rede Bonghis und der Proclamirung der Stadt Bern als » nächster Congreßort wurde der Congreß geschlossen.
Paris, 16. November. Ein den Blättern zugegangenes Commuiquö besagt, daß hervorragende Persönlichkeiten der I brasilianischen Colonie die Erklärung Dom Pedros erhalten hätten, wonach derselbe sich in Anbetracht der Ereignisse in Brasilien, die eine Zerstückelung des Landes herbeiführen, erklärt habe, nach Brasilien zurückzukehren, wenn die Nation es verlange, um dem Lande Dienste zu Gunsten der Einheit, Integrität und Größe desselben zu erweisen. I
London, 16. November. Prinz Georg von Wales ist am Darm sieb er erkrankt.
Rewyork, 16. November. Nach einem Telegramm des I „Herald" aus Buenos Ahres hat sich die brasilianische Garnison von Jtaqui am Uruguay, an der Grenze von Argentinien, den Insurgenten in Rio Grande do Sul ohne Schwertstreich ergeben. Die Stadt Porto Alegre sei in den Händen der Insurgenten, die Telegraphendrähte nach dem Innern der Provinz zerschnitten. Man glaubte, daß mehrere nördliche Provinzen sich der separatistischen Bewegung anschließen werden. Ueber Valparaiso wird gemeldet, daß die Junta in Port Alegre eine Proklamation erlassen habe, in welcher sie gegen die Acte Fonsecas vrotestirt und alle Städte in Rio Grande auffordert, sich ihr anzuschließen. Ein von den Revolutionären ernanntes Comite ist in Montevideo eingetroffen, um sich Waffen zu verschaffen.
Newyork, 16. November. Nach einer Meldung des | „Heralb" aus Buenos Ayres herrscht in der Stadt große Beunruhigung, ein revolutionärer Geist zeige ! sich überall. Trotz der dem Präsidenten Pellegrini gegebenen , Versicherungen bezüglich der friedlichen Gesinnung seiner politischen Gegner zeige sich derselbe doch sehr wachsam. Die Polizei habe Verhaftungen von Persönlichkeiten, die rebellischer Tendenzen verdächtig seien, vorgenommen und alle Truppen werden unter Waffen gehalten, um im Bedarfsfälle bereit zu sein.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 17. November. Wie der „Berliner Börsen- Courier" aus Petersburg erfährt, habe der Nothstand die extrem nationale Bewegung eingedämmt. Deßhalb sei in der Judenaction ein Stillstand ein getreten, indessen sei eine Abnahme der Bewegung gegen die Deutschen nicht zu constatiren. Als Beispiel wird dem Blatte angeführt, daß ein Festungs-Commandant bei Vergebung einer Lieferung die russische Nationalität sowohl der Lieferanten als deren Geschäftspersonal verlangte.
Berlin, 17. November. Nach der „Nationalliberalen Correspondenz" erklärte Bismarck einer Deputation seines Wahlkreises, er werde wahrscheinlich nach Neujahr sein Mandat ausüben.
Berlin, 16. November. Die „Nat.-Ztg." meldet aus Palermo: Der Papst verbot dem Erzbischof Cardinal Celesia, mit den Souveränen in Berührung zu kommen.
Berlin, 16. November. Nach der „Voss. Ztg." verlautet sicher, nächstens erschienen im Reichstage Anträge aus Entschädigung unschuldig Verurtheilter und für unschuldig erlittene Strafhast.
Köln, 16. November. Nach einem Bericht der „Köln. Ztg." über den belgischen Kohlenmarkt beginnt im Lütticher Kohlenbezirk der deutsche Wettbewerb sich für Cokes wieder fühlbar zu machen, im Mitteldecken dagegen, wo dies nicht der Fall, sei der Preis auf Frcs. 15.50 und Frcs. 16 sestgehalten. Cokeskohle ist noch stets angeboten, von vielen Zechen ganz vergeblich.
Nordhausen, 16. November. Beim Bau des Kysf- häuserdenkmals wurden durch den Einsturz eines Bogens zwei Maurer getobt et.
