futter und sährt es nach Hause wie er grade Zeit und Platz in der Scheuer oder auf dem Heuboden hat. Die nach außen gelegene erste Schicht Kleehalme auf der Harfe wird zwar von Wind und Sonne entwerthet, aber bei weitem die Hauptmenge ist unberührt. Das Trocknen und Ernten des Klees hat aber wenig Arbeit gemacht, die zu Grunde gehende äußerste Halmschicht mag als Tribut für die ersparte Arbeit angesehen werden. In der Wetterau hat die soeben beschriebene Methode, das Kleeheu zu machen, bedeutend Eingang gefunden. Es ist wünschenswerth, daß sie auch in den übrigen Gegenden, besonders in solchen, die häufigen Regen empfangen, angewandt werde. Niemand wird es bereuen, denn man spart Zeit und Futter dadurch.

Wir schließen unseren heutigen Aufsatz mit der Mahnung: Ihr Landwirthe bindet und stellt die Garben nach der norddeutschen Methode auf und macht das Kleeheu mit Hilfe der Harfen oder Kleereiter nach der süddeutschen Methode. Jeder wird sich später freuen, daß er unserem Rathe Folge geleistet hat.

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Die Tüncherarbeiten zum Baue der Realschul-Turn- Halle sollen im Wege wiederholter öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebotsformulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 3 auf und wer­den dortselbst unentgeltlich abgegeben.

Versiegelte Angebote sind mit ent­sprechender Aufschrift versehen bis

Montag den 27. Juli, Vormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegen­wart der etwa erschienenen Bieter erfolgt.

Gießen, den 23. Juli 1891.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

_________Gnauth.______6718

^Submission.

Zwecks Chaussirung einer 300 m langen Wegstrecke an der Heuchel­heimer Grenze sollen die bezüglichen Arbeiten im Ganzen mittelst Sub­mission vergeben werden.

Voranschlag und Accordbedingungen hierfür liegen auf dem Stadtbauamt offen, woselbst bis zum 29. l. M., Vorm. 11 Uhr, die Angebote ein* zureichen sind.

Gießen, den 24. Juli 1891.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

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Montag den 27. Juli,

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wird der Nachlaß von Hch Dittmars Ehrleuten, Löwengaffe 24, bestehend in 1 goldenen Damenuhr, 1 goldenen Siegelring, 1 vollständigen Bett, etwas Weißzeug, Kleidern, Hausgeräthen rc. rc. rneiftbielend versteigert. [6727

Im vormundschaftlichen Auftrag: Louis Rothenberger, Gerichts-Taxator.

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