Heilungen machende und zu weiterer treuer Mitarbeit an dem Werke des Gustav-Adolf-Veretns ermunternde Bericht erstattet wurde. Darnach wurden im vorigen Jahre im Vereinsgebiet, zu welchem alle Gemeinden des Decanats Gießen mit Ausnahme von Kirch- und Pohl- Göns gehören, 1872,80 Mk. beigesteuert, 178 Mk. mehr als in 1889. Die Einnahme des Vorjahres war die höchste, die wir seither hatten. Von ihr entfallen auf Gießen 1178,78 Mk., worunter 767,68 Mk., die der in Gießen bestehende Frauenverein aufgebracht hat. — Im Nachmittagsgottesdienst, noch stärker als der erste Gottesdienst besucht, predigte Herr Pfarrer Volp aus Allendorf a. d. Lumda über 1. Joh. 5, 4. Nach der Predigt hielt noch Herr Pfarrer Deggau aus Heuchelheim eine Ansprache, in der derselbe u. A. zum fleißigen Gebrauch des theuren Bibelbuches ermahnte. Das Schlußgebdt sprach Herr Decan Wahl aus Wieseck. Zur Verschönerung des heutigen Festes trug wesentlich der Klein-Lindener gut geleitete Posaunenchor, der sämmt- liche Lieder begleitete, und ein dortiger ebenfalls gut geschulter Kirchengesangverein bei, welchen auch, zugleich im Namen der Gäste, durch den Ortsgeistlichen im Namen der Gemeinde Lang-Göns herzlicher Dank ausgesprochen wurde. Die Collecte stellte sich auf 131,30 Mk. — den höchsten bis jetzt erzielten Betrag. (Nach d. Darmst. Ztg.).
— Der Bergmännische Verein z« Gießen unternimmt am 2 5. Juli einen Ausflug nach Frankfurt a. M. zum Besuche der Elektrotechnischen Ausstellung, unter Führung eines lokalkundigen Electrotechnikers. Bei einer Betheiligung von mehr wie 30 Personen werden Rückfahrkarten zu ermäßigtem Preise (Mk. 2.70 in 3. Wagenklasse) ausgegeben. Gäste sind willkommen. Abfahrt von Gießen Mittags 11 Uhr 41 Min.
— Hauscollecte für die deutsche Gemeinde in Paris. Mit Genehmigung des Großherzogl. Ministeriums des Innern wird in der nächsten Zeit zum Besten der deutschen Gemeinde in Paris eine Haußcollecte abgehalten werden. Denjenigen, welche Paris nicht kennen, theilen wir Folgendes mit: Die Collecte ist bestimmt für die deutschen Gemeinden: La Villete im Norden, Redemption im Centrum und Westen, und für die Filiale Batignolles im Nordwesten der Weltstadt Paris. Diese Gemeinden sind in doppeltem Sinne Diasporagemeinden. Ihre Glieder sind unter fast 21/2 Millionen Römisch-Katholischen und französisch Redenden zerstreut. Die Gemeinden von La Villette und Batignolles sind ausschließlich Arbeitergemeinden, und zwar ist der bei weitem größte Theil ihrer Glieder aus dem Großherzogthum Hessen gebürtig. Die deutschen evangelischen Schulen in La Villette zählten vor einigen Jahren noch circa 300, die Schule in St. Marcel ca. 90 Kinder. Heute, nachdem wegen mangelnder Arbeit ein großer Theil unserer deutschen Arbeiterfamilien fortgezogen, beläuft sich die Schülerzahl in beiden Schulgruppen doch noch aus reichlich 200. Fünf Schüler auf sechs waren und sind Hessen. Seit Jahren gewährt bebhalb Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen jährlich einen Beitrag für diese Schulen. Aber die Kosten für die Schulen allein belaufen sich jährlich auf das neunfache dieser Summe. Infolge eines nothwendig gewordenen Baues und großer Reparatur hat es in den letzten Jahren für die Schulen noch ca. 32,000 Mk. Extraausgaben gegeben, von denen noch über 8000 Mk. zu zahlen sind. Die Glieder der Redemptiongemeinden stammen aus allen Gegenden des deutschen Vaterlandes. Auch hier fehlen die Hessen nicht, sind besonders durch Handwerker und Dienstmädchen vertreten. Die Gemeinde besitzt keine Kirche. Sie muß in einem engen, dunkeln und niedrigen Saal, der bei weitem nicht ausreicht, ihre Gottesdienste abhalten, und was das schlimmste ist, sie kann sich nicht einmal ungestört erbauen. Von dem hart vor dem Fenster liegenden Restaurant dringt unausgesetzt ein solcher Lärm in unsere Feier, daß es oft nicht zu ertragen ist. Dieser Zustand ist um so schmachvoller, als andere Nationen schöne, ja prächtige Kirchen in Paris besitzen, während sich die evangelischen Deutschen mit einem unwürdigen, gemietheten Saal behelfen müssen, der ihnen für die Mitbenutzung jährlich 3000 Mk.
