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gestand auch heute die That in der Hauptsache ein und ent­schuldigte solche nur damit, daß er stark betrunken gewesen sei. Die Geschworenen bejahten die ihnen vorgelegte Schuld- srage unter Verneinung der von dem Vertheidiger beantragten mildernden Umstände, worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine Gesängnißstrase von fünf Jahren nebst Kosten ver-

iten geübten Den Erler-

Sprache.

d. M. 8b an die Exped- [5652 WchU Ser- mitgenommenen LDringen-

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urtheilte.

Volksfchuleu im Großherzogthum Hessen. Im Groß- herzogthum Hessen gab es im Frühjahr 1890 991 Volks­schulen und zwar 878 gemeinsame, 53 evangelische, 57 katho­lische, 3 israelitische. Nach dem Geschlecht der Kinder waren 912 Schulen gemeinsam, 50 theilweise gemeinsam, 29 ganz getrennt. Von den Schulen sind 522 einklassig, 250 zwer- klassig, 110 dreiklassig, 60 vierklassig, 49 mehrklassig, in 604 Schulen wird kein Schulgeld erhoben. Das Lehrer- Personal zählt 2188 Lehrer, 169 Lehrerinnen. Die Zahl der Schüler beziffert sich aus 80158 Knaben, 80 730 Mädchen. 108 281 Kinder sind evangelisch, 48 679 katholisch, 2890 israelitisch, 1038 gehören anderen Consessionen an. Es kommen von den die Volksschulen besuchenden Kindern durch­schnittlich 168,2 auf 1000 Einwohner, 162 auf eine Schule, 68,2 auf einen Lehrer. Was die Volksschulverhältnisse in Gießen betrifft, so steht dasselbe insofern am günstigsten, als die Durchschnittszahl der auf eine Lehrerstelle kommenden Schüler im Vergleich zu den Städten Darmstadt, Mainz, Offenbach, Bingen, Worms mit 54,8 am geringsten ist. Allerdings ist auch die Durchschnittsschülerzahl mit 86,6 auf 1000 Einwohner nächst Darmstadt die geringste. Die höchste auf 1000 Einwohner entfallende Volksschülerzahl weist Worms auf (158,2). Das günstigste Verhältniß in der Zahl der auf eine Lehrstelle kommenden Schulkinder weist auch die Provinz Oberhessen mit 65,1 auf; es ergibt in Rheinhessen 67,2, in Starkenburg 71,2 Schulkinder auf eine Lehrstelle. In Ober­hessen unterrichten auch die wenigsten Lehrerinnen, nämlich 6 bei 681 Lehrern, Rheinhessen hat bei 596 Lehrern 93, Starkenburg bei 911 Lehrern 70 Lehrerinnen.

Locales un6 provinzielles.

Gieße«, 18. Juni.

Land erfahre, wie die Dinge liegen. Die hessischen Metzger sollen dafür sorgen, daß ihr Stand in der hessischen Kammer vertreten und gehört werde. Nach vielen Erörterungen kommt ein Antrag an den deutschen Fleischerverband zur Annahme des Inhalts, derselbe solle eine obligatorische emheitliche Regelung der Fleischschau und eines Währschastsgesetzes an­streben und zu diesem Zwecke di- Regierung zu ersuchen, eine Unterredung von Aerzten, Thierärzten, Landwirthen und Metzgern^zu DieMeraner ßeitung" 6e«

