Ausgabe 
12.12.1891
 
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Beilage «e St. 290.-1891

-er ihre gesunkenen

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BekanmmZrchung.

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Stiefel, sowie Reitstiefel

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Bekanntmachung.

Die Auffüllungs- u. Planir- ungsarbeiten des Realschulhofes sollen im Wege öffentlicher Ausschreib­ung vergeben werden. Angebots­formulare liegen während der Dienst­stunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 5 auf und werden daselbst un-

*

Dem Gegenstand von Doctor Rodes Träumen, dem trotzigen Prosessorentüchterchen, begann das Leben, ganz im Gegensatz zu dem jungen Arzte, in den kommenden Tagen und Wochen so recht sein prosaischstes Alltagsgesicht zu zeigen.

Ilse Welten that in diesen Wochen weiter nichts, als Zeitungsannoncen studiren und Briefe in alle Weltgegenden versenden, die alle nur den einen Zweck hatten, ihr zu irgend einer Stellung zu verhelfen. Die Antworten aber wenn überhaupt welche einliesen waren stets abschlägig. Zahl­lose Meldungen, hieß es, waren aus die ausgeschriebenen Stellen stets eingelausen und zu der jugendlichen Profefforen. tochter schien Niemand rechtes Zutrauen zu haben.

Der Professor lachte höhnisch über all die abschlägigen Antworten, die ins Haus kamen, und machte sein gebeugtes Töchterchen auf die verschiedenen Herrathsgesuche in der Zeitung aufmerksam, vielleicht, daß diese eher zu einem Re­sultat führten. . .

Verzweiflungsvoll ließ Ilse selbst eine Annonce in die

Feuilleton.

Aus Umwrgrn

Novelle von g. Störfett.

(1. Fortsetzung.)

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stellung eines Betonbodens im Keller der dortigen Turnhalle sollen im« Wege öffentlicher Ausschreibung ver­geben werden. Angebotssormulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 5 auf und werden dortselbst unentgeltlich abge­geben.

Versiegelte Angebote sind mit ent­sprechender Aufschrift versehen bis^ Montag den 14. Deeember, Vormittags 10 Uhr, ebendorthin ein­zusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa er­schienenen Bieter erfolgt.

Gießen, den 9. Deeember 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

G n a u t Ij.10867

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nicht gerecht geworden, Rechte " ftüf Poesie und Liebe, auch zum Träumen und Schwärmen war sie berechtigt, trotz des Materialismus, der ja überall sein Scepter schwingt.

* So wandelte er denn,^ ganz^ in Träumereivi verloren Ärrch'die Ä '

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W/ Ausverkauf

Ob sie wohl hübsch war, diese Ilse? Ob blond oder brünett? so fragte sich der junge Doctor, wahrend er, nach- dem er einige Patienten besucht, im Thiergarten promenirte. Fast ärgerte er sich selbst darüber, daß seine Phantasie sich so unausgesetzt mit der jungen Dame beschäftigte, aber es schien, als wäre, seit er den Brief des Professors Welten gelesen und wieder gelesen, in seinem bisher ziemlich alltäg­lich verfloffenen Dasein plötzlich die blaue Blume der Ro- mantik emporgeschossen, Blatt für Blatt entfaltete sieund ihr Duft zog berauschend durch seine Seele. Er suhlte auf einmal, daß "er jung sei und daß die Jugend ihre ganz be­sonderen Rechte an das Leben habe, denen er bis fetzt noch

Erklärung 31 December d. I.

unterlasien, können bei einer im Laufe des Jahres 1892 nothwendig. wer beiden Wahl zur Stadtverordneten - Versammlung oder bet E solchen Wahl, für welche die Stimmberechtigung durch die Sttmmberechtlgung z Stadtverordnetenwahl bedingt ist. kein Stimmrecht nehmen

Die Abgabe der Erklärung hat auf unserem Amtszimmer Nr. 10 im zweiten Stock des Bürgermeisterei-Gebäudes zu erfolgen.