erschien. Die ebenmäßige Figur zeigte auffallend schöne Formen, wie auch der Schnitt des Kleides unleugbare Eleganz bewies. Anthony Clark zögerte noch immer, weiterzuschreiten, weil er daraus wartete, daß die junge Unbekannte vielleicht einmal die tief aus die Arbeit gesenkten Augen heben würde, aber vergebens. Nun trafen seine prüfenden Blicke die rührigen Finger — wie sonderbar! Ein Paar waschlederne Handschuhe bedeckten dieselben bis zum Gelenk, hieran schlossen sich eine Art Schutzärmel aus grauem Futterstoff, die bis über den Ellenbogen hinaufreichten- ein kleines weißes Schürzchen vervollkommnete diese seltsame Toilette.
Das also war die junge Dame aus guter Familie, welche ihr Brod zu erwerben genöthigt war? Er hatte mit seinen Vermuthungen demnach doch recht gehabt. — „Eine Dame, hm!" Im Augenblicke dachte er gar nicht mehr an seine Absicht, jenes Buch zu holen, sondern beschäftigte sich mit dem Gedanken, daß diese Bezeichnung hier in der That höchst gerechtfertigt erschien, wobei ein merkwürdiges Gefühl, halb Befriedigung, halb Freude sein Inneres bewegte: „Wie glücklich mochte das arme Mädchen sein, etwas Beschäftigung — und hoffentlich auch recht lohnende — gesunden zu haben!"
Gleichsam instinctiv, als ob es die Nähe eines Fremden ahne, schlug das schöne Mädchen jetzt die Augen empor und trat, merklich erschrocken, zurück, während ein heißes, ver- rätherisches Roth sich über Antlitz und Hals ergoß. Mr. Anthony Clark wußte nichts anderes zu thun, als leicht zu grüßen und rasch nach der Bibliothek hinüberzuschreiten, von wo aus er dann seinen Rückweg durch einen anderen Theil des Hauses nahm.
(Fortsetzung folgt.)
kostet. Der Vorstand hat daher den Entschluß gefaßt, eine einfache aber würdige Kirche zu bauen. Aber die armen Gemeinden vermögen das nicht allein. Schon für die lausenden Ausgaben: Miethe des Saales und des Schulhauses in St. Marcel, Gehalte von Pfarrern, Lehrern und sonstigen Angestellten (wozu hier der Staat keinen Pfennig gibt) müssen jährlich die größten Opfer gebracht werden. Für den Bau einer ganz einfachen Kirche aber sind bei den ungeheuren Preisen von Grund und Boden mindestens 200,000 Mk. nöthig. Da müssen die Glaubensgenossen in der Heimath energisch unterstützen, besonders die hessischen, deren Landsleute im reichsten Maße an dem Segen der deutschen Gemeinde theil haben, denen die trefflichen deutschen evangelischen Schulen fast allein zu Gute kommen! Vor einigen Jahren war Pastor Frisius aus Paris hier, um die Theilnahme für dies Werk zu wecken, und wer ihn damals hörte, wird ihn nicht vergessen haben. Jetzt ist Gelegenheit gegeben, eine Versäumniß von damals gut zu machen.
— Der Fechtverbavd GießeuLahr (Verein zur Gründung und Unterhaltung deutscher Reichswaisenhäuser) hielt sein diesjähriges So mm er fest am 19. d. M. auf der „Schönen Aussicht" ab. Dasselbe war sehr zahlreich besucht und verlies in der schönsten Weise; auch war das klingende Ergebniß zufriedenstellend, denn trotz des geringen Eintrittspreises von nur 20 Pfg. ä Person erzielte der Verein einen Ueberschuß von 35 Mk. Der Waisen Dank ist Gottes Dank.
