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Samstag den 24. October (Siebener Anzeigen. Beilage ju Nr 248. - 1891
ei «l M direkt aus der Fabrik also auS erster Hand von
von Elten & Haussen, Crefeld, « üril Ul lU l in jedem Maaß zu beziehen. Man verlange ' WI'IVvIlpv JJ Muster mit Angabe des Gewünschten. Dross-Seife?“'*” K“V.
KW- Siehe Inserat.
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Stadt und Land rechnen.
der
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sind die Schulhäuser in
Rabertshausen
geweiht worden Rödgen Queckborn Weitershain Geilshausen
zwei
einem Schulsaal
noch ihre Töchter hauswirlhschafllich unterweisen kann, wodurch der Sinn für Häuslichkeit verloren gehe und die in diesen Verhältnissen Heranwachsenden Mädcken kein geordnetes Familienleben kennen lernen, so ist die Gefahr nahe, daß große Schichten unseres Volkes dem wirthschaft- lichen und sittlichen Verfall entgegengehen.
Es ist deshalb Pflicht des Staates, der Kirche und Schule und Gesellschaft, hier vorbeugend und helfend einzugreifen durch Errichtung von schulgemäßen Anstalten, in welchen ausgeschulte Mädchen aus diesen Ständen hauswirthschaftlich unterrichtet werden.
Die sehr fleißige, in klarer und schöner Darstellung gegebene Arbeit ist eine weitere Ausführung und Begründung vorstehender
Zunächst wird auf die vielfachen Bestrebungen und Verfügungen von Schul- und anderen Behörden hingewiefen, um auch die Schule zur Lösung der socialen Frage, namentlich die Volksschule, mit heran- zuziehen. Wenn sie mithelsen soll, dann müssen in ihr die Mädchen so gebildet und erzogen werden, daß man von ihnen hoffen darf, ste werden einst als Gattin und Mutter - trotz dem schweren Kampf des Lebens — dem bescheidenen Hauswesen wohl vorstehen und ein freundliches Heim, eine Stätte, an welcher der Mann gern weilt, Herrichten können. Zu einer solchen Bildung des Weibes muß die Schule wesentlich den Grund legen, da dies für die Schülerinnen der Volksschule zu Hause nicht oder doch meistens in geringem Grade geschieht.? eine tüchtige Gemüthsbildung erforderlich; dahin
wirken foll ein geeigneter Religions- und Geschichtsunterrrckt, idahin besondere nur für Mädchen hergestellte Lesebücher, die zur Sittlichkeit anregen und darin befestigen, die auch in das Haus einfuhren und Liebe und Lust zu schöner Häuslichkeit wecken und so zu dem spateren Beruf des Weibes vorbereiten. Alle Oberflächlichkeit im Unterricht muß vermieden, das Wissen eng begrenzt, aber so vertieft werden, daß das ganze Wesen, der Körper wie Geist, der Wille wie das Gemüth davon umfaßt werden. Schuleinrtchtung und Lehrer müssen mustergültige Vorbilder fein. , ,
Ein weiterer hauswirthschaftlicher Unterricht außer dem Hand- arbeitungsunterricht, über Haushaltung, namentlich im Kochen, foll in der Volksschule nicht eingeführt werden, da hierdurch ber_ zur geistigen Ausbildung des Kindes erforderliche Unterricht leiden wurde, befonders wie er im letzten Schuljahr nöthig ist. Der weitergehende hauswirthfchaftliche Unterricht foll erst für aus der Schule ent- । lassene Mädchen, bei denen der Verstand bereits mehr gereift ist, eintreten.
Dies ist nur eine kurze Hindeutung auf den reichen und intet5 effanten Inhalt der Arbeit, die viel Beherzigenswerthes enthalt, was wir leider hier aus Mangel an Raum dem Leser nicht bieten können.
