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hältniß des Zolles zu denselben ständen. Abgesehen von der durchaus notwendigen Erhaltung und Hebung der Land­wirtschaft sei angesichts der schwebenden Handelsvertrags- Verhandlungen jede Veränderung der Getreidezölle für die industriellen Interessen bedrohlich. Die Regierung halte es nicht für angängig, durch eine autonome Zollherabsetzung möglicherweise die Erfolge in Frage zu stellen, welche aus den Verhandlungen für die vaterländische Arbeit erwartet werden.

DieVolkszeitung" bringt ein Essener Telegramm, wonach der Staatsanwalt bei dem Landgericht die Eröffnung der Voruntersuchung gegen Baare beantragt hat. Der Untersuchungsrichter hat nicht den zuerst in Aussicht ge­nommenen Amtsrichter Neukamp, sondern ein Mitglied des Essener Richtercollegiums ausersehen, welchem der Amts­gerichtsrath Landschütz in Bochum das von ihm bearbeitete Material übergeben soll.

Düffeldorf, 17. August. Heute wurde die32. Haupt­versammlung Deutscher Ingenieure" eröffnet. Der vom Vorsitzenden Swowski verlesene Geschäftsbericht constatirt Fortschritte in den Bezirksvereinen durch erfolgte Mehrung der Mitgliederzahl.

Wien, 17. August. Gestern und vorgestern fand hier ein von 100 Delegirten darunter auch mehrere Deutsche besuchter Schneidertag statt. In den Verhandlungen wurde als bestes Mittel zur Abhilfe gegen die mißliche Standeslage der Strike empfohlen.

Brüffel, 17. August. Aus dem Internationalen Socialistencongreß sand eine lange Discussion statt über die Zulassung des italienischen Anarchisten Merlino alias Levy. Es wurde beschlossen, die Entscheidung der italienischen Section zu überlassen. Die polnischen Delegir­ten Posens beschweren sich, weil ihr Antrag auf Errichtung municipaler Bäckereien nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden sei. Der Präsident erwidert, ein solcher sei ihm nicht zugegangen; es seien 40 Anträge für die Tagesordnung vor Eröffnung des Congresses eingelaufen. Der Delegirte Thü­ringer, Textilarbeiter, beantragt, daß die Textilarbeiter deut­scher und französischer Zunge zunächst gesondert berathen, sodann die gemeinsamen Besprechungen der internationalen Interessen vornehmen. Morgen findet ein internationaler Specialcongreß der Metallarbeiter statt, ebenso veranstalten die Holzarbeiter einen Sondercongreß. Die Engländer ver­breiten Pamphlete in englischer und deutscher Sprache gegen die Trades Unions.

Brüffel, 17. August. Internationaler Socia- listentag. Nachmittags wurden nach langer Discussion Beschlüsse über das Coalitionsrecht und Strikerecht gefaßt, sodann folgten getrennte Berathungen über die Verbindung und Propaganda. Dr. Aveling kündigte die Ankunft einer Delegation strikender Londoner Tischler an, welche sich an der Discussion des Achtstundentages betheiligen werden. Der Präsident theilte mit, daß auf Kosten der belgischen Arbeiter am Sonntag ein Separatzug nach Gent abgehe. Heute Abend findet ein großes Verbrüderungssest der maison du peuple statt. Die Anarchisten beschlossen, Angesichts ihres Ausschlusses von dem Congreß für Samstag ein großes Meeting.

London, 17. August. DerTimes" wird aus Sansibar gemeldet, eine 300 Mann starke deutsch e Expedition sei von Bagamoyo ins Innere abgegangen, um die Mofiti und andere unruhige Stämme zu bestrafen.

Adriauopel, 17. August. Truppen stießen in der Nähe der Stadt auf eine Räuberbande von 6 Mann. Ein Räuber wurde getödtet, fünf gefangen genommen.

Der Turner Heim.

Gießen, 18. August.