— Fremden Verkehr in Gießen. In vergangener Nacht logirten in den hiesigen Gasthäusern (einschließlich Herberge zur Heimath) 278 Fremde. — Die Anzahl der seit Januar d. I. in den Gasthäusern der Stadt beherbergten Fremden beträgt 19803.
— Die juristischen Prüfungsbeftimmnugeu sollen in nächster Zeit einer gründlichen Reform unterzogen werden und die Neuerungen bereits für das nächste Examen Giltigkeit erhalten. Man beabsichtigt namentlich allen unnöthigen Gedächtnißballast fernzuhalten, dagegen mehr Werth auf eine wirklich wissenschaftliche juristische Vorbildung zu legen. Die Zahl der schriftlichen Censurarbeiten soll deshalb von 14 aus 6 herabgesetzt werden, was eine große Erleichterung für die Prüfungscandidaten bedeutet.
— Nach dem Rechenschaftsbericht des Kunft-Verems für das Großherzogthum Hessen pro 1890 betrug die Gesammtzahl der Mitglieder 989. Die Einnahmen beliefen sich auf 15 595.92 Mk., die Ausgaben auf 12263.42 Mk. Die Ausstellungen haben, soweit sich dies einrichten ließ, programmgemäß stattgefunden,' in Darmstadt wurde die Ausstellung im Monat August wegen notwendiger Arbeiten in der Kunsthalle ausgesetzt; in Offenbach, Gießen und Mainz haben die Ausstellungen meist nur in den Sommermonaten und soweit hierzu geeignete Localitäten zur Verfügung standen, stattgefunden; in Worms haben die dorthin gesendeten Kunst- gegenstände nur während der Dauer von vier Wochen verbleiben können. Von den hierzu aufgesorderten Künstlern waren eingesendet worden: 340 Oelgemälde, 37 Zeichnungen, 14 Aquarelle, 2 Pastellbilder, 2 Radirungen und 10 Entwürfe zu Sculpturwerken.
— Hessenabende in Berlin. In letzter Zeit werden in Berlin sogen. Hessenabende unter den hessischen Studenten aller Farben und Facultäten abgehalten. Diese Abende sollen eine regelmäßige Wiederholung erfahren, sowie durch Aufstellung einer Reihe von Grundsätzen und Wahl eines Ein- berufers eine dauernde Fassung erhalten. — Die Hessenabende sollen den in Berlin studirenden Angehörigen des Großherzog- thums Hessen, unbeschadet ihrer Zugehörigkeit zu studentischen Verbindungen aller Art, Gelegenheit geben zu zwangloser Zusammenkunft. — Vor Allem wird es den Theilnehmern dieser Abende eine angenehme Pflicht sein, vorübergehend in Berlin anwesende hessische Offiziere und wer immer zur akademischen Jugend in Beziehung steht (natürlich Hesse), in ihrer Mitte zu begrüßen resp. zu den Abenden einzuladen. Die Ankündigung der Hessenabende geschieht am schwarzen Brett der Universität.
— Bon bet Rabenau wird int „Grünb. Anz." der folgende Schmerzensruf veröffentlicht: In unsere Eisenbahnangelegenheit scheint ein dicker Mehlthau gefallen zu fein; die Sache rückt absolut nicht vom Flecke. Nachdem die eine Schwierigkeit — das Project Londorf-Gießen — durch Entschließung Grobherzoglichen Ministeriums glücklich beseitigt ist, hat sich die Gemeinde Kesselbach das Verdienst erworben, der Sache einen Stein in den Weg geworfen zu haben. Nachdem nämlich bei der Anwesenheit Sr. Excellenz des Herrn Ministers Weber bestimmt worden war, die Bahn durch Kesselbach zu führen, erhebt jetzt die Gemeinde Widerspruch dagegen, aus welchen Gründen, ist absolut nicht abzusehen. Es würden aus jene Weise nicht nur große Summen erspart, sondern auch die gar nicht unbedeutenden Terrainschwierigkeiten überwunden. Aber die Kesselbacher wollen nun einmal nicht und diesem Wollen muß sich nicht bloß das ganze Lumdathal, sondern auch die Großherzogliche Staatsregierung unterwerfen. Wird unsere Bahn unter diesen Umständen in diesem Jahrhundert wohl noch gebaut werden?