Es knüpfte sich nur eine ganz kurze Discufsion an dieseri Vortrag, fast nur darüber, ob nicht auch schon Inder Schule bei Mädchen von 12 bis 14 Jahren mit Belehrungen über die Küche und mit Uebungen im Kochen begonnen werden könne. Es wurde dem entgegnet, daß besonders wegen der zu großen Jugend der Kinder ein solcher Versuch erfolglos bleiben werde — und pflichtet die Versammlung den ausgestellten Thesen ohne Ausnahme in der von Herrn I Oberlehrer Fuhr gebrachten Form und der dieselben begründeten I Ausführungen bei.
Es folgte nun die zweite Abhandlung:
seien. Die Lehrer sollen in der Schule hierüber die Kinder belehren und verwarnen.
Dann forderte er die Lehrer noch auf, in ihren Gemeinden behilflich zu fein, daß gute Dolksbibliotheken eingerichtet würden.
Nachdem die Conferenz geschlossen worden, sand ein gemeinsames Mahl statt, bei dem Herr Prooinzialdirector Freiherr v. Gagern den ersten Trinkspruch auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog, dem erhabenen Gönner und Förderer des Volksschul- wesens, ausbrachte. Zhm folgten weitere Trinksprüche von Herrn Oberlehrer Fuhr auf die Mitglieder der Kreisschulcommifsion, von Herrn Schulrath Büchner auf den deutschen, insbesondere den hessischen Lebrerstand und von Herrn Oberlehrer Hahn ein Hoch den beiden Herren, welche die beiden Arbeiten für die Conferenz übernommen und in anerkennenswerther Weise ausgeführt hatten.
Nach dem Essen, bei dem auch zwei Lehrer als Claviervirtuofen zur Erheiterung und Belebung beigetragen hatten, begab sich die Gesellschaft in den Stein'schen Garten, um die Obstbauausstellung zu betrachten, die eine reiche Sammlung der herrlichsten Früchte aus der Provinz Oberhessen aufwies.
Durch den Herrn Vorsitzenden der Conferenz veranlaßt, horten die Lehrer hier noch zwei Vorträge, wovon der eine die Darstellung der Geschichte der Pomologie von ihren kleinsten Anfängen bis zu ihrem jetzigen Stand enthielt, der andere eine Sammlung von Aepfeln und Birnen, Namen-Pflege, Bodenbedingungen der Bäume besprach, welche sich besonders für den Anbau in Oberhesfen empfehlen. Auch wurden von beiden Rednern in beherzigenswerthen Worten die Lehrer ersucht, wenn möglich im Verein mit Pfarrer und Bürgermeister die Pflege des Obstbaues nach besten Kräften zu fördern.
Es darf wohl geschloffen werden, daß die heimkehrenden Lehrer mit dem Gefühl sowohl auf der Conferenz wie durch den Besuch der Ausstellung neue Anregung für ihren hohen Beruf empfangen zu haben, von hier geschieden sind.
Locales «n0 provinzielles.
Gießen, 23. October.
Nach welchen neueren Grundsätzen soll dcr naturgeschichtliche Unterricht in der Volksschule betrieben werden?
Referent Herr Lehrer Adam zu Rüddingshausen.
In freier Rede sprach sich der Redner zunächst darüber aus, daß auch für den Unterricht in der Naturgeschichte in der Volksschule neue Bahnen gebrochen worden feien, mit ganz besonderem Erfolg I von Friedrich Junge in Stiel. Derselbe habe treu den Anschauungen Humboldts, die er in Aussprüchen niedergelegt wie: „Die Natur ist in jedem Winkel ein Abglanz des Ganzen" und „Der RUchthum der Naturwissenschaften besteht nicht in der Fülle, sondern in der Verkettung" in seinem Buche „Der Dorfteich als Lebensgemeinschaft" mustergültig gezeigt, wie der naturgeschichUiche Unterricht in der Volksfchule betrieben werden soll. Die Schulkinder werden an den Dorfteich geführt und es werden ihnen die darin lebenden Pflanzen und Thiere mit ihren Eigenthümlichkeiten, ihren Lebens- bedingungen und ihrer Abhängigkeit unter einander vorgefuhrt. Die Kinder werden zum Selbstdenken, Auffinden und zur Erklärung der Bedingungen und verfchiedenen Erscheinungen in der Natur angeleitet. Dadurch gewinnen die Kinder Interesse an der Betrachtung der Natur und es wird die Erkenntniß und das Gefühl von dem einheitlichen
I Wesen und Wirken der Erscheinungen in derselben bei ihnen erzeugt.
