(Siebener Anzeiger
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Freitag dm 16. October
erläge,;u Rr° 241. - 1891
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Feuilleton
Blanc wurde die Situation ungemüthlich.
einzuschlagen.
Ich muß Sie dringend bitten, das Zimmer zu verlassen,
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sagte er,
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— „Thun der Diener
„sonst zwingen Sie mich, den Diener zu rufen.
„Besten Dank, mein werther Herr mir den kleinen Scherz nicht weiter er verschwunden und Blanc hat ihn
verbeugte sich höflich: Blanc, und tragen Sie nach!" — Damit war nie wiedergesehen.
Beziehungen hingewiesen. Dieselbe ist ja auch ganz erklärlich ; jeder der beiden Freunde braucht den anderen für seine politischen Zukunftspläne, Rußland baut auf Frankreich zur Erreichung der bekannten Ziele der russischen Orientpolitik und Frankreich braucht die russische Unterstützung zur Durchführung des großen Rachekrieges gegen Deutschland, der nur aufgeschoben, aber sicherlich nicht aufgehoben ist. Wer es hierbei von den beiden Freunden am ehrlichsten mit dem andern meint, das ist freilich eine Frage für sich, wahrscheinlich wird jeder von ihnen von dem Hintergedanken geleitet, daß gegebenen Falles der andere für ihn die Kastamen aus dem Feuer holen solle.
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Anders in Rußland, wo überhaupt alle Kundgebungen für den neuen Freund von Anfang an noch lange nicht von solcher Wärme durchweht waren, wie dies von den russenfreundlichen Demonstrationen der Franzosen gelten darf. Ist es doch für die Stimmung wenigstens in den maßgebenden russischen Kreisen ungemein characteristisch, daß das Singen und Spielen der Marseillaise, nachdem das französische Revolutionslied kaum erst zur Bekräftigung der jungen Freundschaft zwischen dem Czarenceiche und der französischen Republik an der Reva und an der Moskawa erklungen war, schon längst wieder verboten worden ist! Allerdings darf aus solchen und anderen Anzeichen keineswegs geschlossen werden, daß man in Rußland die französische Freundschaft bereits unangenehm empfände, aber man betrachtet dort das stillschweigende Bündniß zwischen beiden Ländern mit weit nüchternen Gefühlen, als dies an der Seine geschieht. Man sucht aus demselben für sich allerhand practische Vortheile herauszuschlagen, man sichert sich die Unterstützung Frankreichs in dieser oder jener für Rußland Interesse besitzenden politischen Frage und nimmt auch die Finanzkraft des französischen Freundes für den eigenen Geldbeutel vergnügt in Anspruch, während russischerseits dem Partner als Gegenleistung zunächst nichts als allerhand schöne Worte geboten werden.
Ja, in einem Theile der russischen Presse sind in letzter Zeit wiederholt Aeußerungen über Frankreich und die Franzosen laut geworden, welche eher von allem Anderen als von herzlicher Zuneigung und warmer Sympathie der russischen Gesellschaftskreise für Frankreich zeugen. Erft dieser Tage wieder hat im „Grashdanin", einem der einflußreichsten unabhängigsten Preßorgane Rußlands, ein russischer Offizier einen Brief über Frankreich und die Franzosen veröffentlicht, der nichts weniger als eine besondere Werthschätzung der neuen Verbündeten der Russen bekundete. Der Verfasser ist nur wenige Wochen in Paris gewesen, wie er schreibt, aber er erklärt, daß er in dieser kurzen Zeit überall auf deutliche Spuren der Entartung der französischen Nation gestoßen sei und begründet dann diese Behauptung durch characteriftische Belege. Speciell unterzieht der Briefschreiber die französischen Soldaten einer überaus scharfen, absprechenden Kritik. Er findet ihr Aussehen verloddert, ihre Constitution schwächlich und bezeichnet im Weiteren die physische Ausbildung des Soldaten geradezu als einen der schwächsten Punkte der französischen militärischen Erziehung.