Grimberg, 19. Juli. Der hiesige Bürger und Conditor Philipp Weisenbach, welcher am verflossenen Donnerstag eines plötzlichen Todes verstarb, wurde aus ärztliche Anzeige und aus Anordnung des hiesigen Großh. Amtsgerichts einer Ob- duction unterzogen und hat dieselbe Vergiftung mittelst Arsenik ergeben. Was den lebensmüden 57jährigen Mann in den Tod getrieben hat, ist völlig unbekannt, da derselbe vollständig gesund war und in guten Vermögensverhältnissen gelebt hat. N. H. V.
Friedberg, 18.Juli. Gestern Nacht erhängte sich im hiesigen Haftlocale ein Arrestant, der am vergangenen Samstag verhaftet worden war. Er hatte in unserer Stadt mehrfach Betrügereien verübt, indem er sich für den Wärter einer Irrenanstalt ausgab und von Personen, die Verwandte in der betreffenden Anstalt untergebracht haben, unter
den verschiedensten Vorspiegelungen größere Geldsummen erschwindelte.
Fauerbach, 18. Juli. Ein bedauerlicher Unglücks fall hat sich gestern hier zugetragen. Ein Arbeiter stürzte von einem Kirschbaum, auf dem er mit Kirschenpflücken beschäftigt war, herab und starb nach wenigen Minuten an den erhaltenen schweren Verletzungen. *
□ Merlau, 20. Juli. Das erste Bundesfest des Ohm-Lumdathal-Sängerbundes nahm gestern hier einen guten Verlaus trotz des höchst ungünstigen Wetters in den Vormittagsstunden, just der Zeit, in welcher die Gäste eben zu kommen pflegen. Durch die Verspätung, mit welcher die Vereine des Wetters wegen anlangten, mußte der Sängertag ausgesetzt und verlegt werden. Um 2 Uhr entwickelte sich an der Herrnmühle der Festzug und bewegte sich durch die festlich geschmückten Straßen des Ortes. An dem großen Festzug betheiligten sich 14 Gesang- und 9 Kriegervereine. Die auf dem Festplatze ausgeführten Gelänge der Vereine legten sämmtlich ein beredtes Zeugniß von einer fleißigen, trefflichen Schulung und Pflege des Männergesanges ab. Zwischen den Gesängen der Vereine luden die lustigen Weisen einer vortrefflichen Capelle zum Tanze ein.
Klein Krotzenburg, 19. Juli. Aus der Landstraße zwischen hier und Seligenstadt wurde gestern Abend ein etwa zwanzigjähriger Reisender aus Friedberg, Vertreter einer Lack- und Firnißsabrik, mit einer klaffenden Kopfwunde ausgefunden. Der junge Mensch hatte sich aus unbekannten Beweggründen eine Revolverkugel durch den Kopf gejagt. Man verbrachte den noch Lebenden in das hiesige Gemeindekrankenhaus. Der Zustand des Unglücklichen, der gänzlich der Sprache beraubt ist, wird als hoffnungslos bezeichnet.
A Mainz, 20.Juli. Die Sicherheitszustä nde in Mainz und dessen nächster Umgebung haben in den letzten drei Tagen eine ziemlich beunruhigende Darstellung erfahren. Während die Sicherheitsorgane noch vergeblich nach dem Thäter des am Freitag hier vorgekommenen Mordversuches forschen und in der Nacht von Samstag aus Sonntag drei Schutzleute mit Schiffern einen Straßenkamps zu bestehen hatten, bei welchem die ersteren mehrere bedenkliche Stichwunden davongetragen hatten, ist in dem zu Mainz gehörenden nahen Filialdorfe Zahlbach verflossene Nacht ein neuer mörderischer Ueb ersall verübt worden, bei welchem das Leben eines bejahrten Privatmannes zum Opfer fiel. Begleitet von einem Ackersmanne Namens Weismantel, begab sich der 63jährige Schuhmacher Lüft von hier kurz nach 12 Uhr verflossene Nacht von Zahlbach hierher. Sie hatten kaum das Dors verlassen, als sie, ohne den geringsten Anlaß gegeben zu haben, von mehreren Strolchen angegriffen und mit Messern bearbeitet wurden. Einer der Stiche traf Weismantel derart unglücklich in die Lunge, daß der Gestochene auf der Stelle tobt war. Lüft erhielt gleichfalls mehrere lebensgefährliche Stiche, doch lebt derselbe noch. Während die Strolche in dem Dunkel der Nacht davoneilten, ließen sie ihre Opfer blutüberströmt auf dem Wege liegen, wo sie gegen Morgen von einem Ackersknecht gefunden und der Transport hierher veranlaßt wurde. Als Thäter wurden drei arbeitsscheue Subjecte ermittelt, von denen zwei schon im Laufe des Morgens verhaftet wurden. Der in einem Alter von 64 Jahren stehende Schuhmacher Lüft lebt zur Stunde noch, doch wird an dessen Auskommen gezweifelt.
