Stempel des Amtsgerichts. Unter dem Vorgeben, seinen lieber- zug nach Wörrstadt bewerkstelligen zu wollen, entfernte er sich von Herbstein, reiste nach Schlitz und legte dort dem Districtseinnehmer zwei mit den Unterschriften des Oberamtsrichters Dr. Scriba und des Amtsrichters Tasch4 versehene Zahlungsanweisungen, die er vorher fälschlich an- gesertigt hatte und ausweislich deren zwei Privatkläger Kostenvorschüsse von 39 Mk. 20 Pfennig und von 37 Mk. 40 Pfg. zurückempfangen hatten, mit dem Bemerken vor, daß er diese Beträge den Empfangsberechtigten gegen Quittung ausbezahlt habe und nunmehr um Ersatz der gemachten Vorlagen bitte. Er gab weiter an, er sei auf der Durchreise nach Niederjossa, wo er seine Schwester besuchen wolle und legte zu seiner Legitimation sein Decret, wonach er zum Amtsgerichtsdiener in Wörrstadt ernannt worden war, vor. Der Großherzogliche Districtseinnehmer zahlte im Vertrauen aus die Echtheit der Urkunden und die Richtigkeit der von Ruffer gemachten Angaben diesem die oben bezeichneten Beträge aus. Noch an demselben Tage erhob Ruffer bei dem Großherzog- lichen Districtseinnehmer in Lauterbach, dem er die gleichen oder ähnlich falsche Thatsachen vorspiegelte, auf Grund von zwei in gleicher Weise fälschlich angesertigten Urkunden, zusammen 110 Mk. 50 Pfg. Am 15. April 1891 ließ sich Ruffer in Mainz von der Großherzoglichen Obereinnehmerei unter ganz den gleichen Umständen auf Grund von drei falschen Zahlungsanweisungen 137 Mk. 35 Pfg. und an dem folgenden Tage bei Großherzoglicher Districtseinnehmerei Gießen I. auf Grund von zwei falschen Anweisungen, zusammen 59 Mk. 60 Pfg., sowie bei Großherzoglichem Rentamt Gießen gleichfalls durch zwei falsche Anweisungen 165 Mk. 50 Pfg. auszahlen. Ruffer hatte ursprünglich die Absicht, von Mainz rheinabwärts zu fahren und auf diese Weise in einen Seehasen zu gelangen, änderte aber seinen -Entschluß und fuhr über Gießen nach Hamburg, um von da aus Amerika zu erreichen. In Hamburg wurde Ruffer am 15. April 1891 in dem Stadthause, wo er eine Erkundigung einziehen wollte, verhaftet. Das in seinem Besitze befindliche Geld, sowie 200 Mark, die er von Gießen aus an seine in Herbstein zurückgebliebene Frau gesandt hatte, wurde beschlagnahmt. Der Angeklagte gab die ihm zur Last gelegte Urkundenfälschung und den damit gleichzeitig verübten Betrug, sowie die Unterschlagungen unumwunden zu mit dem Bemerken, daß er zu seinem strafbaren Thun ohne sein Ver- s schulden lediglich durch seine zufolge ungenügender Besoldung mißliche Vermögenslage und die ihm erwachsenen, vom Staate nicht vergüteten beträchtlichen Ueberzugskosten nach Herbstein veranlaßt worden sei. Die Geschworenen bejahten die Schuldsragen unter Zubilligung mildernder Umstände, worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine Gesammtgefängnißstrase von zwei Jahren und fünf Monaten unter Anrechnung von zwei MonatenMntersuchungshast und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren verurtheilte.