Andere Pädagogen sind bereits in die Futztapsen Junges getreten und sind ebenfalls in Arbeiten für den Grundsatz im natur- geschichtlichen Unterricht, „die Einheit in der Natur darzustellen", eingetreten. Der Redner kann nicht umhin, zu gestehen, daß diese Art des Unterrichts noch viele Gegner zahle. Er erklärt dies damit, daß die Lehrer der Gegenwart meistens sich noch zu Lüben als ihrem I Dorbild bekennten, der vor Allem Beschreibung und Anschaulichkeit I der organischen und anorganischen Erscheinungen in der Natur ver- I I langt Aus Grund dieser Forderung würden die Schulkinder mit I langweiligen Schematisirungen, mit endlosen gleichförmigen Be- I Schreibungen, mit gedankenlosem Auswendiglernen von Klaffen, Ord- I nungen und Gattungen geplagt und die Freude an der Betrachtung I der Natur ihnen genommen und kein Gefühl der Einheit in der I Natur in ihnen erweckte. Wenn man Bücher solcher Art lieft, glaubt I man sich in einen zoologischen Garten mit ausgestopften Thieren I versetzt ober an ein Herbarium mit getrockneten Pflanzen.
I Der Redner ist entschieden gegen die gewöhnlichen Beschreib- I ungen es soll das Leben in der Natur in seinen Wechselwirkungen I dargestellt werden. Nichts foll in der Natur als selbstverständlich I angesehen, die Bedingungen und Wirkungen nachgewiesen werden. | Das Kind soll in dem Leben und Weben in der Welt die Ausführung I des einheitlichen Plans eines weifen Schöpfers erkennen lernen. I Eine solche Erkenntniß wird dann den Erwachsenen vor Atheismus I bema6($ine eifrige Discufsion schloß sich an diesen Gegen-tand an, I Woran die Mitglieder der Kreisschulcommifsion, der Referent und I einzelne Lehrer lebhaften Antheil nahmen. Es wurde anerkannt, baß allerdings der naturgefchichtliche Unterricht, wie er zur Zeit betrieben werde, viel zu wünschen übrig lasse und daß die Versuche, ihn an- I regender und fruchtbringender zu machen, sehr dankenswerth seien. | Die Frucht fei aber noch nicht reif, das letzte Wort in diesem Gegen-
»and nach nicht gesprochen. Directe Gegner der Junge'icken Dar- I stellung warfen derselben vor, daß sie gerade die Kenntmsse, welche die systematische Naturgeschichte gebe, als dem Kind bekannt voraussetze, daß ste zu viele und verschiedenartige Dinge mit einander ver- I knüpfe und daß in einer folchen Ausdehnung der Unterricht tu ber I Volksschule nicht betrieben werben könne, was der Referent jedoch bestritt Es wurde ihm auch bemerkbar gemacht, baß, abgesehen von dem derzeitigen obligatorischen Normal-Lectionspl.n, ein systematischer Naturgeschichtsunterrickt mitbetrieben werden muffe, weil sonst für I das Verständniß ber Junge'schen Behanblung viele Voraussetzungen | fehlen würden. Wie bereits angedeutet, wurde anerkannt, daß noch nicht spruchreif sei, in welcher Weise bei naturgeschichtliche Unterricht I in ber Schule am geeignetsten zu ertheilen sei. .
