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Feuilleton
(Fortsetzung folgt.)
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Gedenket der hungernden Vögel!
Pfarrer, ßebrer, Gutsbesitzer, Beamte rc. rauchen mit Vorliebe d.
Holländ. Tabak von B. Becker in Seesen a. H., 10 Pfd. l-^se
dagegen schon beim Ankauf der Obstbäume mit Rücksicht auf die Bodenverhältnisse, auf die Auswahl der richtigen Sorten Bedacht genommen und dann später für ordentliches Ausputzen, für das Abkratzen der alten Rinde, das Bestreichen des Stammes mit Kalkmilch, das Entfernen der Aststumpen, das rechtzeitige Bestreichen und Verbinden der Wunden Sorge getragen, so wird der Obstertrag ein ganz anderer werden, als er es seither gewesen ist.
Und nun im Februar und März hinaus in die Obstanlagen! Da ist die beste Zett zum Ausputzen und Reinigen. Was wir damit den Bäumen Gutes thun, das zahlen sie uns im Herbste mit Zinsm und Zinseszinsen reichlich wieder.
ich, daß er Salpetersäure dazu nahm und dann eine Flüssigkeit, mit der er an den Leuten schmutzige Rockkragen reinigte und die nach Branntwein roch.
Daß ich bei dieser Geistesrichtung in der Schute sehr kläglich bestand, begreift sich leicht - ich hatte kein Gehör- gcdächtniß und nichts oder sehr wenig von dem, was man durch diesen Sinn lernt, blieb bei mir haften; ich befand mich in der unbehaglichsten Lage, in der ein Knabe nur sein kann; die Sprachen und alles, was man damit anfnimmt und in der Schule an Lob und Ehre erwirbt, waren mir so gut wie verschlossen und als einst der ehrwürdige Rector des Gymnasiums (Zimmermann) bei seiner Visitation meiner Klasse auch an mich kam und mir die eingreifendsten Vorstellungen über meinen Unfleiß machte, wie ich die Plage meiner Lehrer und der Kummer meiner Eltern sei, und was ich denn dächte, was einst aus mir werden sollte, und ich ihm zur Antwort gab, daß ich ein Chemiker werden wolle, da brach die Schule und der gute alte Mann selbst in ein unauslöschliches Gelächter aus, denn Niemand hatte eine Vorstellung damals davon, daß die Chemie etwas sei, was man studiren könne. Da die gewöhnliche Laufbahn eines Gymnasiasten mir nicht offen stand, so brachte mich mein Vater zu einem Apotheker nach Heppenheim an der hessischen Bergstraße, der mich aber nach zehn Monaten so müde war, daß er mich meinem Vater wieder nach Hause schickte - ich wollte ein Chemiker, aber kein Apotheker werden. Diese zehn Monate genügten aber, um mir eine vollkommene Kenntniß von den tausenderlei Dingen zu verschaffen, die man in einer Apotheke hat, sowie von ihrem Gebrauch und ihren vielerlei Anwendungen.
In dieser Weise mir selbst überlassen, ohne Rath und Richtung, wurde ich sechzehn Jahre alt, und mein unablässiges Drängen veranlaßte zuletzt meinen Vater, mir die Erlaubniß zu dem Besuche der Universität Bonn -zu geben; von da folgte ich dem dortigen Professor der Chemie, Kastner, der einen Rus nach Bayern erhalten hatte, nach Erlangen.
Es war damals an der neu errichteten Universität Bonn ein außerordentlich reges wissenschaftliches Leben aufgegangen; aber in den Fächern der Naturwissenschaften wirkte die ausgeartete philosophische Forschung, wie sie in Oken und schlimmer noch in Milbrand sich verkörpert hatte, auf das Schädlichste ein, denn sie harte in dem Vortrag und Studium zu einer Nichtachtung der nüchternen Naturbeobachtung und des Experiments geführt, die für viele begabte junge Männer verderblich wurde. Von dem Katheder herab empfing der Zuhörer eine Fülle geistreicher Anschauungen, aber körperlos, wie sie waren, konnte man damit nichts machen. Der Vortrag von
heim, Okarben, Ossenheim, Nieder-Wöllstädt und Ober-Wöllstadt; in ben Orlen des Kreises Lauterbach: Radmühl, Rixfeld. Willofs, Landenhausen und Ilbeshausen; tn den Orten des Kreises Scholten: Ober-Seemen und Eichelsdorf; in Mainz und in Laubenheim, Kreis Mainz; tn Guntersblum, Krets Oppenheim, und tn Hamm und Bechtheim, Kreis Worms.