Loudon, 16. November. Die „Times" erfahren aus Konstantinopel: Die türkische Gesandtschaft, welche zur Begrüßung des Czaren nach Livadia geht, wird den Czaren einladen, Stambul zu besuchen.
Loyales provinzielles.
Gießen, 17. November 1891.
Wohlthätigkeits-Bazar.
Die Rechnungsstellung über das obige Unternehmen hat das Ergebniß gehabt, daß nach Abzug der Unkosten ein Reinertrag von 4200 Mk. zur Verfügung bleibt.
Das Damencomite hat beschloffen, hiervon dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege 2000 Mk. zur Unterhaltung der zu gründenden Kochschule für Unbemittelte in den nächsten Jahren, und weitere 1200 Mk. für die Bedürfnisse der seit zwei Jahren von hiesigen Damen geleiteten Näh- und Flickabende für unbemittelte Frauen und Mädchen zu überweisen, den Rest mit 1000 Mk. aber zur unmittelbaren Unterstützung der Armen hiesiger Stadt, namentlich auch verschämter Armen zu verwenden.
Zugleich benutzt die Unterzeichnete diese Rechenschasts- ablage, um allen denen, welche durch ihre persönliche Unterstützung wie auch durch ihre Gaben das Unternehmen gefördert unö em so befriedigendes Ergebniß ermöglicht haben, ihren herzlichsten Dank auszusprechen.
Gießen, 16. November 1891.
Elisabet Fr eisrau v. Gagern, geb. Gräfin Wimpffen.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 19. November 18 91, Nachmittags 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Gesuch des Vereins für Volksliteratur um Gewährung eines Beitrags. 3. Revisionsbemerkungen zur Rechnung des Gas- und Wasserwerks pro 1889/90. 4. Decretur von Kostenrechnungen. 5. Gesuch des Gastwirths Friedrich Gros um pachtweise Ueberlaffung eines Theils des Lärchenwäldchens. 6. Gesuch der Großh. Handelskammer um Ueberlaffung des Saales im alten Rathhause zur Abhaltung einer Wahl. 7. Gesuch des Wilhelm
Gail zu Gießen um Erlaubniß zur Wasserabführung nach dem Stadtbach. 8. Gesuch des Wilhelm Seipp dahier um Erlaubniß zum Bauen am Steinweg. 9. Das Feuerlöschwesen in der Stadt Gießen; hier: Anschaffung eines Rettungsschlauches. 10. Gesuch des Redacteurs A. Scheyda dahier um Erlaubniß zur Anbringung eines Thores vor seinem Eigenthum am Nahrungsberg. 11. Unterhaltung der städtischen Anlagen, insbesondere Herstellung von Einfriedigungen. 12. Regulirung der Löhne der städtischen Arbeiter, insbesondere Verwilligung von Gratificationen. 13. Die Bureaulocalitäten Großh. Polizeiamts. 14. Einführung der Trichinenschau. 15. Fortsetzung der Löberstraße bezw. Brückenbau in der Goetheftraße.
— Behufs Bildung der Spruchliste für die am 10. De- cember 1891 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen wurden in der gestrigen Sitzung des Großh. Landgerichts die Namen der nachverzeichneten Hauptgeschworenen ausgeloost: Adolf Euler LT. in Maar. Johann Heinrich Block I. in Obbornhofen. Philipp Fritzel in Dorheim. Otto Ludwig Hein in Gießen. Joh. Heinr. Scheerer in Nieder-Breidenbach. Karl Linn in Romrod. Heinrich Georg IV. in Ilbeshausen. Konrad Philipps IX. in Fauerbach v. d. H. Philipp Winter I. in Büdesheim. Friedrich Keil in Melbach. Leopold Klingelhöffer in Büdingen. Heinrich Renker in Stockhausen. August Heß in Gießen. Karl Geiß in Kleinfelda. Nicolaus Metz IV. in Nieder-Ofleiden. Balthasar Schwalb in Beuern. Hermann Wißler in Butzbach. Heinrich Kaspar in Altenburg. Wilhelm Fey in Alsfeld. Anton Romps VIII. in Langgöns. Paul Schäfer IV. in Annerod. Anton Lauteren in Lauterbach. Georg Konrad Fritz in Steinheim. Andreas Keller in Gießen. Victor von Oven in Hungen. Ludwig Schadeck II. in Lollar. Rudolf Nöggerath in Bad-Nauheim. Karl Ludwig Junker in Otterbach. Heinrich Roth XI. in Langsdorf. Heinrich Schäfer in Lich.
