gewicht zu Uebungszwecken eingeholt werden. — Nachdem unterm 22. October beschlossen wurde, den Schoorgraben an der Ostanlage auf der Strecke von der Diezstraße bis zur Stelle, wo der neue Fußweg mit dem alten Schoorweg zusammenstößt, mit einer Einfriedigung zu versehen, haben in der Baudeputation Berathungen über die Art der Einfriedigung stattgefunden. Die Commission konnte sich aber, nachdem sie alle bisher in verschiedenen Stadttheilen angelegten Einfriedigungen als nur bedingt brauchbar befunden hatte, für eine bestimmte Art nicht aussprechen und beantragt deshab probeweise Anlage einer 80 Centimeter hohen, aus alten Gasröhren mit Kanteisen-Verbindung bestehenden Einfriedigung. Die Versammlung erklärt sich mit diesem Anträge einverstanden. — Im Juli 1890 wurde beschlossen, denjenigen städtischerseits beschäftigten Arbeitern, welche den Sommer über im Dienste bleiben, im Herbste eine Gratification in Höhe bis zu LO Pfg. pro Tag zu bewilligen,- es lag der vorgestrigen Stadt- verordneten-Versammlung das Verzeichniß der Arbeiter und der auszuzahlenden Gratisicationen vor. Es kommen hiervon aus die beim Wald- und Wiesenbau u. s. w. beschäftigten Arbeiter 681 Mk. und aus die Straßenkehrer 740 Mk., auf den einzelnenMann je nach Beschäftigungsdauer 6 bis 36 Mk. Herr Heyligenstaedt spricht sich für eine Erhöhung der als ortsüblicher Tagelohn geltenden Sätze aus, die mit Mk. 1.70 pro Tag zu niedrig bemessen seien. Es sei dies im Interesse der Arbeiter, die der Kranken - Versicherung unterliegen, dringend nöthig, da sich bei ihnen die Höhe der Krankenunterstützung nach der Höhe des ortsüblichen Tagelohns richte. Tagelöhne von Mk. 1.70 existirten so gut wie gar nicht mehr- im Vergleich zu kleineren Gemeinden seien die Sätze in Gießen zu niedrig. Die Versammlung erklärt sich mit Ueberwersung der Frage an die Finanzdeputation einverstanden. — Das nach Bezug des neuen Knabenschulgebäudes an der Nordanlage frei werdende Schulhaus in der Schulstraße soll zur Unterbringung des P o l i z e i a m t s, Meldeamts sowie der Polizeiwache verwendet und dementsprechend einem Umbau im Innern unterzogen werden. Die Kosten sind auf 7890 Mk. veranschlagt. Der Voranschlag wird nicht beanstandet. — Herr Schmall nahm bei Erwähnung der Einrichtung einer Schutzmannswohnung in eben bezeichnetem Gebäude Anlaß, auf den schlechten Zustand der Thürmer- wohnung hinzuweisen, dieselbe sei in hohem Grade aus- besserungsbedürfüg. Auch möchte es sich empfehlen, in Rücksicht auf den anstrengenden Dienst des Thürmers demselben freie Heizung und Beleuchtung zu gewähren, da er deren Tag und Nacht bedürfe. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß eine auf Ausbesserung der Wohnung bezügliche Eingabe des Thürmers bereits vorliege- was die (übrigens im Gehalte aufgerechnete) Heizung und Beleuchtung betreffe, so werde diese den gewissermaßen Hausmeisterstelle versehenden städtischen Bediensteten deshalb bewilligt, weil dies sich aus verschiedenen Gründen in allen öffentlichen Gebäuden empfehle, in denen viele Räume geheizt werden müßten- beim Thürmer treffe dies nicht zu. Die Frage wegen Bewilligung von Heizung und Beleuchtung an den Thürmer wird der Finanzdeputation überwiesen. — Die im städtischen Schlachthause beschäftigten vier Trichinenschauer haben erklärt, daß die ihnen seither gewährte Vergütung für Ausübung ihrer Thätigkeit zu niedrig bemessen sei und ihr Amt mit Wirkung vom 1. December I. I. gekündigt. Die Metzger haben eine Erhöhung der Vergütung (dieselbe beträgt 30 Psg. pro Schwein) abgelehnt - auf erfolgtes Ausschreiben der Stellen sind Anerbieten nicht eingegangen, weshalb mit Ablauf dieses Monats die seitherige freiwillige Trichinenschau eingestellt wird, sofern die Trichinenschauer aus ihrer Forderung, die Metzger aus ihrer Weigerung beharren. Herr Oberbürgermeister Gnauth theilte der Versammlung die Sachlage mit, mit welcher sich zunächst die Schlachthaus-Deputation beschäftigen wird. — Die Frage, inwieweit bei Ausbau der Löberstraße und die Anlage einer Quaimauer längs derselben aus die Errichtung einer Brücke über die Wieseck im Zuge der Goethe- straße Rücksicht zu nehmen sei, bezw. ob die Brücke lediglich dem Fußgänger- oder auch dem Fuhrwerk-Verkehr dienen solle, blieb bekanntlich in der letzten Stadtverordneten-Versammlung unentschieden, weil den zu Gunsten einer Fahrbrücke sprechenden Umständen solche gegenüber geltend gemacht wurden, nach