Nach Schluß der Discusston wies ber Herr Vorsitzende noch in kurzer Ansprache daraus bin, daß in neuerer Zeit vielfach durch kleine I Kinder, die mit Feuerzeug ober Licht spielten, Bränbe entstanden
u r SchuNäle wurden 'gebauten Kess'elbach und Daubringen, I die bereits bezogen sind, in Alten-Bufeck einer, ber noch nicht ganz I oollcnbet ift-n eigentlichen V°lksschulen des Kreises wirken 161 Lehrer und 3 Lehrerinnen, davon 128 definitiv (9 mehr als 1888). I 34 Schuloerwalter und 2 Schulgehülfen. |
Wir erwähnen hier noch, daß Herr Lehrer Walz in Ober- I Bessingen am 4. Juni 1890 das 50jährige Dienstjubiläum geeiert I und ihm neben der Anerkennung ber höchsten Kirchen- und Schul- I bebörbe, wie ber Kreisschulcommission, von Sr. Konigl. Hoheit bem I Großherzog das Ehrenzeichen für 50jährige treugeleistete Dienste ver- I ltc^en^?ftorben ist Herr Lehrer Holzheimer in Röthges am I 2 Mai d. I. In ibm hat der Kreis einen Lehrer von biederem I Character und einen fleißigen Arbeiter in ber Schule verloren, der I nach Kräften für bie Erziehung und geistige Ausblldung seiner Schuler I Sorge getragen hat. , ..
Bezüglich der Kreisschulcommifsion thellen wir noch mit, I haft durch Versetzung an eine andere Stelle Herr Real-Gymnasial- I Director Weihrich aus derselben geschieden ist. Wenn der Kreis I in ihm einen für das Wohl des höheren Schulwesens wie für das her Volksfchule freudig wirkenden Mann verloren hat, so ist ihm durch die Wahl und den Eintritt seines Nachfolgers, des Herrn Real-Gymnasial-Directors Dr. Rausch in die KreisschuUommisston wieder ein Mann gewonnen worden, ber in demselben Geist weiter wirken wir^ rpri(fit sich weiter eingehend über die Leistungen in den Schulen des Kreises, über die stattgehabten Personalver- änderungen und über die einzelnen Lehrern zuerkannten Verweise
Strafen aus. Die Mittheilungen hierüber wurde schon der Raum verbieten; außerdem eignen sie sich auch nicht für bie Ver- öffenUMMW rourbc Serm Oberlehrer Fuhr zu Gießen zum ersten Gegenstanb ber Tagesorbnung bas Wort ertheilt:
<rsip Vk»strebunaen der neueren Zeit bezüglich ber Erziehung, des Unterrichts und der beruflichen Ausbildung 6 her Mädchen durch die Volksschule.
Die Arbeit schloß sich an folgende derselben vorgesetzten Thesen Volksschule soll die weibliche Jugend zur hauswirth- schaftlichen Tüchtigkeit durch den Unterricht erMen. inbem bei Auswahl und Darbietung des Unterrichtsstofies stets Rücksicht auf das spätere Leben der Schülerin zu
2. Der^Lehrstoff für Mädchenschulen soll in allen Disziplinen möglichst beschränkt, aber um so mehr vertieft werden.
3. Der gesetzlich eingeführte Handarbeitsunterricht soll gründlich und von befähigten Lehrerinnen ertheilt werden, die auch erziehlich auf die Mädchen einzuwirken verstehen.
4. Specielle Haushaltungskunde — wie Unterricht lm ^chen, Waschen, Plätten — soll nicht in den Lehrplan ber Volksschule ausgenommen, sondern als Fortbildungsunterricht
5 Dadurch die schwierigeren Erwerbsverhältnisfe die Frau des Arbeiters genöthigt ist, außerhalb des Hauses Lohnarbeit zu übernehmen und deshalb weder ihren Pflichten als Hausfrau in wirthschaftlicher Beziehung nachkommen,
— Nachdem das Jahressest des Ob erhef fischen Vereins für innere Mission mehrfach verschoben werden mußte,. findet es nun bestimmt am 4. November in. hiesiger Stadtkirche statt. Da Herr Hofprediger Stöcker aus Berlin die Festpredigt halten wird, und eine gleichfalls so bedeutende Kraft, wie Herr Pfarrer F. N a u m a n n aus Frankfurt a. M., der hier durch feinen Vortrag über den „freien, fröhlichen, frommen Sonntag" noch in bestem Andenken steht, den die Verhandlungen über die Frage: „Was kann die innere Mission zur Förderung des Gemeindelebens beitragen", einleitenden Vortrag übernommen hat, so darf der Verein besondere Theilnahme feiner Mitglieder und
Kreis-Conferenz der Volksschnllehrer im Kreise Gießen am 17. Oetober 1891 in Gießen.