— Nach der in der gestrigen Nummer dieses Blattes enthaltenen Mittheilung über die in Coblenz stattgehabte Bezirksvereinsversammlnng des deutschen Fleischerverbandes wurden auch in dieser Versammlung wieder Klagen erhoben über die in Hessen im Gegensatz zu anderen deutschen Bundesstaaten „in unerträglicher Weise" gehandhabte obligatorische Fleischbeschau, besonders wegen der Behandlung des Fleisches tuberkulöser Thiere. Mit Bezug auf diese Klagen sind wir in der Lage, nachstehenden Erlaß des Preußischen Herrn Ministers der geistlichen und Medicinal-Angelegenheiten an den Regierungs-Präsidenten zu Minden vom 23. April l. I. mitzutheilen:
Daß das Fleisch eines Schlachtthieres, welches von einem Sachverständigen als mit Perlsucht behaftet 6 c f u n b e n worden ist, in keinem Falle als vollwerthig, sondern in jedem Falle, in welchem dasselbe als noch genießbar fe st gestellt worden ist, als minderwerthig zu behandeln ist und nur unter polizeilicher Aufsicht und unter der ausdrücklichen Angabe, daß dasselbe von einem mit Perlsucht behafteten Thiere herstammt, verkauft werden darf.
Hiernach bestehen für Preußen genau dieselben Bestimmungen über die Behandlung des Fleisches perlsüchtiger Thiere wie für Hessen.
— Ueber das am 24. Juni hier austretende Solisten- Ouartett des Hamburger Stadttheaters schreibt die „Kölnische Zeitung" vom 13. Juni: „Das Solistenquartett des Hamburger Stadttheaters, bestehend aus den beiden ausgezeichneten Tenoristen Landau und Weidmann, sowie den Bassisten Gebrüder Lor ent begann seine rheinische Eoncerttournse mit vielversprechendem Erfolg, sowohl die Einzelnummern der Künstler, als auch die mit herrlichem Wohlklang zu Gehör gebrachten Quartette verfehlten ihre tiefe Wirkung auf das Publikum nicht.
— Vacauzeu im Bezirke des 11. Armeecorps. Affoldern, Postagentur, Landbriefträger, 650 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Alfeld , Eisenbahn - Betriebsamt (Hannover-Cassel) zu Cassel, Nachtwächter, 58 Mk. monatlich, die etatsmäßige Anstellung erfolgt mit 700 Mk. Gehalt und dem tarifmäßigen Wohnungsgeldzuschuß. — Eisenbahn - Betriebsamt (Hannover-Cassel) zu Cassel, 5 Bremser, anfangs je 800 Mk. jährlich, zahlbar in monatlichen Raten, die etatsmäßige Anstellung erfolgt mit einem Jahresgehalt von 800 Mk. und dem tarifmäßigen Wohnungsgeldzuschuß; das Höchstgehalt der Bremser beträgt 1200 Mk. — Bingen, Postamt, Postschaffner, 900 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Camberg, Katzenelnbogen, Dillenburg, Hosheim, Holzhausen (a. H.), Kirberg, Königstein, Ramsbach, Rüdesheim, Weilburg, ständische Wegebauverwaltung, je 1 Wegemeister, je 1500 Mk. Gehalt und Wohnungsgeldzuschuß nach den für die unmittelbaren Staatsbeamten der IV. Rangstufe bestehenden Sätzen, jedoch erst nach bestandener Prüfung und Anstellung als provisorischer Wegemeister- Gehalt steigt alle 2 Jahre um
100 Mk. bis zum Höchstbetrage von 2400 Mk. Bewerbungen sind an den Landesdirector Sartorius zu Wiesbaden zu richten. — Camburg (Saale), Postamt, Landbriefträger, 650 Mk. Gehalt, 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß und 30 Mk. Zuschuß zur Dienstkleidung. — Darmstadt, Postamt 1, Briefträger, 900 Mk. Gehalt und 180 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Gotha, Postamt, Packetträger, 700 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Höchst (Main), Amtsgericht, Lohnschreiber, 5 bis 10 Pfg. für eine kanzleimäßig beschriebene Seite. — Specialdirection der hessischen Ludwigsbahn in Mainz, Bahnwärterposten Nr. 29 in der Gemarkung Kriftel, Gehalt jährlich 600 Mk., außerdem ca. 50 Mk. jährlich an Nachtdienstvergütung. — Saatfeld (Saale), Postamt, Briefträger, 900 Mk. Gehalt und 72 Mk. Wohnungsgeldzuschnß. — Seligenstadt (Hessen), Postamt, Landbriesträger, 650 Mk. Gehalt und 108 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Zierenberg, Bürgermeisteramt, städtischer Forstschutzbeamter, 900 Mk. Gehalt, außerdem 4 Raummeter Buchenscheitholz und 10 Raummeter Buchenzopfreis. — Wiesbaden, Eisenbahn-Betriebsamt, 6 Stellen int Fahrdienst, je 800 bis 840 Mk. jährlich und die reglementsmäßigen Fahrtengelder.