ridltet: Die Lage im Martellthäle in Tyrol, welches

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Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffeu am 17. Juni cr. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen Karl Dörr von Angersbach wegen Körperverletzung mit tüdtlichem Erfolg. Derselbe ist angeklagt, daß er in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai 1891 zu Angersbach den Gustav Pudelleck daselbst vorsätzlich mittels eines Messers körperlich mißhandelt und an der Gesundheit beschädigt habe und daß durch diese Körperverletzung der Tod des Verletzten verur­sacht worden sei. Der Dienstknecht Gustav Pudelleck in Angersbach begab sich am Abend des ersten Pfingstseiertages aus dem Hause des Schäfers Dittert zu Angersbach, woselbst er mit einer Gesellschaft junger Leute sich aufgehalten hatte, in Begleitung von vier Kameraden auf die Ortsstraße, um noch eine Wirthschaft zu besuchen. Am Spritzenhause begeg­neten sie einer anderen Gesellschaft junger Burschen, darunter dem Karl Dörr, die aus der Wirthschaft des Conrad Schul kamen und im Begriffe waren, sich in die Wohnung des Johannes Schway zu begeben, woselbst ihre Kameradschaft den Abend über versammelt war. Pudelleck hielt den An­geklagten für den ihm bekannten Sohn des Spielmanns von Angersbach, in Wahrheit kannte er denselben überhaupt nicht, da jener bereits seit zwei Jahren ständig in Westfalen als Bergwerksarbeiter sich aufgehalten und nur vorübergehend zum Besuche seiner Eltern während der Pfingstfeiertage nach Ängersbach gekommen war, er selbst aber erst seit Neujahr 1890 daselbst in Diensten stand. In seinem Jrrrhum redete Pudelleck den Dörr arglos mit den Worten an:Guten Abend, Heinrich, wie geht es Dir?" Dörr antwortete . Ich kenne Dich nicht, wie kannst Du mich Heinrich herßen ! Daraus erwiderte jener:Ich kenne Dich wohl, Du bist doch der Heinrich!" Dörr entgegnete, er könne ihn gar mcht kennen, er sei ja schon seit drei Jahren in Westfalen. Pudelleck bestand aber darauf und entgegnete:Da kenne ich Dich schon vier Jahre!" Dörr wurde hierüber sehr aufgebracht, erklärte jenem, er habe ihn hier nicht anzuranzen, er solle seiner Wege gehen und versetzte ihm rasch hintereinander zwei Stöße auf die Brust. Pudelleck erwiderte den Angriff nut einem Gegenstoß, in Folge dessen Dörr wider einen Zaun und auf die Kniee fiel. Dabei war ihm eine seiner Manschetten zu Boden gefallen. Dieser doppelte Nachtheil reizte lhn. Rasch sprang er auf, zog sein Taschenmesser heraus und drang, nachdem er dasselbe geöffnet, auf Pudelleck ein. Dieser wrch erschrocken einige Schritte zurück und tief:Der Kerl hat I ja das Messer, ich zeige ihn an!" Dörr erreichte ihn aber tm Augenblick und versetzte ihm mehrere Stöße mit dem Messer, das er mit der geschlossenen Faust führte. Dabei | äußerte er, er habe westfälisches Blut in den Adern, er dürfe auch besoffen sein, er würde ihm den Balg doch spalten. Pudelleck erhielt bei diesem Angriff einen Stich m die rechte Hüfte und einen solchen in die Brust. Als derselbe die Ver­letzungen fühlte, wandte er sich schleunigst zur Flucht Dorr verfolgte ihn jedoch, das Messer m der Hand Pudelleck erkannte bald, daß ihn sein Gegner einholen werde, deßhalb flüchtete er in die Hofraithe des Andreas Schad, ^ener folgte ihm aber auch dorthin. Daher verkroch er sich in feinet I Anast unter- einen dort stehenden Wagen und tief dem Vet- solget bittend zu, er möge ihn doch gehen laßen. Dieser aber erwiderte:Und wenn ich Dich gleich todtsteche, fiel mit diesen Worten zum zweiten Male über ihn her und brachte ihm wiederum mehrere Stiche nut bem offenen Messer bei Er versetzte ihm hierbei den Stich in die linke Huste, der später den Tod des Verletzten herbeiführte. Pudelleck raffte sich trotz seiner Verwundungen wieder auf, entwand sich dem Angreifer und lief aus der Hofraithe wiederum auf die Straße Dörr ließ aber immer noch nicht von ihm ab, vet- folqte ihn vielmehr, bis er auf der Straße an einer etwa | 60 Schritte von der Schad'schen Hofraithe entfernten Brücke niederstürzte, griff ihn in dieser wehrlosen Lage zum dritten Male an und hieb mehrmals mit dem Messer auf ihn drein.

Auch hiernach vermochte es Pudelleck noch, sich wieder zu erheben. Er ergriff abermals die Flucht und lief noch etwa 200 Schritte weiter bis an die Wirthschaft von Neurung, woselbst er wiederum zusammenbrach. Dörr verfolgte ihn noch einen Theil dieser Strecke. Als jener aber laut um Hilfe rief und mehrere Leute in der Nähe sichtbar wurden, blieb cr stehen. Dort holte ihn Andreas Eifert em. Diesen fronte er, wer denn sein Gegner sei, und nachdem ihm der- clbe erklärt hatte, es sei der Knecht des Andreas Kohler mihcrte er'Gut, das Haus kenne ich, der kommt so noch nickt nach Haus!" Pudelleck wurde sodann von Mehreren, darunter dem Hermann Morscheck, in die Wirthschaft hmem- getragen. Eine Untersuchung ergab, daß er in der ganzen Bauchqeaend blutig war und ein Stück Eingeweide aus einer blutenden Wunde heraushing. Morscheck fuhr ihn daher ohne Aufenthalt aus einem Schiebkarren in seine Wohnung, unter- wegs muhte er jedoch wiederholt anhalten, da der Verletzt, über gaizz auherordentliche Schmerzen klagte.