Diese und ähnliche herbe Urtheile über die Franzosen finden sich durchaus nicht vereinzelt tn der russischen Presse und sie zeigen klar, daß die Russen keineswegs so sehr entzückt von ihren künftigen Bundesgenossen sind, als man aus den Vorgängen bei dem französischen Flottenbesuche in Kronstadt schließen sollte. Dennoch werden alle solche eigen- thümlichen Liebenswürdigkeiten nichts an den durch die Tage von Kronstadt thatsächlich geschaffenen Verhältnissen, an der intimen Annäherung zwischen Frankreich und Rußland ändern und erst jüngst wieder hat der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten, Ribot, in einer zu Arras gehaltenen Banket- rede ostentativ auf diese Intimität der russisch-französischen
Winter hat die anhaltende Kälte dasselbe etwas reger gestaltet. Die Ringe, welche zeitweise von den großen Spinnereien gebildet werden, um die Preise der Garne :c. auf geschraubter Höhe zu erhalten, wirken sehr nachtheilig auf das Zwischengeschäft. — Mühlenfabrikate. Das Geschäft war sehr lebhaft und würde auch lohnend gewesen sein, wenn nicht durch Ueberproduction die Preise für Mehl so sehr gesunken wären.
Vom Raucher dem Freunde empfohlen, wird HollLnd. Tabak 10 Pfb. fco. 8 Mk. täglich bei B. Becker in Seesen a. Harz nachbestellt. (Notariell erwiesen). 719$'
— Die „alte Rike", jenes historische Pferd der ersten Garde-Dragoner, das letzte von allen, welche die große Attaque bei Mars la Tour im Kriege gegen Frankreich mitgemacht hatten, war seinerzeit von dem Offiziercorps des Regiments angekauft und dem Major a. D. von Nohr- Levetzow auf Groß-Wudicke zum Geschenk gemacht. Länger als zwei Jahre fraß „Rike" das Gnadenbrod im Stalle ihres früheren Escadronschess. In den letzten Monaten aber verlor die Stute die Freßlust, sie magerte ab und endlich konnte sie sich, obwohl sie von acht Männern gestützt wurde, nicht mehr von ihrer Streu erheben. So machte denn
Univevfitäts - Nachrichten.
— Professor Zahn, Lehrer für neutestamentliche Theologie in Leipzig, wird im April 1892 der an ihn ergangenen Berufung nach Erlangen folgen.
— Aus Münster wird berichtet: Der durch die Berufung des Professors Meyer erledigte Lehrstuhl für pharmaceutische Chemie an der hiesigen Akademie ist Herrn Dr. Kaßner aus Breslau übertragen.
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tüts-Kliniken.
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„Sie wollen also wirklich nicht?" fragte der Graf. — „Nein!" — „Gut!" — Und ohne ein weiteres Wort stand der Franzose auf, nahm eiuen Hammer und einen großen Nagel aus der Tasche und begann letzteren in die Wand
Sie es nur," war die gelassene Antwort. „Ehe aber die Thür gesprengt hat, sind Sie ein todter
eine gut gezielte Kugel aus dem Kriegsrevolver ihres Herrn dem Leben des Thieres ein Ende.