— Stadtbaumeister Sties f. Heute Morgen ^5 Uhr verschied infolge Herzlähmung plötzlich Herr Stadtbaumeister Sties, nachdem er noch gestern Abend einer Commissionssitzung im Bürgermeistereigebäude beigewohnt hatte. Es dürfte viele, die der baulichen Entwicklung unserer Stadt seit zwei Jahrzehnten aufmerksam gefolgt sind, interessiren, einiges aus dem Leben eines um die Stadt verdienten Beamten zu erfahren. Zufolge ergangenen Ausschreibens bewarb sich Herr Stief im Jahre 1872, in seiner Eigenschaft als Kreisbau- ausseher zu Darmstadt, um die hiesige Stadtbaumeisterstelle, die er denn auch unterm 23. Februar 1872 erhielt. Zur Erlangung dieser Stelle waren ihm, obwohl er nicht studirter Architect, in erster Linie behülflich seine über das gewöhnliche an einen Kreisbauaufseher zu legende Maß hinausgehenden Kenntnisse und seine technische Ausbildung. Er besuchte die polytechnische und die Militärschule, wurde nach seinem Eintritt in die hessische Pioniercompagnie von 1860 Ais 1871 bei dem Großh. Militärbauamte angestellt und auf der Plankammer !;des Generalstabs beschäftigt, vervollständigte sein Wissen durch Unterrichtsertheilung im technischen Zeichnen usw., durch öftere Commandirung zu reglementairen Straßen-, Brücken-, Wasser- und Eisenbahnbauten, bezeugte selbstständige | Praxis bei Erbauung von Kasernen, Militärwerkstätten, Reit- | bahnen, Lazarethen, Magazinen, Baracken, bei Ausführung von Wasserleitungen, Canalisirungen usw. und beschäftigte sich privatim mit Ausführung und Verrechnung von Geschäftsund Herrschaftshäusern. Herr Stief stand im 62. Lebensjahre. Möge ihm die aufblühende Stadt Gießen allezeit ein ehrendes Andenken bewahren.
L. St. Zum Concert des Kircheugesangvereins. „Der Jüngling zu Rain" ist der bekannten von Prof. Zimmer bei Breitkopf & Haertel herausgegebenen Sammlung von Kirchenoratorien entnommen. Nach Form und Inhalt reiht sich dies I Werk weder in die Categorie des Oratoriums noch in die der | Cantate- es schließt sich der Form nach der neudeurschen Art I an, welche es verschmäht, das Werk nach Nummern und Formen I zu gliedern, sondern vielmehr den Text fortlaufend durchcom- I ponirt und nur dann sich an bestimmte Formen hält, wo der I Text sich unwillkürlich selber gliedert. Das Werk sticht in I seiner gedrungenen Kürze gegen andere der genannten I Zimmer'schen Sammlung ab. Es gehört voll und ganz in I der Forderung einer orgelgerechten Begleitung in die I Zimmer'sche Sammlung, während andere Werke dieser Samm- I lung in diesem Punkte durchaus sehlgehen, so namentlich das I Becker'sche Oratorium „Selig aus Gnade", welches mit der I Orgel zu begleiten geradezu ein Unding wäre. — Während I einige Werke der Zimmer'schen Sammlung (so namentlich I die von Meinardus) verstandesmäßige Musik, die in der I Studirstube sorgsam ausgeklügelt erscheint, bieten, enthält I „Der Jüngling zu Nain" ungemein viel Natur, woran die I heutige Musik bekanntlich oft sehr arm ist. — Die im neuen I Testament mitgetheitte Begebenheit vom Jüngling zu Nain I hat Julius Sturm in stimmungsvollen Versen besungen, I welche der Composition als Vorwurf dienen. In das Werk führt ein Prolog des Chores ein, welcher in markigen und I farbenprächtigen Tönen das Wort des Heilands „ich bin die Auferstehung" wiedergiebt- gleichsam als Motto des Folgenden. Nach diesem Chorprolog folgt ein kurzer Orgelsatz, der