Herr brachte ihn sodann noch in deri Nacht in,das ^ran en- . ^'^n Reichstag" für zweckmäßig, damit das ganze

Haus zu Lauterbach. Die erste ärztliche Unter, ch 8 1 | ^ 3 Dinae lieaen. Die hessischen Metzger

fünf frische Verwundungen, die bereits genannten und zwei dickt nebeneinander gelegene Verletzungen am linken Over- arm-, sowie weiter fest, daß aus der Wunde in der linken Hüste ein häutiges Stück der inneren Darmbedeckung, des sogenannten Netzes, herausgetreten war. Der Arzt erklärte diesen Zustand alsbald für bedenklich; am 27. Mai l. Js. starb der Verletzte nach qualvollen Leiden. Die zwei Tage später vorgenommene Leichenöffnung ergab, daß er an einer septischen Bauchfellentzündung gestorben sei, die ihrerseits die unmittelbare Folge der in den Bauchraum eingedrungenen Htichverletzung der linken Hüste gewesen ist. Der Angeklagte

seine Billigkeit.

Literatur unfr KUhft.

Burg Gleib rg. Ein Führer für Fremde und Einheimische. Herausgegeben vom Gleiberg-Verein. Zum Besten der Baukasse. Gießen, Verlag von Emil Roth. Preis 50 Pfg. Das neue, mit vielen der Burg Gleiberg entnommenen Illustrationen gezierte Merkchen, bearbeitet von Mitgliedern des Gleiberg-Vereins, durfte dem genannten Verein viele neue Freunde und Mitglieder zuführen, er eher, der sich noch einen Rest von Sinn und Pietät für geweihte historische Stätten bewahrt hat, wird insbesondere den historischen Theil dieses Büchleins mit größtem Interesse verfolgen und sein Erstaunen nicht verhehlen können über die vielfältigen Beziehungen, in welchen die Burg Gleiberg zu den verschiedenen deutschen Konrgs- familien des Mittelalters, ja noch bis zur Gegenwart steht Tas Merkchen beginnt mit einem Gang durchBurg Gleiberg und orientirt den Touristen aufs allergenaueste über die Umgebung, wie über die Jnnenräume der Burg. Illustrationen veranschaulichen den Tert. Hat der Gleiberg-Besucher die zum Theil fchön restaurirtm Räume und Sehenswürdigkeiten besichtigt und fühlt das Bedürfniß nach leiblicher Stärkung, so verräth ihm die demFührer" bei- aeaebene Speisekarte den permanenten Inhalt des Weinkellers und der Küchentöpfe. Die Auswahl ist vortrefflich und die Preise mäßig. Ueber den historischen Theil des Führers haben wir schon gesprochen. Wir wenden uns zu der Geschichte desGleiberger- Gefelligkeits-Vereins", welcher vor 50 Jahren ins Leben trat und dem die Burg ihr heutiges freundliches und anmuthiges Jnneuwesen dankt. Wahrscheinlich wäre sie ohne den hochherzigen Zusammen­schluß der Gründer dieses Vereins ihrem endlichen Verfall zugeführt worden. Die Geschichte des Gleiberger Vereins bis zur Gegenwart ist daher ein hoch interessanter Theil des Führers, durch welchen wir einer Reihe von hochachtbaren Persönlichkeiten in der Umgegend der Burg näher treten. Auch von den Statuten des Vereins wird man nicht ohne Interesse Kenntniß nehmen. Zum Schluß folgt noch ein Verzeichnitz der Mitglieder des GefelligkeitS-Vereins-Gleiberg i nebst der Angabe der Stückzahl von Antheilfcheinen ä 20 Mk., mit welchen sich dieselben für die Zwecke des Vereins äußere und innere Wiederherstellung der Burg zu einem reizend anmuthigenHeim für Touristen, Natur-und Alterthums- freunbe beteiligt haben und an deren Spitze kein geringerer steht als unser verstorbener Kaiser Wilhelm L Alles in Allem wünschen wir dem Führer, der schon an und für sich eine reizend spannende Lectüre bildet, die weiteste Verbreitung. Das Werkchen ist gegen Einsendung voy 60 Pfg. franco nach auswärts zu beziehen.