8. Friedberg, 18. Ium. Aus dem hiesigen Gesängniß entsprang ein wegen schweren Diebstahls sich in Untersuchungshaft befindlicher verwegener Dieb. Der 24 Jahre alte Kerl machte an den Eisenstäben des Fensters seiner Zelle den Gement los und entfernte durch große Kraftanstrengungen dieselben- hieraus kletterte er auf den Speicher, von da floh er durch das Haus in den Hof und über die Maner ins Freie.
Vermischtes.
*nn. Darmstadt, 17. Juni. Vor dem hiesigen Schwurgericht stand heute der 39jährige Gerichtsvollzieher Philipp Mann, zuletzt in Seligenstadt, um sich darüber zu verantworten, daß er in den Jahren 1882—1889 in Pfeddersheim, feinem früheren Amtssitze, und auch während seiner späteren Thätigkeit in Seligenstadt Gelder feiner Auftraggeber im Betrage von ca. 7000 Mk. unterschlagen und sich durch falsch geführte Register der Controle seiner vorgesetzten Behörde entzogen habe. Mann ist der ihm zur Last gelegten Verbrechen im Amt durchweg geständig, will sich jedoch wegen längerer Krankheit seiner Frau in Noth befunden haben. Außerdem habe er als Gerichtsvollzieher ein sehr kärgliches Gehalt bezogen (?). Schon die im Jahre 1889 erfolgte Versetzung war eine Folge der gegen ihn schwebenden Dis- ciplinarnntersuchung. Aus der Beweisaufnahme geht hervor, daß Manu im Allgemeinen sparsam lebte und keinen Aufwand machte. Trotzdem aber daß gegen ihn die Disciplinarunter- suchung wegen Unterschlagung anhängig war, setzte er ruhig seine Betrügereien fort. Von dem Angeklagten wird noch angeführt, daß bei Pfändungen ihm einige Geschäftsleute ungesetzliche Handlungen zugemnthet hätten, welche er zurückgewiesen habe. Hiernach hätten dieselben ihm ihre Kundschaft entzogen. Die Plaidoyers drehten sich hauptsächlich darum, ob der Angeklagte eine oder zwei Strasthaten begangen und ob man ihm mildernde Umstände zubilligen könne. Dies letztere wurde von seinem Vertheidiger Rechtsanwalt Hallwachs beantragt. Die Geschworenen gaben ihr Verbiet dahin, daß nur eine Strasthat vorliege und bewilligten mildernde Umstände. Der Staatsanwalt beantragte 4 Jahre Gesängniß und 3 Jahre Ehrverlust. Der Gerichtshof erkannte nach einer warmen Verteidigungsrede des Rechtsanwalts Hallwachs 2 Jahre Gesängniß und mehrjährigen Ehrverlust. Die durch die Unterschlagungen am stärksten Betroffenen sind die Seligenstädter Sparkasse und ein dortiger Arzt.
* Bischofsheim, 15. Juni. Sonntag den 7. Juni, dem Tage der Einweihung der Fahne des Turnvereins, legte sich der 16jährige Sohn des Spenglermeisters B. wegen Unwohlseins zu Bette und sagte, ihn habe das Loos getroffen, daß er mit der neugeweihten Fahne zuerst zur letzten Ruhestätte geleitet werden würde. In der That hat sich auch diese Todesahnung bestätigt, gestern wurde der junge Mann bestattet und die Turner gaben ihm mit der neugeweihten Fahne das letzte Geleite!
* Coblenz, 17. Juni. Der erste Hauptgewinn der Wormser Dombaulotterie (75,000 Mk.) fiel, nach einem von der Direction soeben hier eingetroffenen Telegramm, auf Nr. 195,552 in die Collecte des Hauptagenten Georg Bon- celet hier. Die Gewinnerin ist ein armes Mädchen aus einem benachbarten Landorte.