* Von einem Prozeß um einen Kubikmeter Schweine- fleisch wird aus Hameln berichtet: Der vor einiger Zeit beim hiesigen Amtsgericht anhängig gewesene Prozeß wegen Lieferung eines Kubikmeters Schweinefleisch zum Kaufpreise von 100 Mk. ist letztinstanzlich dahin entschieden, daß Kläger unter Verurteilung in die Kosten mit der Klage abzuweisen ist. Das Berufungsgericht hat die Ueberzeugung gewonnen, daß der Beklagte nicht die Absicht gehabt Hai, ein ernstliches Geschäft abzuschließen, und hat es als Unding bezeichnet, daß ein solider Geschäftsmann, wie der Beklagte, eine Quantität Schweinefleisch nach dem Raummaße in wirklich ernstlicher Absicht habe verkaufen wollen. Daraus, daß die Parteien sich Den Handschlag gegeben, könne noch nicht gefolgert werden, daß die ernstliche Absicht, einen Vertrag zu schloßen, vorgelegen habe, da im Scherz häufig die äußeren Formen, welche bei ernstem Handeln üblich, nachgeahmt würden. Es ist ferner vom Berufsgericht angenommen, daß Kläger nicht gewußt, welches Gewicht ein Kubikmeter Schweinefleisch habe. Habe er es aber gewußt, daß ein Kubikmeter Schweinefleisch einen Werth von etwa 800 Mk. darstelle, so habe er die Unkenntniß des Beklagten in verwerflicher Weise ausbeuten wollen und es stehe seiner Klage der Einwand arglistischen Handelns gegenüber.
* Vor einem französischen Gerichtshof steht ein des Diebstahls Beschuldigter. Der Richter beginnt das Verhör und fragt den Angeklagten nach seinem Namen. Dieser zuckt die Achseln- und antwortet auf englisch: „Ich verstehe kein Sterbenswörtchen französisch." — Da erhebt sich der Richter und fährt voll patriotischen Zornes den doppelten Sünder an: „Wie dürfen Sie es wagen, in einem Lande zu stehlen, dessen Sprache Sie nicht einmal können?"
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Zur russisch-französischen Freundschaft.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die seit Kronstadt in 1 die Erscheinung getretene russisch-französische Freundschaft in | den beiden beteiligten Ländern in verschiedener Beleuchtung betrachtet wird. Jenseits der Vogesen herrscht noch heute ’ die pure Russenbegeisterung vor, das „Vive la Russie!“ erschallt in allen Schichten der Bevölkerung und die russische Nationalhymne darf bei keiner festlichen Gelegenheit fehlen. |
FAEBKE sFabTikatzumSt&rken mpfiehlt l1321 ■
Fischbach.
. 1891'
irach-tm An.«, im ie Pflrge eines Hundes lt- Monatliches Wt ge Behandlung mr- im Morgens von 8 bis
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Locales unfc provinzielles.
Gießen, 15. October.
— Der Bericht Gr. Handelskammer zu Gießen für 1889/90 i äußert sich u. A. über nachverzeichnete Geschästsbranchen wie | folgt: Colonialwaaren. Das Geschäft in Caffee war k auch in verflossener Berichtsperiode ein wenig lohnendes zu ' nennen, was hauptsächlich den hohen und dabei immer . schwankenden Preisen zuzuschreiben ist. Durch diese Unsicher- ■. heit der Preise fühlten sich die Vermittler des Consums ver- i anlaßt nur für den nächsten Bedarf zu kaufen, da der geringe i Nutzen, bedingt durch die bestehenden niedrigen Detailpreise, ! in keinem Verhältniß zu dem dazu erforderlichen größeren Betriebscapital steht. — Corse^fabrikation. Man be- । richtet uns, daß nach wie vor diese Branche unter den Folgen ! der Ueberproduction leide- besonders, nachdem verschiedene l Großbetriebe, welche früher hauptsächlich für den Export ge- ! arbeitet, nach dessen Erschwerung durch ausländische Zölle : aus den inländischen Markt gewiesen waren. Dazu komme j die häufige Klage Seitens der Detailgeschäfte über den in - neuerer Zeit verminderten Absatz dieses Artikels. Nicht mit \ Unrecht suche man den Grund der allgemeinen Geschästsstille j in der durch allzu hohe Preise der Lebensmittel, Kohlen rc. \ zurückgegangenen Kaufkraft des größeren Theils unserer ' Bevölkerung. — Fellhandel. Das Fellgeschäft trug während dem Betriebsjahr wesentlich denselben Charaeter wie in