Gießen, den 16. November 1891

Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

G n a u t h. ______

Stimmfähig sind:

1) alle in der Gemeinde wohnenden Ortsburger,

2) alle männlichen Einwohner, welche die deutsche Reichsangehorigkeit besitzen unter Ausschluß der bayerischen Staatsangehörigen und derjenigen von Elsaß-Lothringen, weil dorten das Reichsgesetz vom 6. Juni 1870 nicht eingeführt ist und seit zwei Jahren ihren Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde erworben haben, fedoch unter der Voraussetzung, daß sie zur Zeit der Wahl 2o Jahre alt und vom 1. April des dem Rcchnungchahre, in welchem bie Wahl statt- fmdet, vorhergehenden Jahres an in der Gemeinde communalsteuer-

Slimmberechtigung jedes der unter 2) bezeichneten Stimmfahtgen davon abhängig, daß derselbe spätestens vor dem Schluß des wahres, welches dem Jahre, in welchem die Wahl stattfindct, vorhergegangen ist, bei dem Bürgermeister in deffen Amtslocal die mündliche Erklärung abge- aeben hak daß er sein Stimmrecht in Anspruch nehme, wobei er auch aleichzeitiq Jahr und Tag seiner Geburt, den Tag, leit welchem er m der Gemändk wohnt und den Zeitpunkt, seit welchem er communalsteuerpflicy- tia ist anruqeben und auf Erfordern nachzuweisen hat.

8 Stimmfähige der oben bezeichneten Art, welche dre Abgabe dieser

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jtt bedeutend herabgesetzten Preisen dauert

vom 1. bis 25. Deeember.

aU EZLdungen zum Bezüge derselben haben bis zum b Ja°uar 1892 auf unserem Armenamt, Zlwmer Nr. 6, unter ^ewrmgung hpA erforderlichen Nachweises zu geschehen. w

Gießen, den 10. December 1891.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.

Bekanntmachung.

Diejenigen hiesigen Einwohner, welche im Laufe dieses Jahres Hunde abaeschafft haben, wollen dies spätestens bis zum 31. December d. j. ff oder mündlich in Selbstper on bei der unterzeichneten

S w to. 3 «Zeige« inbem sonst die Verbindlichkeit zur Ent- richtung tot Hundeabgaben auch im folgenden Jahre und solange fortbauert,

als diese Anzeige versäumt wird.

Gießen, den 5. December 1891.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.__

er denn, ganz, in Träumereien oernucn, , lauschigen Wege Les Thiergartens, und das Bild Ilse Weitens erschien ihm in einem so romantischen Lichte, wie nur je einem Ritter der Vorzeit ferne angebetete Schönheit. Er kam schließlich zu dem Entschluß, die kleine Universitätsstadt, wo Ilse weifte, einmal aufzusuchen, dort würde er sie dann sehen, und dort im Thüringer Walde, da gab es gewiß stille Wiesengründe, rauschende Bächlein, lauschige Waldgänge für angehende Liebespaare.

Er lachte plötzlich hell auf und blickte um sich. War es denn möglich, hier, angesichts der Pferdebahn, die soeben an ihm vorüberrasselte, angesichts des Brandenburger Thores, wo von den Linden her der Pulsschlag der großen Stadt mit dumpfem Brausen an sein Ohr schlug und seine Stirn ihr heißer Äthern streifte, hier solche Träume zu haben!

* *

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136 Mk. Zinsen aus der Stiftung der dahier verstorbenen Elisa* , (SÄntiht sind ru aleichenTheilen an vier bedürftige, unbescholtene,

$eififttg rücken," tn welcher 'sie ganz bescheiden ihre Absicht kund that, sich als Stütze der Hausfrau, Gesellschafterin aber Reisebegleiterin nützlich zu machen- aber auch das schien feinen Erfolg zu haben, und der jungen Hame begann nach- gerade aller Muth zu sinken, das ersehnte Ziel jemals zu^. erreichen.

