Ausgabe 
19.11.1891
 
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Donnerstag den 19. November

(Siebener Anzeiger.

Beilage zu Nr. 27O.-1891

Femlleton.

Sie und ihr Viertelsvetter.

Erzählung von I. Bonnet.

(9. Fortsetzung.)

Allmählich waren die Herbsttage gekommen.

Robert trat, einige Acren unterm Arm, des Nachmittags aus dem Hause der Lebensversicherung in die Wilhelmstraße heraus. Es war Zeit zum Diner. Er suchte eine Restau­ration in der Leipziger Straße auf und sand einen Platz in der Nähe einiger Kavallerieosfiziere, die sich lebhaft unter- hielten.

Was sagen Sie?" ries der eine mit gedämpfter Stimme, nichts?"

Aus mein Wort, was ich Ihnen sage, nichts, rein nichts bleibt ihnen."

Mein Himmel, wie ist das möglich?" fragten die Kameraden. Er zuckte mit den Schultern.

Verdammt großes Haus gemacht, großartig repräsentirt als Präsident ... alle Welt erwartete es nicht anders, sand es natürlich . . . man stellt sich die Dinge leicht anders vor, als sie liegen . . *"

Und Hecht?" fragte einer.

Aeh, 's soll schon länger nicht geklappt haben. Reinen Wein hat ihm der Präsident als Ehrenmann eingeschenkt. Hecht hat sich jedoch Illusionen gemacht, hatte sich auf die reizende junge Dame caprizirt, rechnete, der Herr Papa werde ja doch wohl so etliche Zehntausend sichergelegt haben ..."

Säbelrasselnd erschien ein Kamerad in der Thür/ als er die Freunde entdeckte, eilte er in heftiger Erregung zu ihnen.

Wißt Ihrs? Da soll doch gleich! Hecht . . . Hecht ... der Mensch ... der . . ."

Neue Hiobspost, Gras Alten?" ries ein Kamerad.

Hecht hat ausgesattelt und fort . .

Hecht fort? Wohin?"

Weltumsegler oder so was, hat Geld genug dazu. Perfid! Ganz und gar perfid!"

Das ist's, aus Ehrenwort!" riefen alle.

Schweres Schicksal für die Familie," sagte einer seufzend.Vor acht Tagen der Präsident vom Schlage ge­rührt . . . Begräbniß . . . Ruin der Verhältniffe 5 . . der honette Schwiegersohn in alle Welt ... die beiden Damen vor dem Nichts, sollen thatsächlich nichts haben und einige Schulden dazu."

Robert rührte von den aufgetragenen Speisen nichts an. Er bezahlte und ging erschüttert seiner Wege. Er hatte vom Tode des Präsidenten keine Ahnung gehabt.

Arme Ottilie!"

In seiner Wohnung angelangt, setzte er sich vor seinen Schreibtisch und stützte sinnend den Kops.

Schreiben? Nein, nein, jetzt nicht." Die Condolation kam ohnehin zu spät.

Das war's!

Er öffnete das eiserne Geldspind, nahm das Sparkassen­buch, das lange vergessen in einer Ecke gelegen hatte, und begab sich, nachdem er mit verstellter Handauf alle Fälle das Sicherste", dachte er, einige Zeilen aus einen Briesbogen geworfen, auch ein Couvert adressirt hatte, ohne Verweilen fort nach der Sparkasse. Dort erhob er das Geld nebst den angesammelten Zinsen, verschloß es gleich in dem Briefe und gab diesen auf der Post auf.

Ein alter Schuldner sieht sich endlich in der Lage, seine Schuld abzutragen, und bittet die gnädige Frau an Stelle des verstorbenen Herrn Präsidenten um geneigte Verzeihung, daß es nicht früher geschehen," stand in dem Schreiben. Unterzeichnet war ein Name, aus dem man alles Mögliche herauslesen konnte.

Ottilie hatte unendlich schwere Tage durchlebt und durchkämpft. Vor wenigen Stunden hatte sie den geliebten Vater aussahren sehen und entseelt war er ins Haus zurück­gekehrt. Die leidvollc Bestattung mit ihrem glänzenden Auf­wande, die aller künstlichen Verschleierungen spottende rauhe Wirklichkeit mit Armuth und Sorge . . .

