Ausgabe 
19.7.1891 Erstes Blatt
 
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wird versichert, daß der Cultusminister Graf Zedlitz-Trützschler die Angelegenheit sehr ernst nehme und sie aus das Sorg­fältigste prüfen werde. Eine umfassende Aufklärung von Seiten des Cultusministeriums wird aber wegen dieser sorg­fältigen Vorerhebungen nicht vor Ablaus einer Woche zu er­warten sein.

Die in Cassel-Melsungen am 15. Juli vorge­nommene Nachwahl zum Reichstag macht eine Stich­wahl erforderlich, obwohl noch keine abschließenden Nachrichten über das Wahlergebniß vorliegen. Aber schon die bis Donnerstag Abend ermittelten Resultate lassen an der Noth- wendigkeit einer Stichwahl keinen Zweifel, denn es hatten bis dahin erhalten: Dr. Endemann (national-liberal) 4509, Dr. Förster (Antisemit) 4116, v. Alvensleben (cons.) 1374, Psannkuch (Socialist) 7861 und Martin (Particularist) 1303 Stimmen.

Neueste Nachrichten.

WolfiS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau.

Berlin, 17. Juli. DerReichsanzeiger" meldet, der Cultusminister Gras Zedlitz und der Arbeitsminister Thielen seien zu Bundesrathsbevollmächtigten ernannt worden.

Metz, 17. Juli. Der Kriegsminister ist heute Morgen abgereist zu Besichtigungen nach Mörchingen, Dieuze, Saarburg, Zabern und dann nach Straßburg.

Lauterderg, 17. Juli. Reichscommissar v. Wißmann stürzte gestern Abend aus der Pürschsahrt aus dem Wagen, als die jungen Pferde durchgingen. Er kam mit leichten Hautabschürfungen an einem Oberschenkel und einer Hand davon. Wißmann beabsichtigt, sich in den Angelegenheiten seines Dampfers heute nach Berlin zu begeben.

Paris, 17. Juli. Der partielle Strike der Eisen­bahnarbeiter verläuft ruhig, Dank den Maßnahmen der Behörden, welche die Werkstätten von der Polizei und der Garde Republicaine bewachen lassen. Die theilweise Wieder­ausnahme der Arbeit aus der West- und der Nordbahn voll­zog sich trotz der Gegenwart der Weiterstrikenden ohne Störung. Die Bahnhöfe in den Vororten sind militärisch besetzt.

Paris, 17. Juli. Eine Versammlung der strikenden Eisenbahnarbeiter im Tivolisaale beschloß, die For­derungen der Arbeiter morgen in der Kammer durch fünf Deputirte der Strikenden, welchen die übrigen folgen sollen, überreichen zu lassen. Unter den Strikenden macht sich eine heftigere Agitation bemerkbar. In einer heute statt­gefundenen Versammlung der Arbeiter der Westbahn wurden aufreizende Reden gehalten, welche lebhafte Zustimmung fanden.

Paris, 17. Juli. Der Strike der Eisenbahn­arbeiter hat sich nicht weiter ausgedehnt. Der Eisenbahn­verkehr ist ungestört.

Paris, 17. Juli. Dem Vernehmen nach ordnete der Polizeipräfect auf Ersuchen der Eisenbahn-Gesell­schaften die Ueberwachung der Eisenbahnlinien in einer Entfernung von 10 Kilometern von der Stadt durch Gensdarmerie und die Garde Republicaine an. Die ganze Nacht bewegten sich Patrouillen aus diesen Linien. Sicherheitsmannschasten bewachen die Werkstätten und jeder Strikende, welcher die Arbeitenden an der Arbeit verhindert, wird verhaftet. Vom Bahnhofe Saint Lazare bis Asniere sind Mannschaften auf der Strecke vertheilt, um die An­gestellten bei den Weichen und Signalen vor Belästigungen zu bewahren. 180 Mann vom Genie sind aus Versailles nach dem Güterbahnbos von Batignolles gesandt, um die für die Aufrechterhaltung des Verkehrs dringend nothwendigen Arbeiten an Stelle der Ausständigen zu übernehmen.