Wer sich am Samstag und Sonntag durch die Straßen der Stadt bewegte, fand viele Häuser, die im Fahnenschmuck prangten und mußte sich besonders der Fremde fragen, warum hat man denn hier geflaggt? Die Antwort fiel dem Bewohner Gießens nicht schwer, denn es galt jadas eigene Heim" des hiesigen Turnvereins zu weihen. Zu diesem Zwecke sanden sich schon am Samstag Abend die Mitglieder des Turnvereins und der Vorstand des hiesigen Männer­turnvereins im Saale des Cafe Leib zu einem gemüthlichen Commerse zusammen. Der erste Sprecher des Vereins, Herr Wilhelm Herbert, begrüßte die Erschienenen in einer kurzen Ansprache und gedachte dann der vier ältesten Mitglieder, der Turner Gg. Adami, Ehr. Frutig, Fr. Heuser und Louis Petri II., indem er ihnen nach dem von der Generalversamm­lung gefaßten Beschluß das Ehrendiplom überreichte, worauf Herr Stadtverordneter Louis Petri II. Namens derselben seinen Dank aussprach. Nachdem Herr Ehr. Frutig in kurzen Worten die in der ersten Zeit preisgekrönten Turner erwähnt und die jüngeren zur Nachahmung aufgefordert, schloß er mit einem kräftigenGut Heil". Herr Dr. Pitz vom hiesigen Männerturnverein betonte in seiner Rede das feste Zusammen­halten der Turner zum Wohle des Gaues und der deutschen Turnerschaft. Hierauf wurden noch mehrere Glückwunsch­schreiben, sowie ein Gedicht aus die Turnerei verlesen und jedesmal mit einem kräftigenGut Heil" begrüßt. Musik und Gesang hielten die Turner noch lange zusammen. Das gewidmete Gedicht, verfaßt von einem Mitgliede, möge hier in seinem Wortlaut folgen:

Dem Turnverein Gießen zur Einweihung seiner Turnhalle und des 45. Stiftungsfestes.

Sagt, Turner Gießens, was geht heute vor? Ihr eilet rüstet jubelt laut im Chor, Und schmücket Euch, als ginge es zum Feste, Ich glaub gewiß, man gab Euch heut das Beste.

Seht doch Die Halle, im Schmucke harret sie der Schaar, Die oft errungen hat den Lorbeer schon fürwahr, Nun öffnet sie weit grüßend ihre Pforte:

Seid All willkommen hier am heimischen Orte!

Schaut heut, ihr Turner, auf mit freudigem Blick Auf Euere Müh und Arbeit stolz zurück. Daß stets der Himmel Euch viel Glück verleihe, Dazu geb Gott dem Hause heut' die Weihe.

Und mit dem Eichlaubkranz im greisen Haar, So sehen wir im Geiste heut die Turnerfchaar, Wie sie die starken Glieder beugen, strecken Gut Hell! es find ja Gießens alte Recken; Ihr kommt zu grüßen heut die Turnerschaar? Gut Heil! zum Jubeltag für immerdar.

Einst zogen sie auch aus weit überS Meer Der Nachwelt noch zum Ruhm und Euch zur Ehr. Dort wußten sie dm Lorbeer zu erringm Und auch ein Reislein für Euch mitzubringm, Das, wie wir sehen, gute Früchte trug. Ha, wie das Turnerherz da höher schlug!

Seid wie ein Mann zum Kampfe stets bereit, Dann sehet Ihr entgegen einer goldnen Zeit. Bleibt treu dem Wahlspruch: Frisch, fromm, fröhlich, frei, Gut Heil! Gut Hell! du deutsche Turnerei!