Unter bem Vorsitz bes Herrn Prooinzialdirector Freiherrn v. Gagern würbe die Kreisconferenz im Saale d s Cas6 Leib abgehalten in Gegenwart von 156 Lehrern und 6 Lehrerinnen. Von Mitgliedern ber Kreisschulcommifsion waren noch zugegen bie Herren Schulrath Büchner, Oberbürgermeister Gnauth, Real-Gymnasial- dtrector Dr. Rausch und der ev. Decan Wahl, als Gast Herr Schulbirector Landmann. u .
Nachdem gegen 9 Uhr Vormittags bie Conserenz burch eine Begrüßungsrebe des Herrn Vorsitzenben an bie Lehrer unb bas neu dngetretene Mitglied der Kreisschulcommifsion Herrn Realgymnasial- birector Dr. Raufch eröffnet worden war, erstattete Herr Schulrath P üebner einen Bericht über bie Verhältnisse ber Volksschulen des Kreises in der Zeit vom 1. Mai 1889 bis jetzt, ebenso über die Erweiterten Volksschulen, die Fortbildungsschulen, die Präparanoen- Anstalt in Lich unb bas Rettungshaus in Arnsburg. Daraus fuhren wir Einzelnes an, was wir von allgemeinem Interesse halten.
In bem Kreise bestehen jetzt 80 Gemeindeschulen in 80 Gemeinden, drei mehr als Ende 1888, da Trohe, Rabertshausen unb Stockhausen als neue Sckulgemeinben hinzugetreten sind. Die 80 Volksschulen umfassen 165 Schulklassen, 5 mehr als 1888. Die Zahl der Schulkinder im Kreise beträgt zur Zeit 11300, 5605 Knaben, 5695 Mädchen, im Ganzen 375 Kinder weniger als 1888.
Erweiterte Volksschulen, an denen ein akademischer Lehrer unb ein seminaristisch gebilbeter Lehrer wirken und von den Geist- stchen ber Katechismusunterricht ertheilt wird, bestehen in Grunberg mit 31—36Schülern, in Hungen mit 29—34Schulern. DieKnaben darin werden zum Theil für das Gymnasium ober die Realschule mit gutem Erfolg vorgebilbxt. ,, .
Unterstellt ist ber Kreisschulcommifsion bie Praparanben- Unftalt zu Lich, an ber bis zu 60 Schülern in 2 Klassen von 2 stänbigen Lehrern unb 5 Hilfslehrern, nämlich einem evangelischen unD einem katholischen Geistlichen, einem israelitischen Religions- lehrer, einem Clavierlehrer und einem Turnlehrer unterrichtet und in einem zweijährigen Lehrcursus mit gutem Erfolg für das Seminar vorbereitet werden.
Weiter ist ber Kreisschulcommifsion unterstellt das Rettungs- Haus in Arnsburg mit 30—34 Schülerinnen, bie bei guter körperlicher Pflege bei einer tüchtigen Erziehung und zur Erlangung einer geistigen Ausbildung, wie sie ber Lehrplan ber einfachen Volksschule vorschreibt, von zwei geprüften Lehrerinnen unterrichtet ^"^Fortbildungsschulen bestanden in 78 Gemeinden mit 99 Klaffen. An diesen wirkten 136 Lehrer an wöchentlich 3 bis 4 Abenden mit je 2 Stunden. Die Zahl ber Schüler betrug 1890/91 1861, 25 mehr als 1888. ,
Eine sehr erfreuliche Thättgkeit - wie sie bis letzt noch nicht in unserem Kreise dagewesen — herrschte auf bem Gebiete der Schulbauten.
