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Draußen unter den stillen Gräbern war es em,am, in den Ecken an der Kirche lag noch zusammengesunkener Schnee, doch die Wege waren trocken und in den Sträuchern zirpten
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Martin ging fort- vielleicht ohne sich dessen ganz bewußt zu sein, schritt er wieder nach der Richtung hin, wo früher sein Haus gestanden hatte. Er stand dann wieder oben neben dem laut rauschenden Mühlbach und beschaute sich
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Heinrich Schröder war heute recht schweigsam. Gar zu 6 gern hätte Marie gewußt, ob die Begegnung mit Martin ihn ' so verdroß, oder die Unentschlossenheit, ob er ihr seine Heiraths- [ plane endlich bekannt machen solle. Marie dachte mit Trauer | daran, aus ihrem Wirkungskreise zu scheiden, sie war nun I an Selbstständigkeit gewöhnt, aber lieber wollte sie in fremdem | Dienste ihr Brod finden, als bei Heinrichs Frau als Helferin • im Haushalt bleiben.
Im Dorfe hatte Martins Rückkehr viel Neugierde erregt. | Die einen meinten, er wäre gekommen, um sich den Leuten | in seinen guten Kleidern zu zeigen- die anderen glaubten, er . wolle sich mit Heinrich wieder versöhnen, und wieder andere I sollten wiffen, er wolle dem Schröder die junge Wittwe ab- I spenftig machen, alle seine Aecker zurückkausen und sich ein I großes Haus bauen laffen.
Martin ließ die Leute reden und fragen und gab wenig Antwort - er ging Abends früh zur Ruhe, müde und fröstelnd. Er war plötzlich hierher gehastet, als sollte er sich in der [ Heimath ein neues großes Glück holen - ja, war denn hier seine Heimath? ,
Am anderen Tage schien die Sonne wie in Maitagen. Martin war zeitig aufgestanden- er hatte in den schlaflosen Stunden der Nacht so viel an sein Kindchen denken müssen, das nur so kurze Zeit auf Erden geweilt hatte. Er wollte
f| 1891* old-Nente
11
Feuilleton.
In der Hrimslh.
Eine Oster-ErzShlung von Tiare. Boyen.
(1. Fortsetzung.)
Die Beobachterin am Fenster des Oberstübchens war vCna gewesen, jetzt schlüpfte sie in die Küche und langte hinaus nach dem Ohr der Tante. „Der srcmde Mann ist nun fort,"
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der erweiterten Kandwerkerschul'e.
Der hiesige Ortsgewerbverein veranstaltet in der Zeit vom 22. Marz bis 1. April eine Ausstellung von, im verflossenen Jahre durch die Schüler der, unter seiner Leitung stehenden erweiterten Handwerkerschule gefertigten Zeichnungen und Modelle, um auch weiteren Kreisen einen Einblick in die Leistungen dieser Schule zu gewähren.
Die Arbeiten umfassen: Geometrisches Zeichnen, Darstellende Geometrie, Freihandzeichnen, Maschinenzeichnen, Bauzeichnen, Bauconstructionen und Modellir- arb eiten.
Die Ausstellung befindet sich im Festsaale der höheren Töchterschule in der Schillerstraße und ist von 10 bis 5 Uhr geöffnet.
Wir beehren uns, die Bewohner hiesiger Stadt und der Umgebung zu deren Besichtigung höflichst einzuladen.
Steinhauerarbeit 580 Zimmerarbeit 2104 Dachdeckerarbeit 623 Spenglerarbeit 127 Schreinerarbeit 1629
8) Schlosserarbeit 137
9) Weißbinderarbeit 471 10) Backosenbauarbeit560 11} Materialien 921
Der Vorstand des Ortsgewerbvereins. A. Heß.
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Groß-Rechtenbach, 20. März 1891. 2722 Das Bürgermeister-Amt.
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Nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung eines Back- noufa mit Schulsaal und Lehrerwohnung zu Rodheim an der Bieber, als: veranschlagt zu 40 H
hatte. Als er aufblickte, stand vor ihm am jenseitigen User- Schröder, er hatte ihn nicht herankommcn hören. Die Männer maßen sich mit den Blicken, als Schröder sich dann schweigend zum Weitergehen anschickte, stieg in Martins Kehle ein brennendes Gefühl wie von zurückgehaltenen, aufquellenden Thränen herauf.