* Munster (Wests.), 16. Juni. Der Ausruf zu dem am 28. März 1892 beabsichtigten Comenius-Jubiläum ist in diesen Tagen der Qeffentlichkeit übergeben worden. Ursprünglich lediglich von den Comenius-Forschern in Anregung gebracht, hat der Gedanke, das Andenken an den Begründer der neueren Pädagogik durch die Stiftung einer Cornenius- Gesellschaft zu ehren, rasch in weiten Kreisen Anklang gesunden. Die Namen wie die Zahl der Unterzeichner lassen erwarten, daß das Unternehmen eine viel größere Theilnahme finden wird, als noch vor Jahresfrist vorausgesehen werden konnte. Offenbar ist es die Bewegung, die gegenwärtig aus dem Gebiete der Schulreform herrscht, durch welche die Person des Comeuius neuerdings wieder so stark in den Vordergrund des Interesses getreten ist. Weite Kreise erkennen in ihm einen Vorkämpfer der Ideen, deren Durchführung sie von einer nahen Zukunft erwarten. Wir behalten uns vor, demnächst weitere Mittheilungen über die Sache zu bringen, und bemerken einstweilen nur, daß die constituirende Versammlung im October zu Berlin stattfinden wird. Inzwischen ist Herr Archivrath Dr. Keller in Münster (Westfalen) zum einstweiligen Bevollmächtigten bestimmt worden - Beiträge nimmt das Bankhaus Molenaar u. Co., Berlin 0., schon jetzt entgegen.
* Basel, 17. Juni. Ein Bürger von Straßburg hat zur Bezeugung seiner Dankbarkeit gegenüber der Schweiz für die im September 1870 von den Schweizern an Frauen und . Kindern der belagerten Stadt Straßburg gewährte Hülfe der
Eidgenossenschaft ein werthvolles Denkmal angeboten, welches in Basel errichtet werden soll. Der Regierungsrath von Basel hat die Gabe mit Dank angenommen.
* Türkisch. Bezüglich der Verfolgung der Räuber von Kir kili sse wird aus Konstantinopel gemeldet, daß, um den Räuberhauptmann Anastasios leichter zu fangen, 50 ehemalige Räuber aus den Gefängnissen ausgesucht und nach Adrianopel gesandt wurden. Diese sollen im Verein mit dem regulären Militär Anastasios verfolgen. Das Amtsblatt von Konstantinopel kündigt an, daß in Trebisonde eine ganze Banditenbande und in der Umgebung von Kirkilisse mehrere Helfershelfer Anastasios' verhaftet wurden.
llnieerfüäts. 2ladmcbten.
E. Breslau, 17. Juni. Nach dem soeben erschienenen „Personal-Bestand" zäblt die hiesige Hochschule 1342 Studenten, die sich aus die einzelnen Fscultäten folgendermaßen verthcilen: Evang.- theol. Facultät 169, kath.-theol. Facultät 204, juristische Facultät 256, medicintscheFacultät 344, philosophische Facultät 369. Von letzteren kommen auf die einzelnen Disciplinen: Philosophie, Philologie und Geschichte 163, Mathematik und Naturwissenschaften 78, Cameralien und Landwt'.thschaft 20, Pharmacie 77 und Zahnbetlkrmde 31. Der Staatsangehörigkeit nach sind 1288 Preußen, 22 Angehörige der übrigen deutschen Reicheländer, 26 ntchtdeutsche Europäer und 6 Nichteuropäer, darunter 1 Japanese und 1 Perser. Außerdem nehmen an den Vorlesungen noch 23 nichttmmatricultrte Hörer Thell. Da im vorigen Semester nur 1216 Studirende immatricultrt waren, so ergibt sich für dieses Semester ein Mehr von 126 Studirenden. — Das hiesige kunsthistorische Seminar hat am Grabe des kürzlich rerstorbenen Kunsthistorikers Springer einen prachtvollen Kranz niederlcgen lassen.
Schitfsnacb richten.
Bremen, 18. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Spree, Capitän W. Willigerod, vom Norddeutsche« Lloyd in Blemen, welcher am 9. Juni von Bremen und am 10. Juni von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 18. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Karlsruhe, Capitän F. Keßler, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. Juni von Bremen abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen.
verkehr, Land« unö Volkswirthschaft.