Paris, 17. Juli. DerTemps" tadelt die Conser­val iveN und Radicalen, weil sie gestern den Boulan- gisten Gefolgschaft geleistet hätten, und fragt, ob sie vielleicht glaubten, Deutschland würde nur einen Augenblick eine Dis- cussion über die Maßnahmen betreffs Elsaß-Lothringens zu­lassen. Nichts sei vergeblicher und gefährlicher, als bei der gegenwärtigen europäischen Lage den Säbel zu ziehen. Die coalirten Nationen betonen überall ihre friedlichen Absichten; sollen wir glauben machen, daß einige Lärmmacher die ächten Vertreter der öffentlichen Meinung Frankreichs sind?

Paris, 17. Juli. Die boulangistischen Blätter veröffentlichen einen Ausruf, worin die Handlungsreisenden ausgefordert werden, Laur Mittheilungen zu machen über Verweigerungen von Paßvisa durch die deutsche Botschaft in Paris. Mehrere Blätter schließen hieraus die Leichtfertigkeit der Einbringung der Interpellation Laur.

Paris, 17.Juli. Die Einfuhr Frankreichs betrug im letzten Halbjahre 144 Millionen mehr als im Vorjahre, die Ausfuhr 97 Millionen weniger.

Bergen, 17. Juli. Der Kaiser trat Abends 7 Uhr mit demHohenzollern" die Reise nach Bodo an.

Rom, 17. Juli. Die dritte Division des permanenten italienischen Geschwaders, welches heute in Rimini eingetroffen ist, wird derAgentia Stefani" zufolge die Häsen des adriatischen Meeres berühren und sich am 30. ds. mit den beiden anderen Divisionen in Taranto vereinigen.

Rom, 17. Juli. Das Befinden des Papstes ist trotz der großen Hitze ein gutes. Während der Somme'r- ferien werden für einige Tage der Woche die Audienzen suspendirt. Das letzte Unwohlsein des Papstes ist völlig gewichen.

Christiauia, 17. Juli. Die deutsche BarkBaltic" aus Barth, mit Getreide befrachtet, ist bei der Insel Ona in der Nähe von Molde, Amt Romsdal, gesunken. Nur Masten- toppen sind überm Wasser,- die Mannschaft ist gerettet.

Petersburg, 17. Juli. Eine außerordentliche Versamm­lung der Landstände des Gouvernements Nischni Nowgorod beschloß, die Regierung um ein Darlehen im Betrage von 8,200,000 Rubeln zur Bestellung der Felder und Versorgung der Bauern mit Brodkorn zu ersuchen.

Newyork, 17. Juli. Der Schatzsecretär entschied, daß deutsche, in Belfast gebleichte und ausgearbeitete Ge­webe das Belfaster Consulat ebenso zu pajsiren haben, als wenn sie als englischen Ursprungs zur Ausfuhr aus Europa gelangen.

Milwaukee, 17. Juli. Der Lake Superior ist von einem Cyclon heimgesucht worden, durch welchen viele Gebäude beschädigt wurden. Ein im Bau begriffenes Hotel stürzte ein, wobei 50 Arbeiter verschüttet wurden. Die meisten sind verletzt.

Bombay, 17. Juli. Reuter-Meldung. Wegen Mangel an Regen wird in vielen Gegenden eine Mißernte, in den Territorien Puttiala und Karpathala sogar eine Hungers- noth befürchtet. Im Bombay selbst ist reichlicher Regen gefallen.

Locale» «nd provinzielles.

Gießen, 18. Juli.