Der eigentliche Weihetag, der Sonntag, brachte unsere Turner schon wieder früh auf die Beine, denn jetzt galt es, die Vertreter der verschiedenen Vereine am Bahnhofe zu empfangen. Nachdem dies geschehen, stellte sich um 1 Uhr der Zug an der Restauration Schnell auf und zog unter Vorantritt der Regimentscapelle nach dem aus der Nordanlage neu erstandenen Heim. Hier angekommen begann der feier­liche Act mit Uebergabe der Schlüssel an den Verein durch )en Architecten, Herrn Stein, und Uebernahme derselben seitens des Vereins durch den ersten Sprecher. Nach statt­gefundener Besichtigung der inneren Räume des Hauses begrüßte der erste Sprecher, Herr Wilhelm Herbert, die An­wesenden und sprach ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen den wärmsten Dank aus. Dann bestieg Mitglied Rechtsanwalt Grünewald den Rednerpult, um in längerer, mit Beifall aufgenommener Rede die Bedeutung des Tages zu schildern. Nach einem kurzen Ueberblick über die Geschichte des Turn­vereins, sowie über die Entstehungsgeschichte des Hauses wendet ich Redner seiner Hauptaufgabe zu, indem er das Haus mit dem SprucheDer Jugend zur Lehr, der Vaterstadt zur Ehr, dem Vaterlande zur Wehr" weiht. Bei der Begründung eines Weihespruches kommt Redner aus die Bedeutung des Turnens in unserer Zeit der größten Anstrengungen und Erfolge des menschlichen Geistes, der Ueberseinerung und Uebercultur, auf den Unterschied desselben vor dem Sport zu prechen. Er erblickt in der deutschen Turnerei die vornehmste Art aller Leibesübungen. Die Turnerei betreibe nur Die Leibesübungen, um ihrer selbst willen, damit der Körper gestählt und der Character gekräftigt werde, und nicht des Wettkampfes wegen. Der Sport dagegen bilde seine Jünger zum Wettkampf aus. Der Turner lege den Hauptwerth darauf, daß der Körper harmonisch ausgebildet und daß die Haltung desselben eine gefällige und ästhetisch schöne sei. Der Sport hingegen kann hierauf kein so großes Gewicht legen, weil der letzte Zweck doch schließlich der Preis am Wettkampf ist. Während das Turnen Jedermann zugänglich sei, setze der Sport immer einen gewissen Wohlstand voraus. Mit der Einführung des Turnens in die Schule und in das mili­tärische Leben habe man den hohen Werth desselben anerkannt. Aus allen diesen Gründen kommt Redner zu dem Resultat, daß die Bedeutung des Turnens diejenige des Sports über­ragte und daß letzterer nicht so geeignet sei, die Rolle als erziehliches und sociales Moment zu spielen, wie das erstere. Nachdem der Redner noch den Wunsch ausgesprochen, daß in dem neuen Heim der echte Geist der deutschen Turnerei blühen und gedeihen möge und daß die schöne Blume des nationalen Sinnes hoch empor­blühen möge, schließt er mit einemGut Heil!" auf das dauernde Blühen und Gedeihen des deutschen Vaterlandes, in welches die Festversammlung begeistert einstimmt. Nachdem dasselbe verklungen, wurde von der Versammlung das Lied Deutschland Deutschland über Alles" gesungen. Es sprachen sodann noch Herr Oberbürgermeister Gnauth Namens der Stadt, Herr Rothermel aus Darmstadt im Austrage des Kreisausschusses, ferner Herr Gauturnwart Schneider aus Marburg im Namen des Gaues Hessen- schließlich noch Herr Realgymnasiallehrer Dr. Pitz für den Männerturnverein und Herr Kaiser Namens des hiesigen Bicycle-Club.

Nach Beendigung dieses Theiles der Feier wurden auf dem Turnplatz oon den activen Turnern eine Anzahl Frei­übungen und Stabübungen aufgeführt, an die sich ein Schau­turnen anschloß.

Um 5 Uhr zogen dann die Theilnehmer im festlichen Zuge nach Steins Garten, wo noch einige Pyramiden zur Ansicht gelangten und ein lebendes Bild aufgestellt wurde. Beides wurde mit großem Beifall von den zahlreich erschienenen Mitgliedern und Gästen ausgenommen. Das ganze Fest fand seinen Abschluß durch einen Tanz, der die Theilnehmer bis zur frühen Morgenstunde noch zusammenhielt.

Anschließend an vorstehenden Bericht geben wir nach­stehender Zuschrift Raum, welche uns mit der Bitte nm un­veränderten Abdruck zugesandt wurde. Wir haben die Erfüllung dieser Bitte um so weniger in Frage gestellt, als der Ver­fasser derselben ein ruhig denkender erfahrener Sportsmann ist und sich bereit erklärt hat, für die Richtigkeit seiner An­gaben eventuell mit seinem vollen Namen einzutreten.

Gingesandt.