den Vorjahren, mit dem einzigen Unterschiede, daß sich gegen Ende der Berichtsperiode eine bessere Entwickelung j des seit Jahren t >■( darniederliegenden Handels in Kalb- l fetten anzubahnen .chte. Der Handel in großen Häuten, \ welcher noch für die meisten Fettgeschäfte als zur Beurtheilung \ ihrer Prosperität maßgebend zu erachten ist, verschlechterte i sich von Tag zu Tag. Die Preise mußten den billigeren ’ der nordamerikanischen Wildhäute weichen, welch letztere ; allerdings durch ihre geringere Qualität ihren niedrigen Preis \ wieder begleichen, somit also einen vollkommen unberechtigten \ Druck auf die Preisentwickelung der inländischen Häute aus- ; üben. Lähmend aus den die Frühjahrsaison ausfüllenden Handel in Zickeln wirkte wesentlich der neue amerikanische ' Zolltarif. — Gerberei. Der Geschäftsgang war ein S schlechter, weil durch die Ueberproduction der Schnellgerberei ! die Preise der reell und gut gegerbten Leder gedrückt sind, 1 die rohen Häute auch zu hoch im Verhältniß zu dem. fertigen Leder stehen. — Manufacturwaaren. Das Detail- Geschäft war nicht befriedigend. Nach den letzten Reichstagswahlen sind in fast allen Orten der Umgegend sog. antisemitische Consum-Vereine gegründet worden, welche die Geschäfte mit Landkundschaft sehr schädigen, während diejenigen mit Stadtkundschaft durch die Detail-Reisenden aus den näher gelegenen größeren Städten zu leiden haben. Im Engros-Geschäft war es zur Sommersaison auch nicht lebhaft, im Herbst und
Citeratur unt> Urinst.
— Meine Erinnerungen an Aelix Mendelösohn-Bar- tholdy und seine Briefe an mich. Von Eduard Devrient. Dritte Auflage. Mit der Porträt-BÜste Mendelssohns tn Stahlstich und einem Facsimile. Preis 4 50 Mk., in Halbfranzband 6 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Wir ergreifen die Gelegenheit, die sich uns durch das Erscheinen der dritten Auflage dieser „Erinnerungen" bietet, um die jüngere musikalische Lesewelt, die das Buch vielleicht noch gar nicht zu Gesicht bekommen hat, mit aller Kraft darauf hinzuweisen. Das nachgeborene Geschlecht lernt da nicht nur zwei bekannte Namen aus der Mitte unseres Jahrhunderts nebst so vielen mit ihnen zusammenhängenden intereffanten Personen und Thatsachen kennen, spndern die zwei Persönlichkeiten: der Autor und der Gegenstand dieser Schrift bieten ihm zugleich das Bild eines Freundfchaftsbundes zwischen zwei Künstlern, der auf eine außerordentliche Herzens- und Getstestiese gegründet war und unerschüttert mit gleicher Wärme von Mendelssohns 13. Lebensjahr bis zu seinem Tode fortdauerte. Dadurch, daß Mendelssohns Briefe an Devrient mit eingeflochten sind, erhalten beide Freunde abwechselnd das Wort und man bekommt auf einem verhältntßmäßig eng begrenzten Raume genaue Einsicht in eine schöne Periode unserer deutschen Musik, worin der Name Mendelssohn obenan stand. Neben der hohen Bedeutung, welche die größeren und kleineren Composttionen des Meisters, seine Oratorien, seine Antigone und sein Oedipus, seine Sommernachtstraummusik, seine Lieder ohne Worte und so vieles Andere erlangten, sieht man aus dem Buche besonders deutlich jene weitgreifende Wirkung sich entwickeln, welche Mendelssohn durch das mit jugendlicher Begeisterung unternommene Hervorziehen der so lange vergessenen Matthauspassion von Seb. Bach ausüble. Das tonangebende musikalische Leben in Leipzig, die Hindernisse, die sich in dem damaligen Berlin der musikalischen Entwickelung entgegenstellten und vor denen sich Mendelssohn immer wieder mtßmuthtg zurückzog, dagegen die freundlichen Begehungen zu den Rheinstadten, die enthusiastische Aufnahme Mendelssohns und seiner Thättgkeit in England bilden neben dem schönen Freundes- und Familienkreise, in die man ein; geweiht wird, ein ungemein wohlthätiges und ergreifendes Ganzes, woraus wir oft genug wahrnehmen, was unserer musikalischen Gegenwart fehlt, aber noch häufiger, was wir von jener Zeit gewonnm und bewahrt haben.