Die Seuche herrscht fort in Ober Ramstadt, Kreis Darmstadt, in Bensheim; in den Orten des Kreises Dieburg: Langstadt, Groß- Bieberau, Frankisch-Crumbach und tleberau; in Michelstadt, Krets Erbach, in Rüsselsheim, Kreis Groß-Gerau, tn Wteseck, Kreis Gießen, in den Orten des Kreises Büdingen: Diebach a. H., Altenstadt, Langrnbergheim, Rodenbach, Höchst a. d. Nidder, Aulendtebach, Hainbach, Hain-Gründau, Wenings und Bletchenbach; in den Orten deS Kreises Friedberg: Rendel, Nteder-Eschbach, Pohlgöns, Ockstadt, Dorheim, Dorn-Assenheim, Büdesheim, Ober-Roßbach, Heldenbergen, Bad Nauheim, Nteder-Florstadt, Affenheim, Fauerbach, Ilbenstadt, Stammheim, Bönstadt und Nieder-Erlenbach; in Herbstein, Kreis Lauterbach; tn den Orten des Kreises Schotten: Rainrod und Mittel- Seemen; in Büdesheim, Kreis Bingen, und tn Wald-Ueloersheim, Kreis Oppenheim.
Festgestkllt wurde die Seuche im Monat November und ist oct Ablauf desselben wieder erloschen in den Orten des Kreises Dieburg: Allheim, Ober-Roden, Harpertshausen, Eppertshausen und Zeilhard; in den Orten des Kreises Heppenheim: Trösel, Nteder-Ltebersbach und Ober-Abt steinach; tn dcn Orten des Kreises Offenbach: Duden- hofen, Mainflingen, Froschhausen, Klein-Krotzenburg und Klein- Auheim; in Btndsachsen, Krets Büdingen, in Essenheim, Kreis Mainz, und in den Orten des Kreises Oppenheim: Eimsheim, Biebelnheim, Dalheim und Dolgesheim.
Festgestellt wurde die Seuche und herrschte am Schlüsse deS Monats noch fort: in Arheilaen, Kreis Darmstadt; in Lampertheim, Krets Bensheim; in den Orten des Kreises Dieburg: Dieburg, Münster, Reinheim und Semd; in den Orten des Kreises Groß- Gerau: Wolfskehlen und Ginsheim; in den Orlen des KreiseL Heppenheim: Wimpfen und Kürnbach; in Sprendlingen, Krets Offenbach; in den Orten des Kreises Büdingen: Heuchelheim, Mutel- Gründau, Eckartsborn, Bingenheim und Düdelsheim; tn ben Orten des Kreisen Friedberg: Wtckstadt, Petterweil, Beienheim, Kirchgöns, Burg-Gräfenrod und Kaichen; in den Orten des Kreises Lauterbach: Uellershausen, Bernshausen und Rimbach; in den Orten des Kreises Schotten : Freienseen und Nieder-Seemen : m Offenheim, Kreis Alzey, und in den Orten des Kreises Oppenheim: Heßloch, Westhofen. Kriegsheim lund Eich.
Der Bläschen ausschlag unter dem Rindvieh in ©ah, Kreis Lauterbach, ist erloschen. — In Großen - Linden im Kreise Gießen, heirscht d e Se iche fort. — Festgestellt wurde die Seuche am 3. tn Gau Bischofsheim, Kreis Mainz, und am 15. November in Leusel im Kreise Alsfeld.
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Gießen: Reinhardshatn, Göbelnrod, Londorf, Wonnenrotb, Münster und Harbach; in den Orten des Kreises Alsfeld: Büßteld und Weitershain und in den Orten des Kreises Büdingen: Wenings und Leustadt.
— Prüfung von Leinwand auf ihre Echtheit.' Wenngleich eine absolut genaue Prüfung der Leinwand aus Echtheit und Reinheit am besten mit Hülfe der mikroskopischen Untersuchung vorgenommen wird, so kann man doch auf nachfolgende Weise einen guten Anhalt gewinnen: Man tränke den zu prüfenden Stoff mit Olivenöl und reibe ihn tüchtig; Flachsfasex wird hierbei durchscheinend wie Oelpapier, während Baumwollenfaser weiß bleibt. Man löse bann etwas Cochenille in Spiritus und tränke mit dieser Tinctur ein weiteres Stückchen des Zeuges; Baumwollenfaser wird hierdurch hellroth, Flachsfaser violet gefärbt. Das Resultat beider Proben wird auch dem Laien einen guten Anhalt geben.
Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen
während des Monats November 1890.
Milzbrand wurde festgestellt tn Langwaden im Kreise Bensheim am 2., tn Leihgestern im Kreise Gießen am 9., in Obbornhofen Im Kreise Bübingen am 14. und in Darmstadt am 24. November bei je einem crepirten Rinde.
Rotz wurde am 5. November bei den beiden auf polizeiliche Anordnung gelöbteten Pferden eines Besitzers in Eppertshausen tm Kreise Dieburg festgestellt. In Bieber, Kreis Offenbach, steht ein Pferd wegen Verdachts der Seuche unter Stallsperre, ein weiteres Pferd desselben Besitzers wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung.
Die seither in Seligenstadt im Kreise Offenbach wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung gewesenen sechs Pferde wurden freigegeben.
Lunqenseuche. In Engelrod, Kreis Lauterbach, stehen wegen Verdachts der Ansteckung 23 Stück Rindvieh in einem Gehöfte unter Gehöstsperrc.
Die Maul- und Klauens eu che ist erloschen in Messel, Kreis Darmstadt, tn Nordheim, Kreis Bensheim, in ben Orten des Kreises Dieburg: Groß-Zimmern, Gundernhausen, Sickenhofen, Ober- und Nteder-Klingen, Raibach, Babenhausen, Klein-Zimmern, Spachbrücken, Dorndtel, Mosbach, Klein Bieberau, Steinau, Niedernhausen und Nonrod; tn den Orten des Kreises Erbach: NerchelSheim, Bockenrod, Nieder Kainsbach und Unter Ostern; tn ben Orten der Kreises Groß- Gerau: Groß-Gerau und Wallerstädten; in Blrllnan, Kreis Heppen- he>m; in den Orten des Kreises Offenbach: Groß-Stetnheim, Hatn- stadt, Götzenharn, Bürgel, Seligenstadt, Dietzenbach, Jügesheim und Kletn-Steinheim; auf dem Hardthof, K>ets Gießen; in Fischbach, Kreis Alsfeld; in den Orten des Kreises Büdingen: Rohrbach, Stockheim, Glauderg, Orlesbawm, Nidda, Unter-Schmitten, Illnhausen, Lindhetm, Lohrbach, Ranstadt, Bönstadt, Selter« und Burg- Bracht; tn den Orten des Kreises Friedberg: Groß Karben, Bauern-
Kastner, welche als der berühmteste Chemiker galt, war ungeordnet, unlogisch und ganz wie die Trödelbudc voll Wissen beschaffen, die ich in meinem Kopfe Herumtrug. Die Beziehungen, die er zwischen den Erscheinungen auffand, waren etwa nach 'folgendem Muster:
„Der Einfluß des Mondes aus den Regen sei klar, denn sobald der Mond sichtbar sei, horten die Gewitter auf; oder der Einfluß der Sonnenstrahlen aus das Wasser zeige sich an dem Steigen des Wassers in den Gruben der Bergwerke, von denen manche im hohen Sommer nicht bearbeitet werden könnten" - daß man den-Mond sieht, wenn die Gewitter sich verzogen haben, und daß das Wasser in den Gruben steigt, wenn im Sommer die Bäche versiegen, welche die Pumpen treiben, war natürlich eine für einen geistreichen Vortrag zu plumpe Erklärung.
Es war damals in der Chemie eine recht elende Zeit in Deutschland. An den meisten Universitäten bestand kein eigener Lehrstuhl der Chemie, sie wurde in der Regel einem Professor der Medicin zugetheilt, der sie neben den Fächern der Toxikologie, Pharrnagnosie, praktischen Medicin, Pharrnacie, so viel er eben davon wußte, vortrug, und dies war wenig genug. Noch viele Jahre nachher war in Gießen die descrip- tive und vergleichende Anatomie, Physiologie, die Zoologie, Naturgeschichte und Botanik in einer einzigen Hand.