„Wart einmal, Heinrich 1" ries er hastig, „ich will Dich fragen, ob Du noch den letzten Rest Ackerland hier oon, mir kaufen willst, ich gehe fort vom Dorfe und für immer/'
Schröder lächelte höhnisch.
„Denke, es kann meinetwegen mit dem Ackersetzen und dem Steg hier beim Alten bleiben."
Er schritt über den Steg hin und ging hart au Martin vorüber, an dem schäumenden Fluß entlang dem Dorfe zu.
Martin ballte die Faust, seine Lippen zitterten, er hob den Fuß, als wollte er den schwachen Steg zertrümmern.
„Es ist auch nicht mehr nötlfig," sagte er dann doch ausathmend, „der geht ohnehin bald ins Wasser, es ist ein Wunder, daß Heinrich noch herüber kam, die nächste Katze, die darüber hinschleicht, bringt wohl den letzten Brocken Uferrand zum Sinken."
Gegen Abend, als Martin durchs Dors ging, traf er Marie mit der kleinen Lena, das Kind blickte zu ihm hin. „Guck, Tante, da ist der arme Martin," flüsterte es.
Marie streckte Martin die Hand entgegen. „Willkommen, Martin, wie ists Dir seither gegangen?"
Martin hielt die Hand fest. „Ich danke Dir für das Du, Marie," sagte er bewegt, „das war der erste Willkomm für mich. Mir ist es gut gegangen, ich habe eine angenehme Stelle und verdiene viel Geld. . . - Und Du willst heirathen?"
Marie erröthete.
„Ich nicht, aber mein Schwager heirathet eine Wittwe. Ich gönne es ihm, er ist doch noch jung, aber daß ich nun fortziehe ..."
Die Thränen traten ihr in die Augen, als sie das Händchen der aushorchenden Kleinen pätschelte.
(Fortsetzung folgt.)
Kindergräber, fast alle von sorgsamer Liebe erhalten und geschmückt, auf vielen blühten die Schneeglöckchen. Daneben freilich gab es auch vernachlässigte, nur vom verrotteten Winterlaub bedeckte Hügelchen, die von Vergessen sprachen. Martins Blick fuhr trauernd darüber hin, welches von diesen Grabstätten deckte wohl das fröhliche Kindchen, dessen kurzes Dasein sein Glück im Elend gewesen war? Er wendete sich seufzend ab. Zögernd schritt er dann zur Stelle, wo seine Frau beerdigt war- das rohe Holzkreuz, das er vor seinem Fortgänge von hier hatte errichten laffen, war mit einem Kranze von Dauerblumen geschmückt, das dichte Immergrün aus dem Hügel war gepflegt und kräftig. Welche gute Hand hatte hier der Verlorenen gedacht? Es litt Martin nicht lange an diesem Platze, ach, sein leichtsinniger Troy hatte ihn einst in die Ehe mit der Verdorbenen gebracht, sein war die Schuld allein, daß er sein junges Leben so zerschlagen hatte.
Er hob den Kops, wie kräftig war der Athem der Lenzluft, wie tröstend klang der Ruf der fröhlichen Vögel, wie verheißungsvoll das leise Rauschen der mit neuschwellenden Knospen bedeckten Zweige der Bäume. „Ja, ich will Abschied nehmen," sprach Martin vor sich hin, „hier bin ich fertig, hier kann nichts mehr mir Glück schaffen- so gieb denn, du gnädiger Gott, neues Gedeihen weiter in meiner neuen Heimath."
Langsam ging er zur Ausgangspforte, da schimmerte ihm von weißer Steintafel der ^Name „Lena Schröder" entgegen. Schöne Sträuche waren zur Seite des Hügels gezogen, so reich war das Eisengitter mit den vergoldeten Spitzen, ja, alles war geschaffen und gepflegt wie von unvergänglicher Liebe, und doch wollte Heinrich Schröder jetzt ein anderes Weib nehmen. Freilich, die Marie war hübsch geworden und schon bewährt in tüchtiger Arbeit, gewiß, der Schröder ver-
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Donnerstag den 26. März (Siebener Anzeiger. Beilage zu Rr. 72. - 1891.
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