Mittwoch den 12. August
(Siebener Anzeiger.
Beilage M Rr. 185. - 1891
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Der Chauvinismus der Franzosen und die französisch-russische Verbrüderung.
Man muß anerkennen, daß es in Frankreich viele Bürger gibt, welche dem Flottenbesuche in Rußland und den französisch- russischen Verbrüderungsfesten in Kronstadt und Petersburg eine kühle Anschauung gegenübersetzen und keineswegs in die landesüblichen Begeisterungsaussprüche über die russischfranzösische Freundschaft verfallen sind. Dafür lieferten die ruhigen und zurückhaltenden Auslassungen der angesehenen französischen Blätter: „Soleil", „Soir" und „Journal des Debats" anläßlich der französisch-russischen Begegnung sehr deutliche Beweise, indem sie ausführten, daß die Lage für Frankreich unverändert sei und auch heute noch Niemand wisse, wie weit sich Frankreich im Ernstfälle aus Rußland verlassen könne. Diesen erfreulichen Beobachtungen steht aber auch die üble Erscheinung gegenüber, daß die Kronstädter Flottenbegegnung in der Mehrheit des französischen Volkes entschieden den Chauvinismus und die Revanchelust aufs Neue angesacht hat, denn man urtheilt^natürlich in Frankreich in Bezug aus einen Angriff gegen Deutschland jetzt viel zuversichtlicher, wenn man glaubt, daß gleichzeitig Rußland das Deutsche Reich im Rücken bedrohen werde. Ueberdies gibt die Vorstellung der Franzosen, daß ihr Heer wieder „erzbereit" sei, dem Chauvinismus neue Nahrung. Wozu soll Frankreich denn ein gewaltiges Heer rüsten und mit den Russen Waffenbrüderschaft schließen, wenn es nicht dabei die Erfüllung seines sehnlichsten Herzenswunsches, die Niederwerfung Deutschlands, die Zurückeroberung Elsaß-Lothringens und die Oberherrschaft Frankreichs in Westeuropa im Auge haben soll?!
Ein wahrer Rausch ist ja unter 'bem Eindrücke dieser schönen Gedanken schon über chauvinistische Streife Frankreichs gekommen und bonapartistische und boulangistische Hetzblätter nebst der famosen Expatriotenliga, die im Geheimen noch fortbesteht, bemühen sich natürlich, diese Stimmung in Frankreich zu erhalten, und es kann nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß nach den russisch-französischen Verbrüderungsfesten der Chauvinismus in Frankreich an Gefahr gewonnen hat, wobei zumal in Betracht zu ziehen ist, daß die Franzosen ihre Politik mit Vorliebe nach aufbrausenden Gefühlen und Leidenschaften machen und daß diese Charactereigenschaft der Franzosen auch zu dem letzten Kriegsausbrüche sehr viel beigetragen hat.
Nicht zu verkennen ist aber auch, daß eine ganze Reihe Factoren der französischen Revanchelust selbst jetzt noch, wo das Bündniß mit Rußland winkt, Zaum und Zügel anlegen.
Es ist dies vor allen Dingen die Einsicht der republikanischen Staatslenker Frankreichs, daß sowohl ein glücklicher wie auch ein unglücklicher Krieg der Republik äußerst gefährlich werden kann, indem ein glücklicher wahrscheinlich einen General mit cäsaristischen Neigungen an Frankreichs Spitze führen und ein unglücklicher die französische Republik ganz unberechenbaren Katastrophen aussetzen würde. Dann gebietet aber auch die Rücksicht auf das gute Nachbarverbältniß zu England den Franzosen Zurückhaltung in ihren Revanchebestrebungen, denn so gern auch England mit dem jetzigen Frankreich Frieden und Freundschaft hält, so würde doch England niemals ruhig zusehen, wenn etwa Frankreich mit Rußland auf gemeinsame Eroberungspläne ausgehen und ganz Europa unterjochen wollen. Endlich ist nicht zu vergessen, daß der Dreibund den Kriegsgelüsten Frankreichs doch auch eine nahezu unüber- steigliche Schranke entgegensetzt und deshalb der französische Chauvinismus vorläufig noch keine Kriegsgefahr bildet.
Vermischtes.