— Der Vetter vom Rhein, Kalender für das Jahr 1892, herausgegeben von Ehr. Schömperlen in Lahr, hat sich wieder eingestellt Ritt seinem vortrefflichen Inhalt an Ernstem und Luftigem, seinen Rathschlägen für Haus und Familie tritt er ein in die Stuben bei Hoch und Nieder. Ein schönes Bild führt uns die Burg Hohen- zollern und ein anderes Beuron im Donauthal vor Augen. Der Kalender fei daher bestens empfohlen, umsomehr, als der Preis für das Viele, was er bringt, sehr billig ist.
Manu, das schwöre ich Ihnen!" — „So sagen Sie mir wenigstens, was Sie mit dem Einschlagen des Nagels bezwecken." — „Sic daran aufzuhängen, wenn ich nicht binnen zehn Minuten das verlangte Geld in Händen habe!" entgegnete der Franzose mit größter Kaltblütigkeit. Er sah dabei so drohend und entschlossen aus, daß der bestürzte Blanc es für gerathen hielt, gute Miene zum bösen Spiele zu machen. Hastig an den Schreibtisch eilend, entnahm er demselben ein Packet Banknoten, die er dem Grafen einhändigte. „Nun aber gehen Sie!" drängte er dann mit einem ängstlichen Seitenblick auf den Nagel. Der Franzose
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Ein kritischer Augenblick.
Aus dem Leben Louis Blancs, des bekannten Spielpächters, erzählt man nachstehende Begebenheit:
Kurz nachdem Blanc in Homburg die grünen Tische ausgestellt hatte, tauchte dort ein französischer Gras auf, der nicht nur durch seine herkulische Gestalt, sondern auch durch sein leidenschaftliches Spielen Aufsehen erregte. Tag für Tag saß er bis in die späte Nacht am Roulette- anfangs gewann er große Summen, dann aber verließ ihn das Glück. Er verlor alles, und da er die am Orte gemachten Schulden nicht bezahlen konnte, so beschloß er, Homburg zu verlassen und in Monaco weiter zu spielen.
Dazu jedoch brauchte er Geld und das sollte Blanc selbst ihm schaffen. Er ging eines Morgens sehr früh in dessen Wohnung und verlangte ihn zu sprechen, wurde aber von dem Diener mit dem Bemerken abgewiesen, sein Herr empfange Niemand vor zehn Uhr.
Die Versicherung des Grafen, es handle sich um eine wichtige Mittheilung und der Empfang eines hohen Trinkgeldes machten den Alten schließlich doch willfährig und er ließ den Franzosen in das Schlafzimmer seines Herrn ein. Blanc schlief noch, er erwachte jedoch durch das Geräusch und starrte verwundert auf den frühen Besuch, der ruhig die Thüre abschloß, den Schlüssel zu sich steckte und sich neben dem Bette aus einen Sessel niederließ. Etwas verblüfft über dieses sonderbare Benehmen fragte der Spielpächter nach seinem Begehr. „Mein werther Herr Blanc," antwortete der Graf, „Sie sehen mich in großer Verlegenheit. Ich brauche sofort zehntausend Francs und hoffe sie von Ihnen zu erhalten." — Blanc weigerte sich entschieden, diesem Ansinnen zu entsprechen, da er keine Lust hatte, sein Geld an den verschuldeten Cavalier zu verlieren. t
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