Scheuer und zwar in einer Flucht und unter einem Dach- im Innern waren die verschiedenen Abtheilungen durch Thüren miteinander verbunden. Von Mobilien konnte nur sehr wenig gerettet werden. Die Hofraithe Leinbergers war mit 9000 Mk., seine Mobilien mit 5675 Mark, die Gebäude des Döring mit 12049 Mark, dessen todtes und lebendes Inventar mit 7900 Mark versichert. Der Verdacht der Brandstiftung lenkte sich alsbald aus die heutige Angeklagte. Dieselbe, im Wesentlichen geständig, gab in den heutigen Verhandlungen an, sie sei am fraglichen Abend in die Scheuer gekommen, um dort Spähne zu holen und habe aus Aerger über eine ihr am Tage seitens ihres Mannes zugefügte Mißhandlung den Entschluß gefaßt, das Gebäude anzustecken. Sie habe zu diesem Zwecke ein Streichholz angezündet und dasselbe an einen in der Scheuer stehenden, mit Gerste beladenen Wagen gehalten. Dieser hätte alsbald in Flammen gestanden und habe sich auf diese Weise das Feuer weiter verbreitet. Die dem Trünke ergebene Angeklagte hatte mit ihrem Manne und ihrem erwachsenen Sohne schon öfter Hausstreit und war an dem genannten Tage von Ersterem auch geschlagen worden.
Aber nicht allein die Sucht, sich an ihrem Manne und ihrem ; Sohne für erlittene Unbilden zu rächen, war das Motiv, | welches sie zu ihrer That veranlaßte, sondern — wie durch Zeugen festgestellt wurde — auch das Verlangen, eine neue Hofraithe zu erlangen. — Die Geschworenen bejahten die ihnen vargelegte erste, den Thatbestand der vorsätzlichen Brandstiftung bezüglich eines zur Wohnung von Menschen dienenden Gebäudes euthaltende Frage, worauf der Gerichtshof die Angeklagte in eine Zuchthausstrafe von drei Jahren und sechs Monaten unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus die Dauer von fünf Jahren verurtheilte.
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