* Zur Ausstellung des heiligen Rockes. In Trier ist man allenthalben mit der Errichtung von Verkaufs-, Wirth- schafts-, Schlaf- und ähnlichen Buden beschäftigt. Das Eisenbahn-Betriebsamt beabsichtigt, im Mittelpunkt der Stadt, zwischen den Bahnhöfen der rechten und linken Moselseite eine Verkaufsstelle für Fahrkarten zu errichten. Am 6. d. M. wurde eine Versammlung abgehalten, welche gegen die Kündigung möblirter Wohnungen wegen der Ausstellung des heiligen Rockes Stellung nehmen wollte. Die Versammlung war, wie die Trierer Ztg. berichtet, über Erwarten zahlreich besucht, ein Beweis, welche Ausdehnung die Kündigungen angenommen haben. Die Mittheilungen, welche von den Gekündigten gemacht wurden, überzeugten die Anwesenden, daß nur die Ausstellung des heiligen Rockes die Kündigung veranlaßt hatte. Besondere Theilnahme erregte die Erzählung eines 74jährigen Mannes, welchen der Wirth einfach auf die Straße gesetzt hat. Der Bedauernswerthe wußte nicht, wo er bleiben sollte, wenn nicht zwei Herren aus der Versammlung ihm eine Wohnung besorgt hätten. Man gedenkt, die rücksichtslosen Vermiether dadurch zu strafen, daß man ihre Namen in einer schwarzen Liste sammelt und ihnen späterhin ihre Wohnungen nicht wieder abmiethet.
* Marburg, 8. August. Durch ein Schreiben vom 25. Juli fordert das Königliche Proviantamt sämmtliche Land- wirthe unseres Regierungsbezirks auf, Preis - Offerten für tadellose Schlachtochsen zu Manöverzwecken von nicht unter 10 Centner lebend Gewicht und nicht über 7 Jahre
alt, einreichen zu wollen. Die Abnahme der Ochsen geschieht etwa in der Zeit vom 5. bis 8. September d. I.
* Ein heiteres Censurstücklein aus den vormärzlichen Tagen erzählte der österreichische Justizminister Gras Schönborn in einer seiner letzten Parlamentsreden. Zur Zeit der Heiligen Allianz hatte ein Kriegsberichterstatter die verschiedenen alliirten Armeen besucht und in seiner Weise geschildert. Er kam auch zu der russischen Armee, zu einer Cosaken-Abtheilung und schilderte dieselbe mit folgendem Satze: „Die Cosaken sind eine ausgezeichnete Reitertruppe, wenn sie auch auf kleinen unansehnlichen struppigen Pferden reiten". Der Censor las das und fand, daß die Beiwörter „klein, unansehnbar, struppig" eine Art Beleidigung gegen die russische Armee enthielten. Er strich diese drei Beiworte und nun lautete der Satz: „Die Cosaken sind eine ausgezeichnete Reitertruppe, wenn sie auch auf Pferden reiten."
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— So manche Schwester klagt, gerade für ihre innersten Kümmernisse und Bedürfnisse in Haus und Herz kein Verständniß bei ihren sogen. Freundinnen zu findm und was die Sorgen und Fragen auf dem Gebiete des HauswesmS betrifft, so hindert allzugroße Schüchternheit oder die Furcht vor dem überlegenen Lächeln der Frau Nachbarin so manche junge Frau, Deren größere Erfahrung durch eine offene Frage sich zu Nutze zu ziehen. Diesen Allen rufen wir zu: Seid unbekümmert! es gibt doch eine Freundin, die gerade für Eure Verhältnisse ganz extra gemacht zu sein scheint. Ja, »Fürs Harrs* hat es in seltenem Maße verstanden, der Hausstau sowohl, als auch der Alleinstehendm verborgenste Sorgen und Nöthe abzulauschen und Abhilfe für dieselben zu schaffen. Voll und warm trägt es in seinen Leitartikeln so Freud wie Leid mit ihnen und hat für Jedes ein freundliches Wort, einen liebevollen Rath. Es hat daher durch den practischen Theil seiner Spalten in den neun Jahrm seines Bestehens nicht wenig zum Glück und Frieden des deutschen Hauses beigetragen. Der fabelhast geringe Preis (1 JC. pro Vierteljahr) macht dies Blatt auch den minder Bemittelten leicht zugänglich. Probenummern sind durch jede Buchhandlung, sowie durch die Geschäftsstelle „Fürs Haus" kostenlos zu beziehen.
Mittwoch, den 12. August Nach mittags 2 Uhr, versteigere ich im Bieker'scheu Saale — Neustadt — gegen Baarzahlung:
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Die Versteigerung unter II. findet destimmt statt!
Geißler, 7228 Gr- Gerichtsvollzieher.
Mittwoch, den 12. August Nachmittags 2 Uhr, zu Gießen in der Bieker'schm Hofraithe sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden:
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Versteigerung voraussichtlich theilweise bestimmt, insbesondere betr. des Wagens und Verticows.
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