Vierzigstes Stiftungsfest. Wir erhielten folgende Zu­schrift : Mit Beginn nächster Woche wird eine der ältesten Corporationen unserer Hochschule, die hiesige A.D.C.- BurschenschastGermania" ihr vierzigstes Stistungs- sest feiern. Tatsächlich hatte ja schon in den Jahren 18151826 die alte Burschenschaft Germania an unsrer Universität geblüht; die neue Germania ging aus der, der alten Germania nahestehenden Verbindung desTreu­bundes" am 14. August 1851 hervor. Im Mai 1885 er­folgte eine zeitweilige Suspension, doch schon am 2. October 1888 wurde die Germania durch die Unterstützung der hiesigen BurschenschaftAlemannia" wieder ausgethan, sodaß sie heute Dank der Alemannia und der einstimmig erfolgten Anerkennung seitens der alten Herren der Germania wieder zur Blüthe gelangt ist. Während früher die großen Stiftungscommerse stets am Rhein, in Bingen, stattfanden, hat man diesmal die Feier in den Sitz der Hochschule verlegt, um auch den alten Herren Gelegenheit zu geben, ihre liebe Musenstadt wieder begrüßen zu können. Die Feierlichkeiten sind im Wesentlichen folgende: Am Montag den 20. d. Mts. findet ein Empsangs- abend mit italienischer Nacht auf dem Lenz'schen Felsenkeller statt. Am folgenden Tage schließt sich an den Festconvent ein Frühschoppen im Cafe Leib. Abends um 7 Uhr geht es im Zuge durch die Stadt nach Steins Garten, woselbst der Festcommers stattfindet. Am Mittwoch den 22. d. Mts. ist Morgens das Katerfrühstück in Steins Garten und Nach­mittags eine Ausfahrt nach Staufenberg. Nach der Rückkehr in die Stadt findet eine bengalische Beleuchtung des Felsen­kellers statt, an die sich ein Tanzvergnügen anschließt. Am anderen Morgen findet im Stammlocale der Burschenschaft Andreas Weidig der Frühschoppen statt, während am Nach­mittage ein Ausflug in die Umgebung vorgesehen ist. Wir sind überzeugt, daß der Sinn und das hohe Interesse, welches die Stadt Gießen durch ihre Theilnahme bei großen stu­dentischen Feierlichkeiten von jeher ausgezeichnet hat, sich auch diesmal bewähren wird und erlauben uns schon an dieser Stelle denjenigen Einwohnern, welche so liebenswürdig waren, sich der Germania zum Schmucke ihrer Häuser zu erbieten, unseren verbindlichsten Dank auszusprechen.

Die Nr. 16 des im Auftrage des Evang. Psarr- vereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenenHessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Abendlied. 2. Auch eine Lanze für den Heidelberger Katechismus. 3. Berichtigung zu dem Artikel:Was soll das heißen?" 4. Mehr Geld. 5. Der Pfarrer und fein Barett. 6. Die Barettfrage. 7. Weiter: Der Pfarrer und sein Barett. 8. Kirchliche Zustände, Ein­richtung und Regierung der Kirche. 9. Nichts für die Amts­brüder ! 10. Superintendentur-Conferenz in Darmstadt.

11. Stöcker in Darmstadt. 12. Literarische Thätigkeit Hess. Pfarrer. 13. Vom Büchertisch. 14. Mittheilung - Berich­tigung.

Unfall. Gestern Nachmittag fiel einem am Neubau in der Sonnenstraße beschäftigtem jungen Mann eine zum Aufziehen von Balken dienende Rolle auf den Kopf. Der Mann trug einige Wunden und eine Gehirnerschütterung davon, die eine längere Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben werden.

Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 12. Juli den provi­sorischen Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Gießen Rudolf Dieckmann zum Lehrer an dieser Schule und den provisorischen Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Mainz Dr. Emil Daub zum Lehrer an dieser Schule zu ernennen.

Das Anbringen von Stachelzauudraht an öffentlichen Straßen und Wegen ist nach einer Entscheidung des Reichs­gerichts unstatthaft.

Der Güterverkehr in den drei hessischen Rheiuhäfen Mainz, Worms und Bingen hat im letzten Jahr eine sehr steigende Frequenz aufzuweisen: In Mainz kamen an zu Berg 121,328,5 Tonnen Güter - zu Thal 59,551,8; es gingen ab zu Berg 4915,9, zu Thal 29,043,5. Worms: Angekommen zu Berg 94,405,0, zu Thal 30,584,0; abge­gangen zu Berg 990,0, zu Thal 10,573,0. Bingen: An­gekommen zu Berg 54,536,6, zu Thal 7529,7; abgegangen zu Berg 249,6, zu Thal 10,504,0 Tonnen.