denen sich die Anlage einer Fußgänger-Brücke empfiehlt. Der vorgestrigen Versammlung lag nun eine Zuschrift der Universität vor, in welcher ersucht wird, von einer den Durchgangs-Verkehr in der Richtung Seltersweg-Goethestraße und Schiffen- bergerweg vermehrenden Fahrbrücke abzusehen- die Zunahme des Durchgangs-Verkehrs lasse eine Störung der Vorlesungen im Universitätsgebäude, insbesondere aber in dem noch zu errichtenden physikalischen Cabinet befürchten, wo die geringste Erschütterung ein Arbeiten mit den physikalischen Instrumenten unmöglich mache. Herr Dr. Thaer kann sich der Ansicht nicht verschließen, daß die hier vorgebrachten Bedenken begründet seien und ersucht um Berücksichtigung derselben. Herr Wallenfels bezeichnet die Befürchtungen für unbegründet, die Oberhessische Eisenbahn verursache mehr Störung. Herr Beigeordneter Langsdorfs spricht sich für Durchführung der Straße aus, zur Anlage stillerer Wohnhäuser biete sich anderwärts, z. B. in der Plockstraße, Gelegenheit. Der befürchteten Störung lasse sich vielleicht durch Holzpflaster oder dergl. auf der für die Universität in Betracht kommenden Strecke der verlängerten Goethestraße begegnen. Baue man nur eine Fußgänger-Brücke, so könne der Fall eintreten, daß man später bei weiteren Straßenbauten genöthigt sei, diese durch eine fahrbare Brücke zu ersetzen und dann sei das aufgewendete Geld umsonst ausgegeben- es ließen sich unter Zuratheziehen Sachverständiger wohl Mittel finden, um die der Universität drohenden Störungen, die er durchaus nicht herbeigeführt haben möchte, zu vermeiden. Herr Scheel ist ebenfalls der Ansicht, daß sich Mittel und Wege finden werden, um den für die Universität befürchteten Störungen zu entgehen, ohne daß man auf eine Fahrbrücke, deren Anlage er empfehle, verzichten müsse. Auch Herr Löb er spricht sich für eine Straßenbrücke aus, hat aber nichts dagegen, wenn der vorhandene Steg, vielleicht etwas aus- gebeffert, vorläufig bestehen bliebe. Herr Petri hält die Einwände der Universität für gerechtfertigt, die Universität sei ein Factor, mit dem die Stadt rechnen müsse- stelle sich das Bedürfniß nach einer fahrbaren Brücke heraus, so könne dieselbe später noch immer angelegt werden. Herr Oberbürgermeister G n a u t h betont den Unterschied zwischen Local- und Durchgangs-Verkehr, dagegen bestehe ein Unterschied in der Länge der beiden Wege, ob durch die Bleichstraße oder durch die verlängerte Goethestraße nach dem Bahnübergang am Schiffenbergerwege, nicht, aus beiden Wegen müsse man sich links wenden, um zu dem Uebergange zu gelangen, der Verkehr könne deshalb ohne Schädigung von der Goethestraße abgelenkt werden. Er habe Bedenken sowohl gegen Holzpflaster als gegen Asphalt, beide bedürften kostspieliger Reparaturen, auch sei Asphalt da, wo es nicht für große Strecken angewandt und dadurch dem Zugvieh Gelegenheit gegeben würde, sich daran zu gewöhnen, gefährlich für das Zugvieh. Herr Dr. Ploch glaubt nicht an eine Beeinträchtigung der Universität, denn es sei nicht nothwendig, das physikalische Institut an die Straße zu stellen, das frühere Institut habe an einer für damals recht verkehrsreich geltenden Straße gelegen, ohne daß über Störungen geklagt worden wäre, wenn er auch nicht verkennen wolle, daß die neueren Instrumente empfindlicher seien. Herr Homberger ist auch der Ansicht, daß das physikalische Cabinet an einem Platz errichtet werden könne, wo keine Störungen durch den Verkehr hervorgerufen werden, er könne sich deshalb nur für eine Fahrbrücke aussprechen. Herr S ch o p b a ch möchte Rücksicht auf die Universität genommen haben- er könne sich aber nur für eine Fahrbrücke aussprechen, die man ähnlich wie die Plockstraße absperren könne, wenn sich die befürchteten Mißstände ergeben. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt bezüglich der Annahme, daß das Institut nicht an die Straße gebaut zu werden brauche, die Straße sei ein viel weniger gefährlicher Nachbar für das Institut, als ein bei von der Straße entfernterer Anlage in Betracht kommender Bauplatz, aus dem womöglich eine Schmiede errichtet werde. Herr Georgi erklärt, daß die Universität, wenn sie von künftiger Verwendung des Bauplatzes Störung befürchte, denselben ja erwerben könne- hier handle es sich darum, schlüssig zu werden über die Art der Ueberbrückung, damit die Universität wiffe, wie sie bauen könne, die Brücke könne ja als Fahrbrücke angelegt werden, es brauche dies aber nicht sofort zu geschehen, mit der Ausführung habe es noch Zeit. Ein von Herrn Bei
geordneten Langsdorfs im Sinne seiner vorerwähnten Bemerkungen gestellter Antrag wird abgelehnt, desgleichen die Anlage einer Fußgängerbrücke, so daß der Antrag, bei Ausbau der Löberstraße und Errichtung einer mit eisernem Geländer und profilirten Deckplatten versehenen Quaimauer ans Anlage einer Fahrbrücke Rücksicht zu nehmen, zur Annahme gelangt.