Frankfurt, 18. Juni. Der gestrige Markt Im städtischen Vtehhvs war mti 355 Kälbecn und 244 Schweinen befahren; am Dienstag waren 273 Schweine am Markt gestanden. Die Preise stellten sich für Kälber erster Qualität auf 65 b's 70 Pfg, zweiter Qualität 50 bis 60 Pfg., für Schweine erster Qua'.r är 55 bis 57 Pfg., zweiter Qualität 52 bis 54 Pfg. per Pfund, dies »st für Schweine wieder ein Aufschlag von 2 Pfg.
— Sammelt Blumen und wohlriechende LaubblLtter, trocknet sie und thut sie in kleine Beuielchen. Mar» erhält auf drese Weise Material, um den ganzen Winter in den Schränken, Com- mot-en, Schubladen und im Zimmer selbst die p'ächligften Blumendüfte zu verbreiten. Namentlich Rosen, Dielten, Heliotrop, Veilchen, Pelargonien, Majoran, Thymian usw. eignen sich zu diesem Zweck.
— Der Kümmelkäse ist in kleinen Milchwirthschaftsbetrieben (Kleinbauer, landwirthschastlicher Arbeiter) von großer Wichtigkeit, Denn nur in dieser Focm kann man kleine Mtlchmengen mit Vortheil verkäsen. Die Bereitung von Kümmelkäse ist sehr einfach. Man erwärmt die saure abgerahmte Milch auf eine Temperatur von 20—24° R., nimmt die Käsemasse heraus und preßt dieselbe 20 bis 30 Stunden sehr gelinde. Hierauf verarbeitet man die Masse mit Kümmel und Salz und formt sie zu kleinen runden oder ovalen Käsen. Diese sind sofort genießbar und halten sich ziemlich lange.
— Herstellung von Bau de Cologne. Wenngleich die Kölner Firmen die Vorschriften für die Herstellung des echten Kölnischen Wassers noch immer geheim zu halten gewußt haben, so kennt man doch die Bestandtheile im großen Ganzen und es gelingt, sehr gute J^Uaiconen herzustellen. Eine sehr gute Zusammenstellung ist z. B. die nachstehende: Nelkenöl, Rosmarinöl, Pomeranzen- blüthenöl, Bergamoltöl, Ctlronenöl und Melissinspiritus werden zu gleichen Theilen gemischt, 7« Theil Lavendelöl zugrsetzt und das Ganze mit der 15!achen Menge des reinsten Weingeistes, der nur zu haben ist, vermischt. Die Mischung bleibt dann einige Tage stehen, damit sie klar wird und sorgfältig abgegossen werden kann.
kirchliche Anzeigen der Stadt (fließen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
4. Sonntag nach Trinitatis, 21. Juni:
Vormittags 7°/4 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Katechismuslehre für die Realgymnasiasten und Realschüler Vormittags 11 Uhr in der Kleinkinderschule. Pfarrer Dr. Nau-
mani(hrtfienle!jre für die confirmirten Mädchen Nachmittags 3 Uhv in der Stadtktrche. Pfarrer Schlosser.
Die Pfarrftefchäite in her Woche vom 21. bis 27. Juni besorgt Pfarrer Dingeldey.
Katholische Gemeinde.
5. Sonntag nach Pfingsten, 21. Juni:
Samstag: Morgens von 7s6 Uhr an und Nachmittags um 4 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte; Abends um 7,8 Uhr Andacht; nach Beendigung derselben Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Morgens von 7,6 Uhr an Gelegenheit zur hlLeichte; um 7-7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um 7,8 Uhr Mrlitär- gottesdienst mit Predigt; um 3/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 7e3 Uhr Aloysicmische Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag den 20. Juni:
Vorabend 7»° Uhr, Morgens 8°° Uhr, Nachmittags 4°° Uhr, Sabbathausgang 9°s Uhr. _________________________________
ftnxkiii; rfline Wolle, nadeltertig.
ea. 140 cm breit ä Mk. 1.95 Pfg. per Meter versenden direct jedes beliebige Quantum Buxkin-Fabrik-D^pöt Oettinger & Co., Frankfurt a. M.
Muster-Auswahl umgehend franco._________1047
Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 19. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 127,, Luft 12 Grad Reaumur.
L. Chr. Rübsamen Wwe.