UniverfitSts - Nachrichten.
— Zum Nachfolger .'des Geheimen Regierungsraths Professor vr. Rammelsberg in Berlin ist Professor Lanbolt, der Leiter des chemischen Instituts an der landwirthschaftlichen Hochschule, ausersehen.
Citeratar unb Kunft
— Das jüngste, 24. Heft der beliebten reich illustrirten Familien- Zeitschrift »Utttoerfttm* enthält folgende Beiträge: „Gretchen", Novelle von Emll Peschkau; „Der Tasch Mahal" von Max Henning, mit Illustrationen von Alb. Richter; „Beim Abendstern" von I. G. Fischer; „Die Elternliebe der Jnsecten" von Theo Seelmann; „Ein Narr der Schönheit" von Leo Hilbeck; „Ueber den Hohentauern" von P. K. Rosegger; „Jugenderziehung im nächsten Jahrhundert"; „Radu Gleva", Roman aus Rumänien von Marco Brociner; Rundschau, Miscellen, Räthsel rc. — Von den Illustrationen sind als ganz hervorragend zu erwähnen: „Der Herr Lakai" von W. Sprenger; „Die Freudm deö Alters" von E. Sohn jun.; „Löwenpaar, das Lager einer Karawane beschleichend" von R. Friese; „Verlorenes Glück" von Th. Matthei; „Mit Zaunbillet beim Grand prtx" von O. Gerlach. Der Preis für jedes Heft ist nur 50 Pfg.
Verkehr, Land- «n- Volkswirthschaft.
BU1MI, 21. Juli. Marktbericht. Aus dem heuttaeu Wochemuartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,10, Hühnereier 1 <51 , 2 St. 11—13 A, Enteneier 1 St. 6-7 H, 2 St. - Käse pr. St. 5—8 H, Käsematte pr. St. 3 A> Erbsen pr. Liter 18 A, Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar X 0,60—0,75, Hühner pr. SÄck X 0,90—1,20, Hahnen pr. St. X 0,80—1,20, Enten pr. Stück X 2,00—2,20, Ochsenfleisch pr. Psd- 70-76 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 56—64 A, Hammelfleisch 50—54 A, Kalbfleisch 50—56 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 9,00-0,00, Weißkraut pr. St.--A, Zwiebeln per Centner X 10,00—12,00, Milch per
Liter 12-18 A, Kirschen per Psd. 10-12 A-
— Hundert Mark Belohnung. Die Fälle von bettügertschem Mißbrauch mit der Marke „Zacherlin" hören leider nicht auf, sich zu ereignen! Die Firma I. Zacherl in Wim sieht sich deshalb genöthigt, allerorts bekannt zu geben, daß sie zur Abwehr solchm Unfuges eine Belohnung von 100 Mark an Jedermann baar ausbezahlt, durch dessm Jnformationm sie in den Stand gesetzt worben ist, die gerichtliche Verurthellung in einem mit ihrer Marke statt- gehabtm Mtßbrauchsfalle herbeizuführen. „Zacherlin" — dieses anerkannt vorzüglichste Mittel gegen alle Jnsectm — darf man ja nicht mit dem gewöhnlichen Jnsectenpulver verwechseln, denn „Zacherlin" ist eine ganz eigene Specialität, welche nirgends und niemals anders existirt als in versiegeltm Flaschen mit Schutzmarke und dem Nammszug „I. Zacherl". Wer also „Zacherlin" verlangt und bann irgenb ein Pulver in Papier-Düten ober Schachteln bafür annimmt,--ist bamit sicherlich jebesrnal betrogen.
Temperatur der Lahn und Lust gernessm am 21. Juli, Vormittags zwischen 11 unb 12 Uhr: Wasser 17, Luft 20 Grab Reaumur.
L. Ehr. Rübsamen Wwe.