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sich von der Etsch bis zu dem durch die Ortsgruppe ab­geschlossenen Kaserboden erstreckt, gestaltet sich so gefahr­drohend, daß der Ausbruch des gewaltig angestauten Gletscher­sees jeden Tag erwartet werden kann. Die zwischen dem Langenserner und der vorgeschobenen Zunge des Zufallferuers gelegene Wasseransammlung hat eine Länge von 300 Meter, eine Breite von 80 bis 100 Meter und eine Tiefe von 20 Meter, repräsentirt also bereits jetzt die ungeheuere Waffermaffe von ca. 600,000 Cubikmeter. Das 15 Meter hohe Gletscherthor, durch welches der letzte Ausbruch erfolgte, ist bereits ganz unter Wasser und der Spiegel des Sees ist, genährt durch Zuflüsse des Putzenbaches und eines anderen kleineren Wasserlaufes, noch fortwährend im Steigen. Die Eiszunge des Zufallferuers, welche in der Dicke von 400 bis 500 Meter des Thal sperrt, ist zum Theile schon von den nagenden Wassermassen angegriffen und kann nicht mehr lange Stand halten, worauf sich die ganze ungeheure Masse mit einemmale über das unglückliche Thal entleeren wird.

* Nizza, 13. Juni. Das Garibaldi-Monument ist in der Nacht mit Terpentin begossen und zum Theil zer» stisrt worden.

verkehr, Land- und volkswirthschaft.

Freitag bett 19. Juni Gietzenev AnzerAev. Beilage zu Ar. 139. - 1891.

- Die Zahl der antiseptische« Mittel ist wiederum um eins vermehrt worden. Die Empfehlung neuer Mittel pflegt immer der beste Beweis für die Thatsache zu sein, daß die bisher bekannten und benutzten nicht allen Wünschen und Anforderungen genügen. So ist es auch mit den antiseptischen, richtiger gesagt antiparafitaren Mitteln, da sie nicht nur fäulnißwidrig, sondern auch eiterungswidrig sein sollen. Ein ideales Antiseptikum gibt es noch nicht, d. h. ein solches, das eine starke, bacterienvernichtende Wirkung besitzt, für den Menschen unschädlich und für alle Zwecke der Desinfection anwendbar ist Ein oder der andere Fehler haftet der Earbolsaure, dem Sublimat, der Salicyl- und Borsäure, dem Creolin und wie sie alle beiüen an. Der Wunsch nach einem idealen Desinfectionsmittel ist deshalb in den Kreisen der Aerzte sehr lebhaft, da sie es fehr noth- wendig gebrauchen. Bisher hat keines der Mittel das gehalten, was von seinm Entdeckern ihm nachgerühmt worden ist. In der Praxis Baben sich meist die Nachtheile des Gebrauchs herausgestellt. Das neueste Antiseptikum wird daher erst einer ernsten Prüfung miter- zogen werden müssen, ehe ein endgültiges Ü^ihbil über semen Werth gestattet ist. Die bisherigen Berichte lauten günstig. ES ist von der chemischen Fabrik Schülke & Mayr in Hamburg hergestellt und hat den Namen Lysol erhalten. Es ist eine dunkelbraune, klare Flüssig­keit von öliger Eonsistenz und riecht nach Theer, mit ^dem es als Steinkohlenproduct den gleichen Ursprung hat. In destillirtem und kalkarmem Wasser löst es sich völlig klar, dagegen n dem gewöhn­lichen kalkhaltigen Brunnen- und Leitungswasser mit einer leichten Trübung, die indeß die desinficirende Wirkung nicht beeinträchtigt. Das Lysol hat die schätzenswerthe Eigenschaft, beim Verreiben auf den Händen unter Schaumentwickelung zu seifen und macht daher die Seife, welche für die jeder Desinfection vorhergehenden Reinigung bisher nothwendig war, überflüssig. Allerdings hat sich auch bereits eine Schattenseite dieses Vorzuges gezeigt, nämlich Hande und In­strumente werden durch das Lysol so glatt, daß man Muhe hat, etwas damit festzuhalten und dergleichen. Die antiseptrsche Wirkung