Am wenigsten hatte Ottilie die Untreue ihres Verlobten bekümmert, der, als er nichts als Trümmer um sich ge­wahrte, entfloh, indem er die Frauen ihrem Loose überließ. Da war kein Arm, der sich schützend und rettend nach ihnen ausstreckte.

Die Präsidentin war gebrochen an Leib und Seele. Anders Ottilie, die im Unglück klarer und ruhiger denn je

blickte, entschlossen, sich als armes Mädchen das tägliche Brod redlich zu verdienen.

Zunächst unterließ sie jeden dahin führenden Schritt, der Mutter wegen, die es entsetzlich fand und sterben wollte, daß ihre Tochter, die Tochter des Präsidenten, nach Nahrung zu gehen dachte. Sie, die sonst so kühl Rechnende, war es jetzt, die allerlei Außerordentliches erwartete, um den ihr ge­bührenden Glanz aufrecht zu erhalten. Ottilie hingegen erwartete lediglich etwas von ihren eigenen Bemühungen und Gottes Segen.

An einem Tage, der recht trübe, recht dunkel auf den Gemüthern lastete, traf die Summe des unbekannten Schuldners ein und hob das Vertrauen der Präsidentin wieder.

Es werden sich noch weitere ihrer Verpflichtungen gegen den seligen Papa erinnern," sagte sie,sicher, sicher! Wenn ein Gott im Himmel ist, müssen die Verdienste des aus­gezeichneten Mannes doch nach seinem Tode von allen Seiten, vom Staate wie vom Einzelnen, anerkannt werden."

Ottilie lächelte wehmüthtg.

Doch die dreitausend und so und so viel Mark blieben die erste und letzte Zuwendung, die der Rede werth war.

Man mußte das Haus räumen, denn ein neuer Prä­sident war ernannt worden und wollte einziehen; man mußte sich fast aller Sachen entäußern, denn ein paar genügten für die bescheidene Wohnung der unbemittelten Wittwe, deren Pension verhältnißmäßig gering war.

Es ist leicht, sich an hohe Ansprüche gewöhnen . . . aus einem einfachen ein doppeltes Veilchen machen; um- gekcht' verkümmert leicht. Besser, die Genüsse der großen Welt nie kennen gelernt zu haben, als nach den entzogenen zu schmachten.

Ottilie entbehrte sie nicht. Sie hatte ihnen je länger je mehr nut freier Seele gegenübergestanden.

Die Mutter zehrte sichtlich ab im ungewohnten Mangel. Es mußte weit gekommen sein, daß sie ihrer Tochter erlaubte, sich nach schicklichem Nebenerwerb umzuthun:Aber ohne Dir das Geringste zu vergeben. Vergiß nicht bei der Wahl, daß Du die Tochter des einstigen Präsidenten von Rehmer, Excellenz, bist."

(Schluß folgt.)

Donnerstag d. 19. Nov.,!

Nachmittags von 2 Uhr an, ! werden im Gasthaus z. Pfau (früher Stamm), Neustadt 55 ervschaftsver- Iheilungshalder versteigert:

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werden im früher Bramm'scheu Local die zur Hinterlassenschaft der Justine Knecht gehörigen Kleider u. dgl. ver­steigert.

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Donuerstas, den 19, November

Nachmittags 4 Uhr

wird im früher Bramm'schen Local der Rest der uim Hinttr'schen Nachlast ge­hörigen Kleider, Weitzzeug u. s. w. verfteigett. (10228

Im Auftrag: A. Hoffmann.

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Infolge Stadtverordneten - Beschlusses vom 23. October 1891 festgesetzte Preise:

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Die Anfuhr an das Haus erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens 5 Cenrner und werden für dieselbe 5 Pfg. für den Centner berechnet; von Herrn Cmil Pistor werden auch geringere Mengen als 5 Centner zugeschickt.

Bei Entnahme von Wagenladungen von mindestens 35 Centner, welche einige Tage vor dem Bezug zu bestellen sind, tritt bei allen Sorten eine Preisermäßigung von 5 Pfg. für den Centner ein.

Bei Bezug von 200 Centner auf einmal tritt eine Preisermäßigung von 10 Pfg. für den Centner ein und empfiehlt es sich, diesbezügliche Be­stellungen zeitig bei uns vormerken zu lassen. 9501

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