Falsches Papiergeld. In der jüngsten Zeit sind an verschiedenen Orten falsche Fünfzig- und Fünf- Markscheine angehalten worden. Von den falschen Fünfzigmarkscheinen wird folgende Beschreibung amtlicherseits veröffentlicht: Das Papier besteht aus zwei zusammengeklebten Blättern, zwischen welche die aus gefärbter Jute und aus Hanf bestehenden Fasern eingestreut und dann unter Anfeuchtung eingepreßt worden sind. Die Tönung des Faserstreifens der echten Reichskaffenscheine ist durch Ueberpinseln mit blauer Farbe, die Riffelung durch ungleichmäßig verlaufende Striche mit einer Ziehfeder oder einer Nadel nachgeahmt. Die

Zeichnung beider Seiten ist nicht durch Kupferdruck, sondern- als photographische Copie hergestellt. Das Falschstück ist 5 Millimeter zu breit und 2 Milimeter zu hoch. Die rothe WerthbezeichnungFünfzig Mark", der Controllstempel und- die Nummer sind nicht mit Typen aufgedruckt, sondern durch Uebertuschen der photographischen Zeichen mit rother Wasser­farbe nachgebildet und mit einer glänzenden Lack- ober Collodiumschicht überzogen. Auf der Schauftite ist außerdem die ZeileFünfzig Mark" sowie der linksseitig angebrachte größere Reichsadler zur Erzielung des dunkleren Farbentons- mit Umdrucktinte nachgezeichnet. Von den falschen Fünf­markscheinen fehlt leider bis jetzt noch die nähere Beschreibung» Die Reichsschuldenverwaltung sichert Demjenigen eine Be­lohnung bis zu 2000 Mark zu, welcher einen Verfertiger oder wissentlichen Verbreiter falscher Fünf- oder Fünfzig- Markscheine der Polzei oder dem Gerichte derartig bezeichnet^ daß er mit Erfolg zur Untersuchung und Strafe gezogen werden kann.

Schlitz, 16. Juli. Herr Stadtpfarrer Euler ift tobt! Ein verdienstvoller Geistlicher und Lehrer von Schlitz,, der als Reconvalescent in Marburg bei seinem Sohne vollem Genesung suchte, ist seinen Leiden erlegen. An dem Ver­storbenen verliert unsere Gemeinde einen pflichttreuen Seel­sorger, unsere Stadt einen ihrer achtbarsten Bürger. Die Beerdigung des hochwürdigen Herrn Stadtpfarrers Euler fand in Marburg statt. Unter den zahlreichen Zeichen der Theilnahme zeugend von der Liebe und Verehrung,- die sich der Entschlafene in allen Schichten der Bevölkerung erworben, welche der Familie des Entschlafenen über­sendet wurden, befanden sich auch prachtvolle Kränze bes Krieger- und des Militärvereins hier, desgl. solche von den drei ehemaligen Pfarrdörfern des verewigten Seelsorgers, Bernshausen, Niederstoll und Uetzhausen, sowie ein hübschem Kranz von den Lehrern des Kreutzergrundes.