- - - - - ' Nach den Prüfungen von Profesior

hygienischen Instituts in Freiburg, Hosrath I Engler von der Technischen Hochschule in Karlsruhe u. a. übertrifft eS in dieser Hinsicht selbst das Carbol und Sublimat. Es tobtet selbst die widerstandsfähigsten Keime, z. B. Milzbrandbacillen in V«- bis Iprocentigen Lösungen in wenigen Minuten ab. Der haupt­sächlichste Vorzug des Lysols ist nun eine einheitliche Verwendbarkeit, welche zum Beispiel dem Sublimat abgeht, das, da es eine Queck­silberverbindung ist, zur Desinfection der metallischen Instrumente nicht benutzt werden kann, weil sie sonst amalgamirt wurden. Das Lysol ist in gleicher Weife oder höchstens mit einem Unterschiede in I der Concentration der Lösung für die Desinfection der Haut, der Wunden, der Instrumente, Verbandstoffe und dergleichen zu ver- werthen. Was die Frage der Unschädlichkeit anlangt, so ist sie, wenngleich das Lysol weit weniger gefährlich als Carbol und Sublimat ist doch nur eine relative. Denn ein absolut ungiftiges Arznei­mittel gibt es überhaupt nicht- in der beschränkten Anwendung kann aber jedes unschädlich gemacht werden, sodaß seine gute Wirkung nicht beeinträchtigt wird. Ein Vorzug des Lysols ist schließlich noch

* herb- n, 15. Juni. In den Abendstunden des gest- rtqen Tages juchte am nördlichen Ende der Stadt -ine hiesige Iran für sich und ihre zwei Kinder den Tod in den W-llen der Dill. Herr Bürgermeister Dr. Siegfried rettete durch rasches und entschlossenes Eingreifen alle drei Personen und ließ sie auch zur ersten Pflege in sein Haus ausnehmen. Ehre, dem Ehre gebühret! . .

Coblenz, 14. Juni. Am Dtenstag den 9. ^unt htelt hier der Bezirksverein beider Hessen und Nassau im deutschen Fleischerverbande seinen Verbandstag ab, zu welchem alle dem Bezirksverein angehörigen selbständigen Metzger und Innungen der Provinz Hefsen-Nafsau des Gr°ßh-rzogthums fthr^statte.

Hessen und der Regierungsbezirke Trier und Coblenz em- - - - -

geladen waren. Der Bezirksverein zählt z. Z. 854 Mit­glieder. Hauptgegenstand der Berathungen war der Bericht über die Bestrebungen des Bezirksvereins zur Erlangung I eines durch Reichsgesetz geregelten einheitlichen Fleischschau- und I Währschastsgesetzes. DieCobl. Volksztg." berichtet u. A. hierüber- Von einschneidender Bedeutung ist diese Frage für das hessische Metzgergewerbe, weil dort abweichend von Preußen, wo die Fleischbeschau nicht obligatorisch em- qesührt ist, diese in unerträglicher Weise gehandhabt wird. Dort wird jedes Stück Vieh, welches bei sonst ganz gutem und kräftigem Aussehen auch nur die Spur von Tuberkulose ausweist, auf die Freibank, wenn es in höherem Grade damit behaftet ist, auf den Wasen verwiesen. Von verschiedenen Vertretern hessischer Städte, so von Offenbach, Gießen, Mainz usw. wird auf diese Calamität energisch hmgcwiesen und der Begriff minderwerthiges Fleisch dahin definirt, daß cs nur weniger werth, aber nicht gesundheitsschädlich sei, denn | wenn es das wäre, dürste es unter keinen Umständen als aenießbares Fleisch auf die Freibank verwiesen werden. Eine einheitliche Fleischschau müsse geübt werden, denn wir gehörten doch einem einheitlichen Staate an. Bei Berathnng der Mittel um Abhüife dieser verschiedenartigen Fleischbeschau im Deutschen Reich müsse man sich an diese Uneinigkeit der Sachverständigen anklammern- es müsse einmal festgestellt werden wo die Tuberkulose beginne und wo sie aufhüre.

29 ptzt der in Frankfurt geschlachteten Kühe seien mehr oder weniger tuberkulös- wo sollte die Landwirthschast hinkommeu, wenn diese schlankweg verworfen würden. Herr Josef Römer- Coblenz betont die Aufgabe der Innungen, die dann besteht, Klagen möglichst abznhelfen und das Princip hoch zu haltens Einer für Alle und Alle für Einen. Wenn die Hessen derart, wie geschildert, geplagt seien, habe der Verband die Pflicht, sie in ihrem Bestreben auf Abhülfe zu unterstützen. Zunächst : müßten sich die hessischen Innungen durch großartige Agitation selbst die Wege bereiten und beim Reichstag und ihren städtischen Körperschaften ihre Klagen vorbringen. Eine

Fleischbank dürfe keine Kundschaft unterhalten, das fei un- : | statthaft und das Metzgergewerbe schädigend. Er halte eine