Während die Arbeiten des großen schwedischen Chemikers, der englischen und französischen Naturforscher, von H. Davy, von Wollaston, Biot, Atrago, Fresnel, Thenard, Dulong ganz neue Gebiete der Forschung aufschlossen, fanden alle diese unermeßlichen Erwerbungen in Deutschland keinen Boden, den sie hätten befruchten können. Langwierige, den Wohlstand der Bevölkerung untergrabende Kriege, äußerer politischer Druck hatten die Verödung unserer Universitäten nach sich gezogen und viele Jahre hindurch die Menschen mit quälenden Sorgen erfüllt und ihre Wünsche und Kräfte ganz anderen Richtungen zugelenkt- der nationale Geist hatte seine Freiheit und Unabhängigkeit in ideale Gebiete geflüchtet und in vieler Beziehung durch die Zerstörung des Autoritätsglaubens namentlich in der Medicin und Philosophie segensreich gewirkt; allein er hatte in der Physiologie seine natürlichen Schranken durchbrochen und sich weit hinaus über die Erfahrung verirrt. Man hatte das Ziel der Wissenschaft und daß sie nur Werth habe, wenn sie dem Leben nütze, beinahe aus den Augen verloren, und man gefiel sich in einer idealen Welt, die mit der wirklichen in keinem Zusammenhänge mehr stand.
Iussus von Liebig.
Eigenhändige biographische Aufzeichnungen.
(1. Fortsetzung.)
Als wir aber den Stoff aus der Harnsäure analysirt hatten, so zeigte sich ein Unterschied im Kohlenstoffgehalte- der neue Körper gab l1/2 Procent Kohlenstoff und da der Stickstoff nach der qualitativen Methode bestimmt worden war, eine entsprechende Stickstoffmenge (4 Procent) mehr - hiernach könnte e5 unmöglich Allantoin sein. Ich traute aber meinem Augengedächtniß mehr als meiner Analyse, und war ganz sicher, daß es Allantoin sei, und es handelte sich jetzt darum, den Rest des früher analysirten aufzufinden, um dieses aufs Neue zu analysiren - ich konnte das kleine Gläschen, worin er war, mit solcher Genauigkeit beschreiben, daß es meinem Assistenten zuletzt gelang, es unter ein paar tausend anderer Präparate aufzufinden - es sah genau so aus, wie unser neuer Körper, allein die Betrachtung unter der Lupe ergab, daß Gmelin bei der Darstellung seines Allantoins dasselbe mit thierischer Kohle gereinigt hatte, von der etwas beim Fil- triren durch das Papier gegangen, sich den Crystalleu beigemengt hatte.
Ohne die volle Ueberzeugung von der Identität beider Körper, die ich hatte, wäre das aus der Harnsäure künstlich erzeugte Allantoin unzweifelhaft als ein neuer Körper angesehen und mit einem neuen Namen belegt worden, und eine der interessantesten Beziehungen der Harnsäure zu einem her Bestandtheile des. Harns des Fötus der Kuh wäre auf lange hin vielleicht unbeachtet geblieben.
In dieser Weise kam es, daß alles, was ich sah, absichtlich ober unabsichtlich mit gleichsam photographischer Treue in meinem Gedächtniß haften blieb - bei einem nahen Seifensieder sah ich das Seisekochen und lernte, was der „Kern" und das „Schleifen" sei, und wie man weiße Seife mache, und ich hatte nicht wenig Vergnügen, als es mir gelang, ein Stück Seife aus meiner Fabrik mit Terpentinöl parfümirt zu präsentiren - in allen Werkstätten der Gerber und Färber, der Schmiede und Messinggießer war ich zu Hause und jeder Handgriff mir geläufig - auf dem Markte in Darmstadt sah ich einem herumziehenden Händler mit Allerlei ab, wie er Knallsilber zu seinen. Knallerbsen machte. An den rochen Dämpfen, die sich bildeten, als er fein Silber auflöste, sah
Donnerstag den 22. Januar. (Siebener Anzeiger. Beilage zu Nr. 18. - 1891.
Schwarze rein wollene Kleiderstoffe
(glatt und gemustert) zu Fabrikpreisen dei
Xhcetefre, Land, und 3b sLkoroirlhsch «t$.