Citeratur u*6> A«nst.
~ Hnter der Kalender-Ltteritur hat sich der im notigen Jahre jum ersten Male erschienene »Jllnstriete Wöri«hofe«er Kneipp» »auttijer* refifi einen hervorragenden Platz erobert. Soeben wurde der zweite Jahrgang dieses schon durch die Person seines Heraus- M^^'^^^ba^tenswerthen Kalenders (Kempten, Verlag der Jos. Kosel scheu Buchhandlung. Preis broch. 50 Psg., incl. Porto 60 Psg.) ausgegeben. Derselbe reiht sich seinem Inhalte nach würdig seinem Vorgänger an. Ganz hervorragendes Interesse beansprucht der darin enthaltene Aufsatz des Herrn Pfarrer Kneipp über die vier Jahres- zeitm und deren Einfluß auf die Gesundheit der Menschen. Eine einzige der darin angegebenen Verhaltungsmaßregeln, zur richtigen Zeit angewendet und befolgt, wiegt tausendfach die geringe Auslage für Anschaffung des Kalenoers auf. Außer den Beiträgen des Herrn Marrers Kneipp enthält der Kalender noch verschiedene andere, dunhwegs Original-Artikel von Aerzlen der Kneipp'schen Richtung; auch dem Humore ist reichlich Rechnung getragen. Zahlreiche, vorzüglich ausgeführte Original-Jlluftrattonm bilden, wie schon im Vorjahre, so auch diesmal einen besonderen Schmuck des Kalenders. Insbesondere verweisen wir auf die von köstlichem Humor über- sprudelnden, famos illustrirten poetischen Beiträge von Al. Binder, deren jeder einen Monat im Kneipp'schm Sinne behandelt.
— In allen Jägerkreisen ist diesmal die Ausgabe der neuesten Kummer des Hubertus-, illustrirte Zeitschrist für Jagd, Fischerei re., mit Spannung erwartet roorben, denn in derselben ist das Ergebniß der beiden Preisaufgaben (auf ein HubertuS- Ued und auf vier Preisräthsel) veröffentlicht. Die rege Betheiltgung hat gezeigt, daß das Weidwerk nicht nur das Auge, sondern auch dm Geist schärft und daß die Poesie des WaldeS sich auch denjmigm mittheilt, welche sich viel in ihm aufhalten. Den Gedtchtpreis, eine Geldprämie, erhielt Herr Dr. Adalbert von Haustein in Berlin für sein warm empfundenes und in kräftiger Sprache geschriebenes Lied „St. Hubertus". Die Räthselpreise, eine Emtralfeuer-Doppelflinte, ein Tesching, ein Jagdmesser und eine Anzahl jagdlicher Bücher, fielen auf verschiedene Förster und Jagdliebhaber, und sogar eine Dame ist daran beteiligt. — Der übrige Inhalt dieser Nummer des „St. Hubertus", „Parforcejagd", „lieber Waldjagden", „Erziehung junger Karpfen", „Hüttenjagd auf Raubzeug" rc. rc. spricht für sich selbst, wie auch die zum Text gehörigen Illustrationen. Die VerlagS- handlung (Paul Schettlers Erbm in Cöthen, Anhalt) versendet auf Wunsch Probenummern gratis und franco und jede Buchhandlung und Postanstalt nimmt Bestellungen auf den „St. Hubertus" entgegm.
Brodpreise
vom 22. November bis 6. December 1891.
1 Kgr. (2 Pfd.l
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Weißbrod..............
Weißbrod 62
Schwarzbrod 29
Schwarzbrod
Schwarzbrod
bei K. HaaS, L» Keil, I. Lein 87
Bei de« BrodverkLnfer«. a
Tafelbrod „ ........ . ßß
Weißbrod.........‘ 31
" ..............62
Schwarzbrod ...... I 29
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bei K. Heuser, I. Thomas 87 Gießen, den 21. November 1891. Großh. Polizeiamt Gießen. Fresenius.
f . erzielt man nur, wenn die Annoncen zweck- taL T I 11 1 rt "Eg abgefaßt und typographisch ange. Vs/ V | V <■ meffen ausgestattet sind, ferner die richtige cv Wahl der geeigneten Zeitungen ge-
nUrm AimnUffll tr°ffen wird. Um dies zu erreichen, wende UUIUJ man sich an die Annoucen-Ex^edition
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