in leien, düsteren Klagetönen beginnt und allmälig zur Höhe emporstrebt. Er führt in die Handlung ein. Die Altsolistin erzählt, daß die Träger den Sarg emporheben und daß der I Trauerchor durch Nams Thore zieht. Der folgende Chor sagt uns, was die Gemüther derer, die dem Sarge folgen, erfüllt. Es ist herzliches Mitleid über das Schicksal der armen im Leichenzug dahinwankenden Mutter, was aus den kurzen Ausrufen der einzelnen Chorstimmen („haltet die Wankende" 2c.) spricht. Diese einzelnen Ausrufe laufen ein in eine lang gedehnte Unisonomelodie (zunächst vom Sopran und Tenor, dann vom Alt und Baß gesungen), die im Stande ist, vortrefflich die Stimmung eines dahinziehenden Trauerchors zu malen. Der Chor wird von einer kurzen Coda (vierstimmig) pp. geschloffen. Nun folgt ein ergreifender
Klagegesang der Wittwe, welcher an die zweitheilige Arienorm erinnert. In einem Gebet (von dem Soloterzett Alt, Tenor und Baß gesungen) wird Trost und Stärkung für die arme verzweifelte Mutter erfleht. Der Gesang des Terzetts ist imitirenb canonisch aufgebaut, er wirkt in seiner ruhigen Haltung angenehm contraftirenb gegen das Vorhergehende. Eine lange Fermate schließt dies Terzett erwartungsvoll ab. Es folgt ein Recitativ des Baffes, das von einer leuchtenden Gestalt meldet, die dem Zug entgegenwallt. Der Alt deutet nun in ruhigen, von festem Vertrauen zeugenden Tönen an, daß die Hülse des Herrn nicht fern sei. Der Tenor schließt sich dem Alt an und singt mit diesem (jetzt streng im Canon der . Octave) tröstende Weisen. Der hinzutretende Chor nimmt den Gesang der Altistin auf: „Die Hülfe kommt vom Herrn", in ähnlicher Weise, wie dies bei Händel öfter geschieht. Nun folgt ein streng durchgeführtes Choralvorspiel. Chor und Gemeinde übernehmen dann diesen Choral, indem sie sich stimmungsvoll an der Handlung betheiligen. — Jetzt naht der Heiland. Der Baß singt die Worte desselben, die musikalisch von äußerst markantem Ausdruck sind. Nun werden tiefe Orgelklänge laut, die allmälig zur Höhe emporstreben und gleichsam ein Erwachen darstellen. Der Alt verkündet, daß der Jüngling lebt - zunächst piano, dann aber in immer mehr anschwellendem Jubelton. Nun singt auch die Wittwe freudig bewegte Töne. Die Melodie ist ziemlich einfach, aber es liegt ein wunderbar feinsinniger Zug in derselben, welcher dieselbe als eine außergewöhnliche erscheinen läßt. Es folgt ein Chorrecitativ, welches gleichsam das Facit aus dem Vorhergegangenen zieht, wenn es singt, daß der Tod uns nicht mehr schrecken kann, da der Fürst des Lebens uns- auf* erwecken wird. Dem Recitativ schließt sich eine ausgedehnte Chorfuge an, die in ihrer Durchführung ziemlich streng nach altem Norm gearbeitet ist, aber in ihrem Modulationstheil und einigen Sequenzen von Sexten rc. sich doch als das Werk eines „Neudeutschen" zeigt. Der Choral „Der Herr ist nun und nimmer nicht, von seinem Volk geschieden", bildet den Schluß des Werkes.
— Aus der vierten Klasse. Aus einer in der Nähe von Gießen Gelegenen Eisenbahnstation ereignete sich folgender drollige Vorfall. In einen Eisenbahnwagen vierter Klasse stieg ein etwas angeheiterter Passagier ein mit der Bemerkung: „Ach! das ist ja ein Viehwagen!" — Ein anderer Passagier desselben Waggons rief dem Ankömmling entgegen: „Geben Sie Acht, rennen Sie sich Ihre Hörner nicht ein!" Tableaux. Allgemeines Gelächter bis aus Einen.