Nachklänge zur Einweihung der neuen Turnhalle des Turnvereins Gießen.

h. Eine ansehnliche Festoersammlung aus allen Kreisen der Einwohnerschaft war es, welche dem hiesigm Turnverein bei der Einweihung seines neuen Heims durch ihre Anwesenheit das Interesse und die Sympathien für die Turnsache bekundete und zum sicht­baren Ausdruck brachte. Zahlreiche Vertreter der Stadtverordnetm- Versammlung, an ihrer Spitze der Oberbürgermeister Herr Gnauth, die Spitzen der Staats- und Schul-Behörden, die Vorstände der hiesigen Vereine, der Gau- und Kreisvertreter des Mittelrheinkreises und nahezu vollzählig die Mitglieder des Männerturnvereins Gießen. In fast einstündiger, ost von Beifall unterbrochener Rede gedachte Herr Rechtsanwalt Grünewald in erster Linie der Gründer des Vereins und beleuchtete den idealm und edlen Zweck der Turnerei, denselben in die Worte zusammensassendDer Jugmd zur Lehr, der Stadt zur Ehr, dem Vaterland zur Wehr!* Zur Begründung dieser Worte zog derselbe alsdann einen Vergleich zwischen der Turneret und dem Sport, welcher allerdings zum Bedauern einer größeren Anzahl der Anwesenden in nichts weniger als günstiger Weise für den letzteren ausfiel. Wenn die als Gäste geladenm und zahlreich

erschienene* Sportsleute eine Weiherebe, wie das Programm sagte, erwarteten, so hatten sie sich insofern getäuscht, als sie sich eine Kritik ihrer Leibesübungen gefallen lassen mußten eine Kritik, die weder ächmänntsch begründet, noch denThatsachen entsprach. Wmn der Herr Festredner sagte, daß der Sport seine Befriedigung nur darin indet, Geld- und Werthpreise zu erringen, so kennt er ebm die Ziele und Gesetze nicht, die speciell das Starten um Geldpreise unter allen Umständen verbieten und vorschreiben, daß die errungenen Ehren­preise nicht den Siegern, sondern den denselben angehörenden Vereinen zufallen muffen. Die wettere Bemerkung, daß dem Sportsmann körperliche Haltung und Styl einerlei sei und nur die Sucht, der erste am Ziele zu sein, innewohne, mußte geradezu komisch wirken, da selbst der Uneingeweihte und Unbetheiligte wissen könnte, welche Energie und Discipltn nothwmdtg ist, um dm Anforderungen gerade was Haltung, Sitz, Styl usw. anbetrifft, im Sporte Gmüge zu leistm.

Nicht um die sonst vortreffliche und formvollmdete Rede zu kritisirm oder in die so würdig und schön verlaufme Festlichkeit einm Mißton zu bringen, greife ich zur Feder, sondern nur zur Wahrung der Interessen der hiesigen Sportsoereine, deren Thätigkett und Ziele hierdurch in officieller Weise bei der Einwohnerschaft Gießens ins älsche Licht gestellt werden könnten und die ausnahmslos stets bemüht ind, sich die Sympathien und Interessen für ihre auch gute Sache in der Stadt zu erwerben und zu erhalten; nur in diesem Sinne möchte ich diese meine Zeilen ausgelegt und verstanden wissm. Der um die Turnsache so hoch verdiente und bei der Feier oft genannte, leider dahingeschiedene Ehr. Rübsamen ist übrigens der Gründer eines der hiesigm älteren Sportvereine, IberRuder- Gesellschaft" ! Derselbe hat große Opfer an Zeit und Geld gebracht, um diesem Sport in Gießen eine Heimstätte zu bereiten. Eine That- sache, die mehr sagt und besser für dm Sport spricht, als es diese meine Zeilen vermögen.

Localer uttfc Provinzielles.

Gießen, 18. August.

Obstbauverein der Provinz Oberheffen. Am Donnerstag, den 3. September l. I., Vormittags halb 11 Uhr, findet die constituirende Generalversammlung des Obstbau­vereins in der Provinz Oberhessen in Steins Garten Hierselbst statt. Die Tagesordnung lautet: 1) Be- rathung und Festsetzung der Satzungen. 2) Wahl des Präsidenten und Vicepräsidenten. 3) Wahl der Ausschuß­mitglieder. 4) Wahl des Directors der Geschäftsstelle und der Geschäftsführer. 5) Festsetzung des Voranschlags für 1891/92. 6) Ernennung des Kafsirers und der Vereins- techniker. 9) Mittheilungen über die Obstausstellung in Gießen. Die Mitglieder des bisherigen Ausschusses und die Vertreter der neu eintretenden Bezirke werden zu einer Be­sprechung vor der Generalversammlung, um 11 Uhr Morgens, eingeladen.