Neue Schulhäuser sind feit 1. Mai 1889 gebaut unö ein-
— Von der Eisenbahn. Der preußische öffentlichen Arbeiten hat bestimmt, daß zunächst bei allen Schnellzügen das Verbot, die Fahrkarten auf Trittbrettern zu durchlochen und zu prüfen, allgemein und streng zur Durchführung gebracht werde.
in
mit zwei Schulsälen und zwei Lehrerwohnungen, „ einem Schulsaal unb einer Lehrerwohnung,
Vermischtes.
* Berlin, 20. October. Ein Augenzeuge, der bei dem Eisenbahn-Unfall in Station Kohlsurt selbst zu Schaden gekommen ist, berichtet der „Tagt. R.": Als um 12 Uhr 50 Minuten Nachts der Zug etwa noch 100 Meter von der Station Kohlfurt entfernt war, wurden die zumeist schlafenden Fahrgäste plötzlich durch schrille Nothsignale von ihren Sitzen aufgeschreckt, und schon im nächsten Augenblick verspürten sie eine furchtbare Erschütterung. In wilder Eile stürzten Alle aus den Wagenabtheilungcn. Der Anblick, der sich bot, war entsetzlich; eine Rangirmaschine war in schräger Richtung in den Expreßzug hineingefahren und, obwohl beide sich m gemäßigter Fahrgeschwindigkeit befanden, hatte der Zusammenstoß doch eine furchtbare Wirkung gehabt. Ein Wagen zweiter Klasse, in welchen die Rangirmaschine hineingefahren, war durch den Anprall umgeworfen, die Seitenwand war zertrümmert und auf letztere hatte sich die Locomotive halb heraufgeschoben. Der Schornstein war in das erste Abtheil des nachfolgenden Wagens dritter Klasse hineingedrungen, sandte eine gewaltige Rauchmasse in dieses hinein und brachte die Reisenden in die Gefahr des Erstickungstodes. Durch den starken Rauch wurden neun Personen, welche in diesem Abtheil saßen, der Besinnung beraubt - nur ein Einziger, | ein Berliner Kaufmann, hatte noch so viel Kraft, die Thür aufzureißen und ins Freie zu stürzen. Hier erholte er sich bald soweit, daß er mit Hülfe Anderer die betäubten Wageninsassen reitete. Ein Theil von ihnen kam bald wieder in der srischen Luft zu sich, während es bei mehreren Damen
I stundenlanger Bemühungen bedurfte, sie wieder ins Leben zurückzubringen- auch aus den übrigen Wagen wurden zahlreiche Ohnmächtige herausgehoben, die man in das Stationsgebäude trug. Auch ein Schlafwagen war aus dem Geleise herausgeworfen, während die beiden Locomotiven des Expreßzuges umgeschleudert und stark beschädigt waren. Sowohl die Reisenden, soweit diese Hülfe leisten konnten, als auch das Bahnhofspersonal nahmen sofort die Rettungsarbeiten in Angriff, welche sich ganz besonders schwierig bei dem zer- ttümmerteil nur noch einen Bretterhaufen bildenden Wagen zweiter Klasse gestalteten. Hier mußte die ganze Decke abgehoben werden, um die unter den Trümmern und der hineingefahrenen Rangirlocomotive befindlichen Fahrgäste hervorzuholen. ______
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Stockhausen , „ „ '' ,
Im Bau begriffen, zum Theil schon vollendet, aber noch nicht eingeroeibt, sind die Schulhäuser in
Gießen, Schulhaus für die zur Zeit 14 Klaffen zählende Stadt- knabenschule,
Lollar mit drei Schulsälen unb einer Lehrerwohnung,
Dillingen „
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