A Mainz, 17. Juli. Heber das bereits telegraphisch gemeldete blutige Drama, das sich in dem ehemaligen Gasthauszum Schaf" hier heute Morgen abspielte, sind^ folgende Einzelheiten zu berichten: Ein Maurerhandlanger,, ein übel beleumundetes Subject Namens Marfilius aus Lorch,, der in der letzten Zeit als Taglöhner in dem Zeughaus be­schäftigt war, gerieth mit einer mit ihm in dem gleichen Hause wohnenden verheirateten Frau, mit welcher er in in­timen Beziehungen gestanden haben soll, aus bis jetzt nicht aufgeklärten Gründen in Streit, wobei er der hilflosen Fran mit einem dolchartigen Messer in die Brust, Hals und beiv Rücken ein größere Anzahl mehr oder minder lebensgefähr­liche Stiche beibrachte. Während die Frau um Hilfe schrie, eilte der Verbrecher, von den Mitbewohnern verfolgt, aus die Straße, wo er ungehindert auf einen nahen Platz ge­langte und von einem dort beschäftigten Gasarbeiter fest­gehalten wurde. Gegen den letzteren gleichfalls das Messer, ziehend und demselben eine große Wunde versetzend, gelang, es dem Verbrecher, sich wieder zu befreien und trotz der großen Menschenmaffe, die ihn verfolgte, zu entkommen. Die Verfolger behaupten, er fei durch das Zeughaus entschlüpft, was indeß schwer anzunehmen ift. Die verwundete Fran wurde in einem hoffnungslosen Zustande nach dem Spital verbracht.

Worms, 16. Juli. Ein schöner Zug deutscher Soldatentreue sei hier erwähnt. Als 1866 die hessischen Truppen die Gefechte bei Frohnhofen und Laufach gegen, einen gut gedeckten, überlegenen Gegner zu bestehen hatten und sich nach großem Verluste fechtend in der Richtung nach Aschaffenburg zurückziehen mußten, war der Hauptmann der 6. Compagnie Großh. Hess. 1. Infanterie-Regiments, Freiherr von Röder-Dicrsburg, im Gefecht verwundet zurückgeblieben und nicht im Stande, der rasch zurückgehenden Compagnie zu folgen. Ein braver Soldat verläßt seinen Hauptmann nicht,, dachte einer der Musketiere! Er achtete nicht des Kugel­regens und stützte seinen Hauptmann, den er so aus der Schußlinie brachte und mit hingebender Treue für dessen Leben Sorge trug, ohne auf die Gefahr für fein eigenes Leben zu achten. Bis jetzt hat man diesen Braven öffentlich nicht genannt, da er zu bescheiden ist, dieser edlen That sich zu rühmen. Es ist der Gutanmelder bei der Güterexpedition der Hessischen LudwigSbahn in Worms, Herr Karl Klein, an welchen folgende Postkarte gelangte:Darmstadt, 14. Juli 1891., Lieber Klein! Ich war gestern mit dem Offiziercorps der Division zur 25jährigen Gedächtnißfeier der Gefechte von Frohnhofen und Laufach zum Schmücken der Gräber der Gefallenen auf dem Gefechtsfelde und habe Ihrer lebhaft und dankbar gedacht. Ich habe mich Ihres treuen Verhaltens an jenem Tage gegen mich lebhaft erinnert und werde diese Erinnerung stets treu bewahren. Heute noch freundlichen Gruß Ihnen und den Ihren von Ihrem, damaligen Hauptmann von Röder."

Vermischtes.

Frankfurt, 15. Juli. Der gräßliche Vorfall im Bären­zwinger dient nach einer Mittheilung derBerl. Ztg." gegenwärtig zwei Malern als Vorwurf zu einem großen. Dioramagemälde. Die Maler Lugan und Tischlec in Berlin seien mit der Ausführung des Gemäldes zur Zeit im alten Berliner Landes-Ausstellungsgebäude am Cantianplatze be­schäftigt ; das Gemälde werde im Auftrage des Herrn Castan für sein Panoptikum fertiggefteUt. Anerkennung wird dieses Werk kaum finden; denn ein traurigeres Sensationsbild läßt sich kaum denken.

* München, 15. Juli. Im vergangenen Winter sind hier viele zum Theil werthvolle Hunde abhanden gekommen, bis man endlich entdeckte, daß die abgefangenen Thiere an Pferdemetzger verkauft und von diesen geschlachtet worden. Manche Pserdemetzger betreiben nämlich einen lebhaften Detailverkaus von Hundefleisch, das Pfund zu 10 Psg. In einer gewissen Vorstadt Münchens gibt es namentlich viele Hundefleischesser, denen selbst das Pferdefleisch 20 Psg. per Pfund noch zu kostspielig ist. In einer heute oor