Vor einigen Tagen fand hier eine Prüfung von Zöglingen der Caffeler Postfachschule (Director Volz) statt. Sämmtliche Schüler, welche sich derselben unterzogen, haben das Examen bestanden.

Gestern Abend wurde wiederum ein schon älterer Mann wegen Vergehens gegen § 176 pos. 3 (Unzucht mit Minderjährigen) verhaftet.

Eine Anzahl Bnbeu, welche am Samstag einem Obsthändler einen Korb mit Birnen erleichterten, wurden zur Anzeige gebracht.

Lohnender Ausflug in Wald und Flur. Da das Wetter sich endlich freundlicher zu gestalten scheint, macht in derOberh. Ztg." ein Kundiger die Freunde schöner und erquicklicher Ausflüge mit oder ohne Familien auf eine auch für Gießen sehr nahe liegende herrliche Fußtour aufmerksam, zu der sich jeder Freund der Natur, die so herrliche Schätze in sich birgt, mit Freunden und Bekannten ein oder mehrere Male ausmachen sollte. Er wird sie nicht zu bereuen haben. Man fährt mit der Bahn bis Station Fronhausen, am besten mit dem Zuge ab Gießen 1 Uhr 40 Min. Mittags, geht von Fronhausen (3/4 Stunde Entfernung) zur Schmelze, von hier (ebenfalls 3/4 Stunde) auf breiter Straße unter prächtigen Waldbäumen zum sogen. Waldhaus, ein Weg, aus dem man nicht irren kann. In der Umgebung vomWaldhäuschen" sind Bänke angebracht, auf denen man unter den Wipfeln hoher Bäume eine längere Ruhepause macht. In dem Wald­hause wohnt seit Kurzem ein Förster, der auf Wunsch dar­reicht, was zur Stärkung und Erquickung gereichen kann: Milch, ^Butterbrot) mit Zugaben rc. Alles mitten in herr­licher Waldnatur. Vom Waldhause findet man leicht den Weg (1 Stunde) zur Altenburg oberhalb des Dorfes Oden­haufen. Die Rundsicht von der Höhe der Altenburg aus ist weit bekannt- es ist ohne Frage einer der schönsten Höhen­punkte der ganzen Lahngegend. In 20 Minuten ist man, gerade am Dorfe Odenhausen, auf Station Friedelhausen und kann um 7 Uhr 27 Min. Abends nach Gießen heim­kehren. Wer früher reisen will, fahre um 11 Uhr 39 Min. Vormittags von Gießen nach Fronhausen, lege die oben be­schriebene Tour zu Fuß zurück und dehne dieselbe bis Staufenberg aus, von wo die Rückfahrt ebenfalls mit dem Zuge 7 Uhr 27 Min. Abends ab Friedelhausen oder 7 Uhr 34 Minuten ab Lollar erfolgen kann. So ist ein höchst befriedigender Nachmittag verbracht, ohne jegliche Ueber- müdung. Auch Damen können sehr leicht die nicht anstrengende Tour mitmachen, und wenn man auf dem Waldhause aus­geruht und sich erquickt hat, ist es eine geringe Anstrengung, von da nach Friedelhausen zu gelangen. Hoffentlich werden Viele dieser Directive folgen und Erholung, Ausspannung und Erquickung in der Luft und im Schatten des Waldes suchen und finden. Die schönsten Punkte sind: Schmelze, Waldhaus, Altenburg. Dabei muß Waldhaus der Ruhepunkt sein. Man versuche und urtheile!

__ Erledigte Stellen für Milit'äranwärter im Bezirk des 11. Armee-Corps. Kassel, Stadtrath der Residenz, Bureau- hllssarbeiter in der birecten Steuerverwaltung, auf jederzeittge vierwöchige Kündigung, je nach Tüchtigkeit und Leistung, zwischen 75 und 100 Mk. monatlich. Marburg, Universität, Kassen- und Hausdiener, aus Lebenszeit, 1000 Mk. Gehalts 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Sonneberg (Sachsen- Meiningen), Postamt, Postschaffner, auf vierwöchige Kündigung, 900 Mk. Gehalt, 108 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Werdohl, Postamt, Postpacketträger, auf vierwöchige Kündigung, 700