Da endlich langtt ein Brief an,

Hoffnungen wieder ausleben ließ. Ein altes Fräulein aus der Residenz suchte einje Reisebegleiterin und bat Ilse, sich ihr vorzustellen, das Reisegeld würde ihr ersetzt werden.

Ilse war glückselig über diese Aussicht und reifte schon am folgenden Tage, das Herz voll schöner Träume, nach der

Residenz ab.

Ilsens frisches, fröhliches, etwas originelles Wesen sagte dem alten Fräulein Berg, das selbst ein Original war, un­gemein zu- die Bedingungen, die sie machte, erschienen Ilse in jeder Weise annehmbar, und so wurde denn alles zur gegenseitigen Zufriedenheit abgeschlossen. Das Prosefforen- töchterchen zog nun wirklich in die weite Welt. Ach, und wie war diese Welt so himmlisch schön!

Ilse, die noch nicht viel aus ihrer Vaterstadt heraus­gekommen, erfaßte all das Schöne, was sie in der Haupt­stadt sah, mit jugendlichem Enthusiasmus, und diese helle Freude an allem, diese Begeisterung hatte etwas Ansteckendes, das alte Fräulein Berg wurde auch ganz ausgelassen in Ilsens fröhlicher Gesellschaft- die beiden Damen waren jeden­falls die lustigsten Touristinnen, die im Sommer des Jahres 1886 die Welt durchzogen.

Der Sommer war auch so wunderschön, so em echter Reisesommer, er wollte gar kein Ende machen. Der Sep­tember brachte noch so herrliche, warme Tage, ^räuleiu Berg und Ilse verlebten dieselben am Rheine. Der Wein reifte, und es war so köstlich, sich selbst die süßen Trauben zu pflücken und mit dem lustigen Völkchen der Rheinländer fröhliche Feste zu feiern, mit Feuerwerk, Musik und Tanz, oder den Rhein herunter zu fahren in der stillen, klaren Septemberluft.

(Fortsetzung folgt.)

entgeltlich abgegeben.

Versiegelte Angebote sind mit ent­sprechender Aufschrift versehen bis Montag den 14. December, I Vormittags 10 Uhr, ebendorthin ein- zusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa er- |L schienenen Bieter erfolgt.

Gießen, den 9. December 1891. P Großh. Bürgermeisterei Gießen. E?

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So seinen Gedanken halblaut Worte leihend, rüstete sich der junge Doctor zum Ausgehen und als er dann stolz und stattlich durch die Straßen der Residenz schritt, da blickte manches schöne Auge ihm mit Interesse nach. Erich Rode aber hatte heute keinen Blick für die Schönen, die seine Wege kreuzten, ja, er versäumte es sogar, Bekannte zu grüßen, so beschäftigte ihn der Korb, den er erhalten. Der­selbe verdroß ihn mehr, als er sich selbst eingestehen mochte. Den Trost hatte er ja, daß, wenn das Professorentöchterchen ihn gesehen, es wohl anders gehandelt haben würde, vielleicht hätte schon sein Bild genügt, ihn vor diesem ärgerlichen Korb zu bewahren. Die-Phowgraphie ober, die er zu dem Zwecke hatte unfertigen taffen, war so mißlungen, daß es seine Eitel­keit nicht zugelaffen hatte, das Bild in die Welt zu schicken, eine zweite Sitzung beim Photographen hatte Erichs Zett jetzt nicht erlaubt, und so war denn der Bries ohne sein schönes Conterfei nach der kleinen Universitätsstadt abgegangen, und Ilse Welten hatte zu ihrem Heil oder Unheil, wer mochte es entscheiden, nicht erfahren, was für ein schöner Mann Ina)

Bekanntmachung.

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