— Zur Warnung theilen wir folgenden Schwindel mit: In deutschen Zeitungen, namentlich aber in kleinen Provinzialblättern, findet man häufig Inserate von Wiener Firmen, die in marktschreierischer Weise allerhand kostbare Dinge, die gewöhnlich „aus Concursmassen erworben" sein sollten, zu äußerst billigen Preisen anempfehlen. Bestellt nun ein Leichtgläubiger, so erhält er unter Postnachnahme von 5 Mark und gegen Erlegung einer Zollgebühr von 1 Mark ein Kistchen, enthaltend eine kleine unansehnliche Wanduhr im Werthe von höchstens 1 Mark, ferner ein Portemonnaie aus dem 10-Pfennig-Bazar, einen Bleistift, ein Notizbuch, einen Talmi- ring, Alles von der ordinärsten Sorte und im Gesammtwerth von höchstens einigen Groschen. Die Betrogenen sind theils zu bequem, theils schämen sie sich auch, gegen das Schwindelgeschäft vorzugehen. Durch das nicht zu vermeidende Verfahren bei Eingängen zollpflichtiger Sendungen aus dem Auslande, demzufolge erst die Postnachnahme bezahlt werden muß, ehe der Empfänger die Waaren selbst auf dem Zollamt zu Gesicht bekommt, ist es den Schwindelfirmen übrigens sehr leicht gemacht, Leichtgläubige zu fangen.
— Belehrung der Jugend über Feuergefährlichkeit. Von dem Verbände deutscher Feuerversicherungs,Gefellschaften war dem Vorstände der Allgemeinen Ausstellung für Unfallverhütung in Berlin eine namhafte Summe zur Verthcilung als Prämien für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete des Feuerschutzes überwiesen worden. Das Ergebmß des hieraus erlassenen Preisausschreibens über die Ausgabe: „Belehrung der Jugend über die Gefährlichkeit des Spielens mit Streichhölzern, Feuer und Licht" war ein günstiges. Aus den drei besten Arbeiten wurde eine einheitliche Arbeit, getrennt für die Unter-, Mittel- und Oberstufe der Volksschulen hergestellt, welche als Musterlesestücke in die Lehrbücher der Schule Aufnahme finden sollen. Wie nöthig diese Für- • sorge ist, ergibt sich aus der Statistik des Verbandes deutscher Privat-Feuerversicherungs-Gesellschasten. Nach derselben sind in den Jahren 1880 bis 1889 allein bei diesen Anstalten, die nur die Hälfte der in Deutschland gegen Feuer versichernden Anstalten darstellen, etwa 6000 durch Spielen der Kinder mit Zündhölzern entstandene Brände angemeldet worden.
— BriesmarkenSammler wird die Mittheilung interessiren, daß neue holländische Briefmarken ausgegeben worden sind, welche den Kopf der jungen Königin Wilhelmine mit rechtsseitigem Profil zeigen, im übrigen aber von den bisherigen Briefmarken nicht abweichen.
Schotten, 16. November. Am vergangenen Samstag Abend erstrahlte unser Bahnhof in electrifchem Lichte. Die Glühlampen waren versuchswefle angebracht und steht die Dynamomaschine in der nahegelegenen jetzt ihrer Bollcudung entgegengehenden Dampfbrauerei des Herrn Adam Schmidt (in Firma Gebr. Schmidt), welcher fein großes Etablisfement mit electrifchem Licht beleuchtet.
Schotten, 15. November. Heute Morgen lag ein circa 2 bis 3 Gentner schwerer Felsstein zwischen den Schienen unserer Bahn in dem vielbesprochenen Spießdurchschnitt. An der Stelle, wo sich der Stein abgelöst hat, war unlängst die Entfernung einer größeren Felsmasse nöthig und ist augenscheinlich ein weiteres Beseitigen sehr am Platze. Es wurde das verhängnißvolle Hinderniß vom Zugpersonal.