W. Wiese», 17. Januar. Die Provinz Oberhessen besitzt zum Obstbau vorzügnch geeignete Gigenden. Dies erkennend, haben seit langer Zeit und besonders in den letzten Jahren Behörden und Private tn den Bemühungen, unseren Obstbau rationell zu gestalten, miteinander gewetteifert und man sollte meinen, bet Obstbau sei in einem solchrn Zustande fröhlichen Aufblühens begriffen, daß jeder für das VolkSwohl Begeisterte seine innige Freude daran haben müsse. Wohl trifft dies für verschiedene Gegenden auch wirklich zu, in anderen will es aber trotzdem nicht vorwärts kommen. Die in Gärten und Feldern kümmerlich ihr Leben fristenden Bäume, bedeckt mit offenen Wunden, behaftet mit fäulnißbringenden Anstumpen, predigen uns flar und deutlich, daß viele Landwirthe über die richtige Pflege der Obstbäume nur genügende Kenntnisse besitzen. In richtiger Er kenntniß dieses Uebelstandes und um ein nachhaltiges Interesse für die Baum- zucht zu wecken, läßt die Section Gießen des Obftbauvereins der Wetterau in verschiedenen Orten des Kreises durch den Obstbau- techniler Herrn Metz von Friedberg Vorträge über Obstdaumzucht halten. Ein solcher Vortrag fand am 15. d. Mts. am hiesigen Orte vor einer zahlreichen Zuhörerschaft statt. Anknüpsend an die Worte: „Auf kleinem Raum pflanz einen Baum und pflege sein, er bringt Dir's ein!" verbreitete sich der Vortragende in verständlicher Weise Über den Bezug, die Anpflanzung, den Standort, die Pflege, die Feinde der Obftbäume und Über die Auswahl der richtigen Sorten. Als geeignet zur Anpflanzung wurden empfohlen: Dorkenapfel, Rheinischer Bohnapfel, Rother Elserapfel, Grüner Fürstenapfel, Gravensteiner, Wtnter-Gold-Parmane, Baumanns Reinette, Luikenapfel, Diels Butterbirne, Harnenponts Winter- Lutterdirne rc.
Was den Gravensteiner betrifft, so glaube ich kaum, daß sich derselbe in der hiesigen Gemarkung auf den zur Obstcultur in Aus- Pcht genommenen Stellen ziehen läßt, weil er einen guten, feuchten Boden verlangt, den er bei uns nicht findet. In leichtem Boden und bei sandigem Untergründe neigt er zum Krebs. Auch der Luiken- opfel, eine in Württemberg sehr beliebte Sorte, ist zur Anpflanzung in größerer Zahl nicht empsehlenswerth. Derfilde kommt erst nach 12 bis 15 Jahren zum Tragen, holt bann allerdings durch reichliche Ernten ein, was er in der Jugend versäumt hat; allein wenn unsere Landwirthe nach Verlaus von 8 bis 10 Jahren keine Früchte sehen, so fühlen sie sich enttäuscht uno nehmen in der Regel die Umoer- edlung des Baumes vor. — Der braune Matapfel, der in der Umgebung von Wieseck ziemlich oft angetroffen wird, eignet sich für die hiesigen Bodenverhältnisse nicht; er verlangt einen tiefgründigen, sexchteu Lehmboden, wachst nur dann zu einem wirkllchen Baume und bringt alle zwei Jahre ziemlich reiche Ernten. Bei trockenem Untergründe bleibt der Baum klein, zeigt schwache Triebe und ost trockenes Holz. Seine Früchte hängen fast immer einzeln, was ihn in einer Zett, in welcher Massenpi oducte bessere Rente geben, weniger beliebt macht. Einer der besten, einträglichsten WirthschaftsäpfU ist der Rheinische Bohnapfel. Derselbe ist ein harter, äußerst dauerhafter Apfel von mittlerer Größe und sehr saftigem, süßfäuerlichem Flesch. Der Baum bildet eine schöne, aufrechtstehende Krone. In manchen G genden findet man Exemplare von mächtiger Größe im Alter von 80 bis 90 Jahren. Die Bohnäpfel, die z. B. die Rheingegend heroorbringt, werden größtentheils nach England oerfandt und mit 7 bis 8 Mk. pro Eentner bezahlt.
Außer den bereits genannten Aepselsorten eignen sich zum Anbau Tjür die hiesige Gegend noch folgende: Prinzenapfel, Königlicher Kurzstiel, Danziger Kantapfel, Pariser Rambour-Netnette und Cham- Pagner-Reinette (Kä^apfel).
Einsichtige Landwirthe haben den guten Willen, etwas für die Hebung der Baumzucht zu thun, allein den meisten fehlt, wie schon gesagt, die Kenntniß der Baumpflege, welche als wahres Ziel der 'Oostcultur auf dem Lande angesehen werden muß. Was hilft das Pflanzen, wenn die Pflege mangelt! Ohne Pflege gehen die Bäume frühzeitig zu Grunde und bringen nur kärgliche Erträge. Wird
, — Abgeschnittene Blumen zu eonserviren. Ein fran
zösischer Chemiker hat durch mehrfach angestellte Versuche die Entdeckung gemacht, daß abgefchnittene Blumen 14 Tage und länger frisch erhalten werden können, wenn man dem Wasser etwas Hirschhorn- und Ammoniaksalz (3 Gramm auf 1 Liter, einige Messerspitzen voll auf ein Glas oder eine Vase) zusetzt.


